Imkerei als Nebenerwerb -- Tipps und Einschätzungen

  • Mit am schwierigsten finde ich den Aufbau eines Absatzmarktes für Direktvermarktung zu einem guten Preis. Oder willst du an Abfüller für 4€/kg Verkaufen? 50 Völker sind so 1,5 bis 2,5 Tonnen Honig oder auch mehr. Das heißt 2500 Kunden wenn jeder ein Kilo im Jahr zu sich nimmt. Märkte, Einzelhändler, etc.

    Mit Verwandten und Bekanntenkreis kommt man hier nicht weit…

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Hab gesehen, dass das Thema Absatz in mache ist. Wenn Du den nicht hast wenn Du 50 Völker betreibst ist das ein Problem. Die Kunden kommen nicht von alleine, das ist richtig Arbeit. Da is nich: mach ich mal ne Webseite dann loift das…

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Das heißt, du kaufst eine andere Imkerei mit Völkern und Schleudertechnik? Wenn du konkretere Fragen stellst und mehr über Dich und dein Vorhaben erzählst, bekommst du bestimmt bessere Antworten.

    Das ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern, darum wollte ich mich etwas bedeckt halten. Aber ist vllt auch nicht nötig.

    Also: Ich kaufe eine Imkerei mit Völkern, Schleudertechnik (Schleuder, Abfüller), Lagerraum, Absatzmöglichkeiten.


    Ich wollte jetzt vor allem wissen, wie gut das Imkern mit 30h Lohnarbeit zu vereinen ist. Also am Liebsten einfach ein paar Erfahrungswerte von Leuten, die das in einem ähnlichen Ausmaß betreiben. Wenn noch mehr Infos nötig sind: gern fragen.

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • ...

    ...

    Technik und Absatz stehen, da es sich um eine bestehende Imkerei handelt, die aufgegeben wird. Ich weiß, dass das wichtig ist, aber das ist nicht die Frage, die ich hier in dem Thread diskutieren will ;-)

    Da hast Du bei der zu übernehmenden Imkerei eigentlich den besten Ansprechpartner ganz nah.

    Ja, stimmt. Das ist nätürlich die Hauptansprechperson. Ich dachte, es schadet nur nichts, ein paar andere Erfahrungswerte zu hören ;-)

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • Fragen:

    - Wie schätzt Ihr den Zeitbedarf ein (einplanen, dass ich im Moment für alles etwas länger brauche als in 3-4 Jahren)

    - Wann sind die Arbeitsspitzen; Wann verliere ich den Überblick? Ich habe als zeitaufwenig im Kopf: Schwarmkontrolle, Honigerne, Vermehrung + Honigverarbeitung und Vermarktung

    - Was vergesse ich beim Entscheiden, was unterschätzen Anfänger:innen gerne?

    - Welch Tipps gibt es, die Zeit mit geballter Arbeit etwas zu entzerren?

    Ich bin kein Profi, habe jetzt auch erst meine erste große Saison mit 35~ WV hinter mir (davor so 15 ohne Wandern). Die große Arbeitsspitze kam mit der ersten Ernte: Schleudern, Abwandern, trotzdem noch Schwarmkontrolle, und Behandlung der ersten Ableger alles gleichzeitig. Abwandern musste ich mit HR auf den Völkern, weil der Landwirt sehr kurzfristig doch noch den Raps spritzen wollte. Gleichzeitig stehen die ersten Kunden an der Tür und wollen etikettierten, cremigen Honig. Die Arbeitsspitze hat dann nicht mehr aufgehört bis nach der Sommerbehandlung.

    Dieses Jahr war vermutlich vergleichsweise wenig Arbeit (wenig Honig, eine ausgefallene Wanderung), deswegen bleibe ich nächste Saison erstmal bei der gleichen Anzahl Völkern um das in einer "normalen" Saison nochmal auszuprobieren.


    Wenn Du nach dem Kauf ~50 Völker hast, könntest du auch erst einmal 20 Stück im Frühjahr verkaufen (zur Material Konsolidierung vielleicht gleich mit Beuten), und dann mit "nur" 30 Völkern durch die erste Saison gehen. Falls das super klappt, hast du durch Ableger etc wieder 50 in der Folgesaison (ansonsten gleich 80-90 wenn Du mit 50 startest).


    Ich rate Dir, die regelmäßigen Standart-Arbeiten (Schwarmkontrolle) auch in die Standart-Arbeitswoche einzuplanen, soll heißen dass du mit Arbeit + Schwarmkontrolle auf 40 Stunden kommst. Wenn du die Schwarmkontrolle schon am freien Wochenende machen musst, dann drehst Du komplett am Rad wenn Honigernte, Abwandern/Anwandern, Schwarmkontrolle, Ablegerbehandlung und Tante Gerdas Geburstag auf einmal kommen.


    Ich hab mit meinem Arbeitgeber eine Vereinbarung dass ich innerhalb der Saison nur 20 Stunden arbeite, und nehme Urlaubstage zum Wandern und Schleudern. Die fehlen mir dann im Winter, aber dafür bleibt hin und wieder noch ein freier Tag am Wochenende.

    Und natürlich alles im Winter erledigen was man im Winter erledigen kann (Material bestellen, Rähmchen einlöten, Beuten vorbereiten, Lager aufräumen, TÜV vom Anhänger machen).

  • Bei der Völkerführung hat sich gezeigt, das alle Ausreißer nach oben oder unten nur zusätzlichen Streß machen und die meiste Zeit und Aufmerksamkeit des Imkers bedürfen. Das ausgewogene Ausgleichen der Völker im Früjahr scheint da eine gute Möglichkeit für das Beseitigen von Arbeitsspitzen zu sein.

    Kann ich nur Zustimmen und folgendes ergänzen:

    Alles was aus der Reihe Tanzt möglichst nahe am Wohnort an EINEM oder ZWEI ständen konsolidieren. Sonst fährst du jeden Stand 3x die Woche an...

    Stände immer möglichst einheitlich.

    Also nur WV

    Nur Ableger

    Nur Begattungseinheiten

    Nur Schwächlinge (also die mit Perspektive, alles andere Auflösen / Vereinen)

    Habe das dieses Jahr schmerzhaft lernen müssen...


    Zu meinem Hintergrund:

    Habe dieses Jahr beim Arbeitgeber auf eine 4 Tageswoche umgestellt (Überstundenabbau) und so rund 25 Wirtschaftsvölker mit Vermehrung (kräftig!) geführt. Honigernte gabs nicht, wäre aber noch irgendwie machbar gewesen.

    Habe beim AG weiter rund 40h gemacht + Imkerei waren dass dann bis zu 60/65h.


    Bis Juli gings mir recht gut, dann kam der Gau mit gekündigtem Lager und provisorischem Umzug in ein anders Lager umrandet von TBE und Füttern. August war ich im Kopf durch, jetzt gehts wieder.


    Honig-Verarbeitung wäre dabei dann erst nach der Behandlung / Auffütterung möglich gewesen.


    Nächstes Jahr dann mit 3 Tage Woche beim AG und 3 (+1 Reserve) Tagen für die Bienen.

    Für 2023 muss ich mir was überlegen. Der Plan soll dann allmählich wieder Richtung "gemütlichen" 50h Wochen gehen.

  • Hi,

    ich mach das so ähnlich wie du das vorhast. 60+- WV, und ca. 40 Miniplus.

    Ich arbeite Vollzeit.


    Du musst für alles ein Konzept haben das schnell und verlässlich funktioniert.

    Und so wenig wie möglich rumfrickeln mit Kümmerlingen oder missglückten Nachschaffungen. Stattdessen frühzeitig und ohne Trauer abkehren und in die Kiste im Sommer lieber nen Kunstschwarm mehr machen.

    Ableger mach ich nicht, oder nur sehr wenig.


    Du musst körperlich und vorallem auch psychisch überdurchschnittlich belastbar sein.


    Ich würde davon Abraten in einem Schritt von 10 auf 50 zu gehen. Wenn ich im Nachhinein überlege wie ich bei 10 Völkern gearbeitet hab, ist das absolut nicht auf 50 Völker Anzuwenden.

    Aber nicht wegen anderer Technik, sondern wegen dem Kopf. Und damit mein ich nicht dass man sich besser mit der Biologie der Biene auskennen muss, sondern dass das gesamte 'Mindset' gegenüber der Imkerei ein Anderes sein muss.

    Mit der Einstellung/Arbeitsweise eines 10 Völker Imkers kann man meiner Meinung nach maximal 30 machen. Das muss sich entwickeln, das lernt man aus keinem Buch und von keinem Kollegen. (So war das bei mir zumindest)


    Viel Erfolg :)

    Luis

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Das heißt, du kaufst eine andere Imkerei mit Völkern und Schleudertechnik? Wenn du konkretere Fragen stellst und mehr über Dich und dein Vorhaben erzählst, bekommst du bestimmt bessere Antworten.

    Das ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern, darum wollte ich mich etwas bedeckt halten. Aber ist vllt auch nicht nötig.

    Also: Ich kaufe eine Imkerei mit Völkern, Schleudertechnik (Schleuder, Abfüller), Lagerraum, Absatzmöglichkeiten.


    Ich wollte jetzt vor allem wissen, wie gut das Imkern mit 30h Lohnarbeit zu vereinen ist. Also am Liebsten einfach ein paar Erfahrungswerte von Leuten, die das in einem ähnlichen Ausmaß betreiben. Wenn noch mehr Infos nötig sind: gern fragen.

    Ich arbeite in meinem Hauptberuf (Selbstständig) ca. 60 Stunden die Woche und betreibe meine Imkerei im Nebenerwerb mit 70 Völkern. Die meiste Arbeit kann man ja ein bisschen schieben oder es wird nachts Etikettiert. Es ist schon manchmal stressig, vorallem wenn unsere kleine nicht in den Kindergarten kann wegen laufender Nase und ich, da Selbstständig, mich um Sie kümmere. Aber am Ende der Saison hat es aber doch wieder irgendwie hingehauen. Wenn ich eine Imkerei mit Kundenstamm übernehmen könnte, ich würde es tun. :thumbup:

  • Du musst körperlich und vorallem auch psychisch überdurchschnittlich belastbar sein.


    Ich würde davon Abraten in einem Schritt von 10 auf 50 zu gehen. Wenn ich im Nachhinein überlege wie ich bei 10 Völkern gearbeitet hab, ist das absolut nicht auf 50 Völker Anzuwenden.

    Aber nicht wegen anderer Technik, sondern wegen dem Kopf.

    Hey Luis, in deinen Logbuch-Thread hab ich auch schon reingelesen. Schön, dass Du schreibst! :)


    Ich habe mir das Wachsen auch langsamer vorgestellt. Aber ich weiß nicht, wie schnell sich so eine Möglichkeit nocheinmal ergibt, darum mache ich jetzt den größeren Sprung. Dass es mich mental fordert bis überfordert, habe ich eingeplant. :-D Darum will ich mich jetzt einfach so gut es geht vorbereiten!


    Du hast in deinem Logbuch geschrieben, dass Du in der Hauptsaison Arbeitsstunden reduzieren kannst. In welchem Ausmaß musst Du reduzieren, um mit der Bienenarbeit hinterher zu kommen? (Bin erst bei Seite 2 angekommen, vllt schreibst Du das ja auch noch^^)

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • und plane jetzt den Sprung in den Nebenerwerb -

    Ich nehme an, du hast den entsprechenden Absatz schon ziemlich sicher in der Tasche? Es wurde ja schon gefragt, da schließe ich mich an: Wo soll das Ganze den stattfinden? Es soll ja Gegenden geben, wo es sowieso schon zu viele Imker und Honig und daher zu schlechte Preise gibt...


    Im Profil wäre die Angabe am besten aufgehoben, dann kriegst du auch mehr Antworten.

  • Ich arbeite in meinem Hauptberuf (Selbstständig) ca. 60 Stunden die Woche und betreibe meine Imkerei im Nebenerwerb mit 70 Völkern. Die meiste Arbeit kann man ja ein bisschen schieben oder es wird nachts Etikettiert. Es ist schon manchmal stressig, vorallem wenn unsere kleine nicht in den Kindergarten kann wegen laufender Nase und ich, da Selbstständig, mich um Sie kümmere. Aber am Ende der Saison hat es aber doch wieder irgendwie hingehauen. Wenn ich eine Imkerei mit Kundenstamm übernehmen könnte, ich würde es tun. :thumbup:

    Ja, das ist der Lebensstil der Selbstständigen, Respekt! :-D Daneben sehen 50 Völker nebenher recht machbar aus. Wie lange hat es genauert, bis Du so eingespielt warst mit den Bienen, dass das nebenher so gut funktioniert? Wie schnell und in welchen Sprüngen bist Du gewachsen?

    10 Völker, 12er Dadant, weniger 10 Jahre Erfahrung

  • Du hast in deinem Logbuch geschrieben, dass Du in der Hauptsaison Arbeitsstunden reduzieren kannst. In welchem Ausmaß musst Du reduzieren, um mit der Bienenarbeit hinterher zu kommen?

    Hi, ich habe garnicht reduziert. Ich arbeit 39 Stunden die Woche im Hauptberuf und mache die Imkerei nebenher.

    Im Logbuch kam glaub ich nichtsmehr von mir, das habe ich dann aufgegeben. :)

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.