Hohe Varroabelastung

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Frage an die Runde:

    ich habe ein Volk, das gestern bei der Windeldiagnose 30 Milben pro Tag zeigte. Es hat im August eine Belastung von 6 VM pro tag, dann eine Ameisensäurebehandlung bekommen mit Nassenheider pro 300ml. Es gab viel Milbenfall. Nach 3 Wochen wieder Windeldiagnose, da war der befall bei 3 VM pro Tag.

    Hat jemand eine Idee, wo der starke Milbenbefall herkommt, und viel wichtiger: was mache ich jetzt? Ist dieser Befall schon zu hoch?


    Grüße

    Joe ;(

  • Ich hatte letztes Jahr auch zwei solcher Völker. War auch lange unschlüssig was ich mache, dann hat mir ein Imkerfreund eine Flasche Varromed gegeben und ich habe es pro Volk 3x alle 7 Tage angewandt. Das hat mir genügend Zeit verschafft bis zur Winterbehandlung.


    Die zwei Völker sind gut durch dem Winter gekommen und leben immer noch . Denke das dieses Varromed für solche Fälle ideal ist. Als Hauptbehandlung, fehlen mir die Erfahrung dafür. Da gibt auch zwei Lager, die einen verteufeln es und andre, auch dieser Imkerfreund sind so begeistert das er dies nur noch nimmt.

  • VarroMed kenne ich noch gar nicht. Jetzt hat mir jemand geraten, oxalsäure zu spritzen und die vorhandene Brut zu entnehmen.

    Das ist für mich die schlechteste aller Möglichkeiten. Den Wintersitz der Bienen jetzt noch durcheinander zu bringen halte ich für völlig überzogen. Auch kann es sein wie BaarImker schreibt, dass es kurz vor Brutfreiheit ist und deswegen so viele fallen. Auch hab ich festgestellt dass gerade nach ca 20-22 Tagen nach einer Behandlung nochmals viele geschädigten Varronen fallen, die sich angeschlagen in eine Zelle gerettet haben.


    Wenn du unbedingt meinst Oxalsäure jetzt schon zu spritzen, lass die Bienen wie sie sind und behandle dann lieber im Frühjahr nochmal mit etwas anderen.

  • nochmal Konkreter: Hier bei mir hat's die letzten Tage tagsüber 5-6°C. Es hat mehrfach Frost gehabt. Der erste am 23.09.
    Ich mache vermutlich meine Winterbehandlung in spätestens 2 Wochen.
    Was soll ich da jetzt zählen oder unnötig Zeug in die Bienen kippen?

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Jetzt ohne eigene Abkürzungen:

    Mit oxalsäure spritzen war ich auch etwas skeptisch, es gibt so viele Meinungen. Was hältst du von apilife var, das hat auch jemand vorgeschlagen.

    30 milben pro Tag: ist das jetzt im Oktober viel?

  • Hier im Rheinland ist es noch nicht soweit, es ist nass und wärmer. Brutfreiheit wird noch nicht sein.

    Bis anfand Dezember muss ich hier mit der winterbehandlung ganz sicher warten, so lange muss das Volk durchhalten

  • Hey, ähnliches wollte ich auch gerade fragen. Ich habe in einem meiner 2 Völker 15 Milben pro Tag. Beide Völker haben 2x Ameisensäure Behandlung mit Nassenheider Pro hinter sich. Die letzte Behandlung ist über 4 Wochen her.


    Ich bin mir nicht sicher, ob und was ich nun tun sollte.

    Dadant mod., 2 Völker im Kölner Stadtgebiet. Seit 2021.

  • Joe, Chiolonia,


    Zu dieser Zeit im Jahr ist ein erhöhter natürlicher Milbenfall normal. Viele Milben die nun mit den Bienen schlüpfen finden wegen zu geringer Brutfläche zu wenige Zellen die sie parasitieren können der Anteil an Milben auf den Bienen steigt und damit auch der Milbenfall.


    Ich würde euch raten:


    Sind die Völker noch schön stark und sind keine geschädigte Bienen zu sehen, wartet bis zur Winterbehandlung.


    Ist das Volk schon stark gebeutelt, ist die Bienenmasse schon gering und sind verkrüpelte Bienen zu sehen müsst ihr euch Gedanken machen. In solch einem Fall sublimiere ich Oxalsäure.. Oft sind die Völker aber dann nicht mehr zu retten, weil es zu spät im Jahr ist. Es gibt aber auch noch andere Methoden vll hat jemand hier noch eine Idee was dann noch möglich ist.


    Grüße Christoph

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Hallo Christoph, danke für die Antwort. Meine Völker sind tatsächlich recht stark mit viel Bienenmasse und Schäden konnte ich auch keine erkennen. Ich werde weiter ein Auge drauf halten. Danke!

    Dadant mod., 2 Völker im Kölner Stadtgebiet. Seit 2021.

  • Oxalsäure spritzen?

    - träufeln(mit Bindemittel Zucker, glyzerin, Glykosesirup),

    - sprühen/(vernebeln) - als 3,5%-Lösung oder

    - sublimieren/verdampfen

    Varromed-Mehrfachbehandlungen wie auch 2x Träufeln auf Winterbienen sollte man vermeiden.


    Verdunstungs-Medikamente wirken über Konzentration - bei Nachttemperaturen von unter 5°C unzureichend- siehe Varroawetter bzw 14-21 Tage Wetter für die eigene Region (darf man auch ins Profil eintragen)

    Gleichzeitig legen die Bienen bei diesen Temperaturen kaum noch neue Brut an- schlüpfende ist bereits mehr oder weniger geschädigt, es werden mehr freie Milben - da fallen auch mehr von den Waben.

    Wer darf/kann - sublimieren wäre die mildeste Behandlung, wer schon durch Nachtfröste Brutfreiheit in Aussicht hat, sollte mit der Behandlung warten. Und dann in Abhängigkeit von der Temperatur mit Oxalsäure behandeln.