Schwarm an Pheromonfalle am Rebstock

  • Hallo werte Profis

    vielen Dank für Euer geschätztes Wissen, dass mir die letzten zwei Jahre den Start etwas erleichtert hat.


    Nun steh ich vor einem grossen Fragezeichen und die Suchfunktion hat nichts hergegeben:


    ich habe durch Nachricht eines Winzers zweimal nacheinander in seinem Rebberg direkt von einer Pheromonfalle einen Schwarm gefangen. Da ich selbst mit Buckfast angefangen habe, denke ich, es sind wahrscheinlich Carnica. Jedoch möchte ich damit keine Rassendiskussion auslösen, ich erwähne dies nur, weil ich keinerlei Erfahrung in den Rasseunterschieden habe.

    Dieses Jahr habe ich insgesamt 6 Schwärme gefangen, aber so rekordverdächtig schnell wie die zwei aus den Rebbergen zog kein Schwarm in die Kiste ein. Deswegen machte ich mir erstmal keine Gedanken, ob da wirklich eine Königin dabei ist. Nach Kellerhaft sind die Bienen an zwei unterschiedlichen Standorten aufgestellt worden. Die Nachkontrolle ergab ein identisches Bild in beiden Völkern: keine sichtbare Königin vorhanden, allerdings Drohnenbrut (Buckelbrut?) und in einem Volk sehr kleine verdeckelte Schwarmzellen.

    Ein Volk bekam nun eine Brutwabe mit verdeckelter Königinzelle aus einem Dadantvolk, dem anderen Volk gab ich ein Miniplusrähmchen mit jüngster Brut, ebenfalls einer Dadantkönigin.


    - kann es sein, dass die Pheromonfalle der Königin geschadet hat?


    - ein Schwarm mit unbegatteter Königin wurde von der Pheromonfalle angelockt? Laut Winzer passiert das häufig und er sei froh, endlich jemand zu kennen, der die Völker holen würde (bin 22 km gefahren, den ortsansässigen Imkerverband interessiert es scheinbar nicht?)


    - welche Chance hat die schlüpfende Königin dieses Jahr noch? Meine Völker fangen bereits an, die Drohnen aus dem Stock zu vergraulen. :/ also versuchen zu überwintern und im Frühjahr umweiseln?


    - und ebenfalls nicht ausschliessen könnte man Gift aus den Spritzungen im Rebberg als Schaden an der Königin?


    - probieren, abfegen oder aufgeben. Was ist Euer Rat?


    Beste Grüsse

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Schön, dass du dich um die Völker kümmerst.

    Ich hatte letzten Winter ein Volk mit einer Königin, die ziemlich viel Drohnenbrut gelegt hat, zum Teil die Hälfte. Die waren ständig unruhig und auch bei der Winterbehandlung die einzigen von 12 die nicht in der Traube waren und sind sofort in Massen aufgeflogen.

    Ich glaube es tut einem Volk nicht gut, mit fehlbrütigen Königinnen durch den Winter zu gehen.

    Nur als weitere Option: man kann ja jetzt noch gut begattete Königinnen kaufen

  • Danke Jaki

    ich hätte ja noch Miniplus Königinnen, die sind Belegstellenbegattet. Aber die möchte ich nur ungern zu den Carnica geben. Zumindest solange ich nicht ganz sicher sein kann, woher das Problem kommt...

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Danke Jaki

    ich hätte ja noch Miniplus Königinnen, die sind Belegstellenbegattet. Aber die möchte ich nur ungern zu den Carnica geben. Zumindest solange ich nicht ganz sicher sein kann, woher das Problem kommt...

    Dann lass es doch einfach so laufen, sie haben ja was mit dem sie arbeiten. Umweiseln kannst du im Oktober immer noch.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré-Beuten, in dieser Saison „klassische Magazinbetriebsweise“ im Naturbau, aktuell 8 Völker

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen,evtl. mal regenfreien, guten Morgen :-)


    Ja, die Pherhormone schaden den Königinnen, egal ob begattet oder unbegattet.

    Es wird von den KS-Verkäufern immer gesagt, vor dem einschlagen der gekauften KS immer die Pherhormonstäbchen ca. 3 Std. zu entfernen.

    Das Pherhormon ist so stark, da kann eine Königin garnicht mitstinken und eine Unbegattete sowieso nicht.

  • Gotthardsternli: Welches Pheromon/Wirkstoff/Produktname ist bei Deinem Weinbauern im Einsatz?

    aumeier: Sprichst Du ggf. ein ganz anderes Pheromon/Wirkstoffgruppe an (Bienenköniginnenpheromon), als ggf. der Weinbauer im angefragten Fall gegen Pflanzenschädlinge (Lockstoff) einsetzt?

  • aumeier: Sprichst Du ggf. ein ganz anderes Pheromon/Wirkstoffgruppe an (Bienenköniginnenpheromon), als ggf. der Weinbauer im angefragten Fall gegen Pflanzenschädlinge (Lockstoff) einsetzt?

    Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :-)


    Vielleicht und das denke ich mir, wenn ich den Bericht richtig deute, ist das verwendete Pherhormon für die Traubenwickler, wahrscheinlich dem Königinnenpherhormon ähnlich.

    Den warum sitzen an den Fallen immer Schwärme?

    Weil das Zeug für Bienen anziehend ist, also muß es so ähnlich riechen.

    Wie oben schon geschrieben, sollte mal eine Anfrage an die herstellenden Firmen gemacht werden.

    Ist normal eine Sache der Institute, DIB oder DBIB.

    Ich glaube nämlich nicht, das sich die Hersteller mit uns kleinen Imkern unterhalten, dazu sind wir doch in Ihren Augen zu nichtig :-(

  • ...verwendete Pherhormon für die Traubenwickler, wahrscheinlich dem Königinnenpherhormon ähnlich.

    Denn, warum sitzen an den Fallen immer Schwärme?

    Weil das Zeug für Bienen anziehend ist, also muß es so ähnlich riechen.

    Wie oben schon geschrieben, sollte mal eine Anfrage an die herstellenden Firmen gemacht werden.

    I

    Da fehlt mir die imkerliche Erfahrung i.V.m. Weinbau. Die Anfrage sollte ein Kollege unternehmen, der das Problem aus praktischer Erfahrung kennt. Ist es wirklich so, daß die Traubenwicklerlockstoffe auch Bienenschwärme locken und zwar stärker als die Pheromone der eigenen Schwarmkönigin?

    Ehrlich gesagt: Ich verstehe den Wirkmechanismus dabei nicht so recht. Die Schwarmleitbienen/Kundschafterinnen lenken den Schwarm doch normalerweise zum vorläufigen Hangplatz bzw. zum endgültigen neuen Quartier - nicht aber zu einer anderen Königin als der eigenen?

  • So wie nachgelesen habe, wirkt das Pheromon auf das Paarungsverhalten bestimmter Mottenarten.

    Ich könnte mir deshalb eher vorstellen, dass es lecker nach Wachsmotten riecht.

    Man könnte es ja mal in fabrikneue Lockbeuten hängen, vielleicht würden sich die Bienen da endlich mal einziehen.

    Wäre dann immerhin mal eine seuchenrechtlich legale Methode. :/

  • Ist es wirklich so, daß die Traubenwicklerlockstoffe auch Bienenschwärme locken und zwar stärker als die Pheromone der eigenen Schwarmkönigin?

    Genau das interessiert mich ja so brennend. :)

    Laut Auskunft des Winzers sind es männliche Duftstoffe. Nun haben beide Schwärme ja einen starken Drang zu Drohnenbrut gezeigt.

    Deswegen vermute ich, dass es eventuell unbegattete Königinnen waren. :/

    Mit wieviel Bienen als Begleitung zieht eine Prinzessin auf Jungfernflug?


    Sonnige Grüße

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.