Umweiseln für mehr Ertrag

  • Hallo,

    Ich habe momentan ein Volk mit einer „0815“ Königin die ich bei einem Imker gekauft habe.

    Nun ist es doch so das ich im nächsten Jahr eine andere Königin kaufen könnte, die bessere Eigenschaften hat. Vor allen im Honigertrag.

    Mir ist dabei eine Frage aufgekommen.

    Wenn ich nun mit so einer Königin umweisel, haben die darauffolgenden Königinnen dann immer noch gewisse Eigenschaften wie die gekaufte Königin?

    Oder stehe ich, wenn die Königin mit der ich dann umweiseln würde gestorben ist, mit deren Nachkommen wieder wie jetzt da und die könnten alle möglichen Eigenschaften haben? Wichtig ist für mich das ich jetzt nicht jede 2 Jahre eine Königin kaufen muss.

  • Wenn du die Vorteile der neuen Königin nächstes Jahr schon haben willst, würde ich die dieses Jahr schon kaufen.


    Ich habe eine Buckfastkönigin, die ist die Tochter von einer gekauften Buckfastkönigin und keine meiner Königinnen hatte dieses Jahr mehr Brut als sie.

  • Eine standbegattete F1-Königin vom guten Züchter kostet rund 30-35 €. Wenn du diese zwei Jahre führst, sind das 15-20€/Jahr, also den Gegenwert von 1-2 kg Honig. Das bringt eine gute Königin lockerst rein. Ist ganz banal und wie in vielen Bereichen im Leben: Spare nicht am falschen Ende, sonst legst du am Ende drauf.


    In den Folgegenerationen wirds dann zunehmend zum Lotteriespiel, welche Eigenschaften die Königin hat. In der Regel kommen dabei auch brauchbare Königinnen raus, aber besser als die F1 vom Züchter wirds eher nicht.

  • Eine standbegattete F1-Königin vom guten Züchter kostet rund 30-35 €. Wenn du diese zwei Jahre führst, sind das 15-20€/Jahr, also den Gegenwert von 1-2 kg Honig. Das bringt eine gute Königin lockerst rein. Ist ganz banal und wie in vielen Bereichen im Leben: Spare nicht am falschen Ende, sonst legst du am Ende drauf.


    In den Folgegenerationen wirds dann zunehmend zum Lotteriespiel, welche Eigenschaften die Königin hat. In der Regel kommen dabei auch brauchbare Königinnen raus, aber besser als die F1 vom Züchter wirds eher nicht.

    Können die Standbegatteten Königinnen nicht auch „schlechte“ Eigenschaften haben? Könnten ja von jeder Drohne begattet worden sein. Oder habe ich da einen Denkfehler?

  • (...) In den Folgegenerationen wirds dann zunehmend zum Lotteriespiel, welche Eigenschaften die Königin hat. In der Regel kommen dabei auch brauchbare Königinnen raus, aber besser als die F1 vom Züchter wirds eher nicht.

    Können die Standbegatteten Königinnen nicht auch „schlechte“ Eigenschaften haben? Könnten ja von jeder Drohne begattet worden sein. Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Unwahrscheinlich, du hast ja immerhin eine gute Kontrolle über die mütterliche Genetik.
    Was ganz schlechtes wird dabei nicht rum kommen.


    Aber was schon gesagt wurde, die Königinnen solltest du dir dieses Jahr beschaffen, damit du sie ab Oktober sicher einweiseln kannst und dann im nächsten Frühjahr gute Völker hast.

  • Wie schreibt Jungels: Wir sind doch alle selber Schuld, dass wir so schlechte Bienen haben, da wird jeder Schwächling durchgefüttert und jede Königin vermehrt.

    Kauf eine gute, besser 2 und baue darauf deine Bienen auf.

    Die paar € sollten es dir wert sein.

    Du kannst es natürlich auch so machen, wie ein Nachbarimker, immer nur von seinem liebsten "Carnica" Volk nachziehen und sich dann wundern, dass er 40% weniger Honig hat wie ich. Wenn der auch ein paar Euro in die Hand nehmen würde, eine vernünftige Zuchtcarnica kaufen würde, hätte er mit der gleichen Arbeit bessere Ergebnisse. Aber der Geiz der Imker ist sehr groß.

    Bis bald

    Marcus

  • Ok geizen will ich nicht.

    Wie meinst du das mit dem aufbauen auf den beiden Königinnen? Meinst du damit nachzuchten?

    Werden die dann nicht „schlechter“?

  • Es gibt den Spruch, zieh nicht von der besten Königin am Stand nach, sondern von ihrer Mutter.


    Wenn du eine durchgezüchtete Carnica oder Buckfast F1 Standbegattete Königin kaufst, kommt es sehr darauf an wo die Königin Standbegattet wurde.


    Wurde sie beim Züchter selbst oder auf einer sog. Gebrauchsbelegstelle begattet wurde, ist die Wahrscheinlichkeit groß, das ihre Töchter, die du nachziehst brauchbar sind, wenn sie unter ordentlichen Bedingungen gezogen werden.


    Wenn du dann wiederum von deren Töchtern nachziehst sind diese sehr wahrscheinlich nicht mehr so gut, weil der heterosis Effekt nicht mehr so stark ist und die Genetik stark aufspreizt.


    Kaufst du dir eine schlupfreife Zelle oder eine unbegattete Königinnen vom Züchter, sind wiederum deren Töchter sehr wahrscheinlich nicht mehr so gut.


    Grüße Christoph

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Wurde sie beim Züchter selbst oder auf einer sog. Gebrauchsbelegstelle begattet wurde


    Kaufst du dir eine schlupfreife Zelle oder eine unbegattete Königinnen vom Züchter, sind wiederum deren Töchter sehr wahrscheinlich nicht mehr so gut.

    Wo liegt jetzt in deinen Augen der unterschied einer Standbegattung beim Züchter zu einer Standbegattung bei mir am Stand :/

  • Beim Züchter sind deutlich mehr gute Drohnen unterwegs als bei dir. Züchter haben meist sehr sehr viele Völker am Stand und bauen so einen sehr großen Drohnendruck in ihrer Umgebung auf.


    Das würde auch auf deinen Stand zutreffen, wenn er in der Nähe eines Züchter ist

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Wo liegt jetzt in deinen Augen der unterschied einer Standbegattung beim Züchter zu einer Standbegattung bei mir am Stand :/

    I.d.r hat der Züchter(*) durch eine für die Zucht erforderliche Anzahl an Völkern am und um seinen Begattungsstand "quasi" Lufthoheit seiner Drohnen. Rein statistisch. Da kann natürlich mal eine "ungeplante" vom Nachbarn dabei sein. Die %-Zahl der "ungünstigeren" Drohnen reduziert sich. Hat der dann noch Nachbarn, die auch auf Standbegattung setzen, drückt über die Jahr seine Genetik auch da rein.


    * Ich meine hier ernstzunehmende Züchter und nicht "Onkel Hubert" mit 20 Völkern aus dem Verein! Die für Zucht und vor allem vernünftige Auswahl erforderliche Anzahl an Völkern wurde hier mal irgendwo diskutiert.

  • Ich habe jetzt nicht gelesen, daß Deine vorhandene Königin schlecht ist, oder. Dieses Jahr ist die Honigproduktion bei vielen schwächer, auch bei den Profis mit den „guten“ Königinnen. Wer sagt Dir, daß die, die Du nächstes Jahr kaufst besser ist? Der Königinnendealer Deines Vertrauens?

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • dass die alle gut sind da 90%der Drohnen von seinem Stand sind

    Woher weiß er das so genau ?! Frag ihn doch mal !


    Eine Antwort auf Deine Ausgangsfrage findest Du, wenn Du Dich mit der Genetik der Honigbiene beschäftigst - da gibt's Literatur bzw. genügend Darstellungen von den Bieneninstituten, z.B. hier


    08 Aufzucht, Besamung, Leistungsprüfung » Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen


    Man sollte sich ein wenig auskennen mit der Vererbung bei Bienen, dann versteht man einiges besser, was da so abläuft und warum aus der tollen Königin nicht wieder eine Tochter mit super Eigenschaften entsteht.


    Für den Hausgebrauch reicht aber schon, das, was die Vorschreiber nannten. Kauf' Dir zwei gute begattete Königinnen beim Züchter und geize nicht. Die € 100 haben sich im nächsten Jahr schon beim Verkauf der Frühtracht amortisiert. Und nebenbei verteilen deren Drohnen die gute Genetik in der Nachbarschaft und dann hast Du auch vernünftige Ergebnisse bei der Standbegattung der möglichen Töchter...


    Viel Erfolg!