vermeintlicher Naturschutz

  • Es gibt wohl mittlerweile Verbote zur Aufstellung dort durch die jew. untere Naturschutzbehörden mit Duldung dieses Vorgehens durch Ministerien.

    Die meisten haben noch nicht verstanden, dass es nicht nur um die Aufstellung direkt IM Naturschutzgebiet geht, sondern um ein Aufstellungsverbot auch in 2 Kilometer Umkreis.


    Ich kann nur empfehlen, sich argumentativ in jedem Verein gut vorzubereiten und Zahlen, Daten, Faken, Beobachtungen zu sammeln, nicht dass das Kind erst in den Brunnen fallen muss. Wäre zum Beispiel - wie an anderer Stelle empfohlen - nicht doof, sich als Imkerverein verstärkt um natürliche Lebensräume der Wildbienen zu kümmern, weil das Fehlen von Lebensräumen NACHWEISLICH Wildbienen zurückdrängt, während die aus der Schublade gezauberte angebliche Nahrungskonkurrenz in den allermeisten Fällen nur eine überhaupt nicht belegte BEHAUPTUNG darstellt. Also dass WIR uns der Wildbiene annehmen - dann sind WIR plötzlich die Guten und vielleicht geht der Kelch dann an uns vorbei.


    Die Diskussion über Sinn und Unsinn hatten wir hier schon, es soll ja sogar den umgekehrten Effekt geben, dass in manchen Fällen mehr statt weniger Wildbienen mit dem Einführen der Honigbiene vorkommen, weil sich die natürlichen Fressfeinde dann eher auf die Honigbienenstöcke konzentrieren, und weil Imkerkollegen häufig Trachtpflanzen ausbringen, die auch Wildbienen zugute kommen.


    Man könnte natürlich auch einfach nur provozieren/polemisieren und sagen "lass sie mal schön die Imkerei aus Deutschland komplett zurückdrängen, wenn der Honig nur noch aus dem Ausland kommt, sind wir hier die Saubermänner, weil hier ist ja dann alles ok. Und billiger isses auch noch." - Das wäre dann die passiv-aggressive Variante (die den Vorteil hätte, dass man es einfach nur laufen lassen müsste, was m.E. nicht die konstruktivste Variante wäre, aber es würde dann schön hochkochen).


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • nicht dass das Kind erst in den Brunnen fallen muss.

    Als Ergänzung, könnte ich mir auch einen "politischen Deal" vorstellen nach dem Motto: Wir können weiterhin Bienenvölker auch in und um Naturschutzgebieten aufstellen, aber dafür kümmern wir uns auch um die Wildbiene" - dann wäre denke ich beiden Seiten geholfen.


    Und wenn dann noch subventionierter Importhonig von der EU sanktioniert würde, die Kennzeichnungspflicht überarbeitet würde (statt "EU+Nicht-EU": "Chinesischer Honig", "Ukrainischer Honig") und anhand von Proben regelmäßig auf Honigverfälschung untersucht würde, dann wäre ich (beinahe) rundum zufrieden... aber letzteres ist OT.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Es geht aber nicht um Lösungen, sondern um die Deutungshoheit und das generieren von Spenden.

    Dann kann man wohl leider nix machen, schade.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Das tieferliegende Problem ist doch, dass nicht Tatsachen und Logik, sondern Ideologie bei "grünen Themen" inzwischen die Oberhand haben.

    Ich habe solche Diskussionen leider zur Genüge geführt und weiß deshalb, dass weder die Forstverwaltung, noch BUND oder Nabu für Argumente offen sind. Honigbienen sind zwar natürliche Bewohner der europäischen Wälder, aber die vom Menschen betreuten Bienen zählen nicht dazu, sie sind im Gegenteil böse Konkurrenten... Dafür werden immer größere flächen mit Windrädern und Solarpaneln "zugepflastert".... nein, man kann nicht mit Ideologen diskutieren.

    Man kann sich nur noch blau ärgern.

  • wald&wiese: Ich glaube wirklich nicht, dass polemisieren uns hier weiterhilft (s. Beiträge #16 f.).


    Es ist nur natürlich, dass sich Imker um Bienen kümmern, und damit meine ich auch Wildbienen. Wie viele Imker gibt es, die aus Naturverbundenheit mit ihrem Hobby begonnen haben? Wie viele engagieren sich auch für andere Insekten? Wie viele setzen sich für die Umwelt ein?


    Wenn wir den Punkt "Imker kümmern sich auch um Wildbienen" in die Köpfe bekommen, und wenn wir das auch nachweislich tun und proklamieren (tue Gutes und rede darüber!), haben die "Anti-Imker-Stimmungsmacher" keine Handhabe mehr. Wer kann dieser Aufgabe besser nachkommen als Imker? Wer in der Bevölkerung hat naturgemäß mehr Ahnung von Insekten als Imker? Keiner. Wer will die Leute die sich nachweislich am besten von allen um diese bedrohten Arten kümmern, sanktionieren?


    Deutungshoheit bekommt man nicht einfach so, man muss sie sich erarbeiten.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Wenn ich bspw. ein Grundstück in oder an einem NSG besitze und dort Bienen aufstelle, mir aber eine Behörde die Haltung untersagen will, bedarf es einer Rechtsgrundlage und eines Bescheides.

    Schwieriger ist es vermutlich, wenn man seine Bienen auf Flurstücken aufstellt, die der öffentlichen Hand gehören, aber eigentlich dürfte das nur in Ausnahmefällen der Fall sein.

    So etwas muss es ja im Zweifel geben, wenn jetzt konkrete Fälle bekannt werden.


    Da wäre doch ein Verband gut beraten, hier Betroffene bei ihren Widerspruchsverfahren Rechtsbeistand zur Verfügung zu stellen, um das im Zweifel bis in die OVGs durchzuklagen.

  • Was die Heide anbetrifft, ich war vor zwei Tagen in der Heide auf der Suche nach meinen Bienen. Im Umreis von 50m eine, 100m 2, 500m 3. Hummeln und Wildbienen waren in der Überzahl aber auch die nicht in Massen. Und dort wo die „richtige“ Heide steht sieht es bestimmt nicht anders aus.

  • Wenn ich bspw. ein Grundstück in oder an einem NSG besitze und dort Bienen aufstelle, mir aber eine Behörde die Haltung untersagen will, bedarf es einer Rechtsgrundlage und eines Bescheides.

    Schwieriger ist es vermutlich, wenn man seine Bienen auf Flurstücken aufstellt, die der öffentlichen Hand gehören, aber eigentlich dürfte das nur in Ausnahmefällen der Fall sein.

    So etwas muss es ja im Zweifel geben, wenn jetzt konkrete Fälle bekannt werden.


    Da wäre doch ein Verband gut beraten, hier Betroffene bei ihren Widerspruchsverfahren Rechtsbeistand zur Verfügung zu stellen, um das im Zweifel bis in die OVGs durchzuklagen.

    Mein damaliger LV-Vorsitzender hat mich daran gehindert, ein NSG als Standort zu nutzen, obwohl die zuständige Behörde einverstanden war. So rum gehts auch!

  • Dann brauchst Du auch keinen LV!

    Die Überzahl meiner Völker stehen in Schutz- und Vorranggebieten. Ist zwar nur in begrenzter Zahl, aber das stört nicht. Und ein kleiner Teil im Wald, d.h. am Waldrand mit direktem Zuflug zum angrenzenden Acker. Auch der Standort wurde mir vom Revierförster auf Anfrage zugewiesen.

    Bisher hatte ich nur Vorteile.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Wenn ich hier lese, daß Förster wegen Standplätzen angesprochen werden, dann frage ich mich, um welche Flächen es da geht. Sind das Standplätze im Eigentum der Bundesländer oder der Bundesrepublik, also z.B. Landes- oder Bundesforsten? Schon bei Kommunen hätte ich bisher vermutet, daß z.B. das Bauamt Ansprechpartner wäre.

    Bei Flächen in privater Hand, und das ist bei uns im Norden eher die Regel, müßte doch der Flächeneigenümer Ansprechpartner bzgl. Standplatz sein. Mein einer imkernder Kumpel spricht seine angewanderten Rapsflächen in S-H mit dem Landwirt ab, beim Standplatz in der Heide, die auf dem Truppenübungsplatz liegt, ist dann allerdings eventuell der (Bundes)Förster dafür zuständig.....da muß ich mal nachhaken.

    Bei einem Förster, der Geld für einen Standplatz in der Kastanie haben möchte, würde ich hellhörig werden. Wo bleibt das Geld. Skurile Sache.

    Ich hatte jetzt mehrfach von einem Förster in meiner Umgebung gehört, der versucht, seine zu betreuenden Waldeigentümer davon zu überzeugen, daß ein private Firma dort in deren Wälder Blaubeer-Sträucher erntet für floristische Zwecke. Ökologisch halte ich das für eine ganz große Katastrophe! Der Flächeneigentümer bekommt wohl so um 100 Euro/Hektar. So wie dieser Förster bei seinen zu betreuenden Kunden dafür wirbt, könnte ich mir vorstellen, daß er sich selber noch eine Provision in die Tasche stecken könnte, anders kann ich mir eine ökologisch so negative Empfehlung nicht erklären.

    Bei einer Gebühr für bestimmte Standplätze, die der Förster "einzieht", hätte ich da ähnliche Vermutungen, es sei denn es gibt eine offizielle Quittung.


    Die sogenannten "Naturschutzverbände" haben in den letzten Jahrzehnten erfolgreich ihre "Soldaten" in Politik und in der öffentlichen Verwaltung in Stellung gebracht. Diese Politiker sind dann dafür zuständig, daß der sogenannte "Naturschutz" in den Behörden immer mehr aufgebläht wird. Das schafft Arbeitsplätze für Freunde des NABU, BUND, Greenpaece etc. Naturschutz ist inzwischen ein Big-Business und nicht mehr vorranging ein Anlegen von einigen wenigen engagierten Mitbürgern, die wirklich was für die Natur leisten. Die spendenden Mitbürger glauben ein besseres Gewissen haben zu können.

    Imker, Angler, Jäger, die wünschen sich (fast) alle eine vielfältige und möglichst "intakte" Natur. Ihr Engagement ist zwar immer mit der Hoffnung auf Ertrag (Beute) verknüpft, aber sie tun was für die Natur und somit für uns alle. Der Imker bearbeitet seinen Bekanntenkreis, Nachbarn und Interessierte um sie für Obstbäume, anderen Blühpflanzen und Kruschelecken im Garten zu begeistern, mit dem Ziel, daß Insekten und auch die eigenen Bienen schön was zu finden haben.

    Der Jäger legt Wildäcker an, möchte aber auch mal ein schönes Böckchen schießen. Der Angler versucht die Fischbestände in den Gewässern zu schützen und reichhaltig zu halten um dann auch mal einen schönen leckeren Fisch zu angeln. Immer in der Hoffnung, seltene und bedrohte Arten mal wieder soweit zu etablieren, daß eine Befischung vielleicht mal wieder möglich ein könnte. Davon mal ab ist jeder Fisch auch potentiell wieder Nahrungsquelle für andere Tiere in unserer Welt. Alles hängt komplex zusammen.


    Wenn die Imker jetzt nicht mit ganzer Kraft gegen dieses irrsinnige Aufstellungsverbot in Naturschutzgebieten vorgehen, dann schauen sie später in die Röhre. Soweit ich das mitbekommen habe, verlangt die EU von Deutschland, mehr Schutzgebiete auszuweisen. Schneller als man gucken kann wird einem als Eigentümer eine Fläche zum Biotop erklärt was quasi einer Enteignung gleich kommt. Aufstellungsverbot in Naturschutzgebieten wird nur der Anfang sein, als nächstes kommen dann Auflagen für Imker in Landschaftsschutzgebieten. Denkt an meine Worte !!!

    Meine Vorfahren haben vor hunderten von Jahren hunderte Bienenvölker in der Heide gehalten. Und, ist die Kulturlanschaft "Heide" davon untergegangen? Nö, das hat Jahrhunderte funktioniert und wird auch weitere Jahrhunderte funktionieren. Aber soweit mir bekannt sind alle Heideflächen bei mir in der Gegend inzwischen Naturschutzgebiet. Zieht man dann noch eine 2-km-Pufferzone um diese Flächen, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Und was nicht Naturschutzgebiet oder geschütztes Biotop ist, ist eh schon Landschaftsschutzgebiet.

    Naturschutz muß aus dem Volk heraus gemeinsam erfolgen und nicht von oben herab von spendensammelnden Lobby-Organisationen aufgedrückt werden.

  • Deutungshoheit bekommt man nicht einfach so, man muss sie sich erarbeiten

    wobei das nicht bedeutet das die für die Natur arbeiten

    die Nabus hocken doch ständig bei irgendwelchen Bürgermeistern, Landräten und in Ausschüssen als "Sachverständige"

    und die Imkerverbände werden im Zweifelsfall mal eben ausgeladen. Die werden dann reduziert auf das "Bienen halten" (Massentierhaltung BÖSE :cursing: )

    erst die Jäger dann die Angler und nun die Imker. An die Bauern kommen die noch nicht so richtig ran (Abhänigkeitsverhältnis weil Veganer :D ) aber das kommt noch.

    VG

    Martin

  • Naturschutz muß aus dem Volk heraus gemeinsam erfolgen.

    Ja, wird bestimmt super effektiv und schnell funktionieren. ;)

    Auch wenn man meint, Naturschutz sei ein bestimmendes Thema, einem Großteil des "Volkes" geht der herzlich am Allerwertesten vorbei. Dass stellt man schnell fest bei persönlichen Gesprächen zum Thema Bienen/Honig oder Allgemein. Von den eklatanten Wissenslücken im Bezug auf simpelste Zusammenhänge ganz zu schweigen.