Liebig Dispenser

  • Hallo Bienenfreunde,
    ich musste an meinem Stand 4 Völker mit Ameisensäure behandeln. Bei einem Volk (2 Zargen Zander) sind die 200ml auf kompletten Dochtpapier bei ca 18 Grad in 2 Tagen durchgelaufen. Jetzt hat das Volk natürlich eine extreme Säuredichte abbekommen und ich kann wahrscheinlich froh sein, wenn sich der Totenfall in Grenzen hält. Wie relevant ist den die Dauer der AS- Bahndlung in Bezug auf den Totenfall der Varoen. Würde jetzt ungern noch einmal Ameisensäure nachlegen.
    VG
    Ralf

  • Ein Brutzyklus ist vermutlich auch bei größter Säurekonzentration nicht in zwei Tagen erledigt. Insofern...


    Allerdings sind die Varroen jetzt weniger Dein Problem, als die Königinnen. Im schlechtesten Fall sind die aufsitzenden Milben jetzt alle tot, aber auch die Königinnen und viele Bienen. Die Milben in der Brut eher nicht, was das Verhältnis Bienen/Milbe nochmals verschlechtert. Inkl. dem Problem das sie zusätzlich jetzt ggf. weisellos sind.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

    Einmal editiert, zuletzt von rase ()

  • Hi rase,
    Es heißt doch, das Ameisensäure auch in die verdeckelte Brut wirkt und dort Milben abtötet. Zudem wird eine Behandlungsdauer von 6-14 Tagen angegeben. Hier wäre die Mindestbehandlungsdauer auch deutlich unter dem Zeitraum, in welchem die Zellen verdeckelt sind.
    VG

  • 200ml auf kompletten Dochtpapier bei ca 18 Grad in 2 Tagen durchgelaufen.

    eben, "durchgelaufen", also da DURCH gelaufen, befürchte ich.

    Da is bestimmt nich viel verdunstet, oder ncih so wie das soll

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Verdecklungszeit Arbeiterin 12 Tage.
    Bei mir im Sommer langen max. 6 Tage Nassenheider Prof. mit 150ml um den Varroen mal eins vor die Rübe zu geben.


    Aber jetzt bei den Temperaturen mit Liebig Dispenser, wird das wohl nix.

    https://www.dlr.rlp.de/Agrarme…oawetter/bundesweit-n-PLZ

    Die Aumeier geht schon her und stellt dann zwei rein...


    Bist du sicher, dass du den LD richtig zusammengesteckt hast?


    Behalte das Volk im Auge. Ich hatte auch schon mal eine richtige Überdosierung und die Königin und das Volk haben es geschafft.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Hi rase,
    Es heißt doch, das Ameisensäure auch in die verdeckelte Brut wirkt und dort Milben abtötet. Zudem wird eine Behandlungsdauer von 6-14 Tagen angegeben. Hier wäre die Mindestbehandlungsdauer auch deutlich unter dem Zeitraum, in welchem die Zellen verdeckelt sind.
    VG

    Ja, so heißt es. Und es heißt auch, seit die 80%ige Säure in der Anwendung verboten wurde, hätte sich nichts geändert. Und wenn's dann mal nicht klappt, dann steht das Problem letztlich hinter der Beute, heißt es.


    Damit kann man sich zufrieden geben. Doch schauen wir doch mal genauer hin, und weil das Ding hier zufällig 'Liebig-Dispenser' heißt, nehmen wir völlig willkürlich das Konzept von Pia Aumeier. Also viele Ableger, relativ spät mit AS behandeln, ggf. 'Teilen & behandeln' (keine TBE, das ist gaaaanz was anderes!!!). Kennst Du jemanden mit zwei Völkern, der für sich über die Saison mehrere Ableger je Volk erstellt? Ich nicht. Klar würde das durch die kontinuierliche Entnahme von Brutwaben den Milbendruck im Volk mindern (und die Arbeit im Schleuderraum).. Macht aber keiner, weil wenn ich zwei Völker haben will, dann möchte ich nicht drumherum noch 10 Ableger stehen haben (außerdem will ich Honig). Dann kommt das späte Behandeln oft zu spät. Spät behandeln bedeutet auch, es kann gerne mal kalt werden und regnerisch. Da reichen 60% AS oft nicht. Kannst natürlich einen 2. Dispenser in die Kiste stellen, und wenn das nicht reicht, noch ein Grablicht dazu. Kannst auch illegalerweise 75-80%ige AS nehmen, die ja 'zur Desinfektion' überall erhältlich ist. Oder die Bienen verrecken, dann warst Du halt zu doof. Ganz großes Hallentennis. Nicht falsch verstehen, das Konzept ist 'okay', wenn man sich genau daran hält, und man viel mit den Bienen 'spielen' will! Dann klappt das! Aber die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich halt geändert und zwar nicht zum Vorteil vom Liebig Dispenser.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich glaube, ich mach mich auf die Suche nach der Königin und fege mal die Windel ab. Gestern in der Regenpause war zu wenig Zeit für eine Schadensaufnahme.

  • was meinst? warum rate ich zu Streifen, wenn ma sich nicht sicher ist?

    Klar funzt AS, wenn ma das kann. :saint:

    Streifen sind ja auch nicht die Lösung. Nur für den Moment. Ich finde es ein Trauerspiel, wenn x Völker jedes Jahr sterben müssen, weil man aus welchem Grund auch immer nicht mehr Willens oder sonstwie in der Lage ist, sein Konzept an geänderte Bedingungen anzupassen, oder ggf. zu verwerfen, wenn es nicht mehr paßt. Aber das geht vermutlich einfach nicht mehr. Zumal man die Alternativen ja jahrelang lautstark verteufelt hat.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine typische AS-Behandlungsgeschichte. Das hilft Dir jetzt nicht, macht aber deutlich, wo das Problem liegt - Wetter, später Zeitpunkt usw. ( rase hatte ja schön erklärt :thumbup:).


    Mglw. ist bei den kühlen Temp. nicht viel passiert - heißt durchgelaufen, nix bewirkt!

    Ferndiagnose ist schwierig. Erst einmal prüfen, ob das Volk noch eine Kö' hat und den Brutstatus klären. Wenn beides noch da ist und normal (Brut in allen Stadien, auch Stifte!), Deckel drauf und nach 3 Wochen Milbentotenfall checken. Dann ggf. handeln.

    Die grenznahen Imker fahren schon mal ins Ausland zur OXS Staubbehandlung ;) .

  • Ich glaube, das nennt man Anfängerglück.
    Kö ist fit, 4 tote Bienen im Boden und nach 4 Tagen 500 tote Milben auf der Windel nach einem tägl. Milbenfall von 13,7. Der Rest der AS schwamm in einer Ecke auf der Windel.
    Es ist relativ wenig Brut in einem starken Volk und die Beute steht komplett in der Sonne.

    Der starke Varroabefall hat mich schon sehr gewundert, da ich Ende August einen tägl. Totenfall von 0-2 Varroen bei den Völkern hatte. Bei einem Volk waren es 5 Varroen.
    Nach der Honigernte hatten die Wirtschaftsvölker eine TBE und die Schwarmvölker und Ableger eine Milchsäurebehandlung. Das der tägl. Milbenfall noch so stark ansteigt , hätte ich nicht gedacht.
    Da man nicht immer zur Behandlung nach Österreich fahren kann, meine Frage:
    Wie und Womit arbeitet ihr, wenn im Herbst bei schlechtem Wetter eine Varroabehandlung nötig wird?
    VG

  • Der ste Varroabefall hat mich schon sehr gewundert, da ich Ende August einen tägl. Totenfall von 0-2 Varroen bei den Völkern hatte. Bei einem Volk waren es 5 Varroen.
    Nach der Honigernte hatten die Wirtschaftsvölker eine TBE und die Schwarmvölker und Ableger eine Milchsäurebehandlung. Das der tägl. Milbenfall noch so stark ansteigt , hätte ich nicht gedacht.

    Nun, wo sind die Varroen wohl hergekommen ?


    Wenn spätestens 5 Tg. nach der TBE eine, besser zwei Behandlungen mit Wirkung gemacht werden, ist die Chance groß, gut 90 % zu erwischen. Nimmst MS oder machst nur eine oder gar keine Behandlung, können viele Milben in die Brut einwandern und vermehren sich.

    Im Sept./Okt. sind sie wieder da...


    Mittel der Wahl ist jetzt nun mal OXS-Staub.