Warum ist der Wassergehalt dieses Jahr so hoch?

  • [...] ich hatte noch NIE zu feuchten / gärenden Honig. Ich messe auch nicht.

    Ich erkenne da einen Zusammenhang ;)

    Außergewöhnlich scharfsinnig.

    Zusammenhang zwischen?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • ChrisAusEssen, sag mal, ist das noch der Original Füllstand? Oder fehlt da schon ein Teil und das frei gewordene Glasvolumen wurde von den 'hochkochenden' Bläschen wieder gefüllt?


    Kann mir grad ganz schwer die Konsistenz dieses Gebildes vorstellen. Aber interessant!

  • Ich muss zugeben, dass ich so etwas krasses bisher nicht gesehen habe.
    Hier mein Erklärungsansatz:

    Ich denke, dass zu viel/zu lange und zu schnell gerührt wurde, wodurch sich die initialen Kristalle nicht verhakten/vernetzten und auf den Boden sanken (Bild 1)

    Durch die eingerührte Luft kam es zu einer starken Vermehrung der Hefen, wodurch innerhalb der ursprünglich noch flüssigen oberen Phase Gärung einsetzte.

    Die aufsteigenden Luftblasen wirkten wie Kondensationskerne und führten zur Kristallisation im oberen Bereich. Die Gärgase wurden dabei eingeschlossen wie Methanblasen im Eis zugefrorener Seen.

  • Ich hatte vor einigen Jahren bei normaler Zimmertemperatur im Hobbock unter dem Deckel mit einem Feuchtemesser die Luftfeuchte gemessen. Nach einem Tag stand die Anzeige auf 55%, der Honig hatte einen Refraktometerwert von 16,5%. Bei diesem Wert von 55% Luftfeuchte gibt ein Honig mit einem Feuchtegehalt von 16,5% folglich ebenso viel Wasser an die Luft ab, wie er aufnimmt. Ich achte deshalb auch im Lagerraum darauf, dass die Luftfeuchte immer unter 55% bleibt. Seitdem sind die 55% Luftfeuchte für mich ein Referenzwert, auch für die Ernte.

    Ich setze die geernteten Waben in einen geschlossenen Zargenturm und messe mit einem Feuchtemesser für einige Stunden die Luftfeuchte darin. Wenn der Wert bei 55%-56% liegt, ist der Honig gut. Wenn nicht, leite ich einen warmen und trockenen Luftstrom von 35°C für 1 Tag durch den Zargenturm, verschließe den und messe erneut. In der Regel ist der Honig dann gut und kann geschleudert werden. Der Feuchtegehalt ist dann selten höher als 17%, meistens unter 16,5%.

    Ich verwende viel Platz im Honigraum, sodass die Bienen ausreichend Zeit haben, den Honig zu trocknen. Dass dennoch öfter erhöhte Feuchtewerte auftreten, schiebe ich auf frische Nektareinträge, die beim Schleudern mit dem guten Honig vermischt werden. Diese werden durch das Anblasen eingetrocknet, der verdeckelte Honig dagegen bleibt so wie er ist. Ich sehe deshalb auch keine wesentliche Honigverfälschung. Die Stichprobenuntersuchung durch das Lebensmittelamt ergibt keine Mängel.

    Gruß Ralph

  • Wie genau leitest Du den Luftstrom durch den Zargenturm, Ralph?

    Und wie hoch ist so ein Zargenturm in etwa, um noch aussagekräftig die Luftfeuchtigkeit darin messen zu können?


    Oder ist der Gedanke, dass diese sich in feuchtere und trockenere 'Zonen' einteilt, wenn der Turm hoch ist, falsch?


    Was verstehst Du unter 'normaler Zimmertemperatur'?


    Beste Grüße! 🙂

  • In die Wand der untersten Zarge Segeberger DN 1,0 ist ein PC-Lüfter eingebaut. Als Wärmequelle dient ein Babyfön, der ebenfalls in der untersten Zarge befestigt und nach unten auf eine nicht brennbare Unterlage gerichtet ist. Darüber wird zur Abstandshaltung eine leere Segeberger DN 0,5 gesetzt, in der sich 2 Temperatursensoren von Steckdosenthermostaten befinden. Die Steckdosenthermostaten werden ineinander gesteckt, wobei der innere Thermostat der Sicherheit und der äußere Thermostat der eigentlichen Regelung dient. Der innere Thermostat wird auf 40°C, der äußere auf 35°C eingestellt, und der Babyfön wird in den äußeren Thermostaten gesteckt. Darüber werden bis zu 14 Honigzargen DN 0,5 aufgestapelt. Oben wird ein Deckel aufgesetzt. Feuchte- und Temperatursensor werden in der obersten Zarge in einem Wabenzwischenraum platziert. Während der Prüfung des Honigs ist der Deckel geschlossen und der Lüfter läuft nicht. Während der Lüftung wird der Deckel einen Spalt geöffnet. Während der Lüftung steigt die Feuchte im umgebenden Raum an. Deshalb läuft im Raum ein Entfeuchter mit.

    Der Gedanke, dass sich unterschiedliche Wärme- und Feuchtezonen bilden, ist richtig. In den oberen Zargen wird die Regeltemperatur nicht erreicht, daher ist es dort kühler und die Luftfeuchte höher als im unteren Bereich. Dort aber wird die Feuchte gemessen, sodass die obere Grenze von <55% einigermaßen sicher ist.

    Normale Zimmertemperatur meint ca. 20°C, wobei ich zwischen 18°C und 22°C keine Unterschiede im Ergebnis bemerkt habe. Vermutlich folgt der Dampfdruck des Honigs einer sehr ähnlichen Temperaturabhängigkeit wie der Quotient aus Partialdruck und Sättigungsdampfdruck (=relative Feuchte) des Wassers, wodurch kaum eine Temperaturabhängigkeit des Ergebnisses besteht.

    Gruß Ralph

  • Na toll!

    Man kann auch ohne messen trockenen Honig haben.

    Weißt Du wieviele Imker messen und wieviele nicht?

    Da haben wohl die meisten zu feuchten Honig!?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Die aufsteigenden Luftblasen wirkten wie Kondensationskerne und führten zur Kristallisation im oberen Bereich.

    Es muss natürlich Kristallisationskerne heißen.

    Ich lege Wert darauf, dass ich nicht geschrieben habe, dass Luftblasen Kristallisationskerne wären.
    Aber sie führen zu lokalen Störungen der energetischen Felder zwischen den Molekülen der Lösung.

  • 'lokalen Störungen der energetischen Felder zwischen den Molekülen der Lösung'

    Klingt allmählich mehr nach einem Fall für die USS Discovery als für das Imkerfoum ;)


    Sieh es doch endlich ein, wir sind zu schlicht für Deine Theorien. 🤷

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife