Erfahrungsaustausch zur Züchtung der Varroamilbe überlebenden Biene VSB ( varroa mite surviving bee)

  • Ich arbeite seit 2016 mit behandlungsfreien Völkern und seit 2018 bin ich von der Methode die Sulz vorgestellt hat auf die gezielte Arbeit umgestiegen.

    Um deine Frage bzw den Hintergrund deiner Frage vollständig zu beantworten. Nicht alle meiner Völker sind behandlungsfrei, nicht alle Völker leben behandlungsfrei länger als ein Jahr.

    Es gibt einige wenige Völker die über 2 Jahre behandlungsfrei in mitten der gesamten Infrastruktur überlebt haben. Entweder ist dann umgeweiselt worden, oder die Königin ist verstorben.


    Ein konkretes Beispiel aus meinen Kenntnisbereich B3435(LS)

    Das Volk lebte bei mir bis Mitte des Jahres2021 unbehandelt und ist dann umgeweiselt worden.

    Ja sie nicht von mir, aber ich habe sie die meiste Lebenszeit betreut.

    Und wer sich die Nachfahren dieser Zuchtkönigin anschaut, sieht Teile weitere Arbeit die dort zum Beispiel betrieben wurde und betrieben wird, geschweige der ganzen Vorarbeit die in dieser Könginlinie schon steckt.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

    Einmal editiert, zuletzt von d2dum ()

  • Ich habe eine Bitte:


    Könnte vielleicht jemand mit Zugang zum Titel des Threads aus der 'varroa mite survived bee' eine 'varroa mite surviving bee' machen? Oder soll das so?


    Grüße von Kikibee

    Hoffentlich ein wieder normales IFT am 11-13.3.2022 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda.

  • hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Erfahrungsaustausch zur Züchtung der Varroamilbe überlebenden Biene VSB ( varroa mite survived bee)“ zu „Erfahrungsaustausch zur Züchtung der Varroamilbe überlebenden Biene VSB ( varroa mite surviving bee)“ geändert.
  • b.) Zellen mit "Varroavermutung" öffnen

    Ja, die "Varroa befallenen Zellen" sind besimmt anders zu erkennen als "Zellen mit abgestorbenen Larven"...

    Insgesamt gibt es jedoch auf diesem Gebiet noch zu wenig Erkenntnisse, wann welche Duftstoffe abgesondert werden auf die gewisse Bienen dann reagieren und danach darauf gepolte Arbeiten ausführen.

    So wenig ist da nicht bekannt. Der Begriff "Duftstoff" implizierent "luftlöslich" - so ein luftlösliches Pheromon das aussagt "Larve steht unter Streß, da Zelle mit Varroa infiziert" gibt es nicht, das hat Harrison(USA) jahrelang vergeblich gesucht. Aber Fanny Mondet(FRA) hat dieses Pheromon angeblich gefunden, nur das ist nicht luflöslich (ist aber auf der Larve), das können die Bienen nur mit den Fühlern ertasten. Da kommt evtl. REC ins Spiel. Das Problem dabei, was veranlasst die Bienen Zellen zu öffnen um dies zu überprüfen? Dazu ist noch nichts bekannt, da hat d2dum recht.


    Dieses Kapitel ist daher, in diesem Zusammenhang, noch sehr... - sagen wir einmal spannend ;) - mehr möchte ich dazu hier nicht sagen...

  • Drei Punkte wecken bei mir als absoluter VSB-Laie beim Lesen leichtes Unbehagen.


    1.) die Sorge, versehentlich auf irgendwelche Brutkrankheiten zu selektieren.


    2.) Überall stehen plötzlich VSH Linien, was zum einen den Flaschenhals verengt und zweitens gute Buckfasteigenschaften in den Hintergrund treten läßt. Alte bewährte Linien ohne VSH z.B.


    3.) Das Marketingpotenzial einiger Akteure ist beeindruckend, aber es riecht manchmal schon ziemlich streng wenn VSH draufsteht.


    Es sind wahrlich spannende Zeiten.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • zu 1

    es kommt schon drauf an, wer selektiert, zu dem wird ja nich "Irgendwas!" her genommen.

    Die Paarungskontrolle und deren Anwendung is das Geheimnis.

    zu 2

    Alte bewährte Linien

    also "Meine" zeigen die Guten Eigenschaften fast wie vor VSB. (etwas geringere Sanftmut etwas erhöhter Schwarmtrieb, hier und da etwas Wirrbau....) Is klar, wenn ich mich auf einen komplex konzentriere, "muss ich anderes vernachlässigen" aber bei weitem nich so schlimm wie du befürchtest, die "Neuesten" machen sogar mehr Honig wie die alten Linien, (weil Milben und Viren peinigen die Völker mehr als ma denkt) 2020 hättets du die Honigleistung ma in der Himmbeere/Kastanie/Tanne sehen sollen....

    was zum einen den Flaschenhals verengt

    da muss ich auf 1 verweisen, es kommt halt drauf an wer.......ich bemerke den angeblichen Flaschenhals nich (mehr!), wirklich sehr schöne kerngesunde Völker die hier mindestens ohne Winterbehandlung über die Runde kommen. Hier und da ma ne Niete, aber das ist ja normal.

    Meinem Zuchtkoordinator sei DANK ausgesprochen!

    Das Marketingpotenzial einiger Akteure ist beeindruckend, aber es riecht manchmal schon ziemlich streng wenn VSH draufsteht.

    Ich schimpfe schon lange auf die Trittbettfahrer, die machen alles wegen dem Mammon kaputt.

    Schlimm wer sich da so tummelt, und noch nie was selber ausgezählt hat.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • rase, den Flaschenhals sehe ich so nicht, denn gerade bei Belegstellenlinien, steht in der Datenbank oder auch in der Belegstellenbeschreibung sehr gut woher diese Linien kommen..

    Klar irgendwo in der 6 bis 10 Generation findet man sehr oft übliche Verdächtige, die diese Merkmal sehr gut weitergegeben haben, sei es von väterlicher oder mütterlicher Seite.

    Selbst eine Vollschwester eine Linie von LS oder mehreren bei mir selbst, haben nicht immer die gleichen Eigenschaften, da sie ja nicht immer nur vom gleichen Vater abstammen.

    Dabei bleibt doch genug Genvielfalt vorhanden.


    Luffi hat mir mal geraten mach nicht zuviel SDI in der Linie hintereinander, woran ich mich persönlich auch halte.

    Und genau das habe ich bei Paul Jungels auch lesen können. Ich meine er schrieb maximal 2x SDI hintereinander und dann wieder breiter (Belegstelle oder MDI Mehrdrohnencolonie), um dann wieder granular in den Nachkommen zu selektieren, welches war nun der beste Drohn bei der Begattung der Königin war. In dem Prinzip geht es dabei nur um die Anzahl der Sexallele die eine Königin zur Verfügung hat und damit mehr Heterosis im Volk erzeugt wird.

    Deine Ängste beziehen sich auf die genetische Armut von Inzuchtlinien.

    Wenn ich mir so einige Linien ansehe, gibt es da eigentlich nicht so viel Inzucht, eher mehr Kombinationen, was mich etwas wundert.


    Die guten alten Buckfasteigenschaften und Ängste, ja dazu schrieb ich schon einmal etwas, in irgend einen der vielen langen Artikel.

    Ich sehe das so, ob ich jetzt eine Biene bewerte, sie selektiere und gezielt anpaare oder nicht, auch ohne mein Zutun verändern sich die Eigenschaften der Völker in offenen Populationen solange, wie immer neues Material hinzukommen.

    Wenn aus diesem offenen Pool (kann auch eine Region sein) ein geschlossener wird, gibt es eine Vermengung und entsprechend der Völker die überleben, weiter gepflegt werden, bildet sich eine Linie, ja auch mit gewissem Inzuchtotential.

    Wann immer von den Besten in diesem Pool nachgezogen wird, verengt sich im Laufe der Zeit auch die genetische Vielfalt. Besondere Eigenschaften verbessern sich, andere treten zurück.

    Wenn dabei kein Mensch nach seinen Befindlichkeiten selektiert, selektiert die Natur nachdem was notwendig und für das Überleben der Biene zielführend ist.


    Je breiter die Basis ist in der man versucht Linien mit VSB Tendenzen zu finden, um so mehr unterschiedliche Linien lassen sich finden. Das braucht man auch, weil man auch mit einer Zuchtlinie in einer Sackgasse landen kann und so kann man sich wieder verlorene Vitalität duch Inzuchtdepressionen mit einer Kombination anderer Linien auffrischen oder komplett neu anfangen.

    Und darum macht dauerhaft wenig Sinn, wenn sich alle Leute mit KK, LS, TR ..... eindecken, weil alle genau diese hippe geile Bine haben wollen.

    Klar das das eine sichere Bank ist, weil wer kennt schon BPF, der an einer vorgefertigten Linie andockt 2x irgendwo eine Belegstelle besucht, ein bisschen mit instrumenteller Besamung drin rumpfuscht und dann den großen Reibach pro Königin im Verkauf macht.

    Hrm ja verhindern kann man es nicht, der hat vielleicht auch gar nicht so schlechte Königinnen, doch ist die Vorahnengalerie nie eine Garantie dafür, auch wenn da echt tolle Züchternamen mitbeteiligt waren.

    Ich glaube das ist einfach eine Vertrauenssache. Wie sagt rase von seinem Züchter des Vertrauens, mit dem kann man auch mal Klartext reden.

    Am Besten ist es, ohne das eine der beiden Seiten oder beide einschnappen und der andere nachtragend ist.

    Sowas muss einfach wachsen, das muss man austesten und dann schauen.


    Ich finde es auch spannend und wenn mir einer 2017 gesagt hätte 2021 hast du von dir eigene instrumentell besamte Königinnen, hätte ich ihn angesehen als wolle er mich verarschen.

    Klar hatte ich ein Fahrplan und ein Weg, aber unterwegs triffst du immer mal Leute die dir auch uneigenützig ein Booster verpassen, wie Ullrich, Luffi oder Dieter.

    Das find ich auch schön und gebe das auch weiter, ob das jemand einfordert oder nicht.


    Ach ja, man kann viel schreiben, durch die Lande reisen vortragen und dozieren, doch am Ende muss man irgendwie doch abliefern.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • ...Wenn dabei kein Mensch nach seinen Befindlichkeiten selektiert, selektiert die Natur nachdem was notwendig und für das Überleben der Biene zielführend ist...

    Ja, das will (muss) die Natur überall dürfen und nicht nur bei einigen Künstlern, wenn es zur flächendeckenden Lösung des Problemkomplexs kommen soll!

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Manne, wir alle bewegen uns in einer Kulturlandschaft und nicht in der Natur. Auf eine komplette Naturregulierung zu setzen, bewahrt uns nicht vor den Ängsten die rase oder andere auch haben.

    Wo nichts ist, kann nichts selektiert werden.


    Darum verlassen wir VSB-Sucher bzw. ich mich nicht auf Zufälle und schaue vorher, was könnte denn die Natur unter diesen Bedingungen aussortiert haben, ohne 80 bis 90% meiner Völker zu töten / absterben zu lassen.

    Was überleben könnte lasse ich laufen und beobachte es, wie stabil dieser Zustand ist. nebenher arbeite ich schon an der übernächsten Generation.


    Nehmen wir mal nur meine Testvölkchen es waren 24 beim Start,

    Eingewintert werden sagen wir mal 18, überleben sagen wir 10.


    Das sind 40% des Bestandes die Überleben. Das sind bei geschätzten 15%-20% aus menschlich unbearbeiteten Völker über 100% mehr Erfolg.


    Ich denke das rechtfertig schon unsere Arbeit in Kombination mit unser Kulturlandschaft.


    Manne, was ich immer noch nicht so genau verstehe, worauf willst du denn genau raus. Bring mal was fassbares denn im Abstrakten argumentiert es sich schlecht. Da geht es dann oft nur um Standpunkte.

    Überlässt du denn bei dir alles dem Zufall?

    Wie verhinderst du die Verwässerung des Verhaltens deiner Völker die Varroa im Schach zu halten, denn du imkerst ja jetzt auch schon einige Bienengenerationen ohne Behandlung.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • ...Überlässt du denn bei dir alles dem Zufall?...

    Nö, nicht alles denn seit 1993 imkern wir wieder wie vor der Varroose.
    Schutzkleidung müssten wir inzwischen suchen. Auf ausreichend leere Honiggefäße achten wir. Milben züchten wir nicht und vor den systemisch wirkenden Pestiziden können wir auch nicht fliehen.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • ...Überlässt du denn bei dir alles dem Zufall?...

    Nö, nicht alles denn seit 1993 imkern wir wieder wie vor der Varroose.
    Schutzkleidung müssten wir inzwischen suchen. Auf ausreichend leere Honiggefäße achten wir. Milben züchten wir nicht und vor den systemisch wirkenden Pestiziden können wir auch nicht fliehen.

    Und kannst / möchtest Du bitte wie Du / ihr nach dem Erscheinen der Varroa reagiert bzw. vorgegangen seid, um dann zu einer Arbeit „wie vor …“ zu kommen.

    Es könnte für mich und manchen anderen sehr aufschlussreich sein.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.