Imkerei als Nebenerwerb -- Tipps und Einschätzungen

  • Ich wollte jetzt vor allem wissen, wie gut das Imkern mit 30h Lohnarbeit zu vereinen ist. Also am Liebsten einfach ein paar Erfahrungswerte von Leuten, die das in einem ähnlichen Ausmaß betreiben. Wenn noch mehr Infos nötig sind: gern fragen.

    Hallo,

    grundsätzlich : ...............schlecht.

    50 Trachtvölker heißt ca. 100 Volkseinheiten zu betreuen. ( Du musst Ableger, Zuchtvölker etc. mit einrechnen. Nebenbei auch Zuchtarbeit, (od. du kaufst jedes Jahr in Größenordnungen ). Das muss aber erwirtschaftet werden.


    Das heißt also eine durchdachte , erprobte , auf das absolute minimum reduzierte Beute und Betriebsweise ! ... Hast du das ?

    Raumbedarf bzw. Lagerbedarf ca 2 m² / Volk . ... Hast du das ?

    Arbeitsräume in ausreichender Größe und vor allem befahrbar !

    Material für mindestens 100 Völker !!! ( Wer improvisieren muss hat schon verloren ! )... Hast du das ?

    Eine kleine aber gut bestückte Holzwerkstatt. ... Hast du das ?

    Ausreichende finanzielle Reserven um die ersten 4-5 Jahre in Vorkasse gehen zu können.

    ( ZB. bei Futter !!! Materialien wie zB. Holz, ... div. Beutenteile / Gefäße , und ...und , und. ...usw. .) ... Hast du das ?


    Wenn du diese Fragen mit einem ruhigen JA beantworten kannst mach es .

    Ansonsten lasse die Sache LANGSAM wachsen. Du wirst erstaunt sein wie dich schon 20 -30 Völker fordern werden.


    Gruß Finvara

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • .... ich habe die letzten Jahre immer 100 Völker + eingewintert...die brauchst du auch bei 50 guten Wv. Ich habe mir meine Königinnen immer schnell schnell selbst gezogen von einer gekauften Besamten. Bei mir gab es viele Winterverluste viele Blindgänger viele Geschwärmte Völker aber auch sehr viele Erfahrungswerte. Dann habe ich meine Königinnen nur mehr über einen Vermehrungsbetrieb zugekauft ( im September/Oktober immer fast alles umgeweiselt) und mich auf die Honigproduktion konzentriert und es wurde viel besser.

    Wenn du es im Nebenerwerb betreibst würde ich mich entscheiden

    1. HonigImkerei- mit Königinnen zukaufen, nur Wv, keine Minis, keine Ablegerkisten, alles schlechte Abdrücken auflösen (Propolisprodukte und Honigverkauf)

    Oder

    2.Ableger/Vermehrung/Zucht - Verkauf von Ableger,Mini Plus,Königinnen, und ein wenig Honig (mit wenig Wv auf Honig ausgelegt)


    Ich meiner Seits wechsle jetzt von Variante 1 auf Variante 2 da mir das mehr Spaß macht, ich nicht von der Imkerei Leben muss und will und und ... :)


    Natürlich steht es außer Frage das mit 50 Völker+ und einem guten Jahr auch viel Honig zu holen ist aber auch sehr sehr viel Arbeit und Nerven... und die guten Jahre werden weniger :!:

  • Und sagt nicht mal wo das Vorhaben stattfinden soll

    Er sagt eh sehr wenig. Rahmenbedingungen Fehlanzeige.

    50 Völker und 50 Völker sind eben nicht das selbe, nicht mal das gleiche.


    ... und bekommt unter anderem deshalb Ratschläge, dass 60 Wochenstunden Hauptberuf + 70 Bienenvölker kein Problem sind. :rolleyes:


    Das gibt sehr realistische Kalkulationen.

  • Neben der Standardisierung ist eine effiziente Betriebsweise unerlässlich. Viele Ableger erstellen und Königinnen nachziehen frisst echt viel Zeit. Ein Erwerbsimker, bei dem ich immer mal wieder über die Schulter schaue, betreut mit einem Auszubildenden 400 Völker, und das ohne Stress. Beim Schleudern hat er weitere Unterstützung. Aber er verzichtet weitgehend darauf, Königinnen selber zu ziehen.


    Seine Strategie: Totale Brutentnahme bei Trachtende. Brutscheunen aus 2 bis 3 Völkern bilden. Bis auf die wirklich leistungsfähigen Königinnen alle im Zuge der Brutentnahme durch unbegattete oder schlupfreife Zellen ersetzen. Alle Brutscheunen mit Zellen oder unbegatteten Königinnen nach 9 Tagen beweiseln. Die Völkerzahl steigt vorübergehend um 1/ 3 an. Die schwachen Völker konsequent mit den Brutscheunen verstärken, da verschwindet ein Teil der Völker wieder. Der andere Teil gleicht die Winterverluste aus oder wird verkauft. Damit bleibt die Völkerzahl gleich.


    Am besten erst gar nicht darüber nachdenken, Begattungskästchen zu verwenden. Nur Mehrfachböden im Standmaß, wenn es denn zusätzliche Begattungseinheiten überhaupt geben soll.


    So würde ich das auch machen, wenn ich auf 50 Völker wachsen wollen würde. Standardisierung sowohl bei der Ausrüstung als auch bei der Tätigkeit. Seien wir doch mal ehrlich: Königinnen ziehen macht Spaß, kostet aber irre viel Zeit. Eine unbegattete kostet soviel wie ein Glas Honig; eine Zelle weniger. 75 Zellen oder unbegattete beim Vermehrer des Vertrauens auf Termin bestellt, viele Stunden Arbeit entfallen.


    Schaut euch mal die Imkerei in den USA, Australien und Neuseeland an. Dort wird eine strikte Arbeitsteilung praktiziert.


    Jetzt die alles entscheidende Frage: Ist es Ziel, die eine Tretmühle durch die andere zu ersetzen?


    Viele Grüße


    Carsten

  • Neben der Standardisierung ist eine effiziente Betriebsweise unerlässlich. Viele Ableger erstellen und Königinnen nachziehen frisst echt viel Zeit. Ein Erwerbsimker, bei dem ich immer mal wieder über die Schulter schaue, betreut mit einem Auszubildenden 400 Völker, und das ohne Stress. Beim Schleudern hat er weitere Unterstützung. Aber er verzichtet weitgehend darauf, Königinnen selber zu ziehen

    👍

  • Wachse langsam und aus eigener Kraft, dann klappst auch mit der Frau (haste die gefragt, die jubelt bestimmt nich)

  • In dem Ursprungspost zum Faden erkenne ich meinen eigenen Enthusiasmus von vor zwei, drei Jahren wieder. Da hätte ich auch all die kritischen Einwürfe verworfen oder weg gelächelt, weil der Optimismus so groß gewesen ist.


    Der Sprung von 10 auf 50 ist zu krass. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Stresslevel den Spaß an der Imkerei versaut.

    Jeder (!) Imker, der diese Art von Wachstum ins Auge fasst, überschätzt sich.


    Wenn der Erwerb der Imkerei aus dem Ersparten möglich ist, also am Ende kein wirklicher ökonomischer Druck entsteht, und der Preis für die Imkerei fair ist, würde ich es aber trotzdem machen.

    Mein Rat wäre dann nur, wie andere das auch schon geraten haben, von den 70 Völkern 40-45 zu verkaufen, die Kisten gut aufzubewahren, um dann eben Stück für Stück in die Aufgabe hinein zu wachsen.


    Wovon ich dringend abraten würde, wäre dafür Geld aufzunehmen, was dann wiederum ökonomische Zwänge nach sich zieht. Daran geht man kaputt.

  • Steppler meinte mal, man solle die Ausrüstung kaufen und die Bienen machen. Weil die Bienen können über den Winter sterben und dann steht man ohne alles aber mit Schulden da. Die Ausrüstung kann das nicht und die kann man zur Not immer noch verkaufen.

  • So viele Antworten, nach denen gar nicht gefragt wurde...

    So viele Anmerkungen, die unnötig sind, denn...

    Nee, soviel Fragen, die nicht gefragt wurden^^

    Und mal wieder will es keiner hören, obwohl sich 15 erfahrene Imker einig sind. Die wohl eher etwas weniger erfahrenen dagegen halten es für durchaus machbar... Hmmmm, sollte uns da etwas sagen????