Oxalsäure verdampfen im Bienenhaus

  • Nach kurzem Querlesen irritieren mich folgende Punkte an der amerik. Studie:

    1. Sublimationschritte m.E. im zu großen zeitlichen Abstand (je nach 7 Tagen) und nur 3 x. Mglw. wird die längere Wirkung durch die Überdosierung bewirkt, weil die Bienen länger damit beschäftigt sind, OX-Reste aus dem Stock herauszuschaffen (Gemüllbeobachtung)?

    2. Jahreszeit bzw. Brutstatus der Versuchsvölker für mich nicht nachlesbar.

    3. Sublimator für mich nicht nachlesbar. -> Wieviel OX landete mglw. nicht auf den Bienen bzw. im Stock oder ging gar in die Umgebungsluft?

    4. Versuchsgruppen sehr klein (10 Völker).

    5. 4g OX sind m.E. gefährlich nahe an der 5g-Schädigungsgrenze, die im Flächenversuch der Fischermühle ermittelt wurde.


    Da macht die Studie der Fischermühle doch einen gründlicheren Eindruck auf mich.

  • ich kannte nur diese Artikel als ich mit dem Varrox begann:

    Towards integrated control of varroa: 2)comparing application methods and doses of oxalic acid on the mortality of phoretic Varroa destructor mites and their honey bee hosts

    Hasan Al Toufailia, Luciano Scandian & Francis L W Ratnieks

    https://doi.org/10.1080/00218839.2015.1106777


    https://www.tandfonline.com/do…9.2015.1106777?src=recsys

    Figure 2

    meine Schlußfolgerung: brutfrei, 1-2g Ox/Zarge

    doppelte Menge 4g- bringt nur noch minimale Verbesserung, Überdosierung (bei Ablegern) schädigt aber auch wenig - auch 1g

  • Hallo Ribes #16

    Danke für Dein Posting. Vorweg: Mit meinem Hinweis auf diese Studie habe ich kein neues Dogma verkünden wollen, finde sie aber erwähnens-, erwägens- und überprüfenswert.

    Zu deinen Einwänden ein paar Klarstellungen bzw. meine Bedenken:


    1. Sublimationschritte m.E. im zu großen zeitlichen Abstand (je nach 7 Tagen) und nur 3 x
    > Deshalb übernehme ich diese Angabe nicht unbesehen für meine Arbeiten.

    OX-Reste aus dem Stock herauszuschaffen
    > Ist wohl nur eine Vermutung. Ich wüsste nicht, wie man diese Aktivität belegen könnte. Mir scheint das auch nicht wesentlich zu sein, da alle andere Parameter ebenso stark von den individuellen Haltungsbedingungen abhängen und dementsprechend weich sind. Die Effektivität wäre ohnedies nur bewiesen, wenn man exakt die im Volk verbliebenen Varroen zählen würde.

    2. Jahreszeit bzw. Brutstatus der Versuchsvölker für mich nicht nachlesbar. > Oktober (Abschnitt Experimental design), Brut und Volksstärke (Abschnitt Colony strength parameters)

    3. Sublimator für mich nicht nachlesbar.
    > Varrox Vaporizer (Abschnitt OA application)

    Wieviel OX landete mglw. nicht auf den Bienen

    > An dieser wie bei der nächsten Frage beissen wir uns ja auch bei allen anderen Varroa-Therapien, Methoden - besonders beim Sprühen- wie Mitteln, die Zähne aus:

    bzw. im Stock oder ging gar in die Umgebungsluft?

    > Nicht nennenswert, da alles, auch Ritze, abgedichtet wurde (Abschnitt OA application)

    > Das wäre ohne Wahnsinns-Aufwand auch nicht zu messen, und für die praktische Arbeit m.E. auch eher nachrangig eben wegen der anderen Parameter.

    4. Versuchsgruppen sehr klein (10 Völker).
    > Deshalb braucht es noch mehr solcher Versuche (Abschnitt Discussion, Absatz 2)gerade weil sie von bekannten Angaben abweichen.

    5. 4g OX sind m.E. gefährlich nahe an der 5g-Schädigungsgrenze
    > Al Toufailia et al. in ihrer 2. Publikation (zitiert in Abschnitt Discussion, Absatz 2) stellen das sogar bereits bei 4.5g OS fest, wurde also in Betracht gezogen und hier als vorläufig nicht eingetreten dokumentiert.

    Da ich selbst bedarfsentsprechend und nicht schematisch behandle, sehe ich zunächst kein grundsätzliches sondern ein Ermessensproblem darin. Das gilt insbesondere auch für die Behandlungsfrequenzen, die bei niedriger Dosierung sehr hoch werden können und im Extremfall die Entscheidung einschliessen, ob die Völker an der Varroa oder an der Behandlung sterben sollten.

    MfG Wolfhard