"Honig" von der Biogasanlage

  • Warum was!?

    Warum ist an der Stelle der Amtsveterinär anzusprechen?

    Weil das ein mega Problem ist! Für uns alle! Wenn da Stoffe eingetragen werden, die nicht eingetragen werden dürften. Die kommen ja irgendwo her, Futtermittel, Abfälle, etc, warum kommen die Bienen da dran? Was ist das? Bei Abfällen, bestehen abgesehen von der Verkehrsfähigkeit, Gesundheitsrisiken? Zu guter Letzt: Wer ersetzt den Schaden?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase: Die Rechtsgrundlage für Maßnahmen des AVet ist gefragt. § 2 Abs. 5 BienSeuchV kann es bei Melasse m.E. nicht sein.

    Die Deutsche Melasse HandelsGmbH konnte mir auf Anfrage auch kein Regelwerk dazu benennen. Weitere Suche bei Behörden ist nach 16.00 selten von Erfolg gekrönt...

  • Die Analyse die gemacht worden ist beschränkte sich auf die Sensorische Beurteilung, Wassergehalt, Elektrische Leitfägkeit sowie Pollenanalyse. Der Sachbearbeiterin ist ein ungewöhnlicher Geruch und Geschmack aufgegallen. Sie kann einen Fremdeintrag nicht ausschließen und rät zu einer weiteren genauen Zuckeranalyse via HPLC (in ihrem Labor ist dies leider nicht möglich).

    Diese weiterführende Analyse wird demnächst der DIB vornehmen.

    Bin gespannt was dabei rauskommt.

  • Also war die wissenschaftliche Grundlage eigentlich „riecht und schmeckt komisch“?

    Wenn jemand der Tag für Tag Honige auch gustatorisch beprobt eine solche Warnung ausspricht, dann würde ich mich nicht mehr nach der Leitfähigkeit erkundigen.
    Ich würde nicht erwarten, dass Untersuchungen jenseits des erteilten Probenauftrags erfolgen.

    Bin auch gespannt, was bei der weitergehenden Analyse rauskommt.

  • Nachtrag zu #17:

    Nach offizieller Auskunft des hier zuständigen Thür. Landeamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLR) von soeben gibt es keine zwingenden speziellen Regeln beim Umgang mit Melasse - weder rechtlich, noch technisch. Man achte gleichwohl auf Sauberkeit, Dichtheit etc., weil das das Arbeiten leichter macht und Hygiene allgemein verbessert. Es gebe mittlerweile auch technische Lösungen, die das Anmischen des Futters/Zugabe von Melasse ohne Kontakt nach außen (Umpumpen in separaten geschlossenen Futtermischer) erlauben. Die sind aber entsprechend teuer.


    rase: Da findet auch der engagierteste AVet wohl keine Handhabe für irgendwelche Auflagen. Ich stelle mir das Füttern selbst mit melassehaltigem Futter schwierig vor. Sollte dies dann ausschließlich in bienendicht verschlossenen Boxen/Räumen gestattet werden? Andererseits dürften Großtiere unruhig bis ungehalten reagieren, wenn sie beim Fressen ständig räubernde und ggf. stechende Bienen ums Maul hätten.

    Was sagt der DBIB dazu bzw. was hat er bisher unternommen?

  • Ich hab in der Sache mit Herrn Ellmann telefoniert, er hat darauf Hodor angerufen und sie kümmern sich um Labor und weiteres Vorgehen. Der DBIB ist aktuell leider viel zu sehr mit persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also war die wissenschaftliche Grundlage eigentlich „riecht und schmeckt komisch“?

    Wenn jemand der Tag für Tag Honige auch gustatorisch beprobt eine solche Warnung ausspricht, dann würde ich mich nicht mehr nach der Leitfähigkeit erkundigen.
    Ich würde nicht erwarten, dass Untersuchungen jenseits des erteilten Probenauftrags erfolgen.

    Bin auch gespannt, was bei der weitergehenden Analyse rauskommt.

    Um wie viel Honig handelt es sich denn? Dann kannst Du ausrechnen wie viel Geld Du investieren kannst um die Sache aufzuklären. Was immer geht, eine Anzeige gegen Unbekannt, da meines Wissens nicht nur Imker keine Honigwaben aufhängen dürfen, auch Zuckerfabriken müssen m.E. bienendicht produzieren und lagern. Wenn beim Landwirt ein Melassefass rumsteht, dann müssten da eigentlich tausende ertrunkene Bienen in der Melasse schwimmen. Das würde ich ausschließen.

    Aus einem Fass kommen die Bienen normalerweise nicht mehr raus.

    Wenn die in der Biogas nicht wirklich Reste der Zuckerfabrik verarbeiten, ist mir schleierhaft, wo da Zucker herkommen soll.

    Gib Deinen Honig einfach zum testen in eines der Labore, die den chinesischen "Honig", vor der Einfuhr als Honig deklarieren. Da weiß auch jeder dass max. 10 % wirklich Honig sind, interessiert aber kein Schwein. Ist ja nicht wirklich schädlich, nur Betrug. Aber was solls?

    Wenn wir den Sirup nicht abnehmen, dann könnte es sein, dass wir keine Autos mehr nach China verkaufen können...


    Grüße

    Peter

  • ...nicht nur Imker keine Honigwaben aufhängen dürfen, auch Zuckerfabriken müssen m.E. bienendicht produzieren und lagern.

    Für die Imker, Honigverarbeiter regelt das Verbot die BienSeuchV - da geht es aber um den Schutz vor AFB. Das greift bei Zuckerfabriken und Landwirten nicht.

    Für Landwirte gibt es offenbar keine Regeln zum bienendichten Verwahren von Melasse o.a. zuckerhaltigen Futtermitteln. dazu (#21) - außer der (betriebs-)wirtschftlichen Vernunft.

    Es wäre gut, wenn wir die für Land- o.a. zuckerproduzierenden/-verarbeitenden Branchen geltenden Regeln (juristische oder technische) zitierfähig klären könnten, sonst wird das nix.

  • Nachtrag: Lt. Auskunft von SüdzuckerAG/Qualitätssicherung gibt es offenbar auch für diese Branche keine zwingenden Regeln zum bienendichten Verwahren von potentiellen Nahrungsquellen für Bienen. Sie arbeiten trotzdem so, daß möglichst kein Fremdkontakt zu Tieren o.a. Umwelteinflüssen entsteht allein schon aus hygienischen Gründen. Gelangt trotzdem mal etwas aus Versehen daneben/ins Freie, reinigen die Mitarbeiter das i.d.R. von ganz allein und schnellstens weg, denn auch sie möchten nicht von zudringlichen Wespen, Bienen etc. belästigt werden.


    Es ist daher zu befürchten, daß der Schwarze Peter beim Imker hängen bleibt: Er darf nur unverfälschten Honig in Verkehr bringen, ganz egal, ob er für die Verfälschung selbst verantwortlich ist oder eine unerkannte Falschtracht sich auswirkte. Kein Handlungsraum für VetA/Lebensmittelüberwachung oder Staatsanwaltschaft zu erkennen - außer ggf. gegen den In-Verkehr-bringenden Imker.

  • Es liegt auf jeden Fall ein Schaden vor. Das an sich kann ja nicht mit einem gesetzlichen Schulterzucken erledigt sein. Da würde ich schon mal anwaltlichen Rat bemühen.

    Auch würde ich den "Honig" genauer beproben lassen, um an die Herkunft näher ran zu kommen.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.