Schwarm unter dem Dach

  • Wurde das wirklich jemals ernsthaft untersucht? Wo kann man Ergebnisse dazu finden?

    Das kann ich dir nicht sagen.


    In all den Jahren, habe ich den Eindruck bekommen, "was nicht sein darf, kann nicht sein".


    Abernten, mit Zucker auffüttern, und auch Mittelwände, passen nun mal halt nicht in die Vorstellung, von den an der öffentlichkeit, agierenden Nicht Behandlern.


    Lg Sulz.

  • ...Der Platz, den die Damen gewählt haben, ist schön geschützt und warmhaltig in urbaner, wahrscheinlich trachtreicher Umgebung...

    Man hat nicht so häufig Gelegenheit unbetreute Völker zu beobachten, aber ich habe schon mehrere gesehen, die nachweislich mehrere Jahre überlebt haben.

    Ich bin wirklich an realen Tatsachen interessiert. Unsere Region ist noch kleinteilig genug und gut gemischt genutzt. Es gibt viele unterschiedliche Trachtquellen, also theoretisch recht gute Überlebensbedingungen für unbetreute Bienenvölker. Aber entgegen landläufiger, auch imkerlicher Meinung hat sich bei genauerer Beobachtung hier kein einziger Standort herausgestellt, an dem ein Bienenvolk mehr als 3 Jahre überlebt hätte. Ein einziges Mal kamen 3,75 Jahre heraus, resp. das Volk ging im 4. Jahr elend zugrunde. Das war in einem Dach-Zwischenboden einer Sporthalle und - zufällig oder nicht - nachdem im vorhergehenden Winter deren regelmäßige Benutzung -> damit auch Beheizung eingestellt worden war.

  • Ich habe heute mal ein geschwärmtes Volk besucht daß ich im vorigen Jahr einfangen sollte.

    Als ich damals ankam war noch eine Hand voll Bienen in einem Busch auf der Erde zum Einsammeln.

    Der Schwarm war schon 30m weiter in ein Kellerloch umgezogen wo er auch heute noch ist.

    Ich schätze den Platz für das Volk auf max 60-80 Liter da das Kellerfenster von innen verschlossen wurde so das man nicht mehr rankommt und von Außen durch eine 1cm MdF-Platte zum Hochwasserschutz verschlossen wurde.

    Der Keller ist unbeheizt.

    Das Flugloch ist ca 8-10 cm² groß.

    Dem Flugverhalten nach würde ich sagen daß das Volk kurz vor dem Ausschwärmen war.

    Etwa 200m entfernt ist ein Rapsschlag von einigen Ha als Trachtquelle.

    Mal sehen wie sich das Volk noch entwickelt.

    Leider gestattet der Besitzer nicht sich das Volk mal mit einer Endoskop-Kamera anzuschauen.

    Gruß Jörg

  • Ein einziges Mal kamen 3,75 Jahre heraus

    Sind in der Regel schon mindestens drei neue Schwärme, mit der gleichen Überlebensrate.

    95% der Imker interessiert die Antwort auf solche Fragen doch überhaupt nicht. Zumindest nicht genug um sich selber für die Klärung einzusetzen. Da ist Nachplappern einfacher, egal welche Seite man dabei vertritt.

    So kommen zu einem geringen Angebot an brauchbaren Wohnungen, in Kombination mit weiteren guten Lebensbedingungen, noch eine minimale Bereitschaft und Möglichkeit zur Dokumentation hinzu.

    Die Aufrufe zum genaueren Hinsehen finde ich sehr gut, und die Beobachtungen werden uns genauere Daten liefern. Aber momentan halte ich das noch für sehr dünn. Da kann ich dann genau so treffsicher den eigenen, sehr geringen Beobachtungen Glauben schenken.


    Edit: Das größte Problem sehe ich der Übertragung von Wahrheiten, wenn die Voraussetzungen überhaupt nicht die selben sind.

  • Ich habe ausprobiert. 4 Schwärme eingeschlagen. Alle wären verhungert noch vor dem Winter.

    Der Schwarm letztes Jahr hätte das vielleicht geschafft.

    Ok, ich hatte die allerdings auch alle auf Mittelwände. Vielleicht wäre Naturbau besser gegangen

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

    Die Natur päppelt keine Schwächlinge!

  • Wobei ich meine dass es darum ging, den da raus zu bekommen.

    Bis jetzt hab ich noch (fast) jeden Schwarm aus diversen Häusern und Dächern bekommen. Einzig hinter einer vorgemauerten Klinkerfassade mit geschätzt 300 Luftlöchern, da ist kein rankommen. Wenn die Bienen im Dach gebaut haben und Waben mit Brut haben, dann ist meines Erachtens an die nur mit einer Öffnung des Daches und einer kompletten Entfernung des Brutkörpers ran zu kommen. Das hab ich schon mehrfach gemacht, in der Regel sind dann im Dach Hohlräume wo keine sein sollten. Auf jeden Fall keine so großen.

    Die Leute im Haus hören dann, wie da Tag und Nacht die Bienen hinter der Deckenverkleidung am wuseln sind und je größer das Nest wird, um so lauter wird die Sache. Im Schlafzimmer haben die dann Angst, dass die Bienen sich irgendwann durchfressen und nachts als Horrorschwarm über sie herfallen. Den letzten hab ich von Außen mit Gerüst dran wirklich ausbauen müssen. Dachuntersicht abschrauben und PU Dämmplatten entfernen. Wabenwerk ausschneiden und in Rähmchen einbinden. Königin suchen in dem Chaos, nicht schön.

    Den Rest der Mannschaft mit dem Bienensauger am Abend noch aus dem Loch mitnehmen. Drei Tage lang, bis es auch die letzten kapiert haben, hier ist nichts mehr, auch wenn es noch gut riecht. Da war in der Untersicht von der Traufe bis zum First ein Hohlraum mit ca. 30/30 cm.

    Dort hatten sie angefangen mit Wabenbau. Dann war bei jedem Brett der Dachschalung eine Fuge mit ca. 10/6 mm, da haben sie dann durch diesen 30 cm langen Tunnel das Mauerwerk überwunden und den Brutraum über den bewohnten Teil des Hauses erweitert. Das hat dann nach 2 Jahren die Frau des Hauses geängstigt, dann haben sie Hilfe gesucht. Nachdem die Bienen dann raus waren, hab ich ihnen geraten den hohlen Kasten als Winkel ohne Hohlraum auszubilden und die durchgenagte Isolierung zu ersetzen, die Bretterfugen mit Putz zu verschließen. Noch hab ich keine Meldung einer Neubesiedlung.

    Aber eine sehr treue Honigkundin gewonnen, sie kommt regelmäßig mit ihren Freundinnen zum einkaufen.

  • black.peterle


    Auch ich, bin der Meinung, dass man diesen Schwarm/Volk aus diesem Hohlraum entfernen kann.


    Nur wer will diesen Aufwand betreiben? Zumal die Fassade/Dach, wieder fachmänisch erstellt werden sollte.


    Ohne einen schriftlichen Vertrag, würde ich da nichts tun.


    Lg Sulz.

  • Ich war mittlerweile vor Ort.

    Anbei Bilder von der Situation.

    Die Bienen haben das Einflugloch links eines Dachsparrens.

    Es war ein mega Flugbetrieb. Die Bienen sitzen, von innen Hörbar sowohl in der Dachschräge, als auch in der Wand.

    Innen befindet sich eine Dachgeschosswohnung. Um die Fußbodenleiste herrscht das große Krabbeln von Ameisen, die sich wohl von dem Ernähren was die Bienen Übrig lassen... Auch kommen ab und an Wachsmotten aus der Fußbodenleiste. Nach entfernen der Leiste sind mir ganz im Eck auch Bienen entgegen gekommen.

    Ich denke das Volk hat zumindest diesen Winter überstanden, so wie es da zugeht. Es liegen auch jede Menge Drohnen mit bei den Toten Bienen die auf die Terrasse fallen.


    Ich würde es mir nicht alleine zutrauen da am Haus was zu öffnen um die Bienen zu entfernen, hernach bin ich Schuld wenn was kaputt geht.


    Mein Vorgehen wäre zu warten bis Herbst/Winter. Dann von Handwerkern öffnen, reinigen und reparieren lassen (unter Beisein eines Imkers, falls das Volk überwintert). Bienen ggf entfernen, werden dann wohl sterben, aber wenigstens ohne Chemie. Flugloch/Hohlraum verschließen um künftige Schwärme zu vermeiden. Was meint Ihr?


    Das Volk befindet sich übrigens im Münchner Osten. Falls jemand mit sowas Erfahrung hat, aus der Gegend ist und Lust hat mich zu unterstützen, kann er mich gerne direkt anschreiben. :)

  • ...Dachgeschosswohnung...Ameisen...Wachsmotten aus der Fußbodenleiste...auch jede Menge Drohnen mit bei den toten Bienen, die auf die Terrasse fallen.

    Das wären für mich Alarmzeichen, daß bei diesem Volk schon jetzt etwas nicht stimmt, v.a. der Totenfall vom DG auf die Terasse (also über mind. 2 Etagen!). Normalerweise fliegen alte bzw. kranke Bienen von selbst ab bzw. die wenigen im Stock Verstorbenen werden von den Putzbienen möglichst weit weg vom Flugloch fortgeflogen; für Drohnenschlacht wäre es jetzt viel zu früh in der Saison.

    Ein sorgfältiges VetAmt würde da ggf. sogar eine Futterkranzbeprobung anbieten bspw. im Rahmen des AFB-Monitorings, wenn man einen vertrauensvollen Draht dorthin über die Jahre hat aufbauen können.

  • ribes: und wenn zur Beprobung eh schonmal die Fassade rückgebaut ist, kann man auch gleich das Volk rausholen und umsiedeln. Wäre doch fein, wenn das vom Amt bezahlt/beauftragt werden könnte.


    Ich hoffe, Josefus hält uns auf dem Laufenden.


    Grüße

    Roland

  • Wenn jetzt zu dieser Jahreszeit die Wachsmotten Hellau schreien, dann ist das sowieso schon so geschädigt, dass es keine Chance hat. Da wäre ich eher für einen Gnadenakt.

    - Für die Bienen, weil die gerade von Viren und Varroen zerfressen werden

    - Für den Besitzer des Hauses, weil der nicht mit ansehen und riechen muss, wie ihm 20 kg

    Biomasse in der Wand verfault. Hochaktives Eiweiß ist die Hölle, die Suppe läuft ihm überall hin.

    - Für den Handwerker der das richtet. Denn nach dem Abschwefeln zügig alles abbauen ist

    zwar auch klebrig und pampfig, aber wenn das noch dazu fault ist das eine Zumutung.

    Man kann natürlich auch hoffen, dass die Wachsmotten schneller aufräumen als das Volk stirbt.

    Wenn ich aber das Bild hinter der Sockelleiste so sehe, dann meine ich, sind sogar die überfordert.

    Wichtig wäre, dass man mit dem Schwefelstreifen nicht die Bude anzündet und niemand im Haus ist bis dieses wieder Gasfrei ist.

    Nicht schön, aber in diesem Fall das berühmte Ende mit Schrecken, statt Schrecken ohne Ende.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • ribes: und wenn zur Beprobung eh schonmal die Fassade rückgebaut ist, kann man auch gleich das Volk rausholen und umsiedeln. Wäre doch fein, wenn das vom Amt bezahlt/beauftragt werden könnte.

    Dieser Wunsch ist unrealistisch. Amtliche Mittel für Monitoring sind sehr begrenzt, unser BSV ist froh, wenn er wenigstens Einweghandschuhe gestellt bekommt. Rein formal ist auch der Tierhalter (ob freiwillig oder durch die Umstände als Hauseigentümer quasi überrumpelt) zuständig dafür, das Wabenwerk des Volkes so dem Probenehmer darzureichen, daß dieser seine Probe mit Einwegspatel o. dgl. gem. Probenahmerichtlinien entnehmen kann. Das Öffnen einer Fassade gehört rechtlich auf keinen Fall zum Aufgabenkreis eines Probenehmers, streng genommen nicht einmal das Öffnen einer Beute oder das Ziehen der Waben.