Einfütterung bei Platzmangel

  • Hallo,


    eine Frage aus dem Zusammenhang von Biene und Beute:
    Mit der Carnica-betonten Biene war die Einfütterung kein Problem - die Völker waren klein genug, um das Futter jetzt zu verstauen. Zum Verständnis: der Brutraum, drei Flachzargen, bietet etwas mehr Platz als ein 12er Dadantbrutraum.
    Nun sind die Bucki-betonten Völker noch voll da, die drei Flachzargen sind reich mit Brut besetzt. Wohin jetzt mit dem Futter? Eine Möglichkeit wäre, eine vierte Flachzarge zu nutzen. Doch wie werde ich sie im Frühjahr wieder los? Da wird entweder Futter oder Brut drin sein.
    Wie macht Ihr das, die Ihr mit Buckfast auf Dadant imkert und jetzt einfüttert? Ist noch eine Honigraumzarge drauf? Wann und wie räumt Ihr sie ab?


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    nach meinen Erkenntnissen werden die Dadantvölker nur im Brutraum eingefüttert. Dieser ist dann, je nach Volksstärke mit 9 bis 12 Waben besetzt (bei Dadant-Blatt max.10 ). Das reicht normalerweise. Bei besonders brutfreudigen Völkern kann man auch eine mit Futter eingetragene Honigraumzarge untersetzen.


    Gruß
    Matthias
    [/b]

  • Hallo Thomas,


    Du nimmst im Frühjahr die unter (-en) Flachzarge raus.


    Zitat

    Bei besonders brutfreudigen Völkern kann man auch eine mit Futter eingetragene Honigraumzarge untersetzen.


    Mann, Mann, Mann, Matthias schonmal Völker über Futter verhungert gesehen? Futter gehört nach oben! Die Bienentraube bewegt sich immer unter einer Futterhaube da dort das Kondenswasser das Futter erst für die Bienen anlöst. Die Traube wandert über den Winter von unten nach oben. (Deshalb entsteht das neue Brutnest oben und die untere Zarge ist im Frühjahr Brut-, Futter- und Bienenleer) Schon Futter an der Seite ist im Winter manchmal nicht zugänglich. Woher kommt Deine Erkenntnis: Man könne auch eine eingetragene Honigraumzarge untersetzen? Wieviele Völker hast Du auf diese Weise überwintert? Hast Du schon Ableger vorbereitet mit denen Du Thomas die auf Deinen Tip hin eingegangenen Völker ersetzen magst?


    Hier zeigt sich wieder deutlich, daß Tips aus dem Forum nicht immer gut sondern manchmal Unsinn sind. Selberdenken jedenfalls ist oft besser.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Thomas,


    wenn deine Bienen jetzt noch wirklich über alle drei Flachzargen voll brüten, dann komme ich mal Zuchtstoff holen bei dir. Die meisten meiner Völker gehen mit der Brut schon zurrück! aber sei es so! Ich hab auch Bienenvölker welche dieses Jahr recht voll sind mit Bienen! und auch Brut aber ich hab noch keine Panik. Da es noch sehr warm ist, mache ich noch etwas langsam mit dem einwintern! Zur Zeit bekommen die nur 1-3 Kg Futter einmal in der Woche. Das reicht um die Brut in schuß zuhalten. Einwintern tu ich erst wenn es herbstet. Jetzt all zu massiv füttern bedeutet, daß die offenen Zellen mit Futter zu schnell vollgetragen werden und es keine neue Winterbienen gibt. Je nach dem was für Trachten genutzt wurden, sind eben noch sehr viel Altbienen in den Völkern, was die echte Wintervolksstärke etwas verschleiert.


    also langsam Einwintern ist dieses Jahr angesagt!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Imkerfreunde,
    mich wundert, dass alle im Moment wissen, wieviel Brut sie in den Kästen haben. Ist es normal, dass man jetzt Wabenschau halten muss. Ich habe AS-Behandlung gemacht, ein bischen gefüttert, werde bald auffüttern und dann nochmal mit AS behandeln. Mache ich zu wenig?

  • Hallo Henry,


    die Wegnahme der unteren Flachzarge im Frühjahr praktiziere ich schon seit Jahren. Eine neue Zarge mit Mittelwänden kam dann meist gleich drauf. So gesehen, wäre alles einfach - bloß eine Zarge mehr da.
    Aber: ich möchte im Brutraum Naturbau (oder kleinzellige MW) haben, im Honigraum die üblichen Mittelwände - und schon klappt es nicht mehr. (Eventuell jetzt noch bauen lassen? - lt. Literatur nicht so günstig).
    Deshalb fragte ich auch nach Dadant-Imkern, die den Trick mit der Wegnahme der unteren Flachzarge nicht machen können.
    Zusammen mit der Brutdistanzierung könnte man es auch ganz doll treiben und die mit Honig vollgetragene Brutraumzarge einfach als Winterfütterung aufsetzen. Aber die zwanzig Kilo Honig pro Volk verschenke ich nicht so gern.
    Also, wie macht es Dadant?


    Hallo Toyotafan,


    Du bist gern gesehen.
    Wann hast Du denn das Winterfutter drin? Mein Ziel ist immer Mitte September (hängt natürlich von der Klimazone ab).
    Winterbienen: Ihre Zahl kann durch Fütterung nicht manipuliert werden (außer, die Völker hungerten sonst). Somit dürfte das Tempo der Einfütterung keine Rolle spielen.
    Jetzt zu füttern hat den Vorteil, daß die Alten die Arbeit noch erledigen. Aber der Platz ist knapp. Und genau das ist der Grund meiner Frage.
    Langsam füttern - führt das nicht zu einer Reizung, die, wie bekannt, wirkungslos ist? Die Abwägung fällt mir schwer.


    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Stefan,


    am Wochenende habe ich abgeräumt und da schaue ich schon mal nach. Einen Überblick - Brut da? Wieviel? - sollte man sich bei jedem Eingriff verschaffen. Dazu mußt Du nicht die Beute auf den Wabenbock stellen. Meist reicht es, eine mittlere Wabe aus der obersten Brutraumzarge zu ziehen, die Nachbarwaben sind dann ja auch halb zu sehen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,

    Zitat

    Langsam füttern - führt das nicht zu einer Reizung, die, wie bekannt, wirkungslos ist?


    Das hört sich ziemlich widersinnig an :o
    Ich bin zwar die falsche Adresse, weil ich noch DNM hab,und erst wenig Erfahrung damit, aber bei den Buckis ist definitiv langsam einfüttern angesagt. Es darf auch gern etwas später sein...
    Wenn ich jetzt schon volle Kanne füttern würde, wäre nicht mehr viel Platz für Brut, obwohl sie auf 3 Zargen sitzen.Bei mir reicht das Brutnest noch ansatzweise bis in die unterste Zarge, wo ansonsten jede Menge Pollen ist, von dem ich nicht weiß, wo er herkommt. Futterkranz in der obersten vielleicht eine halbe Wabe in der Mitte. Ich werd den Teufel tun und sie zwingen, laß sie brüten! Je mehr jetzt, desto mehr im Frühling! Die Schlußfütterung nach Abwiegen hab ich für Ende September im Auge, je nach Wetterlage sogar noch später.
    Ich versuche eher, noch eine mäßige Tracht zu simulieren als alles andere.
    Frage an alle: richtig oder falsch?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Sabi(e)ne,


    "Schlußfütterung" meint doch die Riesenportion Sirup o. ä. im September, nach der nichts mehr kommt, oder? (Nur zum Verständnis)


    Viele Grüße, Johannes

  • Ach so, und noch was:


    ich bin mir nicht sicher, wie ich die noch benötigte Futtermenge bei der Schlußfütterung (?) bestimme, da ich ja nicht genau weiß, wie viel Futter schon im Volk ist. Muß ich da die Futterwabenfläche schätzen?


    Wie viel Futter paßt eigentlich in die Wabenfläche (z. B. 10x10 cm)?


    Johannes

  • Hallo liebe Imker(innen),


    Zitat

    Mann, Mann, Mann, Matthias


    [color=darkblue] Henry : Es ging die Frage nach dem Einfüttern bei Dadant, und nicht dem Überwintern. Wo das Futter hingehört wissen (falls ich es nicht wissen sollte) die Bienen, und tragen dies in die leer gewordenen Brutwaben um. Die Honigraumzarge wird dann entfernt. Würde dir gern die Quelle suchen wo ich es gelesen habe, muß aber jetzt ins Bettchen (hab schon das Sandmännchen verpaßt).


    Gruß
    Matthias

  • Johannes : wenn bis dahin (zB. nach Waage) langsam eingefüttert wird, ist auch die Schlußfütterung nicht mehr riesig.
    Matthias : Genau das isses, Du hast es irgendwo gelesen schreibst aber:

    Zitat

    Bei besonders brutfreudigen Völkern kann man auch eine mit Futter eingetragene Honigraumzarge untersetzen.

    Wenn Du's noch nie gemacht und nur gelesen hast, schreib das doch einfach. Das nimmt Dir niemand übel. Denn dann kann der geneigte Leser die Quelle selbst erforschen und vielleicht feststellen, daß der Tip irgendwie anders gemeint war oder wieder amerikanische Betriebsweisen betrifft. Und vermutlich ist er (und der mitlesende Anfänger) Dir dankbarer, als wenn Du Deine Erkenntnisse so preis gibst als wären sie Deine und würden tatsächlich so bei Dir wiederholbar funktionieren und er dann nächstes Frühjahr traurig da steht.
    Es ist schließlich auch in Büchern schon viel Unsinn geschrieben und heraus gelesen worden, den man aber nicht weiterempfehlen darf ohne ihn auszubrobieren. Ich hab' inzwischen viele Tips bekommen (nicht nur im Forum) die irgendjemand irgendwo gelesen hat. Solche Tips helfen einem schon deshalb nicht, weil der Tipgeber keine Nachfragen beantworten kann. Oder was würdest Du antworten wenn Thomas Mitte Oktober fragen würde, was er jetzt machen soll, weil die untere (von Dir empfohlene zusätzliche Zarge) eben nicht umgetragen wurde und kaum weiteres Futter im Volk ist und woher soll er jetzt eigentlich eine volle Futterzarge nehmen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Sabi(e)ne,


    Reizfütterung scheint ein ziemliches Reizwort zu sein.
    Folgendes aus der Literatur (Liebig?, Fluri?): Durch eine Reizfütterung entstehen mehr Bienen. Es sind aber ausschließlich mehr Sommerbienen (also kurzlebige). Die Zahl der Winterbienen (langlebige) wird dadurch nicht verändert. Man hat also im Frühjahr genausoviele Bienen wie ohne Reizfütterung. Alle Mühe umsonst.
    Meine Schlußfolgerung ist: zum geeigneten Zeitpunkt (wann ist der?) das Winterfutter schnell geben und Schluß.
    Buckis später zu füttern, habe ich schon gehört, würde es mir aber gern bestätigen lassen von Imkern, die regelmäßig damit Erfolg haben.


    Viele Grüße, Thomas