Erfahrungsaustausch zur Züchtung der Varroamilbe überlebenden Biene VSB ( varroa mite surviving bee)

  • Nachsatz: Mir fällt gerade auf, das man selbst die gemischt verpaarten und ausgezählten Königinnen als Drohenspender benutzen kann, da ja in dem Zuge die Eigenschaften der Mutter dieser Königin über die Drohnen weitergeben wird.

    Vorsicht, die Mutter hat "die Eigenschaft" im "doppelen Chromosomensatz", der Drohn nur im einfachen. Je nachdem wie "die Eigenschaft" vererbt wird, wie sich der Chromosomensatz aufeilt und wie verwandt/identisch die beiden Hälfen des Chromosomensatzes der Königin sind, ist "die Eigenschaft" auch beim Drohn vorhanden - oder auch nicht... Nur die Wahrscheinlickeit ist höher das der Drohn "die Eigenschaft" hat wenn die Königin diese auch hatte ;) ...

  • FranzXR :) Du Schlingel, natürlich hast du Recht.


    Da eine nachgelagerte Linienkreuz SDI Besamung rassenrein ausgeführt werden sollte, kann man dann in der darauf folgenden Auszählung sehen, welche der Linien VSB Potential hatten/haben.

    Von da ab eleminiert sich ja der Einfluss der fremden Buckfastdrohnen.

    Jetzt kann man dann mit den rassenreinen SDI Königinnen weitermachen und anreichern und nicht die aus der ersten Besamung als Königinline verwenden.


    Neue Eigenschaften kann man nur durch Kombinationszucht in eine Reinzuchtlinie/rasse implementieren.

    Mir ging es in meinem theoretischen Beispiel (habe keine Praxis dazu) nur um die Selektion möglicher Linienköniginnen auf diese Eigenschaft.

    Nur braucht man dann viel mehr parallel ausgesuchte Rassenlinien.

    Wenn man nichts findet, dann kann ich persönlich nicht weiter unterstützen. Aber ich kann mir vorstellen das sich an unserem Projekt auch rassenfremde Kollegen beteiligen könnten.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Nachsatz: Mir fällt gerade auf, das man selbst die gemischt verpaarten und ausgezählten Königinnen als Drohenspender benutzen kann, da ja in dem Zuge die Eigenschaften der Mutter dieser Königin über die Drohnen weitergeben wird.

    Vorsicht, die Mutter hat "die Eigenschaft" im "doppelen Chromosomensatz", der Drohn nur im einfachen. Je nachdem wie "die Eigenschaft" vererbt wird, wie sich der Chromosomensatz aufeilt und wie verwandt/identisch die beiden Hälfen des Chromosomensatzes der Königin sind, ist "die Eigenschaft" auch beim Drohn vorhanden - oder auch nicht... Nur die Wahrscheinlickeit ist höher das der Drohn "die Eigenschaft" hat wenn die Königin diese auch hatte ;) ...

    Lieber Franz!


    Da muss ich dir einfach ergänzend sagen: Der Bernd hat da schon Recht.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass eben ein Drohn einer 100 % VSH Königin auch 100% VSH vererbt ist deutlich höher, als wenn du "nur" ein Volk mit einer Nachzuchtkönigin einer 100% VSH Königin nimmst, die nicht ausgezählt ist.

    :wink:


    Und daher nehmen wir im VSB-Projekt Buckfast Bayern ja inzwischen nach Möglichkeit auch nur noch ausschließlich VSH-vorgeprüfte Drohnenvölker, die nach Möglichkeit auch schon gezeigt haben, dass sie ohne Behandlung überleben.


    Und ja, du hast Recht: Der Chromosomensatz der Drohnen solcher Völker ist haploid und bildet nicht das Volk selbst ab, sondern die Genetik der Mutter ohne Samenblase.


    Aber zumindest ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass dabei was gutes raus kommt, als wenn du was ungeprüftes ohne VSH hast.


    Und haben wir nicht irgendwann mal 2016 genau mit solcher Genetik aus solchen Völkern begonnen? Schau mal in den Pedigrees nach:


    B14Vt(RHO) = .13 - EL61(KK) hbg B235(PJ) : etc.


    Diese Königin hatte 3 Winter ohne Behandlung geschafft, war lieb und hatte Honig und wenig Milben. VSH direkt, also nicht Arista-Wert, wurde seinerzeit von Hohenheim überprüft. Da war was da, aber es war nicht so, dass da gejubelt worden wäre. Nichts desto trotz hat diese Königin richtig gut vererbt. Auch bei vielen meiner eigenen Buckfastlinien.


    Ich hatte die Drohnen der B14Vt(RHO) von den Töchtern genommen, die hohe VSH-.Werte hatten und das war der Beginn der bisherigen recht passablen Ergebnisse aus den verschiedenen Projekten.


    Schau einfach mal in die Pedigrees aller Projekte, dann findest du GANZ SICHER B14Vt(RHO)...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ach komm, bleib einfach draußen, genieß die frische Luft.

    Guten Abend Bernd.


    Die Luft im Bienenhaus, geht doch schon in Richtung der Apitherapie. :saint:


    Aber klar, werde ich weiterhin die Nase in die "Imkerluft" halten, und prüfen, ob was Neues in der Luft liegt. <X;);)


    Dieses Forum, wird mir wohl erhalten bleiben.......Zumindest, gehe ich davon aus.


    Lg Sulz.

  • Lieber luffi ,

    Lieber Franz!


    Da muss ich dir einfach ergänzend sagen: Der Bernd hat da schon Recht.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass eben ein Drohn einer 100 % VSH Königin auch 100% VSH vererbt ist deutlich höher,

    Genau das war doch mein Punkt, ich hatte geschrieben:

    ... Nur die Wahrscheinlickeit ist höher das der Drohn "die Eigenschaft" hat wenn die Königin diese auch hatte

    Bernd hatte geschrieben:

    da ja in dem Zuge die Eigenschaften der Mutter dieser Königin über die Drohnen weitergeben wird.

    Das suggeriert das dies immer so ist. Das ist es aber nicht, nur die Warscheinlichkeit ist höher und das wollte ich klarstellen.


    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben:

    Wie Bend, Du und ich wissen ist "100% VSH" ins "100% VSH" nicht gleich "100% VSH garatiert" sondern nur die Warscheinlichkeit ist höher als bei "100% VSH" ins "irgendwas" oder auch wie bei "irgendwas" ins "100% VSH" - und das sagt auch Dein Beispiel aus...


    Aber luffi, danke für die Klarstellung, offenbar war mein kurzer Text nicht eineindeutig zu verstehen...

    (Ich hatte aber das Kapitel "wie ermittle ich die Eigenschaft der Königin" absichtlich nicht erwähnt gehabt - dafür war heute die Zeit zwischen zwei Meetings zu kurz... ;) )

  • Wenn Du mich schon anpiekst, lieber Bernd - ich bin weit weg von Deinen Leistungen, die Du da vollbringst. Das könnte ich meiner besseren Hälfte nicht präsentieren - die hat jetzt schon berechtigte Kritik an meinem Zeitm'ment ;) .


    Dennoch, wie soll sich ein durchschnittlicher Hobbyimker in diese Richtung bewegen ? Einerseits ist die Lage und die Umgebung ein Segen. Und als "strategischer Ansatz" kann ich nur auf gute bis sehr gute Genetik vertrauen. Mir sind die Preise dafür auch nicht zu hoch; denn man lernt praktisch dazu. Und Nachzuchtköniginnen an Nachbarn zu verteilen, schafft genetischen Wandel in der Gegend. Das muss ja nicht schlecht sein. Ich betrachte das eben strategisch...


    In den letzten beiden Jahren war die Milbenlage vor Ort genial niedrig. Dieses Jahr musste ich eingreifen - nicht bei allen aber bei vielen. Etwa 2/3 "liefern" jetzt noch täglich 10 bis 15 Milben auf die Windel - trotz TBE, Behandlung etc. Habe eine 100 % VSH Kö', deren Volk täglich 25 - 30 Milben abwirft (wurde nie behandelt)t. Aber die Kiste ist rammelvoll mit sanften Bienen und ich werde beobachten. Sie müssen da durch, denke ich.


    Für Eure/unsere Arbeit kann ich nur Hilfestellung bieten - eben das, was ich kann. Ich freue mich über jeden mini-Erfolg, egal ob durch eigene Zucht wie Du es hervorbringt oder durch Etablierung von ausgelesen Genetik. Da machen sich sehr versierte Leute sehr viel Arbeit! Und das kann jeder nutzen, kostet halt etwas mehr - lohnt sich aber !

  • beemax, Ja Rainer, darum habe ich dich auch lobend erwähnt. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

    Wenn du mir eine Drohnenwabe zum genauen Zeitraum spendierst, ich daraus ein Drohnenvolk für die Besamung baue, dann hast du schon was beigetragen.

    Denk an die 4 Sammelbrutableger, die ich dir aus dem Kreuz geleiert habe, obwohl du keine TBE machen wolltest. Plötzlich standen da leere Beuten bei dir vor dem Tor.

    Das hat mindestens 1 Kollegen unseres Projektes der Arsch gerettet mit der Varroamilbeninfektion.

    Da tut mir die Inselkönigin überhaupt nicht weh, die sich jetzt bei dir unter deinem kritischem Blick bewähren muß.

    Oder Hamburger-Jung , der hunderte km zur Auszählung fährt und uns ein Tag unterstützt, den wir im nächsten Jahr bestimmt mit 5 MiniPlus begrüßen können. Tja Andreas da kommst nicht drum rum und weil wir so ein irre tolles Team sind sagst du auch nicht Nein. :P


    Dieser Teamgeist muss gefördert werden, je offenherziger man dabei ist, um so mehr kann man Andere mitreißen. Weil finanziell können wir da keinen angemessen entschädigen, aber wir können die Gewissheit geben, etwas in der richtigen Richtung getan zu haben.

    Bestimmt hören sich einige Sachen die ich geschrieben habe mächtig gewaltig an. Das sind sie nicht und ich mache das auch nicht allein. Das bewältigen viele Mitglieder aus dem LBMV und wohlgesonnene Helfer.

    Ich bin nur der der es aufschreibt.

    Aber wichtig ist und da kann man sich nicht oft genug wiederholen, anfangen, machen und daran wachsen und lernen, das ist kein Hexenwerk.

    Auch wenn sich nur 5 Leute als Team finden, warum nicht, wenn da jeder 24 Prüfvölker bringen kann, sind das auch 120 Einheiten.

    Das ist schon Oberklasse oder auch nur 5 , heh dann sind es 25 Einheiten, was soll's. Ein Tag Besamung, ein Tag Auszählung und das gröbste ist geschafft.

    Da macht man halt nur eine Königinlinie mit 1 oder 2 Drohnenlinien oder 2 Königinnlinien mit einer Drohnenlinie.

    Es gibt viele Möglichkeiten und bei der Arbeit wächst man auch. Darum habe ich auch angeboten, ein Jahr bei uns mitzumachen und im 2. selbst die Sache vor Ort organisieren.

    Da hat man die größten Bauchschmerzen der Ungewissheit in den einzelnen Etappen erst mal schon hinter sich.

    Man darf nur nicht zu lange warten, denn ruck zuck ist die Zeit ran, wo schon längst der Drohnenrahmen in den Völkern sein müsste.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo FranzXR !


    Dann habe ich das falsch verstanden. Dachte ich mir eigentlich schon. Aber weil so viele hier ja mitlesen, ohne dass sie was schreiben, dachte ich halt es sollte klar gestellt werden. Außerdem bin ich sehr froh, dass du schon so lange Resistenzzucht machst. Und dass du Erfahrungen mit nicht Behandeln hast. Auch schon bevor irgendwelche Heilsbringer :liebe002: mit VSH in Bayern angefangen hatten. Danke Franz!


    Und ich kann nur allgemein jeden ermuntern auch einen kleinen Teil beizutragen. d2dum Bernd hilft da ja gerne aus.

    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Einige Tips habe ich noch.

    Angenommen jemand interessiert dieses Thema sehr und er würde gern mal, traut sich aber noch nicht oder der Aufwand ist ihm erst einmal zu groß, dann kann es Vorteile bringen sich intensiv mit den Miniplusvölkchen zu beschäftigen.

    Wie führe ich so Völkchen usw.

    Macht euch mal so kleine Völkchen aus 500g Bienen und einer unbegatteten Königin Ende Mai und führt sie mal bis zum Frühjahr.

    Dadurch lernt man auf die sensible Völkerführung zu achten und hat dann beim Projekt weniger Probleme und kann mehr Gelassenheit an den Tag legen.

    Meine Empfehlung 2x MP Völker sollten machbar sein mit 2x Böden 2x Deckel und 8x Zargen 2x MP Futtertaschen und wer noch mag 2x Futterzargen dazu.

    Wenn man dann später im Projekt loslegt, kann man sich bei 5 Völkern als Start noch mit weiteren 3x Deckel,Böden,Futtertaschen,Futterzargen und weiteren 7 Zargen erweitern.

    Außerdem hat man dann für das Folgejahr schon MP Waben und Brutwaben, um die 5 Startvölkchen aus dem Bestand heraus zu bilden.


    Oder wem das auch noch zu aufwendig ist, versucht mal mit Umlarvlupe auf dem Kopf bei einer Brutwabe mit einer umgebogenen etwas angeschliffenen Büroklammer Zellen zu öffnen und die Larve herauszuziehen.

    Da pickt ihr von oben in die Larve rein und zieht diese dann raus. Das kann man auch mit einer spitzen gebogenen Pinzette machen.


    Ich mache das bevorzugt (danke Dieter) mit einer abgebrochenen Schweizer Umlarvnadel.

    20211023_092250.jpg

    Es passiert mir immer mal wieder, das die Umlarvnadel irgendwo hinfällt, runterfällt und dann der feine Löffel abbricht.

    Ich entferne dann mit einer Zange die Reste des platten Löffels und habe dann nur noch das lange extrem dünne runde Stück.

    Augrund der hohen Oberflächengüte des Material kann man sehr gut Zellen öffnen und es haftet wenig Wachs an.

    Dann von oben durch den Kopf der Larve piecken und alles rausziehen.

    Die Effektivitätserhöhung bei der Auszählung (gemessen 08/2021) zwischen versierten Auszählern lag bei 25 bis 50%.


    Da eine richtig spitzte Pinzette auch nicht billig ist, geben manche Kollegen von mir auch gern 13 Euro für den Nachbau aus und brechen die Spitze ab. Bitte nicht die billigen blauen Chinaimporte , die sind zu dick.


    Wer das dann häufiger macht, dem empfehle ich noch sich 2x Klickzähler anzuschaffen.

    1x Anzahl der Zellen 1x Milben oder Recapping, was auch immer. So kann man ohne nachzudenken arbeiten bis 300 Zellen auf dem Klickzähler zu sehen sind.

    Die Anzahl der Milben sind auf dem 2. Zähler und ihr könnt dann einfach euren Brutbefall ausrechnen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Nachdem ich mir das nochmal durch gelesen hatte, FranzXR und luffi wir sind da mit unseren Meinungen voll gleich.

    Aber irgendwie glaube ich haben wir etwas aneinander vorbei geredet.

    In meinem Vorschlag ging es ausschließlich um eine Möglichkeit einer Buckfast fremde Rassenunterstützung in den VSB Projekten, da ja eine Kreuzung mit Buckfast so erst einmal nichts bringt.

    Mittels 100% ziger Buckfastdrohnen sollte ermittelt werden, welche rassenfremde (andere) Königin Potential hat.


    Da es schon mehrfach erwähnt wurde, wird angenommen gibt es eine teils rezessive und damit kombiniert additive Wirkung der verschiedenen Gene und Genorte mit den dadurch ausgeprägten Eigenschaften.


    Wenn ich das richtig verstehe.

    Hat der Drohn, mit der die Testkönigin besamt wurde alle Eigenschaften, gibt es im befruchtet abgelegten Ei aus der die weiblichen Wesen schlüpfen eine Eigenschaft zu 100%, wenn die Königin auch 100% hat.

    Hat die Königin weniger oder nichts, kann nichts oder 50+Königinanteil % herauskommen, wenn die Eigenschaften additive wären. Wären sie additiv rezessiv kommt soviel heraus, wie Übereinstimmungen vorhanden sind.

    Als Ergebnis dann 0 bis 100%.


    Puh.


    Kommt jetzt ein Wert über 50% raus, wähle ich aus der GROßEN Menge an Anpaarungen die Linien mit den höchsten Werten aus und erstelle von der Mutter der Testkönigin im nächsten Jahr neue Töchter, die ich mit den Drohnen der Testkönigin einer anderen Linie besame.


    Dann erfolgt die nächste Auszählung.

    Dabei werde ich viel schlechtere Ergebnisse erreichen, da ja eine Schwester der Testkönigin (Nachzucht der Mutter) aus einer Kombination Muttergen und Vatergen ist und auf Grund der Mehrfachanpaarung der Mutter nun das Ei vom Sperma eines anderen Drohns befruchtet sein kann.

    Darum muß die Serie noch größer sein, um zu selektieren bzw kann bei gleicher Menge weniger interessante Nackommen oder auch gar keine hervorbringen.


    Das wäre dann voll frustrierend.

    Deshalb sollte man bei unbekannten oder rassenfremden Königinnen vorher geschaut haben, ob da VSB Potential bei sein könnte.

    Woran man das erkennen könnte?

    Man schaut sich vor allem spät im Jahr das Brutnest an.

    Es muss lückig sein und immer wieder neu bestiftete Bereiche sollten zu erkennen sein. Wenn man die Deckel der Brutzellen öffnet, muss man auf engen Raum (10x10 Zellen) Larven unterschiedlichen Alters neben fast schlupfreifen Bienen sehen können.

    Und man findet einige geöffnete Zellen wo einen die Puppen angucken, teilweise ausgefressen sind oder Zellen mit kleinen Löchern.


    Ohne solche Merkmale damit zu beginnen lohnt nicht und macht bei so einem rassenfremden Crosscheck keinen Sinn.


    Es wird nicht umsonst gesagt, das was in einer Linie nicht drin ist, kann man nicht ausselektieren.

    Es gibt dann nur wieder schwierigere lange Wege über Kreuzungszucht und F1 Hybridenmix Merkmale reinrassig auszuselektieren.

    Das dauert und man weiß nie, wann man Erfolg bei den ganzen multiplen Genkombinationen unter dem Gesichtspunkt Rassenmerkmal erbstabil hat.


    Darum bleibe ich bei Buckfast, da man sich dort nur auf die Eigenschaften, nicht auf das Aussehen konzentrieren muß.

    Ist halt einfacher und darum erbringe ich Linienrassenzüchter meinen besonderen Respekt bei der Weiterentwicklung und dem Erhalt ihrer Linie entgegen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

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  • Deshalb sollte man bei unbekannten oder rassenfremden Königinnen vorher geschaut haben, ob da VSB Potential bei sein könnte.

    Woran man das erkennen könnte?

    Man schaut sich vor allem spät im Jahr das Brutnest an.

    Es muss lückig sein und immer wieder neu bestiftete Bereiche sollten zu erkennen sein. Wenn man die Deckel der Brutzellen öffnet, muss man auf engen Raum (10x10 Zellen) Larven unterschiedlichen Alters neben fast schlupfreifen Bienen sehen können.

    Und man findet einige geöffnete Zellen wo einen die Puppen angucken, teilweise ausgefressen sind oder Zellen mit kleinen Löchern.

    Guten Abend Bernd.


    Hast du dies mit einer "Milbeninfektion", dabei Gegengeprüft?


    Ich frage dies deswegen, weil bei mir solche Völker, mit einem von dir beschriebenen Brutnest, in den "Ausschuss" kommen.


    Lg Sulz.

  • Wo wir gerade beim Ausräumverhalten sind: Beinhaltet deine Selektion auch das generelle Bruthygieneverhalten über Pin-Test, bzw. Stickstoff ?

    Wenn ja wie ist deine Einschätzung bezüglich des Zusammenhanges von genereller Bruthygiene und Varroaresistenz?


    Die AGT, Lutz Eggert, Paul Jungels und ich glaube auch luffi ( habe sowas mal hier in einem Beitrag gelesen) wenden dieses Verfahren an. Zeitgleich wird immer wieder davon gesprochen, dass eine hohe Bruthygiene, auch bei 100%, keine Varroaresistenz bedeutet. Was mich interessieren würde: Gibt es überhaupt den umgekehrten Fall?

    Gibt es Völker, die zwar Varroaresistent sind, aber nur ein geringes, generelles Bruthygieneverhalten zeigen?

    Vielleicht können ja die Züchter der VSH-Bienen Licht in mein Dunkel bringen.

    :)

  • Sulz wenn ich Brutwaben auszähle im Projekt, schaue ich mir solche Zellen die geöffnete oder die begonnen wurden auszufressen direkt zuerst an.

    Statistisch unbelastbar fand ich Zellen in denen Milbenfamilien waren oder auch nicht.

    Dh Zelle geöffnet, Milbe konnte entweichen aber auch Zellen in denen reproduzierte Milben waren.

    Die Völker waren meistens zusätzlich mit Milben infiziert.

    Paul Jungels schreibt sinngemäß in seinem Buch, wir sollten uns von der alten Lehrmeinung eines astreinem durchgängigen Brutnestes verabschieden, wenn wir nach VSH suchen.

    Wichtig war seiner Meinung bei großen Völkern gerade, daß das Volk die Zellen ausräumt, wieder so putzt und vorbereitet daß die Königin neu reinlegt.

    Beim Ausräumen von Genetikfehlern (diploide Drohnen) also in der Eizelle der normalen Brutzelle sind 2x das gleiche Genom werden nach Aussage von Paul Jungels nur die Eier ausgeräumt, jedoch die Zelle nicht zur Ablage neu vorbereitet.

    Erst im neuen Legegang der Königin, wird dort wieder ein Ei abgelegt.

    Darum kann man diese beiden Arten des löchrigen Brutnestes gut auseinander halten.

    Ich hatte bisher nur einmal eine Carnika, bei der mir das mit dem löchrigen Brutnest aufgefallen ist. Ansonsten waren alle Buckfastlinien, die ich ausgezählt hatte bisher immer sofort nachbestiftet, da die Anpaarungen nie aus einem nahen Verwandschaftsverhältnis oder langen Inzucht Linien stammten

    Bei MP wohl kein Problem, aber das viel mir diesen Frühjahr auch bei eine Nachzucht einer Linie von mir bei meinem Bienenvater im Mai auf.

    Klar da war vollflächig Brutnest, aber Larven unterschiedlichen Alters im 10x10er Zell-Bereich.

    Wichtig ist, wann man schaut, da sich das Abbild des Brutbildes durch das Ausräumen ständig verändert. “VSH Bienen“ würden die Puppen im weißen bis orangen Augenstatus ausgeräumt werden.

    Da früh im Jahr der prozentuale Milbenbrutbefall eher vernachlässigbar ist, sieht das im August schon ganz anders aus.


    Wenn ich deine Betriebsweise im Kopf habe, kann es bei einem sinngemäß geschlossenen Pool eher zu Inzucht Depressionen kommen.

    Da muss man schon auf das lückige Brutnest achten.

    Aber schau mal bitte in Zukunft, wenn es für dich kein Mehraufwand ist, genauer ob es Inzucht Depressionen oder VSH typisches Verhalten ist.

    Nicht das du unabsichtlich deine Besten aussortierst.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.