• Hallo Imker!


    hat vieleicht jemand von euch erfahrung mit Kunstglucken oder Brutgeräten für die Weiselzucht. Würde mich über anregungen sehr freuen.

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    Ich bin nicht die Signatur,
    ich putze hier nur.

  • Hallo Kollege,


    da kann ich gerne weiter helfen. Ich arbeite seit 3 Jahren mit einem Brutschrank der Fa. Warnholz, und dies mit besten Ergebnissen. Das Ding war nicht ganz billig, es hat mich über 1300 DM gekostet, aber war bislang sein Geld wert.
    Die handwerkliche Ausführung hat mich voll überzeugt, und auch die Beratung durch die Firma war super.
    Mit Kunstglucken kenne ich mich persönlich nicht so aus, habe aber im Verein einen Kollegen, der so ein Ding benutzt. Der mußte sich einen genauer gehenden Thermostat einbauen, weil der mitgelieferte zu große Temperaturschwankungen zuließ. Dafür war das Ding aber auch billiger als mein Schrank.
    Bei Interesse kann ich dir ja gerne mal mehr berichten, worauf es so ankommt usw.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • hallo michael!


    were nett wenn du mich mal näher auf die Zucht mit Brutgeräten aufklähren lönntest. Müssen da eigentlich begleitbienen und/oder futter mit in den brutschrank?(also natürlich in den schlüpfkäfig)

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    Ich bin nicht die Signatur,
    ich putze hier nur.

  • Hallo Du alter Lateiner, :wink:


    ich würde vorschlagen, daß ich dir alles, was ich über Brutgeräte so weiß, als pMail zukommen lasse, weil es doch ein etwas größeres Traktat werden wird.
    Nur soviel: Begleitbienen nein. Futter (wenig) ja.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    also mich interessiert das auch. Ich würde auch mehr als 3000 Zeichen noch gerne lesen. :D Schreib's doch vielleicht doch ins Forum, bitte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    gerne.
    Ich habe den Text an den anderen Kollegen nochmal reinkopiert.


    Hallo Apiarius,


    mögen die Würfel fallen …
    Ein Brutschrank wird, wie Du weißt, dazu benutzt, möglichst effektiv und mit wenig Aufwand möglichst viele Königinnen zu erzeugen.
    Du stellst den Brutschrank in einen Raum mit möglichst gleich bleibender Temperatur, um ihm das Leben möglichst zu erleichtern. Je mehr Temperaturschwankungen, desto mehr muss der Schrank mit seinem Thermostat nachkorrigieren.
    Ich habe mich für einen Schrank entschieden, und nicht für eine Kunstglucke, weil ich viele Königinnen erzeugen muss.
    Der Schrank sollte 35° plus/minus 0,5° konstant halten, bei einer Feuchte von 60-80% rel. Feuchte.
    Daher soll der Schrank folgende Kriterien erfüllen:
    • Rundum isoliert, möglichst doppelwandig sein
    • Große Sichtscheibe, auch aus Isoglas, so dass eine Sichtkontrolle von außen erfolgen kann, ohne die Tür zu öffnen und dadurch die Temperatur zum Schwanken zu bringen.
    • Genau gehender Thermostat, wie gesagt plus/minus 0,5° Abweichung von 35°C
    • Laufruhiger Ventilator, der keinerlei Schwingungen aussendet, so dass es keine Störungen der Metamorphose der Bienen gibt.
    Den von mir verwendeten Schrank findest Du unter: http://www.warnholz.de/shop/


    Er hat auch den Vorteil, dass du die Königinnen auf Leisten stellen kannst, und somit verschiedene Zuchtserien nebeneinander unbehelligt stehen lassen kannst.


    Wie also benutze ich den Schrank?
    Eine Woche vor der erstmaligen Beschickung schalte ich den Schrank an, er bleibt dann für die gesamte Zuchtzeit Mai-August an.
    Er benötigt einige Tage, bis die Temperatur nicht mehr schwankt.
    Ich stelle ein Glas Wasser hinzu, die Luftfeuchte soll minimal 60, maximal 90° betragen.
    Ich habe mir dazu ein ganz billiges Hygrometer gekauft.
    Sobald die Zellen verdeckelt sind, verschule ich sie und stelle sie –möglichst ohne große Temperaturschwankungen und ohne Erschütterungen – in den Schrank. Auf den Boden kommt ein kleines Tröpfchen Futter. Mehr nicht, damit die Königin beim Schlupf nicht verklebt, was schnell passieren kann.
    Auf jeden „Block“ mit den Zellen kommt ein kleiner Aufkleber mit dem vorherberechneten Schlupfdatum.
    Ab dem Vortag des erwarteten Schlupfes kontrolliere ich die Zellen, und zwar von außen, durch die Scheibe. Sobald die Königinnen schlüpfen, werden sie entnommen und über Absperrgitter einem starken Volk im Schlupfkäfig selbstverständlich zugegeben. Jungköniginnen benötigen den Kontakt mit anderen Bienen zum Überleben, länger als 8-10 Stunden lasse ich sie nie im Brutschrank, sonst sind sie schon gestört. In Völkern überleben sie im Schlupfkäfig problemlos mehrere Tage.
    Nicht geschlüpfte Königinnenzellen werden spätestens am 2. Tag nach dem Schlupftermin entsorgt, selbst, wenn noch eine Königin schlüpft, ist sie nicht vollwertig. Am Ende der Zuchtsaison und vor der Erstbeschickung wird der Schrank gründlich gereinigt, um Krankheitskeime abzutöten.
    Während der Zuchtsaison steht der Schrank in einem Zimmer im Keller, zu dem nur ich den Schlüssel habe, schon die kleinste Erschütterung kann die Zellen schädigen.


    Du siehst, die Zucht mit Brutgeräten ist vom Handling her schon etwas aufwändig, lohnt sich für ambitionierte Züchter aber allemal.



    Soweit mein Text an Apiarus, für Fragen/Anregungen/Ideen/Gegenargumente/Diskussionen usw. stehe ich gerne zur Verfügung.



    ... in diesem Sinne ...


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    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Mit Kunstglucken kenne ich mich persönlich nicht so aus, habe aber im Verein einen Kollegen, der so ein Ding benutzt. Der mußte sich einen genauer gehenden Thermostat einbauen, weil der mitgelieferte zu große Temperaturschwankungen zuließ. Dafür war das Ding aber auch billiger als mein Schrank.


    Hallo Leute,


    ich versuche mal diesen Tread zu "revitalisieren". Ich habe dieses Jahr mal wieder festgestellt dass man bei gutem Wetter ordentliche Ergebnisse bekommt wenn man die Zellen im Volk lässt. Bei schlechtem, kalten Wetter lassen die Ergebnisse aber teilweise deutlich zu wünschen. Dies liegt wohl daran dass ich die Zellen nach dem Verdeckeln schützen muss und die Bienen die Zellen nicht durch direkten Kontakt wärmen können. Meine Buckies meinen sonst gelegentlich zwei oder drei neue Königinnen seien genug und fressen die restlichen Zellen aus.


    Jäger gibt mittlerweile auf seiner Homepage eine Regelgenauigkeit von +/- 0,3 Grad an. Dies scheint mir eigentlich exakt genug zu sein, deshalb verwundert mich die Bemerkung über den ungenauen Thermostat. Aber eventuell hat man ja mittlerweile die Regelungstechnik verbessert.


    Ich züchte primär für den Eigenbedarf, deshalb wäre ein Brutschrank für mich deutlich überdimensioniert. Ein Eigenbau ist aber auch nicht unbedingt mein Ding. Was man an Geld spart geht zu häufig doppelt an Zeit drauf. Aus diesem Grund würde mich interessieren ob es hier mittlerweile weitere Erfahrungen mit der Kunstglucke 50 gibt.


    Güße


    Ulrich

  • Hallo Nigra!


    Habe die Version 50 (= Rund).
    Nicot mit Ausfressschutzkäfig geht rein.
    Die Anzahl kann ich jetzt gerade nicht sagen, aber es sind locker 30 Stück.
    Schlupfraten bei Verbleib der Zellen in einem starken Pflegevolk - was die Regel sein sollte - identisch.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo


    Was macht Ihr bei einer Jäger Kunstglucke um auf die ca. 80% Luftfeuchtigkeit zu kommen?
    Ich habe gerade gelesen dass es für die Königinnen besser ist wenn Sie 80% Luftfeuchtigkeit in der Umgebungsluft haben!

  • Ja!


    Wasser rein und dann reicht das für 2 bis 3 Tage.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)