Weiselloses Volk noch zu retten?

  • Ich verstehe trotzdem nicht was eine Woche warten denn jetzt noch ändert?

    Angenommen die Stifte die er gefunden hat sind von ner Kö, wird das doch trotzdem nix mehr bis zum Herbst?!

    Dann wäre nur noch Option das andere Volk zu schwächen, ist aber doch jetzt nicht sinnvoll.

    Wenn die Stifte von ner Drohnenmutter sind kannst in ner guten Woche dann mit "Sicherheit" abfegen, aber dann helfen die 4000 Bienen die jetzt im Moment noch was taugen auch keinem mehr.

    Viele Grüße

  • Ich verstehe trotzdem nicht was eine Woche warten denn jetzt noch ändert?

    Zunächst muss man den Status des Volkes kennen um sinnvoll vereinigen zu können.

    Des weiteren machen diese Bienen jetzt noch reichlich Jungbienen bei guter Futterversorgung. Vereinigt man jetzt schon, geht die Bienenmasse eher zurück.

    Eine Vereinigung zu einem späteren Zeitpunkt ist sicherer.

    Eine gute Königin schafft jetzt noch so viele Bienen, dass zumindest die Überwinterung gewährleistet ist, bei brauchbarer Frauschaftsstärke.

    Wenn man dann im Frühjahr zwar kein Wirtschaftsvolk hat, hat man zumindest eine Reservekönigin oder ein Volk für die Spättracht.

    Es spricht nichts dafür, diese Woche nicht mehr abzuwarten.

  • Ich hab noch einen 6W Dadant Ablager hier stehen.

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Ich werfe jetzt mal ein, dass die 4000 Bienen, die ich da geschätzt hab evtl. auch einfach eine vollkommen falsche Zahl sind.

    In der Beute ist etwa halb so viel Bienenmasse wie vor der Behandlung, aber noch etwas mehr als der Schwarm, als ich sie gefangen habe.

    Ich hatte sie gefüttert und sie haben 10 Kilo Futter in 24 Stunden aufgenommen.

    Daher denke ich es müssen wohl deutlich mehr sein.

    Also ganz klar mein Fehler, dass ich eine genaue Zahl genannt habe obwohl ich das nur schätzen kann.

  • Asathor - Statt eine Woche abwarten, würde ich dir direkt sofort eine Weiselprobe empfehlen, dann weißt du schon nach zwei drei Tagen was Sache ist. Dafür brauchst du aus dem anderen Volk auch keine komplette Brutwabe entnehmen, es reicht ein kleines Puzzlestück mit jüngster Brut, was du bei dem 4k (oder mehr) Bienen Volk einsetzen kannst.


    Dass sie das Futter gut angenommen haben, ist denke ich ein Indiz dafür, dass da vielleicht doch irgendwo eine Jungkönigin herumkrepelt. Du kannst noch die Klopfprobe machen, wenn das Volk nach kurzem Aufbrausen sofort wieder leise ist, wäre das ein weiteres Indiz, dass alles ok sein könnte (Indiz, keine Gewissheit).


    Wenn das Volk angenommen nach Weiselprobe erwiesen mal nicht drohnenbrütig wäre @edit: sondern weiselrichtig, und das andere Volk "zu viele" Bienen hätte, was sagen die Experten zu Standorte beider Völker vertauschen, würde das möglicherweise Sinn ergeben?


    Bei Drohnenbrütigkeit nach Einqualmen abfegen finde ich auch die beste Variante (vorher ein paar Zellen anritzen, wenn nur verdeckeltes Futter da ist, ein paar Minuten warten vorm Abfegen, dass die sich versorgen), behandelt sind sie ja, dann ist es kein Problem wenn sie beim Nebenvolk einbetteln.


    Schöne Grüße und viel Erfolg - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Ja das funktioniert auch ohne Drohnen verlässlich (jedenfalls meiner Erfahrung nach).


    Wie genau es mit verlässlicher Weiselprobe bei Drohnenbrütigkeit aussieht, ist eine andere Frage, hier habe ich bisher keine Weiselprobe mehr gemacht sondern betroffene Völker direkt abgefegt, weil das bei mir zu einer Jahreszeit auftrat, als keine Drohnen mehr unterwegs waren (oder noch nicht) und noch keine neuen Königinnen eine Begattungschance gehabt hätten. Erkennungsmerkmal für legende Arbeiterinnen war hier und da vereinzelte Drohnenbrut (aber kein zusammenhängendes, großes Brutnes), oder wenn es eine nicht ausreichend begattete Königin war, ein Brutnest mit fast nur Drohnenbrut und nur sehr wenig Arbeiterinnenbrut dazwischen, sowie vielen Drohnen im Volk. Wie Berggeist schreibt, etwas abwarten dann siehst du, ob es sich nur um Drohnenbrut handelt, ich würde aber dennoch vorher (jetzt sofort) schon die Weiselprobe machen, weil jeder Tag ohne legende Königin die Wahrscheinlichkeit für eintretende Drohnenbrütigkeit erhöht und weiteren Stress für das Bienenvolk bedeutet.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Es gibt schon Brut, die Würfel sind gefallen. Der Imker kann es nur noch nicht eindeutig sehen.

    Weiselprobe funktioniert spät im Jahr nicht hundertprozentig, aber doch mit sehr hoher Quote gut. Noch hielte ich sie für sehr aussgekrätig.

  • Hallo an alle die es interessiert.


    Ich hatte am Sonntag, nachdem mir ChrisA noch einigen guten Rat gegeben hat, die schönste Brutwabe aus dem anderen Volk umgehangen. Sie war praktischer Weise halb auslaufende Brut halb Stifte.

    Bei meiner ersten Kontrolle am Mittwoch gab es immer noch Stifte, aber ich war mir nicht sicher ob ich mich freuen darf.

    Eben habe ich wieder auf gemacht. Es gibt wieder Stifte und jüngste Maden über 3 Waben und die verantwortliche Königin hab ich auch gesehen.

    Sie ist im Unterschied zu ihrer sehr großen roten Mutter (und der Tante im anderen Volk) komplett schwarz und hat auch ein kleineres Abdomen. Kann also sein, dass ich sie schon ein paar mal übersehen habe. Das Volk scheint aber glücklich mit ihr und sie stiftet ausreichend.


    Ich hatte heute auch einen älteren Herrn, der lange geimkert hat dabei. Er sagte es seien im mindesten 20K Bienen in der Beute....


    Die Moral von der Geschichte: Es ist unmöglich einem Anfänger einen passenden Rat zu geben, wenn seine eigenen Angabe aus Unwissenheit falsch sind.


    Ihr hattet mir geraten 4K weisellose Bienen auszuschütten. Ich hätte jedoch 20K Bienen mit junger Weisel ausgekippt. Wäre meine Schuld, aber die Bienen hätten den Schaden gehabt.


    Will sagen: Das ständige Nachhaken eines Anfängers kann auch einfach heißen, dass er sich seine Gedanken macht, ob der gegebene Rat auch wirklich zur realen Situation passt.

    Das mag nerven, hat aber in meinem Fall das Volk vor Unheil bewahrt.


    Jetzt nochmal vielen Dank an alle, vor allem an ChrisA


    Grüße,

    Yves

  • Moin Yves, zur Weiselprobe (die du letztlich gemacht hast) hatten dir auch mehrere geraten ;)


    Schön, dass alles gut ist, jetzt muss das Volk nur noch zügig gut auf Wintergewicht aufgefüttert werden. Ich füttere jetzt auf 3/4 vom am Ende erforderlichen Sollgewicht auf, das letzte Viertel mach ich Mitte September. 15-20 Kilo Futter sollten am Ende in der Kiste sein, bei einem großen Volk eher 20 Kilo (ich mach ca. 1,25-1,5 Kilo Futter je 1000 Bienen, bei kleineren Völkern eher etwas mehr je 1000 Bienen weil die sich ineffektiver warmhalten können).


    Zum Schätzen: Ein Deutschnormalmaß (DNM) 1.0 Rähmchen voller Bienen sind 1000 Bienen, entsprechend 2000 Bienen mit Vor- und Rückseite. Wenn du ein Leerrähmchen mit Gummibändern zu Quadraten achtelst und dieses als Orientierung vor bienenbesetzte Rähmchen hältst, hat jedes ausgefüllte Achtel 125 Bienen. So kannst du dich an das korrekte Schätzen herantasten. Entsprechend kannst du auch bei deinem Rähmchenmaß umrechnen und dir ein Schätzrähmchen machen (Du hast größere Achtel, müsstest du entsprechend ausrechnen). Futter schätzen: Je DNM 1.0 Achtel sind es 125 Gramm Futter im Kasten, bei deinem Rähmchenmaß entsprechend etwas mehr wenn du achtelst.


    Und dann spielt noch die Tageszeit eine Rolle, wenn du morgens oder abends die Volksstärke schätzt macht es mehr Sinn, weil dann alle zuhause sind, im Gegensatz zu tagsüber wenns se unterwegs sind.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Du machst aus einem Handwerk eine akademisch wissenschaftliche Bürokratie. Das ist nicht zielführend.

    Man muss ohne Laptop ein Gefühl für seine Völker bekommen, ansonsten ist das Leben nicht lang genug, um Imkern zu lernen.


    Gruss

    Ulrich