Drüsiges Springkraut

  • Dadurch haben die es hinbekommen, das Springkraut bei uns in der Region komplett auszurotten. Vor 40 Jahren waren die Gräben noch gesäumt davon, heuer findet man nischte mehr vor.

    Was wächst in diesen Bereichen jetzt?

    Gras. So ähnlich wie auf deinem Bild sieht es bei uns auch aus - außer das beide Seiten gemäht werden........ Ich mache nachher mal ein paar Fotos!

    Na, das hat sich ja gelohnt. Kennt eigentlich jemand konkrete Schäden, die durch Springkraut aufgetreten sind?

    Verdrängung heimischer Arten.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich habe mir den Text durchgelesen, aber leider null Informationswert darin gefunden. Gerade zur Hauptfrage, ob es einen kausalen Zusammenhang oder nur eine blosse Korrelation gebe, wird nichts gesagt.


    Manchmal frage ich mich, ob man seine Xenophobie, die sich bekanntlich nicht mehr gegen Menschen richten darf, nun einfach bei den Pflanzen umso ausgeprägter ausleben will. Unser Grundkursleiter hat mal gesagt, es sei schon pikant, dass man Asylbewerber damit beauftrage, invasive Neophyten auszureissen …

  • wenn man bedenkt, wie viele Arten vor den Eiszeiten bei uns gewachsen sind, ist das was bei uns als heimisch bezeichnet wird, nur ein trauriger Abklatsch von dem was mal war. Und die letzte Eiszeit ist gerade mal 20000 Jahre her. Jetzt kommt der Klimawandel und unsere Pflanzen haben eine wesentlich kleinere Basis an Artenvielfalt diesen zu überstehen als Asien oder Nordamerika.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Manchmal frage ich mich, ob man seine Xenophobie, die sich bekanntlich nicht mehr gegen Menschen richten darf, nun einfach bei den Pflanzen umso ausgeprägter ausleben will.


    Klar ich projiziere jetzt meinen Rassismus auf arme kleine kleine Pflanzen....

    Ich finde es ebenso pikant, das man hier einersets gegen den Rückgang von Insekten und Blühpflanzen wettert und dann andererseits es super findet Neophyten frei zusetzen die so Dominant sind das selbst Brenneseln verdrängt werden.


    Besonders naturbelassene Auenwiesen oder Feuchtwiesen mit noch ein paar verbliebenen heimischen Arten, macht Springkraut inerhalb kürzester Zeit platt.

    (War das jetzt wieder Xenophob?)

  • Interessant sind die Argumente, die sonst vom Tisch gewischt werden. Vergleich zwischen dem Neophyt Balsamine und bspw. Jakobskreutzkraut bringen das zutage. Letzteres wird hier (!) durch den NABU verteidigt, als hinge unser aller Leben davon ab. Dabei sind die Viehhalter stocksauer, ebenso die Imker. Ist aber "heimisch"!


    Springkraut dagegen ist böse, weil Neophyt!?? :/

    Es wächst nur auf gutem Boden in feuchten Lagen, ist nicht giftig und verdrängt was ?


    Man bedenke, alles war mal irgendwie Neophyt - eine Frage von Fristen!

    Es wird niemals, auch nicht mit größter Anstrengung, ein Erhalt des Status quo geben. Leben heißt Wandel, ständig.

  • Ich finde es ebenso pikant, das man hier einersets gegen den Rückgang von Insekten und Blühpflanzen wettert und dann andererseits es super findet Neophyten frei zusetzen die so Dominant sind das selbst Brenneseln verdrängt werden.

    Wer sagt, dass die ach so bösen Neophyten heimische Pflanzen so extrem verdrängen? Mir ist das nichts Fundiertes bekannt.

    Besonders naturbelassene Auenwiesen oder Feuchtwiesen mit noch ein paar verbliebenen heimischen Arten, macht Springkraut inerhalb kürzester Zeit platt.

    Sagt wer? Begründung, Zahlen, Fakten?

    (War das jetzt wieder Xenophob?)

    Mein Hinweis war nicht als Angriff gegen Dich gedacht, bitte nicht falsch verstehen! Wieso müssen heimische Pflanzen immer zwingend besser sein als Neophyten? Was blüht jetzt, das mit dem drüsigen Springkraut mithalten könnte?


    Um es klar zu stellen: Auf meinem kleinen Fleckchen Land versuche ich (sehr zum Leidwesen meiner lieben Frau), einen möglichst naturbelassenen Garten mit heimischen Pflanzen zu etablieren. Nur mache ich daraus keine Religion. Ein Bienenbaum darf da z.B. auch wachsen, weil er einfach unbestreitbar wertvoll für die Fauna hier ist. Sommerflieder hatte ich auch mal (nicht von mir gepflanzt), da schaut man halt, dass die ihre Samen nicht wild in der Gegend verteilen. Hier in der Nähe wachsen aber eh ein paar Exemplare im Freien, unbeaufsichtigt und ungepflegt. Die breiten sich jetzt weiss Gott nicht aus. Die heimische Flora stirbt wegen Überdüngung. Den Autobahnen entlang, wo nie jemals ein Mensch seinen Fuss hinsetzt, wird quadratkilometerweise mehrmals pro Jahr alles kurz und klein gehackt, das Mulchmaterial lässt man liegen, da kommt nur noch Gras. Das wäre mal ein Problem, über das man sich echauffieren könnte! Drüsiges Springkraut musste ich wochenlang suchen, um es mal live zu sehen. Pollen- und Nektarwerte sind extrem hoch und das zu einer Zeit, wo die Insekten sonst fast nix mehr finden in unserer aufgeräumten Landschaft.


    Einem Einwand wie jenem, den Kikibee vorgebracht hat (erhöhte Erosionsgefahr), kann ich folgen, weil das einleuchtet, aber das immer gleiche Geleier mit der immer gleichen lückenhaften Evidenzbasis überzeugt mich nicht.

  • Wenn in deiner Region keine Kleewiesen im Frühjahr mehr blühen, weil das Springkraut die plattgemacht hat, überlegst du vielleicht ob das mit dem Springkraut so ne gute Idee war.

    das Beispiel "Kleewiese" ist nun mal gerade nicht nicht geeignet. Der Klee und die anderen Wiesenkräuter sind nicht wegen den Neophyten verschwunden sonder schlicht wegen Überdüngung und Pestizideinsatz auf dem Grünland. Deswegen gibt es auch kaum Wiesen sondern nur noch Grünland. Kommentar eines Bauern zu gelben Löwenzahn Wiesen: Die haben hier wohl noch nicht gelernt das man dagegen spritzen kann! Zitat ende.

    Würde es an den eingeschleppten pflanzen liegen müssten die Weiden oder zumindest die Feldränder ja voll sein davon! Da sind aber nur noch drei Arten von Gras -->natürlich wegen der Neophyten logisch oder? (gemähte -Gras-Flächen sehen ja immer so schön ordentlich aus)

    Vg

    Martin

  • Neophyten.....

    Sicher gibt es viele davon, die die Meisten gar nicht auf dem Schirm haben.


    Es wird offensichtlich zwischen "gut" ( z.B.Robinie ? Schimpft Niemand drüber):)

    und "böse" ( z.B. Riesen-Bärenklau , ist ja auch wirklich übel ):huh:


    unterschieden.

    Dazwischen sowas wie , na ja, "Grauzone" (z.B. Titelthema)

    Scheiden sich ja die Geister.


    Ich fand das Blütenmeer beeindruckend,

    riesige und offenbar wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten.

    Haben es ja schwer genug.

    Und vom Platz her , sollte in unserer Landschaft eigentlich noch immenses Potenzial für viele Arten vorhanden sein.:thumbup:


    LG

    Hulki

  • Immerhin wächst es da, wo des Landwirts Spritze nicht vernichten will.

    Wo spritzen die denn bei euch nun noch?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Wieso müssen heimische Pflanzen immer zwingend besser sein als Neophyten? Was blüht jetzt, das mit dem drüsigen Springkraut mithalten könnte?

    Es gibt zahlreiche Arten, die sich an bestimmte, heimische Pflanzen angepasst haben und als ausgesprochene Spezialisten von diesen Wirtspflanzen abhängig sind. Bei invasiven Neophyten gibt es das zwangsläufig nicht, diese helfen also nur Generalisten wie den Honigbienen. Um die es es ohnehin deutlich besser bestellt ist.


    Ich sehe daher keinen nennenswerten ökologischen Gewinn durch Goldrute, Balsamine & Co. Im Gegenteil, sie verdrängen womöglich noch die letzten paar Zaunrüben (oder was weiß ich was, was diese Nische sonst besetzt), die in einem Gebiet vorkamen. Muss nicht sein, kann aber. Für uns Imker sind diese Pflanzen natürlich toll, aber sie extra ausbringen halte ich für sehr fragwürdig. Auch wenn das Springkraut vergleichsweise unkritisch ist: Wer das bewusst tut, sollte sich künftig nicht mehr den Naturschutz ans Revers heften.


    Zitat

    Wer sagt, dass die ach so bösen Neophyten heimische Pflanzen so extrem verdrängen? Mir ist das nichts Fundiertes bekannt.

    Es hindert dich niemand daran, das zu googeln. Infos zu Goldrute, Springkraut & Co gibt es wahrlich genug. Man muss es nur lesen (wollen).

  • die so Dominant sind das selbst Brenneseln verdrängt werden.

    Wenns so wäre. In den Wäldern des Taunus stehen die Brennesseln weiterhin en masse zwischen dem Springkraut.


    ei invasiven Neophyten gibt es das zwangsläufig nicht, diese helfen also nur Generalisten wie den Honigbienen.

    Gestern beim Waldspaziergang sah ich nicht nur Honigbienen im Springkraut, auch Hummeln und diverse Solitärbienen, einige Fliegenarten fanden das auch attraktiv.

  • Die Bienen haben lange ohne überlebt.

    Früher gab es aber auf jedem abgeernteten Acker auch noch, nach der Ernte, Mohn, Kornblumen, Senf oder ähnliche Blühpflanzen die von alleine aufgegangen sind, das hat sich in der zwischenzeit auch erledigt, wurde sozusagen wegrationalisiert - das braucht ja auch kein Mensch - also auf früher zu verweisen als hätte sich die Umwelt nicht geändert, ist alles andere als zielführend...

  • Ich fürchte, der Naturschutz, der uns das Imkern weiträumig verbieten will, ist wohl nicht angewiesen auf die Unterstützung der Imker. Also, wenn jetzt jeder für sich alleine kämpft, dann werden wohl einige Imker ins Kraut springen. Wieviele sind wir nochmal, ca. 150.000?

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.