• Habe 2 sehr aggresive Völker an denen auch langjährige Imker nicht arbeiten wollen. Nun will ich sie abschwefeln.
    Kann ich die verdeckelten Brutwaben nach der Behandlung anderen Völkern zuhängen ?? und kann ich die geschlossenen Honigwaben weiter verwenden ??
    Bitte um baldige Antwort, da ich die Behandlung schnellstens durchführen muß

    Imker im 5. Jahr, Übernahme wegen Krankheit von 7 "bösartigen" Völkern.
    mittlerweile 13 Völker

  • Hallo Forelle,
    nach der Schwefelbehandlung kann nichts mehr verwendet werden, besonders der Honig nicht! Wenn du wenigstens den retten willst, empfehle ich die Völker im Flugkreis an einem schönen Morgen zu verstellen und an den alten Standort eine leere Beute mit Bodenbrett und kleinem Flugloch. Wenn alles gut geht, fliegen die besonders agressiven Flugbienen an den alten Standort zurück. Die Jungbienen mit der Königin sind in der Regel weniger stechlustig. Den Honigraum mit einer Bienenflucht absperren und mindestens 24 Std warten, dann dürften fast alle Bienen unten bei der Königin sein. Honigraum runter, dann abschwefeln. Die Flugbienen am alten Standort ebenfalls behandeln. Sollte tatsächlich die verdeckelte Brut deinen Schwefelangriff überleben, würde ich sie nicht verwenden, sonst hast du bis in den nächsten April Spaß damit.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Forelle,


    wenn Du schon abschwefeln willst, solltest Du alle nicht leeren Waben (Brut aller Stadien, Pollen, Futter/Honig) vorher abfegen und entnehmen und das Volk auf möglichst wenig Raum bzw. Waben einengen und dann warte bis zum späten Abend, ehe Du den Streifen zündest. Verbleiben die Maden und Puppen in den Waben wird das eine Sauerei und die Waben kannst Du dann nur noch ausschmelzen oder gleich verbrennen. (Wenn Sie Dich beim Abfegen nochmal stechen oder Du wenigstens in tausenden von Bienen stehst, nimm's ihnen nicht übel, es ist ja ihr letztes Mal :cry: und sie tun das nur, damit ihr Imker auch wirklich sicher ist, daß es eben sein muß und in der Zukunft keine Gewissensbisse wegen tausenfachen Bienenmordes hat)


    Wenn Brutwaben stechlustiger Völker zu sanften kommen kann bis zu einem gewissen grade deren Aggression gedämpft werden. Vielleicht werden die geschlüpften dann zu tollen Türstehern oder Mäusevertreibern. Das kann so klappen - muß aber nicht. Es kann auch sein, daß das verstärkte Volk nur den Auslöser brauchte und Du Dir dann zeitweise einen Stecher gezündet hast.


    Aber warum versuchst Du's nicht nochmal mit Umweiselung. :o (<-fleh, bitt', bettel) Im Winter und zeitigen Frühjahr gibt es doch ohnehin wenig Bienen (und die fliegen nichtmal umher) und im Frühjahr ist dann jede neue Biene sanft, was wiederum die Aggression der letzten Stecher dämpfen kann.


    Vielleicht kannst Du auch mit den umgeweiselten Stechern in den Wald wandern und die Bienen dort bis zum April lassen. Da stört es keinen und für zwei Völker zeigt Dir Dein Förster sicher einen schönen Platz.


    Wenn Dir eine weitere gute Königin zu teuer oder nicht zu kriegen ist, dann vereinige die beiden Stecher doch noch vorm Umweiseln. Oder gib die Völker an jemanden ab, der Ableger mit guter Königin hat, die ihm aber nicht stark genug für den Winter scheinen. (Du solltest ihm aber schon sagen, daß das Stecher sind. :wink: Schon wegen der Freundschaft)


    Bitte bring Sie nicht einfach um, ehe Du nicht alles mögliche versucht hast.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen, wie schon mehrmals empfohlen, kann man solche Völker, wenn sie gesund sind, gut als "Futtermacher" verwenden. Die Hauptbrutwaben gibt man ohne Bienen an gute Völker weiter, oder verstärkt damit die Ableger. Dann beginnt man damit, die Stecher aufzufüttern. Und zwar solange, bis nichts mehr reingeht. Erst dann schwefelt man die Bienen ab. Die gut verdeckelten Futterwaben hebt man bis zum nächsten Jahr auf. Man braucht sie, wenn andere Völker zu wenig Vorrat haben oder als Futterwaben für Ableger. Mit den weniger gut verdeckelten Waben verstärkt man die diesjährigen Ableger. Sie ersparen sich dann die Arbeit. So erfüllen Stecher noch einen guten Zweck, ehe sie ausgeschieden werden. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Danke an Lothar, Henry und Christoph für die guten Ratschläge
    Danke und alles Gute

    Imker im 5. Jahr, Übernahme wegen Krankheit von 7 "bösartigen" Völkern.
    mittlerweile 13 Völker