Warum ist der Wassergehalt dieses Jahr so hoch?

  • Das Digitale habe ich mir zugelegt, weil man es einfach mit destilliertem Wasser justieren kann. Es dient zur Überprüfung des Optischen.

    Hallo Ulrich,


    das heißt, Du misst im Alltag mit dem optischen Refraktometer, obwohl Du ein digitales hast?

    Darf ich fragen wo da der Vorteil liegt - ich wäre davon ausgegangen, dass das digitale Gerät reproduzierbar genauer ist und dass ich dann gar kein optisches Refraktometer mehr brauche.

  • HaroldBerlin

    Digital hat zunächst mal rein gar nix mit "besser" zu tun, sondern ausschließlich mit "besser ablesbar" und "größere Scheingenauigkeit".


    Konkret bei den Refraktometern ist ein digitales Gerät grundsätzlich nicht "besser" oder "genauer" wie ein analoges. Ein gutes Refraktometer ist besser als ein schlechtes, ganz egal ob digital oder analog.

    Der Preis ist wie überall nur EIN Indiz, aber nicht mehr.


    Ein Standard-Refraktometer der 50-150 EUR-Klasse ist meiner Meinung nach mit Sicherheit für jeden Imker mehr als ausreichend genau und gut. Mehr genau und gut braucht nur ein Labor.


    Billige Geräte messen übrigens meist genau so gut, lassen sich aber meist nur viel schlechter und ungenauer ablesen, z.B. weil nur gering aufgelöste Skala. Da kann man dann halt vielleicht nur 18,5 oder 18,0 % unterscheiden, aber nix dazwischen.


    Viel bedeutsamer bei den Messungen sind Bedienfehler, Justierfehler und Unkenntnis über das individuelle Anpassungsverhalten des Gerätes bei Temperaturveränderungen. Auch und egal, ob ATC-Funktion vorhanden oder nicht.


    U.a. auch wegen letzterem Punkt ist eine Messung VOR dem Schleudern eigentlich tatsächlich sinnlos - man misst unter unkontrollierten Bedinungen im Gelände und immer nur eine winzige, zufällige Stichprobe einer sehr großen Anzahl möglicher und sehr variabler Werte. Jede Wabenzelle hat einen anderen und oft sehr stark abweichenden Wert, da sind eine oder auch 5 Messungen gleichbedeutend mit gar keiner Messung.

    Mehr als eine Ahnung, wohin die Reise gehen könnte, aber nicht muss, bekommt man so garantiert nicht. Das bekommt man aber auch mit Spritzprobe und "nur verdeckelte Waben" nicht nur auch hin, sondern garantiert sogar viel besser. Eine Spritzprobe findet z.B. fast jede nasse Zelle, das Refraktometer nur, wenn man diese zufällig getroffen hat. Eine Spritzprobe lässt erkennen, ob es eine oder viele solcher Zellen sind usw.


    Für mich ist das Refraktometer trotzdem sehr wichtig, aber erst nach dem Schleudern beim Sortieren des Honigs und dem Entscheiden, mit welchem Eimer ich anschließend noch was machen muss, damit er verkaufsfähig und haltbar bleibt oder wird.

    Dafür braucht man mitnichten ein 300 EUR-Gerät, egal ob digital oder analog.

  • Die Begriffe "kalibrieren" und "justieren", manchmal auch "eichen", werden gerne durcheinander geworfen. Da verstehen die Leute gerne Unterschiedliches darunter.

    Die Begriffe werden aber nicht so gebraucht, wie du sie beschreibst. Nach deiner Definition gibt es nur eichfähige Wagen. Warum also einen Unterschied machen?

    Kalibrieren wird nicht mit Messen gleichgestellt, sondern eben mit deiner Version von justieren bzw. einstellen. Oder auf ein festgelegtes Maß bringen.

  • Solange die Spindel unter 18 Anzeigt ist alles gut

    Nicht wirklich. Schaum und Wachs, die im Klärfass ja noch zu finden sind, verfälschen das Messergebnis nicht unerheblich.

    Super Punkt! Muß ganz abgeschäumt sein die Oberfläche, ansonsten verfälscht der Auftrieb vom Schaum das Ergebnis!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Begriffe "kalibrieren" und "justieren", manchmal auch "eichen", werden gerne durcheinander geworfen. Da verstehen die Leute gerne Unterschiedliches darunter.

    Die Begriffe werden aber nicht so gebraucht, wie du sie beschreibst. Nach deiner Definition gibt es nur eichfähige Wagen. Warum also einen Unterschied machen?

    Kalibrieren wird nicht mit Messen gleichgestellt, sondern eben mit deiner Version von justieren bzw. einstellen. Oder auf ein festgelegtes Maß bringen.

    Unter Ingenieuren werden sie schon so gebraucht ;) Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt bestimmt, welche Geräte eichfähig sind.


    Gerade Eichen wird ständig falsch verwendet, ist aber nicht schlimm, weil es dann immer gleich falsch verwendet wird.

  • Ich warte, und wenn die Rähmchen vollständig verdeckelt sind, dann ist der Honig in der Regel auch trocken genug. Trockener wird er nicht.

    Moin lieber Wolfgang,

    bei meiner Frühtracht-Schleuderung lag unverdeckelter Honig bei teilweise nur 15%, während der verdeckelte bei 19% war. Ich habe alles gemischt, am Ende war es dann bei gesamt 17%. Deinen Trick habe ich deswegen noch nie angewendet, weil bei mir die Waben irgendwie fast nie komplett verdeckelt sind, egal wie lange ich warte ;)


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Nicht wirklich. Schaum und Wachs, die im Klärfass ja noch zu finden sind, verfälschen das Messergebnis nicht unerheblich.

    Ich dachte es sei klar, dass man die Senkspindel nicht im Schaum ablesen kann.

    Final wird nach dem Abschäumen gemessen, aber trotz der 2? mm Schaumschicht sieht man im laufenden Betrieb schon einen Trend.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Stylex : Gut gemacht und dein ganzer Honig war trocken genug. Auch ohne Refraktometer. Und ja, wenn da am unteren Rand noch ein kleiner Teil nicht verdeckelt ist, dann drücke ich auch mal ein Auge zu, klar. Aber, was reden wir über Refraktometer, da liegt ja noch ein gewisser Sinn in dem Aufwand. Wir sind hier doch schon viel weiter. So und jetzt muß ich an meinen 3D-Drucker um mir eine Fluglochscheibe für 50 Cent entwickeln, die genauso aussieht wie die gekaufte. Und danach drucke ich mir endlich ein Samsonite-Kofferset.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Begriffe "kalibrieren" und "justieren", manchmal auch "eichen", werden gerne durcheinander geworfen. Da verstehen die Leute gerne Unterschiedliches darunter.

    Die Begriffe werden aber nicht so gebraucht, wie du sie beschreibst. Nach deiner Definition gibt es nur eichfähige Wagen. Warum also einen Unterschied machen?

    Kalibrieren wird nicht mit Messen gleichgestellt, sondern eben mit deiner Version von justieren bzw. einstellen. Oder auf ein festgelegtes Maß bringen.

    Ja, es gibt einen Unterschied in Definition und Gebrauch, was mich auch sehr stört.

    Mich hat weiter oben hauptsächlich die Aussage "nur justierbar aber nicht kalibrierbar" gestört. Die macht für mich nicht so viel Sinn.


    Bei uns in der Arbeit wird unter "kalibrieren" auch "ausmessen UND justieren" verstanden.

    Ich denke das viele Leute unter "kalibrierbar" die Möglichkeit verstehen die komplette Skala im vertretbaren Aufwand, also normalerweise automatisch, zu justieren.

    Bei den normalen Refraktometern kann man nur eine Offset-Korrektur justieren, nicht aber einen Steigungsfehler. Vielleicht war das als "nicht kalibrierbar" gemeint. Die etwas schwamige Definition und Verwendung macht die Kommunikation nicht einfacher.


    Eichbar sind Waagen anscheinend wenn sie eine Eichschnittstelle haben mit der man den Messwert maschinell auslesen kann. Dann gibt das Eichamt wohl mittels einer Presse eine definierten Druckverlauf drauf und kann beides automatisiert vergleichen. So jedenfalls würde ich das machen. Ohne diese Schnittstelle müsste der Eichbeauftragte ständig Werte von der Waage ablesen müssen, was die Anzahl der Prüfpunkte erheblich reduzieren und den Aufwand aber entsprechend erhöhen würde.


    In meiner Arbeit würden wir auch nur Geräte als "kalibrierbar" bezeichnen die eine solche Schnittstelle zum Auslesen und Speichern der Korrekturdaten hat. Habe mehrere solcher Schnittstellen entworfen und gebaut.

  • [...] So und jetzt muß ich an meinen 3D-Drucker um mir eine Fluglochscheibe für 50 Cent entwickeln, die genauso aussieht wie die gekaufte. Und danach drucke ich mir endlich ein Samsonite-Kofferset.

    ;) Endlich jemand, der das Prinzip verstanden hat.
    So, und ich muss jetzt los meine Beutenständer und Kisten weiß zu lackieren. 8)


    s.

  • Waagen werden beim Eichen mit geeichten Prüfgewichten vom Minimal- bis Maximalwert belastet und die Werte werden mit den Augen abgelesen. Erlaubte Abweichungen dürfen nicht über- oder unterschritten werden. Es gibt eichfähige und nicht eichfähige Waagen, hat aber nichts mit Schnittstelle zu tun. Geeichte Waagen sind mit Siegel verplombt und bekommen einen befristeten nicht zerstörungsfrei ablösbaren Aufkleber.


    Habe ich ein Thermometer auf 17 Grad justiert, bedeutet das nicht, dass es 100 Grad oder Null Grad korrekt anzeigt.

    Ein kalibriertes Thermometer bekommt mit dem Zertifikat bescheinigt, dass es in einem beschriebenen Temperaturbereich, die Temperaturen innerhalb des Toleranzwertes verlässlich anzeigt. Alles eine Frage des Preises.


    Ein Testo 106 kostet ca 60 Euro. Kalibriert einen guten 100 er mehr.


    Ein Grenzlehrdorn hat keine Schnittstelle, ist nur ein Stück Metall, kann aber kalibriert sein.

    Und sogar mit unterschiedlichen Genauigkeitsnormen. Je nach Bedarf.



    Gruss

    Ulrich