Hilfe, massenhaft Varroen

  • Ganz blöde Nachfrage, da ich „Milbenfall“ und „Windel“ lese: Ganz sicher, dass es Varroen sind? Gibt auch andere kleine rötliche Spinnentiere, die manchmal unten in der Beute leben. Hatte im Mai auch plötzlich hunderte winziger roter Punkte auf dem Gemüllbrett und erstmal einen ordentlichen Schrecken. War aber harmlos. Irgendwo hier im Forum gabs ne Diskussion zu. Wie die anderen Tierr heißen, hab ich vergessen.

  • (...) quasi sofort (...).

    Zeit ist halt relativ. Mal eben 5 Minuten an die Bienen reichen nie, aber wenn der Anruf kommt 'deine Bienen schwärmen' dauern sie deutlich zu lange 🤷

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Erklär doch mal, wie das angeblich funktionieren soll - bekannttlich befördert AS die freien Milben quasi sofort in den Milbenhimmel.

    Sofort bzw. 100 % kann man in biologischen Systemen niemals annehmen - insofern sind kategorische Aussagen zu relativieren (mein Daumen unter der Aussage war ein Versehen!).

  • Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen, da mir viele gesagt haben, meine Völker wären praktisch tot, wie sich die Völker entwickelt haben. Nun sind alle eingewintert und diese drei varroageschädigten sind mit die stärksten und die mit dem wenigsten Varroabefall im Herbst gewesen.

    Ich habe sie ja geteilt, die Brut mit AS behandelt, die Flugbienen nur mit wiederholter Fangwabe (da ja noch der Honig drauf war - sie sind übrigens auch nicht beräubert worden und auch der Wassergehalt war gut). im September haben alle trotz weniger Varroen sicherheitshalber AS bekommen. Die gesammelte Brut aus den drei Völkern ist ein überwinterungsfähiges Volk geworden. Natürlich kann man das Ganze erst abschließend beim Auswintern beurteilen, aber bisher sieht es ganz gut aus und da ja die Maßnahme bereits im Sommer gestartet ist, stehen die Chancen vielleicht ganz gut, dass die Winterbienen sich gesund entwickelt haben.

    Sicherlich habe ich auch Glück gehabt, hätte auch anders ausgehen können. Ich bin nur froh, dass es den dreien gut geht, auch wenn ich immer noch nicht weiß, warum genau sie diesen frühen, ultrahohen Milbenfall hatten.

  • Bienen sind zäh - schön, dass es geklappt hat!


    Dass die drei im Sommer stark Varroa belasteten Völker nach der Behandlung (Kombi Brutentnahme und AS) bei richtiger Vorgensweise milbenfrei waren, war zu erwarten. Wenn die Fluglinge bei Brutfreiheit auch behandelt wurden, ist das ebenfalls erwartungsgemäß. Bei starken Einheiten wirkt so etwas wie ein Befreihungsschlag und fördert die Aktivität immens. Habe auch schon gut behandelte Brutlinge zu starken Einheiten zusammengelegt und erfolgreich überwintert - da ist ja alles neu: Königin und Bienen, ggf. noch die Waben. Die ursprüngliche Frauschaft sorgte ja dafür und der Milb ist bei korrekter Behandlung maximal reduziert. Bis dahin alles richtig gemacht.


    Nachdenken würde ich über die möglichen Ursachen für einen derartigen Befall schon im Juli. Da ist in der Saison '20 mglw. etwas nicht gut gelaufen. Die Bienen kompensieren das bis zu einem Kipppunkt, dann geht's aber rasant abwärts...

  • Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen, da mir viele gesagt haben, meine Völker wären praktisch tot, ...

    Das ist hier im Forum die reflexartig rausgehauene Standardprognose und meiner Erfahrung nach oft nicht zutreffend. Bzw es hängt davon ab, wie man weiter vorgeht. Wenn man sich intensiv und mit etwas Fingerspitzengefühl um den Patienten kümmert, kann man vieles retten. Das ist aufwändig, aber gerade mit wenigen Völkern kann man das gut leisten.

    Auf der Suche nach der Bee-Life-Balance.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 3-5.2.2023 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda. :daumen:

  • Nachdenken würde ich über die möglichen Ursachen für einen derartigen Befall schon im Juli. Da ist in der Saison '20 mglw. etwas nicht gut gelaufen. Die Bienen kompensieren das bis zu einem Kipppunkt, dann geht's aber rasant abwärts...

    Ja, das habe ich gemacht. Ich habe bisher leider keine Erklärung. Im vergangenen Jahr sind diese Völker aus Flug- und Brutlingen entstanden, im Herbst und auch zur Restentmilbung hatten sie eher wenig Milben. Drohnenbrut habe ich diesjährig das erste Mal nicht mehr geschnitten, das aber bei allen Völkern (ausser den Biestern).

    Ingesamt sehe ich aber jetzt im Herbst, dass mein Varroabefall in diesem Jahr bei allen Völkern etwas höher liegt als die letzten beiden Jahre. Vielleicht doch wieder Drohnen schneiden? Aber im Verein berichten die meisten auch über eher höhere Zahlen und zum Teil auch schon frühe Verluste in dieser Saison.

  • Ingesamt sehe ich aber jetzt im Herbst, dass mein Varroabefall in diesem Jahr bei allen Völkern etwas höher liegt als die letzten beiden Jahre. Vielleicht doch wieder Drohnen schneiden?

    Hatte es schon mal geschrieben - das ist hier genauso. 2019 und '20 kaum Milben, d. J. waren viele Völker befallen. Ich verstehe diese Dynamik nur unvollständig.


    Drohnenbrut wird bei mir nur in Völkern geschnitten, die sich nicht vermehren sollen. Das ist der geringere Teil! Eine Korrelation des Milbentotenfalls mit Drohnenschnitt konnte ich nicht feststellen: Man würde ja erwarten, dass die Völker geringeren Milbenbefall haben, wo regelmäßig Drohnenbrut herausgenommen wird. Ist aber nicht so - im Gegenteil. Das erkläre ich mir durch die Genetik, die exakt bei denen "varroalastig" ist.

  • Völker, bei denen Drohnen geschnitten werden, haben vielleicht auch mehr Zuflug von Fremddrohnen und damit evenuell auch Milben

    Ulrich, die Frage hatte ich schon mal gestellt (, ob Drohnen Milben verteilen?), aber keine eindeutige Antwort bekommen.

  • Weil es doch keiner weiß. Irgendwie kommen die Biester jedenfalls von Volk zu Volk. Drohnen auch. Klingt also nicht unplausibel.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Weil es doch keiner weiß. Irgendwie kommen die Biester jedenfalls von Volk zu Volk. Drohnen auch. Klingt also nicht unplausibel.

    Ist das nur so wenn die Völker in Reihe stehen?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.