Hohe Milbenlast - Natürlich Milbenfall 300 !!!

  • Hallo Wes,


    300 Milben/Tag unbehandelt ist ein schwieriger Fall. Landäufig wird ein Faktor 300 für die Gesamtmilbenbelastung angenommen. Da hättest du 90000 Milben im Volk. Pro Biene 3 Milben? Selbst wenn sich durch die Brutlücke das Verhältnis verschoben haben sollte, kannst du davon ausgehen, dass die jetzt angelegt Brut so hoch parasitiert ist, dass sie kaum zu retten ist. Deine Überlegung - es entsteht mehr Brut und die Brut ist niedriger parasitiert ist, spielt bei einem solch hohen Befall keine Rolle mehr. TBE ist dennoch das Mittel der Wahl.


    Brut raus, Fangwabe stehen lassen, nach 1 Woche, Fangwabe entnehmen und Volk mit Oxalsäure einsprühen. Wenn du irgendwo eine Pollenwabe findest, pack die mit in das Volk, dass die Versorgung des 1. Brutsatzes mit Eiweis sichergestellt ist. Flüssigfutter muss in großen Mengen vorhanden sein, dass sie bauen können und keinen Hunger leiden. Wenn du die Bienen nicht auf Mittelwände, sondern auf ausgebaute Waben setzt, musst du früher sprühen, weil die Bauverzögerung nicht da ist und die Königin sofort legen kann.Auf keinen Fall vor der TBE sprühen, die Bienen sollen nicht oxalsäurenass in der Beute liegen.


    Die hoch befallenen Brutwaben würde ich in diesem Fall einschmelzen, mindestens aber einer Ameisensäurebehandlgung unterziehen. Wenn der Befall so hoch ist, wie du ermittelt hast, wären fast alle Zellen mehrfach parasitiert, da ist das Einschmelzen als Gnadenschuss zu werten. Das Einschmelzen hätte außerdem den Vorteil, dass du die Pflegebienen, die du sonst für die Brut abzweigen müsstest, dem zu sanierenden Volk belassen kannst.


    Tip - mach eine Alkoholauswaschung um zu schauen, wie hoch der Befall wirklich ist. 300 Milben/Tag ist so unrealistisch hoch, dass ich das vorher absichern würde.


    Wenn deine andere Beobachtung stimmt und die Bienen noch vital sind, stecken sie diese scheinbare Tortut besser weg, als du dir vorstellen kannst.


    viel Glück - und nicht lange warten - du musst den Bienen sofort helfen.


    Gruß
    Ludger

  • Oder teilen sich die Milben gleichmäßig auf den ersten Brutsatz nach Start der Eilage auf?


    Aber nur Blockbehandlung wird vermutlich nicht reichen und dann muss die Brut halt mit raus….

    "Alles ist gesagt, nur noch nicht von jedem"(K. Valentin)...


    Der hohe Befall kann m.E. nur mittels TBE in Vbdg. mit Fangwabe und OXS-Staub reduziert werden. Wenn die Kö' noch nicht solange in Eilage ist, konzentriert sich der Milb in der Brut. Und die TBE-Situation kommt beim Bien dem "heilenden Schwärmen" sehr nahe.


    Wenn das Brutnest zahlreiche Fehlstellen aufweist und die Bienen sehr nervös (nicht aggressiv) sind, könnte das auch ein Hinweis auf Ausräumen sein, je nach Herkunft der Genetik. Dem Volk scheint es ja nicht schlecht zu gehen!

  • Die Diskussion um Wartezeit 0 Tage gibt es ja auch immer wieder…. Bin kein Pia Aumeier Anhänger aber auch sie rät bei Wartezeit 0 Tage trotzdem von Honigernte im gleichen Jahr ab…

    Du fragtest nach legal, nicht nach guter imkerlicher Praxis.

    Ist ja ein Schweizer Produkt, deshalb ein Schweizer Kommentar dazu: Hier ist überall bekannt und zumindest öffentlich anerkannt, dass nach einer Oxuvar-Behandlung keine Honigernte im selben Jahr mehr durchgeführt werden sollte. Deine implizite Schlussfolgerung wäre im Produktionsland also falsch.

    Ah, die Ricola-Nummer...

    In der Schweizer Version steht zur Wartezeit "keine", in der deutschen "0 Tage"

    Dann sollte der Hersteller seine oben verlinkte Produktinformation bitte präzisieren, wenn diese interpretierbar ist. Als Anwender möchte ich mich darauf verlassen bzw. berufen können.

    Gruß Thorsten

  • Wer es genau nimmt/sich darauf berufen will, muß den Blick weiten und die amtlich abgesegnete Fachinformation zugrunde legen. Dort steht bei Oxuvar 5,7% Sprühbehandlung in Zf. 4.5. Abs. 3 (Zitat):

    "Nicht auf Waben sprühen, die für die Honigproduktion im laufenden
    Jahr verwendet werden."

    https://imedikament.de/oxuvar-5-7?doc=1


    Grundlage der Maßgabe, erst im Folgejahr der Behandlung Honig zu ernten, geht offenbar auf die Annahme zurück, daß auch besprühte Brutwaben letztlich zur Produktion von Honig beitragen, wenn auch nur in ihrer Funktion im Brutraum (Larvenaufzucht, aber ggf. auch Honigkranz -> Gefahr des Umtragens von beOXtem Honig in den Honigraum).

  • ribes : Das meinte ich mit präzisieren. Den Satz habe ich auch gelesen. Dieser ist meiner Meinung nach interpretierbar. Selbstverständlich auch im von dir vorgetragenen Sinn. Das hätte man dann aber auch eindeutig durch "aus behandelten Völkern darf im laufenden Jahr kein Honig geerntet werden" ausdrücken können. Oder durch die Definition eines "korrekt behandelten Volks"?

    Ich denke wir werden gerade wieder OT. Ich möchte gar nicht darüber streiten oder Recht haben. Da sowieso probeweise bedampft wird.



    Gruß, Thorsten

  • Tip - mach eine Alkoholauswaschung um zu schauen, wie hoch der Befall wirklich ist. 300 Milben/Tag ist so unrealistisch hoch, dass ich das vorher absichern würde.

    Das Ergebnis von der Auswaschung, würde mich sehr interessieren.


    Wes .

    Es könnte recht hilfreich sein, wenn du den Befall noch vor der Behandlung ermitteln könntest....


    Lg Sulz.

  • Faktor 300 kann warum auch immer nicht stimmen.

    Ich bin grundsätzlich auch in der Lage aufsitzende Milben zu sehen. Das Volk ist dahingehend nicht auffällig.

    Ich kann mir nur vorstellen dass bei den ersten Tagen schlüpfenden Bienen nach Brutpause gerade unverhältnismäßig viel Milben aus den schlüpfenden Zellen fallen. Von gestern auf heute „nur“ noch 160. Also die Hälfte von gestern.

    Alkohol auswaschen oder CO2 betäuben habe ich zur Milbenermittlung noch nicht gemacht, da ich bisher eh behandelt habe. Ans nicht behandeln habe ich mich noch nicht gewagt. Daher war die genaue Anzahl nicht so wichtig für mich.

    Ich habe heute Abend einmal OX Staub eingesetzt und werde morgen dann die TBE durchziehen.

  • Faktor 300 kann warum auch immer nicht stimmen.

    Ich bin grundsätzlich auch in der Lage aufsitzende Milben zu sehen. Das Volk ist dahingehend nicht auffällig.

    Ich kann mir nur vorstellen dass bei den ersten Tagen schlüpfenden Bienen nach Brutpause gerade unverhältnismäßig viel Milben aus den schlüpfenden Zellen fallen. Von gestern auf heute „nur“ noch 160. Also die Hälfte von gestern.

    Alkohol auswaschen oder CO2 betäuben habe ich zur Milbenermittlung noch nicht gemacht, da ich bisher eh behandelt habe. Ans nicht behandeln habe ich mich noch nicht gewagt. Daher war die genaue Anzahl nicht so wichtig für mich.

    Ich habe heute Abend einmal OX Staub eingesetzt und werde morgen dann die TBE durchziehen.

    Damit sind die aber für die Honigproduktion raus, was du eigentlich ja nicht wolltest. Habe ich zumindest so verstanden.


    Trotzdem halte ich das für die richtige Entscheidung. Den Honig den die jetzt noch holen, ist nicht so viel wie wenn du das Volk vernünftig einwinterst und durchbringst.

  • Honig ist hier nun eh durch… seit ein paar Tagen Totentanz an den Fluglöchern.

    Das Thema Honig kam auf, als ich gefragt wurde warum ich während der Brutpause nicht behandelt habe.

    a wusste ich ja noch nichts vom Befall und b ist das bei WV vor einer Tracht ja nur schwer möglich.

    Das Volk hat mir wie andere am Stand 3 Honigräume Sommertracht voll gemacht. Bis zuletzt voll durchgezogen. Auch deshalb kann ich mir nun nicht 90000 Milben im Volk vorstellen. Bei gegebener Legepause gab es doch ca. 4 Wochen auch keine Vermehrung.

    Ich meine da war gestern der Drohnenrahmen auch noch verdeckelt. Den kann ich ja einfrieren und auch nochmal untersuchen…

  • Das einfachste wäre eine sofortige Langzeitbehandlung mit 60%iger Ameisensäure (Liebig-Dispenser oder Nassenheider). Die wirkt auch auf die Milben in den verdeckelten Brutzellen.

    Verwunderlich, dass bis jetzt hier noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Oder habe ich das übersehen.

  • AS hat für mich 2 Nachteile.

    Sie wirkt zwar in der Brut aber reicht der Wirkungsgrad wenn nicht alles optimal läuft?

    Ich imkere mit angepassten Brutraum. Vor AS müsste ich dem Volk erst einmal einen Futterkranz anfüttern. Ich habe den Verdunster einmal ohne ausreichend Futterkranz / Abstand aufgesetzt. Das passiert mir nicht wieder. Die ganze ausgeräumte Brut ist kein schöner Anblick vorm Flugloch…