Warum ist der Wassergehalt dieses Jahr so hoch?

  • Dieses Jahr hatte ich durchgehend Probleme mit dem Wassergehalt des Honigs. Das scheint nicht nur mir so zu gehen. Auch die Bieneninstitute haben das festgestellt.

    Mich würde interessieren, woran liegt.

    Die Volksstärke kann es nicht sein. Die war dieses Jahr gut (jedenfalls nicht schlecher als sonst). Auch dass ich den Völkern zu viel Raum gegeben hätte, kann ich nicht sagen. Ich bin mit Honigräumen eher sparsam.

    Klimatisch war dieses Jahr die Luftfeuchtigkeit - zumindest gefühlt - oft recht hoch. Auch der Unterschied von Tag- und Nachtemperaturen könnte geringer gewesen sein.

    Die Frühtracht konnte ich nur wabenweise abernten (ausschließlich voll verdeckelte Waben). Auch damit kam ich gerade so auf 18%. Die Spättracht, die sonst weniger Probleme macht, war noch nasser. Ich habe testweise nur voll verdeckelte Waben geschleudert. Der Wassergehalt war nicht nennenswert geringer als im Schnitt. Ca. 200 kg Honig verfüttere ich jetzt wieder, weil der Wassergehalt teils bei 20% liegt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hier ähnlich, Honig heuer sehr feucht, vor allem die Sommer-/Spättracht.


    Mögliche Ursachen sind für mich: Das feuchte Wetter heuer.

    Dagegen spricht: Das gab es früher auch schon und noch etwas früher (20 Jahre und mehr) wäre ein Sommer wie heuer sogar noch einer der wärmeren und trockneren gewesen. Ob die damals dann auch immer derart feuchten Honig hatten, weiß ich nicht.


    Weitere mögliche Ursache: Sehr viel Weißkleeanteil. Weißklee soll immer sehr feuchten Honig machen. Ist aber Hörensage, habe ich noch nirgends gelesen. Ich habe heuer jedenfalls sehr viel Weißklee überall, vermutlich wegen dem vielen Regen ist der besonders wüchsig und blüht sogar großflächig auf so mancher sonst so wüstenartigen Gülle-Biogas-Intensivwiese.

  • Weitere mögliche Ursache: Sehr viel Weißkleeanteil. Weißklee soll immer sehr feuchten Honig machen.

    ... und hellen Honig. Würde ja auch gut passen.


    Mit Spättracht meinte ich übrigens das Abschleudern, also die 2. Ernte nach der Frühtracht, nicht die besonders späten Trachten. Um Missverständnissen vorzubeugen.

  • Sehr viel Weißkleeanteil. Weißklee soll immer sehr feuchten Honig machen.

    Das kann ich ausschließen. Zumal auf unseren sandigen Böden der Weißklee fast nie honigt. Es war bei uns bis Mitte Juli auch ziemlich trocken.

    Die Spätracht bestand vor allem aus Linde und Phacelia.


    Ist bei Dir der Honig (Spättracht) auch deutlich heller als sonst?

    Auch das kann ich nicht bestätigen. Die Linde hatte dieses Jahr nur wenig Honigtauanteil, sonst alles wie immer.

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  • Was heißt schon hell? Auch Rapshonig ist im Eimer erst mal braun, so lange er flüssig ist. Die Sommertracht ist bei mir regelmäßig nur unwesentlich dunkler, schon immer.

    Nur in der entdeckelten Wabe sieht man den Unterschied, Rapswaben wirken hell, gelb, Sommerhongwaben eher orange bis braun, aber nicht dunkelbraun.

    Wie sieht eine entdeckelte Weißkleewabe aus?

  • Luxusprobleme...
    Bei 3-4kg/Volk Frühtracht hat sich das Schleuder verdrecken dieses Jahr eigentlich nicht gelohnt... Und die Spättracht ist zum 2ten Mal in Folge wieder ein Totalausfall.
    Ich hab so viele Völker wie noch nie und dafür so wenig Honig wie noch nie in meiner ganzen Imkerkarriere.
    Ich bin trocken... und heilfroh, dass ich von einer anderen Arbeit lebe.

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Die Bienen verdeckeln nicht, wenn der Honig trocken genug ist, sondern, wenn der Beespace passt. Ich hatte öfters Tageszunahmen von mehr als 7 kg. Da bleibt nicht viel Zeit, bis der Deckel drauf kommt. Offener Honig kann deshalb auch trockener sein, als verdeckelter.


    Gruss

    Ulrich

  • Kann es sein, dass der abgegebene Nektar (z.B. von den Linden) insgesamt feuchter als üblich war? Die Pflanzen standen bei uns durch viele, kräftige Regenfälle auf feuchtem Boden und mussten vielleicht nicht so sehr mit dem Wasser haushalten. Zusätzlich führte die höhere Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich dazu, dass weniger Wasser aus dem Nektar verdunstet ist als beispielsweise bei trockenem, windigem Wetter.

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • das mit der höhreren Feuchtigkeit kann ich bestätigen obwohl zwei Wochen später als letztes Jahr, aufgrund der Blütezeitverschiebung, geerntet wurde. 18% Frühtracht 18,5% Sommertracht. Das mit der Farbe kann ich nicht bestätigen, die Sommertracht ist sogar recht dunkel. Anderen Imkern in unserer Ecke (Umkreis 40km) mit denen ich sprach, erging es mit dem Wassergehalt ähnlich, sofern es überhaupt was gab.


    O.T.

    Generell ist jedoch der Ertrag vom Frühjahr 2/3 und vom Sommer sogar 4/5 unter der Erwartung geblieben. Immerhin musste ich nicht zufüttern...

    Taunuszanderbeuten Styropor und Holz mit Varioboden

    6 Völker 3JV, 3WV ->steigend

    BR mit Anfangsstreifen

    HR mit Mittelwänden


    Dabei seit 2020

  • Der Wassergehalt ist dieses Jahr allgemein sehr hoch (siehe Link Seite 3). Aber Honig mit hohem Wassergehalt ist immer noch besser als kein Honig (siehe Seite 4 Großraum Stuttgart)


    Ich nehme als Ursache für den hohen Wassergehalt das Wetter während der Haupttrachtzeiten an. Dieses war nur jeweils wenige Tage richtig gut für Nektarproduktion und Bienenflug. Deshalb waren die Völker stark und nicht abgearbeitet. In den kurzen Schönwetterphasen haben die Bienen dann mehr eingetragen als sie zu Trocknen im Stande waren. Wenn die Wabenzellen voll sind, wird auch der feuchte Honig verdeckelt.


    https://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/Themen.nsf/B9ECDCCE0BE2E809C125872200356F33/$FILE/Infobrief%202021_21%20Varroabehandlung%20und%20Ergebnisse%20Fr%C3%BChtrachternte.pdf

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Hallo, ich ich bin froh unter den 18 gelandet zu sein. Der Imkerschüler hatte 19. Ich habe auch selektiert und die spritziogen Waben seperat geschleudert. Waren aber nur 20kg. Ich denke auch, dfass es mit der Umgebungsfeuchte zusammenhing. Die Segeberger waren trockener als die Hohenheimer, ohne Folie.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401