Hilfe, massenhaft Varroen

  • Goupli; Deine festen Überzeugungen in allen Ehren. Gestattest Du trotzdem die Frage, warum Du ausschließt, daß bspw. unbetreute Völker schon jetzt schwach verteidigen/ausgeräubert werden können?

    Ich selbst beobachte im Rahmen des BeeTree-Projektes seit mehreren Jahren solche unbetreuten Völker und stehe im Austausch mit anderen Beobachtern. Diese Einheiten - sofern sie den ersten Winter überleben - brechen meist im Folgejahr zusammen, einzelne aber können sich noch in ein 3. Jahr retten. Die Zusammenbrüche ereignen sich zu unterschiedlichen Jahreszeiten - manche im Herbst, manche aber auch erst im Frühjahr (Futtermangel?) usw. Manche haben bereits um die jetzige Jahreszeit trotz Volltracht bspw. der Linde bereits deutlich abgeschwächte Flugaktivität im Vergleich zu Durchschnittsvölkern. Das ist dann schon Vorbote eines Totalzusammenbruchs im August/September. Leider sind die Beobachtungsergebnisse des BeeTreeMonitoring lange nicht zusammengefaßt und publiziert worden. Die betreuenden Wissenschaftler mußten u.a. pandemiebedingt andere Prioritäten setzen und konnten das ehrenamtlich von ihnen verfolgte Projekt nur eingeschränkt betreuen.

  • Gestattest Du trotzdem die Frage, warum Du ausschließt, daß bspw. unbetreute Völker schon jetzt schwach verteidigen/ausgeräubert werden können?

    ...
    Totalzusammenbruchs im August/September.

    Die Gegenwehr ist meist noch vorhanden und leichter zu beschaffende Nahrung noch erreichbar. Warum sollten sie das Risiko jetzt schon eingehen?

  • Also: Windeldiagnose als Kriterium falsch oder es war ein Fehler, die Drohnenbrut zu belassen? Oder etwas anderes, was ich nicht sehe?

    Kannst du noch nachvollziehen, wie das mit den befallenen Völkern letztes Jahr war? Waren das welche, die wegen Windeldiagnose nicht behandelt wurden?

  • Windeldiagnose als Kriterium falsch?

    Windeldiagnose bei niedrigen Fallzahlen nicht genau genug!!

    (Bei 1 Milbe pro Tag ist der Fehler +/-100%, bei 2 Milben pro Tag ist der Fehler immer noch +/-50% - das alleine solte als Erklärung schon reichen, da habe ich noch gar nicht in Erwägung gezogen das die Befallzahl in Relation zur Bienenmenge auch noch zu Fehlern führt - wie gesagt, der prozentuale Befall der Bienen mit Milben ist wichig zu wissen, vor allem im Herbst/Winter/Frühjahr, wo die Bienenmenge pro Volk sehr, sehr unerschiedlich sein kann und nicht mit Standardformeln zu berechnen ist...)

  • Das finde ich eben auch. Wir haben an den betroffenen Völkern zu zweit gezählt.

    Aufzeichnungsfehler schließe ich aus, so viele Völker habe ich noch nicht, als dass ich nicht jedes Volk noch genau vor Augen habe mit seinen individuellen Problemen. Und bisher hatte ich tatsächlich seit Beginn noch kein Varroaproblem, auch noch keinen Winter einen Verlust diesbezüglich.

    Nun kann man ja über die Diagnosewindel diskutieren, ich weiß, aber die Methode hat bei mir bisher gut funktioniert. Aber ich stimme Dir zu, dass die Völker eigentlich bald tot sein müssten. Sie sind aber sehr vital, die Bienen sehen sämtlichst gut aus.

    Von Imkern in meiner Umgebung weiß zumindest die ansässige Bevölkerung nichts, aber das muss ja nichts heißen. Gibt es das, Reinvasion von einem weiter entfernt liegenden Stand, die alle Völker gleichzeitig betrifft.?

    Hast Du schon mal eine Brutwabe ein Stück weit geöffnet und nachgeschaut wie viele Milben in der Arbeiterinnenbrut sind?

    Dann kannst Du auch so einschätzen, wie sehr das Volk parasitiert ist.

    Ist die noch nicht übermäßig betroffen, kann man überlegen wie man weiter macht.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich habe noch nirgends gelesen, (oder es überlesen) wie viele volle Brutwaben es vor vier Wochen waren. Wenn dies Deine "Rennpferde" dieses Jahr waren, dann haben sie auch ohne hohen Milbendruck am Jahresanfang, früher ein Problem als andere.

    Bei Dadant würde ich vermuten, dass es bei guten Völkern 6- 7 Brutwaben waren. Wenn jetzt zwei davon zu Pollenbrettern wurden, zudem noch viel Honig in den anderen Waben eingelagert wurde, dann hat sich die Zahl der bebrüteten Zellen halbiert. Somit mussten die vorhandenen Milben massenhaft umziehen und sind dann damit schlagartig mit doppelter Mannschaftsstärke in der Brut und auf den adulten Bienen vertreten.

    Da hätte einmal im Mai und einmal im Juni Drohnen schneiden, oder zumindest Drohnenbrut öffnen und kontrollieren, vermutlich schon gut getan.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Tatsächliche brüten sie aber auch neben dem nicht geschnittenen Drohnenrahmen noch viele Drohnen auf umgebauten Arbeiterinnenzellen aus.

    ...

    Und seit zwei Wochen sind nun die jeweils 2-3 äußeren Waben zu Pollenbrettern geworden, d.h. die Brut nimmt messbar ab. Aber das habe ich an den anderen Ständen auch. Und meiner Meinung nach setzt das doch nicht Milben in dieser Menge frei, oder?

    Was genau verstehst Du unter umgebauten Arbeiterinnenzellen? Wann hast Du die Königinnen das letzte Mal gesehen?

    Freut sich doch nicht auf's Büro. Das wäre zwar erholsamer, macht aber keinen Spaß.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 3-5.2.2023 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda. :daumen:

  • Gut, mit den Windeln habe ich verstanden.

    Ich werde morgen einmal Brut öffnen und genau nachschauen.


    Bis vor 2 Wochen waren es 8 komplette Brutwaben, bis heute ist die Brut nun auf 5-6 Waben zurückgegangen, drumrum und auch in Brutlücken ist nun sehr viel Pollen und auch viel Nektar. Diese drei waren von Anfang an im Jahr schon sehr gut in der Entwicklung, haben auch schon früh eingetragen, obwohl auch hier das Wetter nicht so prickelnd war. Aber auch an den anderen Ständen habe ich schon eine Abnahme des Brutnestes, dort ist der Befall aber normal (zwischen 0 und 2/Tag; ich weiß auch Windel)


    JaKi

    ich habe nachgesehen. Sie lagen immer knapp an oder über dem Schwellenwert und deswegen habe ich mich immer sicherheitshalber für die Bedampfung entschieden. Außer im Spätsommer, da war der Befall trotz TBE so hoch, dass ich sie auch noch einmal mit AS85% behandelt habe. Danach war der Befall (lt. Windel) immer am oder knapp unter dem Schwellenwert

  • Was genau verstehst Du unter umgebauten Arbeiterinnenzellen? Wann hast Du die Königinnen das letzte Mal gesehen?

    Damit meinte ich nur, dass sie aus der vorgegebenen Mittelwand großzügig oder eher übertrieben viel ;) Männer gezogen haben. Sie haben sich also nicht an meine Vorgabe gehalten und bis vor kurzem war wirklich gefühlt die halbe Beute mit Männern voll.

    Die Königinnen habe ich alle heute zuletzt gesehen. Die Drohnenbrut ist aber jetzt zugehonigt.