Raps 2022

  • (...) diese Schafskälte, die, als ich das erste mal davon hörte, eher Anfang/Mitte Juni angegeben wurde und auch so eintraf.

    Naja, 30. Mai ist im Vergleich zu 'Anfang Juni' jetzt nicht so atemberaubend früh, oder?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bei uns hat es ausnahmsweise mal gepasst vom Wetter her beim Raps. Sonst haben wir parallel zum Blühbeginn normalerweise Schnee und Frost. Meistens dann die letzte Woche nur noch Flugwetter.

    Bei Kristallen im Honig braucht der Honig Wärme vor dem Schleudern. Grosszügig.

    Nicht dass das Wachs schmilzt, aber so dass das Kristall weich wird. Wärme und Geduld.

    Die Zeit die das braucht, spart Ihr dann zum Teil beim sieben wieder ein.

  • Ich hatte eigentlich vor, jetzt den Rapshonig zu schleudern. Das Wetter hatte leider 10 Tage früher als gedacht sämtliche Restblüte zerstört, so dass wir schon am 28./29. Mai abgeräumt haben. Mit der Kristallisation hat es gerade so noch zufriedenstellend funktioniert, die Waben auszuschleudern. Der Feuchtigkeitsgehalt lag bei 17,75% laut Refraktometer, das war schon ne enge Kiste. Die Honigernte erfolgte bei Windstärke 7-8 zwischen heftigen Schauern, immer in den Pausen schnell die nächsten abräumen. Heute habe ich die restlichen Völker aus der inzwischen Agrarwüste weggestellt, bis auf ein Lumpensammlervolk. Die haben 10 Tage lange jeden Tag über 500g Futter verbraten, vom 2,5 Kilo Futterteig-Klotz war am 3. Juni teilweise nix mehr übrig, teilweise noch ein kläglicher Rest, so dass ich ein Kilo nachfüttern musste. Dieses war heute ebenfalls verbraten, glücklicherweise kam jetzt erster Nektarfluss wieder rein. Die Trachtlücke ist auch zwei Wochen früher dieses Jahr, und in dieser Heftigkeit habe ich das bisher noch nicht erlebt, dass wirklich ALLE Trachtpflanzen auf einen Schlag das Blühen einstellen, wieder eine Erfahrung mehr. Ernte hätte bei besserem Wetter deutlich besser ausfallen können, so waren es unter schlechten Bedingungen immerhin noch 23 Kilo Schnitt je Volk. Eine windgeschützte Ecke wäre Gold wert gewesen, oder mal eine Woche schönes Wetter, aber das gabs halt dieses Jahr leider nicht. Die anderen Stände haben den Schnitt noch ein bisschen hochgezogen, ingsgesamt bin ich zufrieden und mit meinen Bienchen auf jeden Fall 100% :)


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • mmmh Matthias....

    wer mit dem Teufel speist muss schon nen langen Löffel haben....

    DEN kannte ich noch nicht ^^

    War zum Glück nah dran an den Immen und habs rechtzeitig gemerkt :saint:

    @edit - rechtzeitig bevor Schlimmeres passiert wäre meine ich. Zum aus der Brut gehen hat der Futtermangel gereicht, und die Schwarmlust ist ihnen auch komplett vergangen. Das ist noch gerade mal so gut gegangen... inzwischen stiften die schon wieder und bilden muntere Bau-Trauben, alles gut *puh


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Ja. Deswegen kann ich Dir das jetzt so sagen, nachdem ich sie auf der Waage stehen hab. DAS war eine gute Investition. Da blüht alles, Ludger Merkens war mit, da würde NIEMAND glauben, daß das Futter knapp werden könnte. Aber, dreißig Völker trocken. Ich schlafe jetzt deutlich besser mit Waage.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich stand jetzt das dritte Jahr mitten im Raps. Immer wunderschön geblüht.


    2020 hatte es Anfang März das letzte Mal geregnet. Der nächste Regen fiel zwei Tage vor Ende der Blüte des letzten Feldes. Es gab Obst und noch ein bisschen entfernte Robinie. Raps war auch drin, der Honig wurde zumindest hell.


    2021 habe ich durchgefüttert. Null.


    Dieses Jahr ist alles drin, nur kein Raps. Ahorn, Obst, erste Robinie. Der Honig ist dunkler, riecht anders und fängt nun nach drei Wochen langsam mit dem Kristallisieren an.


    Raps als sichere und üppige Tracht zu sehen, nur weil man mitten im gelben Meer steht, kann eine absolute Fehleinschätzung sein. Ich vermute, dass bei mir in erster Linie Trockenheit eine Rolle spielt.

    Auf der Suche nach der Bee-Life-Balance.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 3-5.2.2023 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda. :daumen: