Umgang mit Brut im Honigraum so ok?

  • N'Abend zusammen,


    bei der Durchsicht eines Volkes letzte Woche fand ich weder Königin noch Stifte. Dachte erst, sie wären mir abgeschwärmt, ohne dass ich es mitbekommen hätte. Fand ich sehr unwahrscheinlich, auf die Alternative bin ich aber erst heute mit der Nase gestoßen worden: Brut im Honigraum (HR). Wahrscheinlich saß die Königin beim Auseinandernehmen der Beute unten am Absperrgitter (ASG). Das habe ich bisher gern zuoberst auf die abgestapelten HRe gelegt und das zuletzt auch gern mal, ohne es vorher komplett abzustoßen. War also im Grunde nur eine Frage der Zeit... Und reines Glück, dass ich sie nicht ganz verloren habe, manchmal lehne ich das ASG auch lässig an den Beutenständer :rolleyes: .


    Die Königin habe ich - Glück im Unglück - recht bald gefunden, abgefangen, in den Brutraum (BR) einlaufen lassen, kontrolliert, dass sie dort auch wirklich auf der Wabe sitzt und das - zuvor auf verbogene Stäbe o.ä. kontrollierte - ASG wieder aufgelegt. Der BR ist nach zwei Wochen Absenz der Chefin zwar etwas verpollt und verhonigt, ich meine aber, dass die das ohne große weitere Eingriffe in den Griff bekommen werden.


    Mehr Kopfzerbrechen bereitet mir das Ganze hinsichtlich der Honigernte: in entsprechenden Fäden im Forum wird geraten, die Brut oben auslaufen zu lassen und die HR dann ganz normal zu schleudern, evtl. als letztes, für den eigenen Verbrauch.


    - Eigentlich wollte ich die Völker spätestens am 18./19.7. Abchleudern, dass kann ich dann schonmal knicken, richtig?


    - Erst am 23./24. Abschleudern ist varroabehandlungstechnisch schon ganz schön spät: kann man das Risiko eingehen? Nach meinem Eindruck ist der Befallsdruck der Völker gering: ich habe penibel behandelt und finde bisher nur ganz vereinzelt mal eine Milbe auf den Windeln.


    - Ist es richtig, dass ich zumindest den oder die (bisher ist es mir nur in einem aufgefallen) HR mit Brut nicht über Bienenflucht leer bekomme? Wäre dann also Abfegen angesagt...


    Was habe ich übersehen/vergessen? Geht auch alles viel einfacher?


    Würde mich über Feedback freuen.


    Schönen Abend noch!

  • Hallo Waldi,


    Das kommt mir irgendwie bekannt vor, von mir gibt es auch Threads zum Thema Königin im HR :D ;(


    Seitdem halte ich das ASG so fern wie möglich von Honigräumen und es ist mir GSD auch nicht wieder passiert.


    Von wievielen bestifteten Rähmchen sprechen wir denn?


    Ich würde die einfach nicht mitschleudern und entweder später/woanders auslaufen lassen und dort dann auch später behandeln oder einschmelzen, auch wenn mir persönlich das immer weh tut.


    Ansonsten alles wie geplant schleudern und überlegen was du mit den bestifteten Rähmchen machst, sicher auch abhängig von der Anzahl.

  • Hallo Waldi,


    leider fehlt hier die Angabe des Beutensystens.


    Davon ausgehend, dass Du auf Zander imkerst, würde ich das Absperrgitter über den letzten Honigraum mit Brut setzen.

    Den/die HR über dem ASG kannst Du wie geplant schleudern. Den BR und den 1. HR würde ich zum überwintern nutzen.

    Im Idealfall war es nur der 1. HR.

    Hast Du weitere bebrütete HRs kannst Du die für andere Völker verwenden.


    Imkerst Du auf 2 BRs, dann kannst Du später das Volk auf 2 Zargen drücken.

    Zur Varroabehandlung würde ich dann die 3. Zarge abnehmen und vorher das ASG doch nicht über den letzten bebrüteten HR setzen. Sondern die Brut dort auslaufen lassen.


    Gruß

    Bieneschubser

  • Das kommt mir irgendwie bekannt vor, von mir gibt es auch Threads zum Thema Königin im HR

    Jau, hab ich gelesen, danke dafür :)!


    Seitdem halte ich das ASG so fern wie möglich von Honigräumen und es ist mir GSD auch nicht wieder passiert.

    Komme mir im Nachhinen reichlich blöd vor aber ich habe es mal mit rein geschrieben, vielleicht erspart es anderen Anfängern diese unschöne Erfahrung.


    Von wievielen bestifteten Rähmchen sprechen wir denn?


    Ich würde die einfach nicht mitschleudern und entweder später/woanders auslaufen lassen und dort dann auch später behandeln oder einschmelzen, auch wenn mir persönlich das immer weh tut.


    Ansonsten alles wie geplant schleudern und überlegen was du mit den bestifteten Rähmchen machst, sicher auch abhängig von der Anzahl.

    Verdeckelte Brut hatte ich in zwei oder drei Rähmchen, auf ca. 1/3 der Fläche, darüber und daneben ausgezogene Lagerzellen (Dickwaben). Nach Stiften habe ich nicht geschaut, weil ich nächste Woche nochmal in Ruhe nachsehen wollte, wieviel dann insgesamt verdeckelt ist. Kann sein, dass es überschaubar bleibt, weil viele Bereiche schon zu Lagerzellen/Dickwaben ausgezogen waren und die haben angeblich eine etwas andere Geometrie/Neigung, so dass die Kö die nicht oder zumindest nur ungern bestiftet (so habe ich das aus einem älteren Faden verstanden).


    Wenn das so ist, wäre das Einschmelzen der Brutfelder tatsächlich eine Überlegung wert. Gern tue ich das ganz sicher nicht - aber den Behandlungszeitpunkt für alle vier Völker so weit nach hinten zu verschieben, bereitet mir deutlich größere Kopfschmerzen. Auch handelt es sich - wenn auch ungewollt - de facto um Fangwaben: was da schlüpft, könnte recht hoch belastet sein und so hätte diese Brut in Verbindung mit der halben Brutpause vielleicht sogar noch ihr Gutes.


    Vielen Dank für das Feedback! Mir wird auf diese Weise manches einfach besser klar :).


    Hallo Waldi,


    leider fehlt hier die Angabe des Beutensystens

    Hallo Bienenschubser,

    schau Dir meine Signatur nochmal an ;).


    Schöne Grüße


    Waldi

  • Nachsatz: wie behandelst du denn? Machst du die Völker brutfrei? Davon abhängig könntest du die betroffenen Rähmchen sicher mit auslaufen lassen.

    Die Wirtschaftsvölker hatten Anfang Mai bereits eine frühe TBE (was die niedrigen Milbenzahlen plausibel macht) und sollen nocheinmal eine Ameisensäurebehandlung bekommen: nicht der ganz dicke Hammer aber wirksam.


    Letztes Jahr habe ich ein Volk im Mai per Kunstschwarm auf Mittelwände gesetzt (um es umzuwohnen). Das hatte bis September kaum Milben - aber im Oktober, als ich mit Ameisensäure nichts mehr ausrichten konnte, ginge die Befallszahlen plötzlich hoch. Ist auch plausibel, du verschiebst die Kurve nur um zwei, drei Monate nach hinten, wenn Du sonst nichts tust.


    Diese Entwicklung möchte ich in diesem Jahr vermeiden.


    ABER: wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich dann im Grunde auch eine Woche zuwarten und die Spätsommerbehandlung erst im August machen. In diesem spezielle Falle wäre das wahrscheinlich schadlos möglich.

  • Zum Schleudertermin hängst Du die betreffenden Bruthonigraumwaben in den Brutraum. Da schlüpft die Brut. Eventueller Wildbau am Unterträger ist doch auch kein Problem. Bautätigkeit hat sich jetzt doch schon reduziert.


    Gruss

    Ulrich.

  • die eine Woche später beim Schleudertermin macht doch nichts aus. Durch die TBE im Mai wirst du einen niedrigen Befallsgrad haben. AS in der ersten August Woche wird ohne Probleme funktionieren.

    Wenn du dir unsicher bist mach PZM oder eine Auswaschprobe.

    Die Waben sind doch auch zu dem ersten Termin komplett verdeckelt. Ich würde die schleudern und anschließend einschmelzen. Dann hast du nochmal einen Teil der Milben draußen.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Über 3 o.ä. bebrütete Honigwaben muss man sich keinen Kopf machen. Hängst die zum Schleudertermin hinter das Schied in den BR, eine MW davor und wenn alles gut läuft, bauen sie und tragen es dorthin.

    Wenn nicht, ist es auch kein Thema - dann überwintern sie eben im BR.

  • bebrütete Honigwaben ... hinter das Schied in den BR

    Verständnisfrage: hole ich mir damit nicht die Königin hinters Schied? Hatte das so verstanden. Oder verhindert die Mittelwand (zusätzlich zum Schied), dass die sich so weit verläuft?


    Die Waben sind doch auch zu dem ersten Termin komplett verdeckelt. Ich würde die schleudern und anschließend einschmelzen.

    Ach stimmt, wenn ich die zulasse, kann ich die ja sogar schleudern, alldieweil ich radial schleudere. Wieder was gelernt!


    Also erstmal ganz herzlichen Dank für die hilfreichen Tips und Hinweise!


    Ich werde das Vorgehen davon abhängig machen, wie es in den Honigräumen aussieht: wenn zum geplanten Termin der meiste Honig verdeckelt und erntereif ist, werde ich wie geplant schleudern, wenn der Honig noch zu nass ist, ganz entspannt noch ein oder zwei Wochen abwarten: die sollte ich aufgrund der frühen TBE auf jeden Fall haben. Das war zwar garnicht das eigentliche Thema, entspannt die Situation aber an allen Fronten. :thumbup:

  • Ach stimmt, wenn ich die zulasse, kann ich die ja sogar schleudern, alldieweil ich radial schleudere. Wieder was gelernt!

    Das würde ich nicht machen. Die Waben, die Brut haben, würde ich nicht schleudern, aber die anderen Waben, die nur Honig haben, schon. Die Waben die die Brut haben kannst Du entweder später schleudern, oder einschmelzen, wenn die Brut ausgelaufen ist - das werden ja nicht viele Waben sein...

  • FranzXR

    Der Satz war von mir schlampig formuliert. Gemeint war: man könnte die Waben schleudern, wenn man nur die Zellen mit Honig entdeckelt und die Brutwaben zu lässt. Und natürlich ganz zum Schluß und in den Eimer für den Eigenverbrauch. Danach einschmelzen.


    Aber keine Sorge: der Plan ist in der Tat, die Brut auslaufen zu lasse, entweder im HR oder dann halt im BR: Naturbauwachs für neue Mittelwände kann ich gut gebrauchen :).