• Hallo,


    ich bin zur Zeit etwas ratlos. Ich besitze seit Anfang des Jahres ein Volk, dass ich aber im Sommer umgeweiselt habe, weil es sich nicht richtig entwickelt hat. Aus diesem Grund konnte ich bisher auch keinen Honig ernten und hatte mich schon damit abgefunden, dass es eben in diesem Jahr noch keinen eigenen Honig gibt. Ich wollte jetzt mit dem Auffüttern und der Ameisensäurebehandlung anfangen, da hat ein Gärtner ca. 500 Meter von mir weg ca. 1 Hektar blühende Heide/Erika auf einer Freifläche aufgebaut. Die Bienen fliegen also zur Zeit wie verrückt Nektar ein und das Brutnest erstreckt sich über 6 Waben.


    1. Frage: Soll ich noch etwas warten und den Honig ernten, oder wird es dann zu spät zum Auffütter? (Ein Rapsfeld in der nähe steht auch kurz vor der Blüte)


    Neben diesem "Wirtschaftsvolk" habe ich im July noch einen Ableger bekommen. Bei diesem Ableger habe ich einen Fehler gemacht und habe wahrscheinlich zu viel gefüttert. Aus diesem Grund hatte die Königin wohl keinen Platz zum bestiften von Zellen und der Ableger hat sich eigentlich was die Bienenanzahl angeht eher zurückentwickelt. Jetzt sitzt der Ableger auf 3 Waben mit Bienen besetzt, die allerdings alle bebrütet werden. Der Rest der Zarge besteht aus Mittelwänden.


    2. Frage: Gibt es eine Möglichkeit, diesen Ableger noch über den Winter zu bringen, indem ich ihn z.B. mit Bienen aus dem anderen Volk verstärke, oder kann ich ihn nur noch auflösen?


    Gruß


    Thomas

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Thomas,


    Antwort zu 1.: Warte und mach sofort nach dem Abnehmen des Honigraumes eine kurze Behandlung. Dann fütterst Du mit Invertzuckersirup ein. Du kannst ruhig gleich 10 oder mehr Liter Futter anbieten. Die Einfütterung geht mit Invertzuckersirup auch noch bis Ende September. Den Heide/Senf-honig solltest Du entnehmen, weil es eine tolle und ganz besondere Mischung wird und weil es auch wenn es nur 5kg sind der Lohn des ersten Jahres ist. Außerdem kannst Du nicht sicher sein, ob der Honig gut für die Überwinterung ist.


    Antwort zu 2.: Du darfst Deinem anderen Volk jetzt weder Bienen noch Brut wegnehmen. Ich empfehle Dir (wahrscheinlich hast Du nicht genug Waben) Waben zu borgen. Nimm, wenn möglich alle Mittelwände raus und gib schon mal bebrütete geborgte Waben direkt neben die letzten Butwaben. Auf Mittelwänden ist nicht gut überwintern und ausgebaut wurden die bei mir auch beim Füttern so spät im Jahr noch nie. Volle Futterwaben hängst Du etwas weiter zum Rand damit wieder etwas Platz im Brutnest wird. Und dann noch ein Tip: Weiterfüttern und beten!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    Zitat

    .....Waben zu borgen. Nimm, wenn möglich alle Mittelwände raus und gib schon mal bebrütete geborgte Waben....


    Ich PERSÖNLICH würde dies nicht machen.


    Dante

  • Hallo Henry,


    danke für die Tipps, aber gleich die nächste Frage. Was ist eigentlich Invertzucker? Die Imker mit denen ich gesprochen habe, haben mir alle gesagt, dass man am besten und billigsten mit normalem Zucker in Wasser gelöst einfüttern kann. Damit füttere ich im Moment auch den Ableger.


    Und noch eine Frage an Bauer/Dante. Warum würdest Du das nicht machen? Wegen dem Borgen? Wegen der fremden Waben und der Gefahr Krankheiten einzuschleppen? Warum?


    Danke


    Thomas

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Bauer,


    ja warum würdest Du das nicht machen? Die geborgten Waben bei Ablegern kommen aus dem selben Seuchenherd wie der Ableger selbst und sind meist ohnehin nach dem Winter einzuschmelzen. Warum also nicht einen Ableger mit Waben statt mit Mittelwänden erweitern? Oder willst Du Einfüttern und Mittelwände drin lassen und erreichen, daß auch die letzte freie Zelle voll Futter ist, ehe außerhalb des Brutnestes der (Not-) Bautrieb erwacht?


    Hallo Thomas,


    Invertzucker ist ein Zuckersirup der (einfach gesagt) bereits mit Enzymen vorverdaut ist und weniger Wasser enthält. Dieser Zuckersirip erfordert fast keinen Aufwand bei der Einlagerung durch die Bienen und ist einfacher (durch den Imker) zu lagern und zu verfüttern. Er ist immer fertig. Im Moment ist das Futter wohl sogar etwas billiger als Zucker. Und es mach definitiv weniger Aufwand und Sauerei. Und damit weniger Räubereigefahr. Außerdem wird es auch in den Futtereinrichtungen nicht schlecht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Im Moment ist das Futter wohl sogar etwas billiger als Zucker.


    Mich würde mal intressieren welchen Preis Du für Dein Futter zahlst. Ich habe gestern für den 25kg Sack Zucker ca. 11€ gezahlt. Ist Dein Fertigfutter tatsächlich billiger?



    Gruß
    Franz

  • Nein Franz Robeller
    ich zahle so um 0.80€ pro kg im 14kg Tank und muß das Wasser im Futter sogar mitbezahlen.
    Nur will ich hier nicht schon wieder über Futterpreise, Kleckerei und Aufwand diskutieren. Dein Preis für 25kg Säcke ist sicher ganz toll und Du hast ja auch gleich noch den Aufwand für's Schleppen, Rühren, die Gefäße, die Invertierungsenzyme und den Aufwand für's Auswaschen berücksichtigt. 25kg-Säcke sind aber auch toll handlich, halten sich ewig, sind garantiert frei von Pilzsporen, verklumpen nicht und lassen sich immer wieder ordentlich luftdicht verschließen. Es gibt auch Imker die kaufen den Zucker Kiloweise im Aldi, weil das billiger sei als Apisuc oder Apiinvert. Bitte Bitte nimms mir nicht übel, aber mir hängt diese Futterpreisdiskussion derartig zum Hals raus... :evil:


    Invertzuckersirup ist eben einfach was anderes als Zuckerwasser. Gibst Du mir darin recht?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry, Thomas,


    mit den geborgten Waben, dachte ich, meinst Du Waben von Imkerkollegen nicht die eigenen. Ist daß so, dann würde ich das nicht machen wegen Krankheitserreger usw.


    MfG
    Dante

  • Hallo Bauer,


    ich meine geborgte Waben von genau dem Imker von dem auch der Ableger stammt. Die Waben sollen auch nicht zur weiteren Verwendung zurückgegeben werden, sonder zum Schmelzen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Hallo Henry,


    schön das Du nicht über Futterpreise diskutieren möchtest - ich auch nicht. Aber warum fängst Du dann damit an in dem Du behauptest das Dein Fertigfutter billiger sein, das provoziert ja zum Antworten. :wink: Über die anderen Vor- bzw. Nachteile hatte ich auch nichts gesagt, da wir diese Diskussion schon letztes Jahr hatten und jeder nachlesen kann. Ausserdem ist bei diesem Thema auch viel Ansichtssache. Ich muß Dir allerdings rechtgeben, ein 25kg Sack ist tatsächlich sehr handlich und wiederverschließen muß ich ihn nicht da ich ihn auf einmal aufbrauche.


    Franz Xaver: Natürlich habe ich den Zucker nicht in Deutschland eingekauft, bei uns ist durch das Zuckermonopol der Preis z.Zt. auf 0,89 € für das Kilo festgesetzt, egal ob bei ALDI oder die Billigmarke von Minimal, oder der normale Preis beim Händler um die Ecke. Aber, das hatten wir auch schon mal.



    Gruß
    Franz

  • Hallo Franz Robeller,


    es ist nicht "mein" Futter, es ist z.B. Apisuc von Belgosuc und 0.80€ sind weniger als 0.89€ Oder? Auch kann ich Thomas für sein Problem eben kein auch noch so billiges Zuckerfutter in Großpackungen empfehlen. Auch keine Aldi-Zuckerpakete und überhaupt Zuckerwasser Ende September. Deshalb habe ich Invertzucker empfohlen und darauf hingewiesen, daß der Preis (gerade wenn es um zwei Völker geht) kein Grund sein kann.
    Der Satz der Deine Reaktion ausgelöst hat lautet genau:

    Zitat

    Im Moment ist das Futter wohl sogar etwas billiger als Zucker.


    Wie vorsichtig soll ich's denn noch formulieren? Wenn Dich das sosehr provoziert, kann ich auch nichts dafür. Kann es sein, daß Dich das Zuckerschleppen und -rühren etwas dünnhäutig und stechlustig gemacht hat oder brauchst Du immermal wieder die Bestätigung, daß Du Deine Bienen das absolut billigste Futter überhaupt fressen läßt?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder