Erfahrungsaustausch zur Züchtung der Varroamilbe überlebenden Biene VSB ( varroa mite surviving bee)

  • Gibt es Völker, die zwar Varroaresistent sind, aber nur ein geringes, generelles Bruthygieneverhalten zeigen?

    Wenn ein Volk bei mir, Arbeiterinnenbrut ausräumt, läuten bei mir schon die Alarmglocken!!!!


    Wenn nur Drohnenbrut ausgeräumt wird, (bei meinen besten Völkern, ist dies so) kann ich dabei ruhig bleiben.


    Bei Völkern, wo dann schon die Brutstadien in der Arbeiterinnenbrut durcheinander sind, muss ich was tun......Oder am Kasten schon mal ein Kreuz setzen.


    So ist es bei mir.


    Lg Sulz.

  • WAHNSINN!

    d2dum Bernd !!!!


    Ich kann leider keinen Champion Pokal drücken,


    Deswegen 🏆🏆🏆🏆🏆🏆


    Hier , deine !


    Auch vielen Dank an Alle Beteiligten und auch an

    FranzXR und luffi !


    Diesen Faden muss ich öfter lesen um mehr zu verstehen.

    Eine völlig unterschätze Arbeit und DANN noch hier akribisch beschrieben!?


    Ich bin baff,



    CHAPEAU !!


    LG

    Hulki

  • Nicht das du unabsichtlich deine Besten aussortierst.

    Bei mir, sind die "Besten" noch immer diejenigen Völker, wo den Kasten mit Bienen, und die Honigwaben mit Honig füllen.......Eine "falsche" Selektion, kann ich soweit, (also zu meinen Interessen) noch ausschliessen.


    Lg Sulz.

  • Urazil ich selbst wende momentan nicht den Nadeltest an, da ich gezielt nach VSH und SMR in vorbelasteten Linien suche. Bruthygiene ist für mich derzeit nebenrangig.

    Habe ich VSH/SMR gefunden, bringen die ein gewisse derzeitig für mich ausreichende Bruthygiene mit. Da schwimme ich auch bewußt gegen einen sich etablierten Strom, da mich Bruthygiene nicht weiter bringt


    Es gab ein Experiment in Kirchhain zwischen C (Carnika) Linien und P (Primorski) Abstammungen.

    Die C waren viel besser beim Ausräumverhalten als die P, überlebt haben nur die P.


    luffi wies mich bei einigen Abstammungen, die wir zur Besamung benutzt haben, darauf hin, das diese mit verhältnismäßig schlechten SMR Werten ausgezählt wurden, aber überlebten mit geringen Brutbefall.

    Die müssen noch was anderes wie ausgeprägtes Putzverhalten oder etwas was wir noch nicht genau kennen (bzw nicht nachweisen können) haben, um Milben zu minimieren.

    Meine B7 Linie (Elgon lastig) hatte auch so wenig Milben bei der ersten Auszählung, das ich nicht mal 10 einfach befallene Zellen bei 300 geöffneten Brutzellen finden konnte. Dabei hatte ich die Völker dieser Anpaarung mit 225 Milben in 3 Zyklen statt 150 infiziert.

    Ich möchte hier nicht den Bruthygienetest schlecht reden oder als unnötig bewerten, für mich benötige ich ihn derzeit nicht. Ich schau mir das“ löchrige“ Brutnest in einem 10x10 Raster an und entscheide anhand der kahlköpfigen Brut und Löchern in Zellen. Völker mit geschlossenem Brutnest ignoriere ich.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo!


    Überspitzt könnte man schreiben:


    Dieser Bruthygienetest macht schon auch Sinn. Besonders dann, wenn man seinen Stempel vermarkten will.

    :wink:


    In der Realität habe ich persönlich keine besonderen Fortschritte durch das Kriterium Hygiene erkennen können, wenn man daraus VSH erkennen will. Die agt hat hier aber wohl eine etwas andere Meinung. Muss es aber, weil es schon lange so propagiert wird.


    Bruthygiene ist einfach nur ein weiteres Kriterium. Der Rest ist Geschäftemacherei.


    Der Stempel wird gerne als VSH Basis Check angepriesen. Hat sich dazu aber in keiner Art und Weise bewährt.


    Hohe Hygienewerte korrespondieren NICHT mit hohen VSH Werten. Auch nicht mit mehr Varroaresistenz. :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Und hier könnt ihr was zur Zuchtarbeit und den Anstrengungen bei VSH Zucht im Landesverband Buckfastimker Bayern erfahren.


    https://www.br.de/mediathek/vi…:611cddb84392b80007c0918b


    Ab Minute 12 geht es los.

    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Sulz VSH in Drohnenbrut wurde meines Wissens bisher offiziell und größenmässig nicht untersucht, da

    die meisten SMR Projekte auf dem Arista Protokoll basieren.

    Wenn ich persönlich Drohnenzellen auf den Waben finde schaue ich immer rein, vor allem wenn ich keine 10 Milben auf 300 Brutzellen finde.

    Drohnen-SMR und VSH finde ich persönlich auch untersuchenswert.

    Es ist bei den kleinen Testvölkern jedoch schwierig Drohnen zu bekommen. Oft werden Drohnen ja erst ab einer gewissen Volksstärke erzeugt. Diese Geschlechtsreife des Biens erreicht man bis zur Auszählung bei den kleinen Völkern noch nicht.

    Man kann sich bei den Überlebenseinheiten mal überlegen, ob man da nicht zusätzlich eine Drohnenwabe zur Auszählung hinzuzieht, vorbereiten lässt.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • zur Vollständigkeit und bevor hier Missverständnisse aufkommen. Sulz hat natürlich recht, das wenn ein massiver Varroamilbenbefall in der Arbeiterinnenbrut auftritt, die Alarmglocken läuten sollten.


    Meine Ausführungen zu den Test und Auszählungen bezogen sich weitestgehend auf die bewusste Infektion mit Varroamilben der Prüfvölker in Vorbereitung einer SMR-Auszählung.

    Ich spreche bei lückigen Brutnesten auch im späteren Verlauf des Jahres(ab Jahresmitte), am Anfang des Jahres bei entspannter Milbenlage, sollten da schon auch fllächig gefüllte Brutnester vorhanden sein. Es dürfen jedoch einzelne offene/geöffnete Zellen und Löcher in den Zelldeckeln nicht fehlen, denn Varroamilben sind immer da.


    Persönlich sehe ich kein Unterschied ob es jetzt Drohnen oder Arbeiterinnen VSH/SMR ist. Geruchstechnisch könnte es da trotzdem Unterschiede geben und damit auch wieder andere spezialisierte Bienen, aber dazu habe ich noch nie etwas von einer Untersuchung gelesen, was jetzt auch kein Maßstab dafür sein sollte, ob es sowas gibt oder nicht.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Bruthygiene vs Recapping vs VSH

    Meinem teilweise angelesenem Erkentnisstand zu folge, sind es unterschiedliche Bienengruppen, die a.) tote Brut aus Zellen entfernen, b.) Zellen mit "Varroavermutung" öffnen und c.) dann auch die Brut aus geöffneten Zellen ausräumen.


    Möglicherweise (spekulativ) könnten a.) und b.) gleiche Bienengruppen bzw sehr eng daran beteiligt sein. Definitiv gibt es für b.) eine andere Gruppe von Spürbienen, die die Zellen öffnen.


    Hast du in einem Volk kein b.) Gruppen nutzen dir die Putzteufel gar nichts, weil die Varroa trotzdem in den Zellen bleibt.


    Warum es die c.) Gruppe geben könnte adaptiere ich aus dem unterschiedlichen Verhalten und Bildern des Brutnestes. Sehr oft findet man Recapping. Dabei werden Zellen geöffnet und später wieder verdeckelt.

    Überspitzt nenne ich Recapping VSH für Arme, denn wenn doch schon eine Zelle gefunden, die aufgemacht wird, weil da ein Verdacht auf Varroamilben besteht, dann kann ich auch gleich die parasitierte Puppe mit ausräumen (VSH).

    Ich glaube kaum, das eine Milbe ewig wartet, bis sie so eine Larve ansticht.


    Insgesamt gibt es jedoch auf diesem Gebiet noch zu wenig Erkenntnisse, wann welche Duftstoffe abgesondert werden auf die gewisse Bienen dann reagieren und danach darauf gepolte Arbeiten ausführen.

    Ich weiß auch nicht ganz genau, wann das Öffnen der Zelldeckel erfolgt, um den Reproduktionsprozeß der Milbe zu stören, da ich bei der SMR Auszählung Völker finde die massiv Recapping machen und andere vermeindlich nicht.


    Manchmal beschleicht mich bei den Auszählungen so das Gefühl, das einige Völker einfach nur mal so Zellen auf Verdacht aufmachen, ohne das es dabei um ein gezieltes Milbensuchen/finden geht.

    Ich selbst konnte auch bisher bei den Auszählungen bei Milbenfunden in Brutzellen mit behinderter Milbenreproduktion nicht ableiten, ob dabei immer die Zelle recappt war. Es gab dabei solche oder solche Brutzellen. Es gab auch Brutzellen, die recappt waren in denen sich Milben normal reproduziert hatten.

    Klar könnte eine Milbe aus der Zelle wieder rauslaufen, wenn der Deckel geöffnet wurde. Aber da es im Inneren eines Bienenstockes dunkel ist, wüsste ich nicht, welchen Einfluss das haben sollte? Die Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist in einer offenen oder geschlossenen Zelle meiner Meinung nach gleich/ähnlich.

    Auch lese und höre ich oft, das die offenen Brutzellen (kahlköpfige Brut) immer ausgeräumt werden, weil die Larven absterben.

    Das ist auch nicht richtig. Ich habe das bei der letzten Auszählung im August 2021 definitiv untersucht und auch gefilmt, wie aus einer ehemals offenen Zelle eine Biene schlüpft. Ich kann das definitiv behaupten, da neben der schlüpfenden Biene auch noch einige offene Zellen waren, in denen sich die fast schlupfreifen Puppen bewegt haben. Ob und wie vital diese Bienen sind und ihre Aufgaben korrekt im Stock erfüllen können, kann ich nicht sagen.


    Es ist natürlich immer schwer so etwas zu finden, weil wir ja eigentlich Waben mit Brutstadien ab dem 12 Tag (violette Augen) herum untersucht werden sollen.


    Man kann schon aus diesen kleinen praktischen Erkenntnissen sehen, das wir mit den gesamten Erkenntnissen noch sehr im Dunklen tappen und darum bemühe ich mich mit Behauptungen etwas vorsichtig umzugehen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

    Einmal editiert, zuletzt von d2dum ()

  • Danke Bernd, für diese Ergänzung.


    Ich vermute ja schon länger, dass in meinen Völkern kaum "echtes" VSH vorhanden ist.


    Das ausräumen von Arbeiterinnenbrut, erscheint bei mir wohl erst, wenn die Milbenbelastung schon recht hoch ist......Also eher schon in der Richtung von "panik" VSH. (oder wie man es auch nennen mag)


    Lg Sulz.

  • Manchmal beschleicht mich bei den Auszählungen so das Gefühl, das einige Völker einfach nur mal so Zellen auf Verdacht aufmachen, ohne das es dabei um ein gezieltes Milbensuchen/finden geht.

    So habe ich das immer verstanden. Die Zellen werden geöffnet, weil die Bienen irgendwas irritiert. Weil sie aber eine lebende Larve/Puppe vorfinden, räumen sie die Zelle nicht aus, sondern verschließen sie wieder.

    Deswegen halte ich auch den Nadeltest für problematisch, weil es da um das Ausräumen abgestorbener Puppen geht.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • hier könnt ihr ma sehen .....


    http://www.youtube.com/watch?v=zkb6IcUsPGo[/media]


    Bernhad Leclercq ist ein sehr potenter Mitstreiter......

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

    Einmal editiert, zuletzt von wasgau immen ()

  • WFLP danke nochmal für die kurze Erinnerung. Bienen reagieren nicht nur auf Gerüche, sondern auch auch Temperaturen. Ich behaupte, abgetötete Larven erzeugen nicht mehr die Wärme, wie bei den anderen Larven. Beim Drüberlaufen durch die Arbeiterinnen, nehmen sie den Temperaturunterschied auf und entfernen die Larve, um weitere Kontaminationen daraus resultierend zu verhindern (Kalkbrut, AFB ......)

    Dieser Wirkmechanismus wäre eindeutig der Bruthygiene zuzuordnen und bedarf keiner so spezialisierten Bienen.

    Einen Anstich einer Varroa in die Larve könnte ein Stresshormon aktivieren und damit bei der Larve einen minimal anderen Geruch absondern.

    Ich gebe mal den Vergleich zum Menschen, wo Tiere Stress, Angst, Krankheiten ....riechen können. Darum ist das rein biologisch für mich denkbar, jedoch nicht direkt von der menschlichen Art auf Insekten übertragbar.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.