Begattungseinheit erheblich länger als 2 Stunden weisellos lassen

  • Liebe Imker-Kollegen.

    Nach der Zuchtsaison ist vor der Zuchtsaison :)

    Daher mache ich mir jetzt schon mal ein paar Gedanken, was ich nächstes Jahr bei Vermehrung/zucht anders machen will.

    Als Winterprojekt, möchte ich mir einen Brutschrank bauen.


    Nun ist ist es so, dass bei mir zwischen Heimatadresse und Haupt-Bienenstand, wo auch die Zucht stattfindet,

    25km und je nach Verkehr ca 20 Minuten Fahrzeit liegen.

    Wenn nun am Schlupftag die Prinzessinnen schlüpfen, stell ich es mir recht stressig vor mit diesen nach Feierabend

    zum stand zu flitzen, dort dann schnell 20 Kieler BGK befüllen und die Königinnen reinschmeißen...


    Spricht etwas dagegen, schon am Vorabend des Schlupfs die 20 BGK Einheiten zu bilden und diese dann bis zum Folgetag weisellos

    zu lassen? So könnte ich die Kieler Kästchen mit nach Hause nehmen und dann bei Bedarf die Kös nach Schlupf fix zusetzen.


    Welche Nachteile können sich ergeben, wenn die Bienenmasse in den BGKs nicht 2-3 Stunden weisellos ist, sondern zB.

    10-14 Stunden weisellos? Ist die Annahme schlechter? Futtersaftdrüsen nicht mehr richtig aktiv?


    Schlupfreife Weiselzelle einhängen kommt nicht in Betracht, da die BGK als Kunstschwärmchen mit Anfangsstreifen ohne Brut

    gebildet werden.


    Ich danke im voraus für eure Anregungen.

  • Nimm doch die Bienen in einer KS Kiste mit nach Hause und teil die da dann am nächsten Tag auf. Allerdings würde ich da immer eine gekäfigte Königin mit reinhängen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nimm doch die Bienen in einer KS Kiste mit nach Hause und teil die da dann am nächsten Tag auf. Allerdings würde ich da immer eine gekäfigte Königin mit reinhängen!

    Das ist ein guter Tipp um die Zeit zu überbrücken 👍


    Wieviele Stunden zwischen Schlupf und Zusetzen übersteht denn eine Königin problemlos im Brutschrank?

  • Es wäre zu einfach, aber es passt nicht immer mit dem Termin für die Belegstelle.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Am besten finde ich eine Kunstschwarmkiste mit Fütterungsmöglichkeit.

    Wenn man nicht richtig einräuchert oder lang genug gewartet hat bis die Bienen ihren Honigmagen vollgesaugt haben, um sie abzuschütteln, führte das bei mir gelegentlich zu einem gewissen damit hoffentlich vermeidbaren Totenfall.

    (auch so ein Winterprojekt von mir - Qualität der Arbeit durch Optimierung der Gerätschaften verbessern)


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • hrm, zu einfach :)

    Danke. ich habe zwar auch hingelegt, aber da immer eine Wurst reingelegt an der dann wieder welche verkleben.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Wurst in Folie einwickeln und beide Enden offen lassen, geht auch, ohne dass Bienen verkleben. Ist zum Füttern im Boden von Wirtschaftsvölkern auch gut, weil das Gemüll nicht ins Futter fallen kann.


    Gruss

    Ulrich

  • Es wäre zu einfach, aber es passt nicht immer mit dem Termin für die Belegstelle.


    Liebe Grüße Bernd.

    Danke Bernd, du sagst es👍

    Wenn Belegstellenbeschickung am Samstag ist und die Königinnen bei Anlieferung schon 4-5 Tage alt sein sollen, dann wird’s kniffelig.


    Und naja, der Urlaubsanspruch wächst leider nicht aufm Baum und ist größtenteils für Früh- und Sommertrachternte eingeplant

  • Nochmal ne Rückfrage zu den möglichen Nachteilen.

    Wenn die Kieler BGK am Vorabend bilde, wird die Bienenmasse sowieso mit reichlich Wasser eingesprüht.

    Die Futtertasche ist rammelvoll mit Teig, damit auf der Belegstelle auf jeden Fall durchgehend Treibstoff da ist.

    -> Sprich verdursten oder verhungern, werden sie in diesen 10 - 14 Stunden nicht.


    Mir gehts dabei ums verstehen des Hintergrunds, warum das so nicht gemacht werden sollte.


    Als mögliche Nachteile kann ich mir vorstellen:

    -Bei überlanger Weisellosigkeit mehr/längeres unruhiges Brausen der Bienen, und dadurch doch Wassermangel

    -Futtersaftdrüsenproduktion wird runtergefahren

    -irgendwas anderes was ich noch nicht auf dem Schirm habe...


    Ist natürlich nicht das selbe, aber wenn ich im März beim ziehen der Futterkranzprobe ein hoffnungslos,

    weiselloses Volk finde und erst am Folgetag eine Reserve-Königin reinschmeiße, dann nehmen sie die mit Kusshand an...

    Dann waren die ja auch mindestens 24h weisellos, vielleicht sogar 1-2 Wochen.

  • Im Idealfall haben sie aber noch verdeckelte Brut. Aber auch da fangen rebellische Bienen eventuell an, ihre Eierstöcke in Position zu bringen.

    Königinnenduft ist der Magnet, der ein Volk zum Volk werden lässt. Das andere sind nur Vagabunden, ohne Zusammenhalt. Und sie leiden darunter. Man hört es ja ganz deutlich.


    Gruss

    Ulrich