Jetzt schon Brutfreiheit!? Anfang September 2021

  • Aber das Fuchssche Greiskraut/Kreuzkraut.

    Alle Senecio-Arten enthalten Pyrrozilidinalkaloide (PA). Es gib m.W. über 600 verschiedene PA-Abkömmlinge, von denen ca. 12 auf deren Giftigkeit näher untersucht worden sind. Insofern ist es gut möglich, dass sich die Bienen da etwas eingefangen haben könnten.


    Das Wissen bezieht sich im Wesentlichen auf die genannten 12 PA - von den restlichen Abkömmlingen weiß man wenig. Es wäre aber schon sehr wichtig zu wissen, welche Senecio-Art gesammelt wurde (Pollenanalyse sollte es ja hergeben).


    Wir haben hier große Blühfelder mit Jakobskreutzkraut (Senecio jacobaea) ab Mitte Juli - alles gelb. Da hilft nur gegen anpflanzen (Spätsommerblüher), weil die Bienen zuerst das verfügbare Gut in der Nähe nutzen. Vergiftungserscheinungen habe ich bisher nicht beobachten können. Den Honig muss man halt vorher geschleudert haben.

  • Woran hat er es erkannt? Den fehlenden Larven?

    Hallo, genau daran. Stifte viele. Er hat also mehrere Tage beobachtet, es sind aber keine Larven geschlüpft, oder halt geschlüpft und nicht so groß geworden, dass man sie sieht.

  • Es wäre aber schon sehr wichtig zu wissen, welche Senecio-Art gesammelt wurde

    Mit großer Wahrscheinlichkeit das Fuchssche, nach Vorkommen und Sammelverhalten.

    Das Jakobskreuzkraut wird (hier) so gut wie garnicht beflogen von den Honigbienen.

    Könnte also zumindest mal bedeuten, dass 'kontaminiertes' Winterfutter im Frühjahr nicht mehr schädlich ist?

    Die Bienen halten aber eventuell gar nicht so lange durch.

    Außerdem wird der Pollen das Problem sein, weniger der Honig.

  • Könnte also zumindest mal bedeuten, dass 'kontaminiertes' Winterfutter im Frühjahr nicht mehr schädlich ist?

    Die Bienen halten aber eventuell gar nicht so lange durch.

    Außerdem wird der Pollen das Problem sein, weniger der Honig.


    Da hab ich mich unklar ausgedrückt. Meinte mit 'Winterfutter' in diesem Zusammenhang eher 'überwintertes Futter', also nicht nur die Kohlenhydrate, sondern auch die Proteine.

    Schliesslich ist überwinterter Pollen ja auch nicht im Ursprungszustand, sondern fermentiert.


    Die allererste Brut in der neuen Saison wird also über den Fettkörper der Winterbienen und nur bei ungünstigen Wetterverhältnissen durch eingelagerten Pollen versorgt - und das könnte (!) meinem Verständnis nach beides nicht mehr belastet sein.


    Aber, wie bereits erwähnt, das sind nur meine laienhaften Rückschlüsse aus dem, was ich gestern Abend erfahren habe.


    Wenn das Volk vorher schon kollabiert ist, hilft mein theoretisches Geschwätz natürlich niemandem.

    Wenn aber hier grade jemand mitliest, der sich Sorgen macht, dass das seine (noch vorhandenen) Völker auch betreffen könnte, würde meine Überlegung die Sorgen bzgl. einer schlechten Auswinterung vielleicht etwas relativieren.


    Ob man seine Bienen im kommenden Jahr wieder der gleichen, potentiellen Gefahr aussetzen möchte, kann ja jeder für sich entscheiden.


    Nur für JETZT, da der Drops schon gelutscht ist... 🤷🏻‍♀️

  • Das für mich relevante Wort aus dem LAVES Bericht heißt "ungünstig". Die Details zu den ungünstigen Bedingungen sind nicht genauer beschrieben. Aber anscheinend sind da noch mehr Faktoren im Spiel, wie meistens bei Bienen.

    Standortwechsel ist ja ganz nett, nur wenn man umgeben ist von solchen forstwirtschaftlichen Harakiriflächen nicht immer ganz einfach.

  • Standortwechsel ist ja ganz nett, nur wenn man umgeben ist von solchen forstwirtschaftlichen Harakiriflächen nicht immer ganz einfach.

    Richtung Limburg Gib es so was nicht, da stehen sie in der Agrarwüste.....Er ist ja auch aus dem Siegerland weg.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Richtung Limburg Gib es so was nicht, da stehen sie in der Agrarwüste.....Er ist ja auch aus dem Siegerland weg.

    Bis bald Marcus

    Hallo Marcus,


    darf man wissen wo im Siegerland er gestanden hat und kannst du nochmals genau nachfragen, welche Pflanzen gemäß Untersuchung identifiziert wurden?


    Und in welchem Zeitraum er dort war?


    Die meisten aus dem angrenzenden Hessen kommen ja nach deren Trachtende wegen dem Salbei-Gamander ins Siegerland.

  • Hallo, er wohnt dort, hat seine Stände dort verteilt, ecke Wilnsdorf. Er hat meines Wissens nach nicht nach Pflanzen, sondern Wirkstoffen suchen lassen. Die Umliegenden IV wissen Bescheid, es kümmert sie aber nicht. Siegerländer halt ....

    Bis bald Marcus

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  • Hallo, er wohnt dort, hat seine Stände dort verteilt, ecke Wilnsdorf. Er hat meines Wissens nach nicht nach Pflanzen, sondern Wirkstoffen suchen lassen. Die Umliegenden IV wissen Bescheid, es kümmert sie aber nicht. Siegerländer halt ....

    Bis bald Marcus

    Nicht alle. Ich bin auch einer. Aber das wir stur sein sollen trifft oftmals zu...


    Aber das wird es auch woanders sein. So nach dem Thema: Haben wir immer schon so gemacht usw.


    Ich würde ja auch nicht nachfragen, wenn ich solche Hinweise nicht ernst nehmen würde!

  • Was sollen sie denn auch machen? Großflächig das Siegerland bienenfrei machen?

    Hallo, es war Anfang September, man hätte wenigstens mal bei die Brustnester schauen können und nicht ganz entspannt sich zurücklehnen und sagen, so spæt schau ICH nichtmehr in die Völker. Die 4 Imker die geschaut hatten, hatten das gleiche Schadbild. Die haben gemeinsam saniert und direkt danach vernùnftige Brutbilder.

    Ich werde auch Ende Oktober nicht mehr schauen, denn der Zug ist abgefahren.

    Bis bald Marcus

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  • Er hat meines Wissens nach nicht nach Pflanzen, sondern Wirkstoffen suchen lassen.

    Frag doch bitte mal etwas genauer nach um was es konkret geht.

    Meinst du, die Pollen wären nicht bestimmt worden?



    Vielleicht wäre es sinnvoll ab #76 ein eigenes Thema hieraus zu machen. Hartmut?

  • Hallo Berggeist, habe noch mal nachgefragt. Im Sauerland gibt es aber bestimmt auch viele Kahlschläge. Nur ob die komischen Pflanzen überall gut gedeiehen, dass ist fraglich.

    Bis bald

    Marcus

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  • Wir sind mit den Kalschlägen 1-2 Jahre hinter mancher anderen Gegend, seit 2007 allerdings auch schon mit Vorsprung auf vielen Flächen.

    Dem Fuchsschen Kreuzkraut reichen aber schon lichte (Fichten-) Wälder für die Entwicklung, es bedarf keines Kahlschlages.

    Ich beobachte das schon mehrere Jahre, habe aber noch nie etwas untersuchen lassen, weil das Ergebnis sowieso der Varroaschaden gewesen wäre.

    Je genauer man hinsieht desto auffälliger wird es.

    Im letzten Jahr habe ich einen ganzen (kleinen) Stand abgeräumt, obwohl die Völker frühzeitig behandelt worden sind und keine hohen Varroabefallszahlen festzustellen waren. Zur Ernte waren die Völker sehr stark. In den Völkern fand ich direkt bei dem toten Bienenrest fast immer große Mengen gelben Pollen. Dort gab es viel von dem Kreuzkraut und wenig Alternativen nach der Ernte.