Umweislungsfrust

  • Wir haben Oktober. Ich wollte vollreife ältere Königinnen durch ebenso vollreife jüngere Königinnen ersetzen (seit weit über acht Wochen in Eilage). Beim ersten Versuch war ich mutig, der Austausch (Jung-Königin in Wirtschaftsvolk, Alt-Königin in MiniPlus, als Reserve) klappte auf beide Seiten wie im Bilderbuch:


    Umweiseln im Herbst


    Beim zweiten Versuch wurde mir die Königin einfach so gleich abgestochen. Vielleicht war ich zu schnell? Beim ersten Volk musste ich 20 Minuten lang nach der Königin suchen, beim zweiten nur fünf Minuten. Ich konnte nicht mehr rechtzeitig eingreifen, die Königin war tot. Behält das Volk halt die schlechtere Genetik. :( Die abgestochene Königin war vollreif und hatte bis maximal 20 Minuten vor ihrem Tod noch friedlich in ihrem kleinen Völklein gewirkt.


    Naja, Versuch macht klug, also habe ich die weiteren Austäusche mit Zusetzern, Futterteigverschluss und kleinem Zahnstocherloch im Futterteig vorgenommen. Eine der so zugesetzten Königinnen lag 36 Stunden später tot vor der Beute. Das Volk war eindeutig weisellos, laut heulend, bei einer genauen Durchsicht keine Jungkönigin entdeckt. Keine Ahnung, was da schief gelaufen ist, nicht weiter schlimm, da nur als Reserve geplant, aber trotzdem ärgerlich.


    Bei den anderen Völkern habe ich nur rasch die Zusetzer entfernt. Ich werde in einer Woche nachschauen, ob ich Stifte finde. Mehr als die Hälfte (!!!) der umgeweiselten Völker (ob Wirtschaftsvölker oder Minis als Reserve) heult. Und ich auch. Ich sehe sehr schwarz.


    Nach einer schlaflosen Nacht kann ich mir immer noch nicht erklären, was ich falsch gemacht habe. :/

  • Irgendwas kann immer schief gehen.

    Beim Umweiseln mit Zusetzkäfig hat es sich bewährt, die alten Königin zunächst für einige Stunden zu käfigen und dann den Kafig mit der neuen exakt an die gleiche Stelle zu hängen.


    Ist die Königin im Miniplus, würde ich immer mit Aufsetzen vereinigen. Das Volk entweiseln und zwei Stunden warten. Dann Aufsetzen.

    Auch so klappt es nicht 100prozentig, aber besser geht es um diese Jahreszeit kaum.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Aufsetzen wäre auch meine erste Wahl gewesen, aber was hätte ich in der Woche, in der die Mini-Zarge auf dem Wirtschaftsvolk sein muss, mit der alten Königin gemacht? Hätte gerne 1:1 getauscht. :/

  • Irgendwas kann immer schief gehen.

    Beim Umweiseln mit Zusetzkäfig hat es sich bewährt, die alten Königin zunächst für einige Stunden zu käfigen und dann den Kafig mit der neuen exakt an die gleiche Stelle zu hängen.

    So habe ich es in einem Ableger mit unzureichender Jungkönigin im August gemacht (gekäfigt und nach einem Tag durch Käfig mit der Neuen ersetzt. Diese tagsdrauf freifressen lassen). Problemlos!


    Ich denke momentan kann man ein Volk noch komplett abschütteln/-fegen, nach Entnahme der alten Königin. Die Neue im Ausfresskäfig zwischen FW / LW in einer Kiste auf den Platz des Altvolkes. Dann Altvolk abfegen, so dass sie zum alten Platz zurückfliegen. Die Unordnung ist dann groß, so dass die neue Kö' als Zentrum wohl akzeptiert wird - so meine Erfahrung.


    Ist halt eine Aktion, aber bei unwilligen Einheiten muss man die halt in einen anderen Zustand versetzen; fast schwarmähnlich...

  • Ich entnehme die alte Königin, setze die Neue in einem Ausfress- oder Zeichenkäfig so auf die Oberträger, dass die Bienen die Königin erreichen können und schau mal, was passiert. Wenn ich sehe, dass die Jungkönigin betrillert und gefüttert wird, lasse ich sie zwischen die Wabengassen marschieren. In ganz wenigen Ausnahmen, wenn das nicht geschieht, hänge ich sie unter Teigverschluss zu. Ist aber in der jetzigen Jahreszeit eigentlich so gut wie nie notwendig.

  • ... noch etwas vergessen: wenn Du die Neue im MP käfigst, werden sich Bienen um den Käfig sammeln. Die und noch ein paar mehr aus dem MP in die neue Kiste sind hilfreich bei der Annahme.


    Viel Erfolg!

  • Na du machst mir Mut. Muss noch eine Königin aus einem Mini in ein volles Dadant-Volk (ehemals Brutsammler) einweiseln, das sich nicht weisellos fühlt (also zumindest bei der Probe keine Zellen zieht), aber brutlos ist und keine Spuren der alten Königin mehr enthält. Ich tippe auf missglückte Umweislungsversuche und jetzt eine unbegattete drin.
    Bin schon am Überlegen, ob ich nicht lieber die schöne neue aus dem Mini in ein anderes Volk einweiseln soll und dort eine alte rausnehmen, bei der mich der Verlust nicht so schmerzen würde, weil die Genetik nicht so toll ist, denn eigentlich wollte ich mit der auch Umweiseln.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Na du machst mir Mut. Muss noch eine Königin aus einem Mini in ein volles Dadant-Volk (ehemals Brutsammler) einweiseln, das sich nicht weisellos fühlt (also zumindest bei der Probe keine Zellen zieht), aber brutlos ist und keine Spuren der alten Königin mehr enthält. Ich tippe auf missglückte Umweislungsversuche und jetzt eine unbegattete drin.
    Bin schon am Überlegen, ob ich nicht lieber die schöne neue aus dem Mini in ein anderes Volk einweiseln soll und dort eine alte rausnehmen, bei der mich der Verlust nicht so schmerzen würde, weil die Genetik nicht so toll ist, denn eigentlich wollte ich mit der auch Umweiseln.

    Mach das so... :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ... Mut allein reicht nicht, es braucht auch Glück ;) !

    Mit Glück hat das nichts zu tun. Der Volkszustand und der Königinnenstatus sind entscheidend. Und der Zeitpunkt des Einweiselns. Inzwischen weisele ich nur ausnahmsweise noch im September um. Ganz selten im Oktober. Zu häufig wird nach Umweiseln gleich noch einmal mit Brüten los gelegt und das will ich nicht mehr. Das ist in der Natur die Ausnahme, dass im Herbst ne neue rein kommt.


    Viel lieber weisele ich inzwischen im Spätwinter bzw. im frühen Frühjahr um. Ich nehme überwinterte Königinnen aus dem Miniplus. Zum Brutbeginn ist das ideal. Da wird nix abgestochen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ... Mut allein reicht nicht, es braucht auch Glück ;) !

    Mit Glück hat das nichts zu tun. Der Volkszustand und der Königinnenstatus sind entscheidend. Und der Zeitpunkt des Einweiselns. Inzwischen weisele ich nur ausnahmsweise noch im September um. Ganz selten im Oktober. Zu häufig wird nach Umweiseln gleich noch einmal mit Brüten los gelegt und das will ich nicht mehr. Das ist in der Natur die Ausnahme, dass im Herbst ne neue rein kommt.


    Viel lieber weisele ich inzwischen im Spätwinter bzw. im frühen Frühjahr um. Ich nehme überwinterte Königinnen aus dem Miniplus. Zum Brutbeginn ist das ideal. Da wird nix abgestochen.

    Vielleicht war Adam deshalb der März lieber, als der Oktober? Wie machst du das? Einfach die alte von der Wabe nehmen und die neue drauf setzen?

  • Ist die Königin im Miniplus, würde ich immer mit Aufsetzen vereinigen. Das Volk entweiseln und zwei Stunden warten. Dann Aufsetzen.

    Auch so klappt es nicht 100prozentig, aber besser geht es um diese Jahreszeit kaum.

    Das sorgt bei mir regelmäßig für bürgerkriegsähnliche Zustände. Auch mit dicken Rauchschwaden, auch mit Zeitungspapier, auch Ende Oktober. Mit massenhaft toten Bienen vorm Flugloch, toten Königinnen und am Ende einem. Volk das völlig durch den Wimd ist.


    Deswegen rauche ich die Spender kurz ein, kippe sie vor das Empfänger Volk und setze die Waben nackt auf das Volk auf. Klappt seither ohne Keilerei. Erst gestern wieder gemacht.