Langlebigkeit als Zuchtziel

  • Hier mal eine Frage an die Züchter im Forum:


    bei mehrereren Zuchtverbänden oder auch Züchtern habe ich in der Beschreibung einzelner Zuchtlinien manchmal gelesen, daß es sich bei der angepriesenen Linie um eine besonders "langlebige" Biene handeln würde.

    Vermutlich meinen die Züchter hier das mittlere Lebensalter der Arbeiterinnen - nicht der Königin ?


    Nun frage ich mich natürlich, wie der/die Züchter/in dieses Merkmal bestimmt hat ? Ich kann mir nur den Weg über ständige Populationsschätzung von Brut und Adulten vorstellen, um eine Kennzahl über das durchschnittliche Alter der Arbeiterin ermitteln zu können. Das wäre zwar möglich, aber mit gigantischem zeitlichem Aufwand verbunden - vor allem wenn ein Züchter dies auch noch als Zuchtziel festlegen würde und all seine Töchtergruppen auf dieses Merkmal hin untersuchen würde.


    Was steckt also hinter dieser Aussage "Langlebigkeit" ? Wie kann man sie in der praktischen Züchtungsarbeit messen ? Ist sie überhaupt erblich oder nur umweltabhängig ?


    Oder sind Aussagen zur Langlebigkeit Züchterlatein ? Bruder Adam hat die Langleibkeit auch als mögliches Zuchtziel genannt.


    kelte

  • Oder sind Aussagen zur Langlebigkeit Züchterlatein ? Bruder Adam hat die Langleibkeit auch als mögliches Zuchtziel genannt.


    kelte

    Sicher auch viel "Züchterlatein" da Langlebigkeit/Lebensdauer von der erblichen Veranlagung und der Nahrungsversorgung während der Entwicklungszeit abhängen und direkt mit Fruchtbarkeit Leistung und Schwarmträgheit gekoppelt ist. Langlebigkeit beruht auf jedes Einzelindividuum und auch das Volk als Individuum. Schwer pauschal zu sagen da es ja schon wieder mal bei der Aufzucht der Königin beginnt, wurde diese nicht unter besten Bedingungen gezogen und begattet setzt sich schon eine Kettenreaktion in gang auf die man keinen Einfluss mehr hat.


    Messwerte und Vorgehen aus der Praxis würden mich auch interessieren :)

    Bienen und Drohen nach dem Schlupf mit Farbe markieren und schauen was nach Tag X noch so rumfliegt würde mir jetzt noch einfallen abgesehen von der Popolatiosschätzung^^ ..

  • Bienen markieren...

    ;)

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Alle 3 Wochen, mit der Liebefelder Schätzmethode den "Bestand" von Bienen und Brut erfassen.

    Damit bekommt man einen überblick, zu der durchschnittlichen Lebensdauer der Arbeiterinnen.


    Eigentlich nichts neues, und wurde schon vor 50 Jahren gemacht.


    Hans Wille, hat damals diesbezüglich Daten veröffentlicht.


    Lg Sulz.

  • Ich weiß nicht recht!?

    Für mein Verständnis wäre die „fruchtbare Lebensdauer“ ein Zuchtziel.

    Aber wie schon anklingt, es gibt viele Faktoren, die das beeinflussen. Nicht nur die Genetik.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Alle 3 Wochen, mit der Liebefelder Schätzmethode den "Bestand" von Bienen und Brut erfassen.

    Damit bekommt man einen überblick, zu der durchschnittlichen Lebensdauer der Arbeiterinnen.

    Das meinte ich mit Populationsschätzung.

    Beim Bienen markieren braucht man ja eine hohe Stichprobenzahl, da die Lebensdauer des Einzeltieres eine sehr hohe Streuung hat. Das macht dann ja noch mehr Arbeit als Liebefelder.

  • . Das macht dann ja noch mehr Arbeit als Liebefelder.

    Das kann ich so jetzt nicht beurteilen.


    Das Anwendungspotenzial, der Liebefelder Schätzmethode, geht aber weit über das hinaus, für das es heute angewendet wird.


    Hans Wille, hat sich dabei schon etwas gedacht......Wir müssen nur lernen, dies zu Nutzen.


    Noch nebenbei erwähnt. Die Langlebigkeit, hat nicht nur Vorteile.


    Man muss die Sache, schon genau anschauen.


    Lg Sulz.

  • Viel wichtiger als die Langlebigkeit der Bienen zu verbessern, wäre es, wenn man züchterisch versuchen würde, den Verdecklungszeitraum der Arbeiterinnen und Drohnen um drei Tage zu verkürzen ;)

    Das wäre es wohl!

    Aber können wir uns vorstellen welche Folgen das haben könnte?

    Der „Eingriff“ in die Genetik wäre enorm.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Im Endeffekt braucht man nichts markieren und schätzen das sieht man doch beim öffnen der Kiste was da los ist.

    Volle Kisten machen keine langlebige Arbeiterinnen sondern sehr gute Königinnen halb oder dreiviertel volle Kisten weniger gute Königinnen.

    Ist vl. leicht beeinflussbar durch etwas Unterstützung im Wärme-Haushalt des Brutnests durch Schieden mit Thermoschieden ob die deswegen eine höhere Lebenswartung haben ist dahingestellt.

    Ich finde ganz allein liegt es an den Königinnen ob eine tausend oder zweitausend Eier am Tag legt dem entsprechend stark sind die Völker.

  • Bei den Rinderzüchtern ist die Langlebigkeit = Nutzungsdauer ein stark gewichtetes Merkmal im Gesamtzuchtwert. 2 Jahre investiert der Landwirt in das Jungrind bis die Nutzung als Milchkuh beginnt. Da macht es dann wirtschaftlich einen entscheidenden Unterschied, ob die Kuh nur zwei Laktationen schafft oder 10.

    Für ein Bienenvolk müssten die Verhältnisse doch nicht soviel anders sein: DIe Energie für Wärme/Futter der Larvenaufzucht ist sehr hoch im Verhältnis zu zwei Wochen "Nutzungsdauer" als Flugbiene.

    D.h. es müsste schon einen Unterschied auch für die Honigleistung machen, ob die Kiste mit Bienen voll ist, weil die Königin sehr gut legt, oder ob die Kiste mit Bienen voll ist, weil die Bienen langlebiger sind.

  • in kleinen Einheiten, über den Winter, siehst welche langlebig sind.

    Bienen aus Völker die kürzere Brutzeiten haben, sind leider Kurzlebig.

    Langlebigkeit fusst auf bester Ernährung, wenig Verschleiß (Brutpflege) und guter Genetik in der Spermatheka.der Queen und in der Queen selbst.

    Starke volle Völker mit guter Honigleistung wenig Milben und Viren und im Verhältnis weniger Brutfläche, die Stark über den Winter gehen, sind Langlebig.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen