Imkerei als Nebenerwerb -- Tipps und Einschätzungen

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich habe seit 8-9 Jahren Bienen, bis vor drei Jahren jedoch nur 1-2 Völker. Dann bin ich auf 3, 6, 9 gewachsen und plane jetzt den Sprung in den Nebenerwerb -- zum Start mit 50 Völkern. Dabei treibt mich vor allem um, wie ich das mit meinem Job in Einklang bringen kann und zu welchen Zeiten es am ehesten über mir zusammenbricht! ;-)


    Rahmenbedingungen:

    - Ich hab Bock das zu machen und ich weiß, dass es kein durchgehendes Zuckerschlecken wird

    - Ich arbeite 30h die Woche im Büro, bin mit dem Chef im Gespräch über eine Sabbatical-Lösung (2 zusammenhängende Monate frei im kommenden Jahr, dafür 12 Monate 10/12 des Lohns) (kein üppiger Lohn, aber sparsamer Lebensstil :-D)

    - ca. 50 Völker + Ableger/Miniplus an mehreren Standorten

    - Verkauf v.a. im Glas an Läden


    Erstmal außenvor:

    - Schleuderraum / Technik / Equipment (in Arbeit)

    - Honigabsatz (in der Mache)


    Fragen:

    - Wie schätzt Ihr den Zeitbedarf ein (einplanen, dass ich im Moment für alles etwas länger brauche als in 3-4 Jahren)

    - Wann sind die Arbeitsspitzen; Wann verliere ich den Überblick? Ich habe als zeitaufwenig im Kopf: Schwarmkontrolle, Honigerne, Vermehrung + Honigverarbeitung und Vermarktung

    - Was vergesse ich beim Entscheiden, was unterschätzen Anfänger:innen gerne?

    - Welch Tipps gibt es, die Zeit mit geballter Arbeit etwas zu entzerren?


    Ich bin sehr interessiert an kurzen Erfahrungsberichten von Leuten, die in meiner Zielgrößenordnung imkern (50-70 Völker + Vermehrung) und mir eine realistische Einschätzung geben können.


    Soweit liebe Grüße :S

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • Kümmer dich zuerst um den Absatz, die Völker wachsen nahezu in den nächsten Jahren von allein..

    10 - 20 - 40 - 80.

    Frage ist einfach, ob du dir diesen schnellen Wachstum leisten kannst.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Von 9 auf 50 finde ich schon sehr ambitioniert. Ich hatte das auch mal auf mich zukommen lassen und bei 20 war Schluss und ich bin erstmal gesund geschrumpft.

    Zitat

    Erstmal außenvor:

    - Schleuderraum / Technik / Equipment (in Arbeit)

    Ist bei 50WV nicht außenvor, sondern vorne dran.
    10-20 WV erfordern den ersten Techniksprung, wenn man sich das Leben nicht unnötig schwer machen will. Honigschleuderung, Klärung, Rühren, Futterlogistik, Wachsschmelzen, Logistik, Räumlichkeiten und Lagerkapazitäten für 200HR...Da stoßen die einfachen Hobbylösungen an ihre Grenzen.
    Bei 50 WV ist auch da aber vermutlich der nächste Techniksprung fällig.


    Ich dümpel jetzt so langsam vor mich hin und kaufe peu á peu irgendwelchen teuren tollen Edelstahl Geschichten, die aktuell viel zu groß sind...mal schauen, wo die Reise hingeht.

  • Ok, anders formuliert:

    Technik und Absatz stehen, da es sich um eine bestehende Imkerei handelt, die aufgegeben wird. Ich weiß, dass das wichtig ist, aber das ist nicht die Frage, die ich hier in dem Thread diskutieren will ;-)

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • @feebee dann rück mal mit richtigen Informationen raus und nicht nach dem Motto ich werf mal ein Stück Fleisch und schaue was und wer da so anbeisst.

    Mit solch einer Art verschwendest du ein vielfaches von uneigennütziger Unterstützungsleistung und Zeit Anderer.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ich kann mir vorstellen, dass die alteingesessene Forums-Community etwas skeptisch ist, wenn hier ein Forums-Neuling und Quasi-Anfänger ankommt und gleich "groß einsteigen" will.


    Ich überstürze das aber nicht und nehme es nicht auf die leichte Schulter. Ich weiß, dass ich mehr Völker möchte, mehr Zeit mit den Bienen verbringen will und einen Teil meines Einkommens damit bestreiten will. Da sich der große Sprung gerade anbietet, gehe ich jetzt diesen Weg.


    Hier bin ich, weil ich nicht alle Fehler selbst machen will und hoffe, dass mir ein paar Leute mit einer funktionierenden Nebenerwerbsimkerei Tipps geben können.

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • Das heißt, du kaufst eine andere Imkerei mit Völkern und Schleudertechnik? Wenn du konkretere Fragen stellst und mehr über Dich und dein Vorhaben erzählst, bekommst du bestimmt bessere Antworten.

  • Das hat weniger mit Skepsis zu tun, als mit bis jetzt substanzlosen Bröckchen. Sorry...


    Stelle doch mal dein Set-up vor, wie du es dir vorstellst. Schwarmmanagment, Honigernte und Verarbeitung, Varroamangment, Futter- und Lagerlogistik. Dann werden dir hier einige sagen können was passt und realistisch ist, aber auch wo die Flaschhälse und Fallstricke liegen. Die klassischen Arbeitsspitzen sind ja bekannt.

    Helfen könnte ich dann zwar nicht, würde es aber interessiert verfolgen.

  • Gut, da jetzt einige Randbedingungen bekannt sind, kann ich von meinen kleinen Sprüngen und Problemchen berichten.

    Da ich ein Sammelsurium von Beutensystemen auf Grund von einigen Übernahmen habe, hat sich besonders in diesem Jahr gezeigt, das sich das zeitlich und vom Platzbedarf unnötig aufwendiger gestaltet. Man braucht um richtig zielstrebig arbeiten zu können von allem beuten technisch fast das gleiche.

    Wenn man da geizt, weil ist ja nur übergangsmässig, schläg sich in der schlechteren Qualität der Arbeit nieder. Darum werde ich zur Auswinterung alles verkaufen, was nicht meinem mainstream Beutensystem entspricht.

    Wichtig hat sich bisher bei mir eine Art Arbeitsplanung zeitlich untersetzt über das Jahr gezeigt. Dabei kann man leider in der Vorplanung keine richtigen Termine einsetzten, aber das ist auch nicht unbedingt erforderlich, denn es gibt immer Abhängigkeitsketten, wo man nach Terminierung des Start- oder Liefertermin die anderen Termine fixieren kann.

    Je eher du den Plan aufstellst, um so besser siehst du, wo du Reserven hast oder keine Zeit für Schluder ist.

    Plane auch gleich die gemeinsamen Familenaktionen so ein, das du nicht zu sehr abgelenkt bist und der Famile ein Mehrwert sein kannst.

    Für mich ist außerdem wichtig, wie der Verbrauch von Finanzen gesteuert wird.

    Mach eine gründliche Inventur von allem was du selbst hast, was du übernimmst und räume rigeros auf, denn wenn du einmal begonnen hast, ist nicht ohne große Schmerzen zu korrigieren. Alles was nicht passt weg, verkaufen oder wegwerfen.

    Wenn du kannst, schaue dir andere Betriebe an, erkunde warum sie was wie machen und was sie lieber besser gemacht hätten, wenn sie denn nochmal bei 0 anfangen könnten.

    Bei der Völkerführung hat sich gezeigt, das alle Ausreißer nach oben oder unten nur zusätzlichen Streß machen und die meiste Zeit und Aufmerksamkeit des Imkers bedürfen. Das ausgewogene Ausgleichen der Völker im Früjahr scheint da eine gute Möglichkeit für das Beseitigen von Arbeitsspitzen zu sein.

    Und da sind wir meines Erachtens beim Schlimmsten überhaupt; Verdruss durch zu hohe Arbeitsspitzen. Ich versuche darum diese Spitzen zu strecken, wenn es geht.

    Meine Infrastruktur gibt keine durchgängige Honigernte her, darum muss ich in kürzester Zeit soviel wie möglich Honig in Hobbocks vorverarbeitet haben.

    Schau dir an, was du nicht selber machen musst, sondern für gut angelegtes Geld zukaufen kannst.

    Vernünftige Technik spart Zeit bedarf aber eine stramme Investsumme.

    Für eine wichtige Sache solltest du dir eine Lösung parat legen; Was passiert oder wer hilft, wenn ich aus welchen Gründen (Krankheit / Unfall) nicht richtig kann.


    Suche dir Gleichgesinnte in deiner Umgebung, mit denen du dich ideell / materiell austauschen kannst.

    Zum Rest können die Kollegen mit dem technische know how und mehr Völkern mehr sagen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Du machst einen Sprung in deiner wöchentlichen "gewerblichen" Arbeitszeit von 30 auf 60-70 Stunden.

    Das muss man erstmal wegstecken können.

    Kannst du den abgebenden Imker überzeugen noch 1-2 Jahre zu helfen?