Zeitpunkt Behandlung Brutscheune

  • Hallo zusammen!


    Am 12.7. habe ich eine TBE gemacht und aus zwei Völker eine Brutscheune erstellt. Da sie sich eine Königin nachziehen sollten, habe ich erst die Nachschaffungszellen gebrochen und dann einen Eistreifen hinzugefügt. Ich frage mich nun, wann der sinnvollste Zeitpunkt zur Varroa-Behandlung ist. Ich würde gerne - wie in den anderen Völkern- mit Oxalsäure sprühen.

    1. Kurz vor dem Schlupf der Königin

    2. Nach (hoffentlich geglückter) Begattung und noch unverdeckelter Brut


    Wann ist der Eingriff ist für das Volk/die junge Königin am schonendsten bzw. am wirksamsten? Danke euch!

  • Beides - je früher, desto besser, auch mehrfach; denn die Varroen schlüpfen und schwächen ja fortlaufend die Bienen. Kö' ist ja in der Zelle geschützt...


    Sobald diese in Eilage ist erneut behandeln.

  • Hey,

    Das Problem bei den weisellosen Brutscheunen ist leider, dass viele Bienen abwandern und die verbleibenden Völker wieder verseuchen.


    Das trifft auch darauf zu, wenn man die Brutscheune außerhalb des alten Flugradius aufstellt, dann trifft es die Imkerkollegen.


    Am besten behandelt man ab Tag 1 nach Erstellung, mehrfach wie beemax schon schrieb. 5x alle 3Tage mit OX sprühen oder sublimieren.


    Am allerbesten ist es die Scheune weiselrichtig zu erstellen, das geht halt nur wenn man über reserve Königinnen verfügt.


    Bsp wie ich es mache:

    Ich tausche Königinnen, welche meinen Ansprüchen nicht genügen mit TBE aus. Diese werden aber nicht abgetötet sondern Wandern in die gelben Zusatzkäfige. Das TBE Volk bekommt dann direkt eine neue, die alten kommen in die Brutscheunen und bleiben drin bis alle Brut geschlüpft ist. Parallel wird natürlich schon ab Tag 1 behandelt. Ab Tag 21 ist die Brutscheune brutfrei, es erfolgt nochmal eine Abschlussbehandlung und die "alte" Königin geht in Ruhestand und die Brutscheune bekommt dann die Zuchtkönigin aus dem aktuellen Jahr.


    Grüße Christoph

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Danke euch beiden!


    Tatsächlich habe ich mir für das nächste Jahr vorgenommen, die Brutscheune weiselrichtig zu machen, um die moegliche Verbreitung/räuberei zu minimieren. Dieses Jahr haben mich ein paar Rahmenbedingungen abgehalten...


    ChrisA das Verfahren finde spannend und probiere es gerne aus!


    Zur Behandlung: Was ihr schreibt, hört sich für mich völlig schlüssig an, was mich nur verwundert, ist, dass bei allen Vorgehensweisen, die ich gelesen habe, immer nur ab dem 21. Tag behandelt werden soll. Gibt es einen Grund, warum es nicht immer geraten wird, sofort bzw. öfter zu behandeln? 5mal ist ja schon heftig, drohen da keine Bienenschäden ?

  • Guten morgen.


    ich muss eines vorab dazu sagen, ich sublimiere, gesprüht habe ich bisher noch nicht. Beim sublimieren gibt es meines Erachtens keine Bienenverluste, auch nicht bei 5x3 und mehr. Ausgenommen einiger weniger Wächterbienen die den Verdampferkopf anfliegen und verbrennen.


    Vielleicht kann Ludger Merkens dazu mehr sagen.


    Meine Vorgehensweise sollte dabei auch kurz angerissen werden, damit im Kontext keine falschen Schlüsse gezogen werden.


    Abschleudern, TBE und Sublimation ist bei mir ein verfahren. Am Tag X (den berechne ich grob vor nach Phänologischem Kalender vom DWD, blühende Winterlinde in meiner Region. Ich trauere folgenden Läppertrachten auch nicht nach. Auch diskutiere ich nicht mehr mit Imkerkollegen die dann noch 1-3Kg/Woche/Volk ernten. Dieser Honig ist für meine Bienen. Mir ist es wichtig starke Völker einzuwintern und entsprechend verlustfrei auszuwintern und starke Völker für die Frühtracht zu haben.)


    Also am Tag X am frühen morgen, Käfige ich alle Königinnen, diese die in den Völkern bleiben unter Futterteigverschluss, diese die ich austausche in einen noch verschlossenen Käfig, dass Käfigen dient als Schutz der Königinnen vor ihren eigenen Bienen. Ich entnehme den Völkern alle Brut auch die offene. Bei Völkern die Varroaschäden auffweisen kommt die Brut (verdeckelte) in eine separate Kiste zum einschmelzen. Danach kommen die Futtertaschen rein, die werden mit Zuckerwasser 1zu1 befüllt und es kommt die Bienenflucht drauf.


    Zuhause werden die Brutscheunen mit einer Altkönigin erstellt.


    24 oder 36 Stunden später (morgens oder abends!!) kommen die Honigräume runter und ich behandle alle Völker mittels Varrox auch die Brutscheunen (Brutscheune dann 5x3, TBE Völker einmalig).

    Die Brutscheunen deshalb, (Königin bleibt eingesperrt) weil da noch massiv offene Brut vorhanden ist. Diese soll möglichst nicht von den Milben befallen werden.


    So habe ich Jahr für Jahr starke Völker und wenig bis keine Winterverluste.


    Ich muss dazu schreiben ich kann dir das Sublimieren nicht empfehlen, weil es keine Zulassung in Deutschland hat und empfehle dir stattdessen das Sprühverfahren.


    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler und kann dir nur meine Erfahrungen schildern.


    Grüße Christoph

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


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  • Weiselzellen können an den meisten Tagen durch Erschütterungen geschädigt werden. Das kann auch beim Sprühen passieren.

    Dazu müsste man aber schon die Waben abstoßen o.ä., was ja nicht erforderlich ist. Das bloße Ziehen und Zurückhängen ist sicher kein Problem.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also am Tag X am frühen morgen, Käfige ich alle Königinnen, diese die in den Völkern bleiben unter Futterteigverschluss, diese die ich austausche in einen noch verschlossenen Käfig, dass Käfigen dient als Schutz der Königinnen vor ihren eigenen Bienen.

    Also, ich habe in diesem Jahr das 2. Mal eine TBE gemacht; wie im letzten Jahr auch haben wir Brutscheunen erstellt (ohne Kö) mit der gesamten Brut und diese nachschaffen lassen. Die Altkönigin haben wir als Flugling an dem alten Platz stehen lassen. Da in diesem Jahr aber der Hochzeitsflug bei mindestens einem Volk nicht erfolgreich war, will ich im nächsten Jahr gerne anders vorgehen und mich interessiert Dein Ansatz: magst Du mir erklären, welche Königin Du in die Brutscheune setzt und sie legt doch dann gleich, d.h. es gibt keine brutfreie Zeit, oder?

    Und wieso im verschlossenen Käfig, das Volk kennt doch die Königin (im Flugling zumindest).

    Irgendwie hab ich da noch einen Knoten im Kopf und verstehe das Konzept nicht durchgehend. Freue mich über Ausführungen.

  • magst Du mir erklären, welche Königin Du in die Brutscheune setzt und sie legt doch dann gleich, d.h. es gibt keine brutfreie Zeit, oder?

    Ich selektiere und vermehre. Königinnen die meiner Meinung nach ausgetauscht werden müssen, kommen direkt bei der TBE aus ihren alten Volk raus, werden im verschlossen Käfig in den Brutscheunen geparkt. Sie werden nicht freigelassen und sie können auch nicht stiften.

    Und wieso im verschlossenen Käfig, das Volk kennt doch die Königin (im Flugling zumindest).

    Irgendwie hab ich da noch einen Knoten im Kopf und verstehe das Konzept nicht durchgehend.

    Im "Flugling" verbleiben alle Königinnen nur mit Futterteig verschluss, sie werden innerhalb kurzer Zeit wieder freigefressen. Es ist mir schon mehrfach passiert, dass nach der TBE ein Volk Weisellos war. Ich vermute das einige Wächterbienen zu aggressiv reagieren und sie abtöten. Das Käfigen dient nur zum Schutz Ihrer Majestät. Natürlich bekommen alle Königinnen auch Begleitbienen.


    Ich mache bei rund der Hälfte meiner Völker jedes Jahr die TBE, das sind ca 10 Völker. Der Königinnenverlust lag mal bei 2, mal bei keinem, mal bei einer. Ist eine reine Vorsichtsmaßnahme von mir.


    Grüße Christoph

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  • Ich mache bei rund der Hälfte meiner Völker jedes Jahr die TBE, das sind ca 10 Völker. Der Königinnenverlust lag mal bei 2, mal bei keinem, mal bei einer. Ist eine reine Vorsichtsmaßnahme von mir.

    Wieso nur bei der Hälfte, hat das einen Grund bzw. wie behandelst Du die anderen Völker?


    Danke für die Erklärung; das hilft mir sehr;

    Du lässt die Königinnen drinnen bis Brutfreiheit besteht und weiselst dann eine andere Königin ein?


    Dank Dir nochmal,

    Agnes

  • Wieso nur bei der Hälfte, hat das einen Grund bzw. wie behandelst Du die anderen Völker?

    Ich teste ab ende Mai alle Völker regelmäßig auf Varroabefall. Völker die nur wenig befallen sind werden per Käfig (Bannwabentasche, 1x Wechsel nach 12 Tagen) für 24 Tage Brutfrei gemacht und dann je nach Gefühl nochmal behandelt oder nicht.

    Du lässt die Königinnen drinnen bis Brutfreiheit besteht und weiselst dann eine andere Königin ein?

    Genau, ich Schmelze dann auch die alten Waben ein und tausche sie aus.


    Ich versuche das Käfigen so zu timen, dass der Tag des freilassens auf den Tag der TBE fällt, klappt halt nicht immer.


    335 - Varroa-Befallsmessung Puderzucker GBS


    339 Befallskontrollbogen


    Grüße Christoph

    Ich bin kein Biologe oder Wissenschaftler, ich kann euch nur von meinen Erfahrungen berichten.


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