Bienenbeute anstreichen/einlassen

  • Hallo,


    ich möchte meine selbstgebauten Bienenbeuten anstreichen bzw. einlassen.


    Nun sollte ich wissen was dazu am besten geeignet ist? Kann man da auch Leinöl nehmen?


    Vielen Dank für eine Antwort.


    MFG Boris

  • Hallo, Boris,


    ich habe Beuten von Weber in Gera (aus Fichte, glaube ich), und diese auf seinen Rat hin gar nicht behandelt, auch nicht mit Leinöl. Er sagt, so lange von unten keine Staunässe kommt, ist die Fäulnisgefahr kaum gegeben, und das Holz kann besser atmen. Wenn schon behandeln (so Weber), dann erst nach einem Jahr. Er hat unbehandelte Beuten dieser Bauart schon Jahrzehntelang draußen stehen. Gut, sie werden grau - aber das tun sie mit (unpigmentiertem) Leinöl auch.


    Ich habe mich als Anfänger einfach mal daran gehalten.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo,


    es kommt wirklich mehr auf den Geschmack an, ob Anstrich oder nicht. Anstriche lassen Schlagregen nicht so leicht in das Holz eindringen - um wieviel dies die Lebensdauer verlängert, weiß ich nicht.
    Wer das Vergrauen des Holzes nicht mag, sollte mit Farben und nicht mit reinem Leinöl streichen. Farben zu mischen kann richtig Spaß machen.
    Ein Hinweis ist richtig: Anstriche setzen den Wassertransport durch das Holz stark herab. Bei starker Brut und kaltem Wetter (Frühjahr) kann das Holz regelrecht absaufen. Dann sind dunkle Flecke auf dem Holz sehen, die oft zu leichtem Pilzansatz führen. Die Feuchte im Holz gibt sich wieder, wenn die Bienen die Beuten von innen mit Propolis abgedichtet haben.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Johannes,


    die Beuten von Weber sind meines Wissens aus Kiefer (aber keine Weimuth). Fichte wäre eines der schlechtesten Hölzer für Aussenaufstellung. Meine Beuten (Dadant) sind ebenfalls unbehandelt. Die HR stehen eh meist nur in der besseren Jahreszeit draußen, und die BR sind gezinkt. Langjährige Erfahrung damit fehlt aber noch.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    so schlecht kann Fichte nicht sein. Bei uns gibt es hauptsächlich Fichte. Meine Beuten sind selbst gebaut aus 27 mm (30 mm gehobelt) Vollholz-Fichte. Teilweise sind sie im Bienenhaus -und teilweise in Freiaufstellung aufgestellt. Die ältesten Zargen sind 15 Jahre alt - vollständig unbehandelt. Innen sind sie schon schön dunkel, da ich sie jährlich mit 700 Grad heissem Abbeizföhn bearbeite. Eine Partie habe ich mit echtem Leinöl (unbehandelt) eingelassen, und ein Jahr einziehen lassen. Ich kann keine längere Haltbarkeit feststellen. Meine Überlegung, warum ich nicht behandeln will ist, dass meines Erachtens der Feuchtigkeits-Transport nach aussen besser funktioniert.. Wie schon angeführt ist es besonders wichtig, dass keine Nässe eindringen kann. Hier habe ich mir insofern beholfen, dass ich mir als Abdeckung verz.Blechplatten mit Falz habe anfertigen lassen, sodass auch die Auflagepfosten stets trocken bleiben.
    Wünsche eine gute Zeit - und noch ein paar
    schöne Tage bei den Bienen
    Tschiwi

  • Hallo Fritz,


    natürlich kann man jedes Holz in der Art behandeln, daß es der Witterung standhält. :wink:
    Wollte mich daher auf das unbehandelte Holz beschränken.
    Info über die Fichte hab von einem Schreiner(in).


    Gruß
    Matthias

  • Hallo,
    auch ich kann bestätigen, dass Fichtenholz nicht so schlecht sein kann, sogar ohne Anstrich. Schaut euch doch mal alte Heuschober an. Teilweise sind sie 80 bis 100 Jahre alt - und aus welchem Holz? Fichte!! Fichtenholz hält wunderbar jeder Witterung stand, wenn es nach Regen und Schnee wieder gut trocknen kann. Was voraussetzt, dass Luft ran kann und keine Staunässe vorhanden ist.
    Schöne Grüsse von Pit

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Meine ältesten selbstgebauten Zargen aus Fichte/Tanne vom Sägewerk sind 10 Jahre alt und sehen heute noch absolut perfekt aus. Anders sieht es bei den Böden aus, die stehen bei mir auf einer Palette und können dadurch nach einem Regen lange feucht bleiben. Aber 5 - 10 Jahre werden die lausigsten wohl schon noch halten. Bei Neubau von Böden verwende ich seit letztem Jahr für die untersten Leisten Eiche. Hat jemand Tipps zur Lebensdauerverlängerung von Böden?
    Zum Anstreichen verwende ich reines Leinöl (ohne Sikkative) in das ich im Wasserbad erwärme und rund 20% ungiftiges Pigment (deutsche oder zyprische Umbra sind meine Favoriten) einrühre. Wenn das Leinöl beim streichen noch warm ist zieht es klasse ins Holz ein und ist nach 1-2 Wochen troken. Die Anstriche von Auro oder Linos nehme ich nicht mehr, weil die furchtbar nach Orangenschalenöl riechen und auch Sikkative enthalten. Diese sind zwar Bleifrei, enthalten dafür aber andere auch nicht viel weniger schädliche Schwermetalle.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo liebe Imker(innen),


    habe mir über die dauernde Durchnäßung der Böden auch schon Gedanken gemacht. Eiche käme für mich "Wanderer" eher nicht in Frage. Alternativ hatte ich gedacht flache Alu-Profile unter die aufliegenden Bodenteile zu schrauben. Damit wäre der Feuchtigkeitsübergang gesperrt, und die Beuten würden beim Verladen sogar besser gleiten.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo zusammen,


    ich hör hier fast immer nur von Fichte - Holz.


    Auch die Tanne ist bestens geeignet und wer nach Tannenholz nachfragt, trägt zu ihrem Schutz bei.
    Nicht umsonst wurde die Tanne als Baum des Jahres 2004 gekürt.
    Und was würden wir tun ohne unseren Tannenhonig ?


    Wer mehr über dei Problematik wissen will, kann mal hier nachsehen: www.weißtanne.de .


    Viele Grüße


    buchneria

  • Hallo Mathias,


    Aluminium als Unterkonstruktion kann ich nur empfehlen. Habe bei einem meiner Stände im Wald die Feststellung gemacht, daß Ameisen Aluminium nocht besonders mögen. Verwende als Unterkonstruktion für die Auflage einer Pritsch für 10 Magazine Aluminium (Schrotteile aus einem Metallbau, unlackiert). Im Gegensatz zum Vorgängermodell habe ich keinerlei Probleme mehr mit Ameisen.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Wespenkönig etc,


    als Zimmermann baue ich meine Beuten auch selbst und streiche sie einmal aus eher ästhetischen Gründen mit Leinölfirnis. Jedes Pigment verliert seine Wirkung gegen UV-Strahlen nach 1-2 Jahren. Meine langjährige Erfahrung auch in der Altbausanierung hat mich gelehrt, dass der Konstruktive Holzschutz immer das Beste ist, es sei denn wir bauen alles aus Eichenholz (Kernholz), dann hielten die Beuten unbehandelt, Sonne und Regen ganzjährig ausgesetzt wohl 200 Jahre. Konstruktiver Holzschutz heißt in dem Fall: ich habe einen waagerecht gemessenen Dachüberstand von ca. 30 cm rings um die Beute bei meinen einzeln aufgestellten Beuten. Die Abdeckungen sind leicht aber groß (acht Leisten und ein Stück Wellbitumen ca. 80 x 110 cm bei Langstroth) wobei zwei Backsteine selbst bei starkem Wind ausreichend gegen Abheben schützen. Die Beuten stehen windgeschützt auf 50 cm hohen Böcken so sind sie auch gegen das Spritzwasser von unten geschützt. Die Böden bleiben trocken.


    Gruß Jona Obermann

  • hallo zusammen
    soviel ich weiss hält sich fichte im freien ohne anstrich besser als kiefer. diese verwendet man nur aus gewichtsgründen, aber die paar hundert gramm machen bei ner vollen zarge das kraut auch nicht fett. meine beuten stehen auf einem holzrahmen. auf den rahmen habe ich ein elktrokabel genagelt. der beutenboden steht also auf dem kabel und hat so immer 5mm abstand zum untergestell. dadurch ist die auflagefläche sehr klein und es kann sich keine staunässe bilden, was die lebensdauer erhöhen sollte (da ja die böden vor allem an den auflageflächen faulen)
    streichen tu ich garnichts.
    gruss
    wolfgang

  • Hallo Wespenkönig,


    schön, jemanden zu finden, der mit Leinöl arbeitet. Darum ein paar neugierige Fragen:
    Warum nimmst Du Leinöl lieber als Leinölfirnis? Nur wegen der Sikkative? Reines Leinöl läßt sich aufgrund seiner hohen Zähigkeit schlechter verstreichen als Firnis. Warum ist das Öl eigentlich soviel zäher als der Firnis?
    Du magst Umbra. Welchen Farbton hat dieses? Ich kenne Umbra rötlich und grünlich und sogar als merkwürdiges grau.
    Mit 20% Pigment wird es nach meiner Erfahrung eher eine Lasur als eine deckende Farbe.
    Einer der von mir als gut befundenen käuflichen Anstriche ist Livos Donnos-Lasur. Das Öl dringt tief ein und ist somit eher eine tönende Imprägnierung. Aber sehr stoßempfindlich, da die Pigmente obenauf liegen. Leinölanstriche vertragen da mehr.


    Hallo Buchneria,
    Tanne ist ein feiner Baum. Das Holz ist aber fast gleichwertig mit Fichte. Es wird laut http://www.schreiner-seiten.de/ nur dann bevorzugt, wenn das Harz der Fichte stört.


    Hallo Jona,
    daß ein übliches Pigment seine Wirkung verlieren soll, ist mir neu. Wie soll Sonnenlicht ein Oxid, was die meisten Pigmente ja sind, verändern?
    Die Alterung eines Anstriches geschieht meist über einen Verlust an Bindemittel (die Farbe "kreidet" dann). Leinölanstriche kann man deshalb wunderbar mit etwas Firnis auffrischen.


    Grüße, Thomas