Dadantableger und Volksverjüngung

  • Ich habe noch nicht so lange (12er) Dadant und frage mich für die Zukunft ob folgendes zeitlich zusammenpasst und insgesamt funktioniert.


    Ich mache Anfang Mai einen Sammelbrutableger und teile diesen dann in Ablegerkästen (6-Waben, vermutlich die "Basis-" Ablegerkästen von Wagner) auf.


    Nach dem Abschleudern, ca. Mitte Juli, würde ich dann gerne das eine oder andere Altvolk auflösen. Hierzu würde ich an dessen Stelle eine neue Beute mit den Waben des Ablegerkastens und aufgefüllt mit Mittelwänden stellen. Davor dann, nach Entnahme der alten Königin, das Altvolk abfegen.


    - Ich nehme an, dass der Ablegerkasten bis dahin nicht zu klein geworden ist (sind ja 6 Waben, aber ggf. brauch ich noch Platz zum Füttern), oder?

    - Klappt das mit dem Abfegen und Einbetteln des Altvolkes oder muss ich mir Sorgen machen, dass das Jungvolk überrannt wird und evtl. die Königin in Gefahr gerät?

    - Macht das jemand ähnlich? Insgesamt (k)eine gute Idee?


    Danke und viele Grüße

    Martin

  • Ich verstehe nicht, warum die Altvölker aufgelöst werden sollen. Völker muss man nicht verjüngen, die einzige im Volk, die um diese Jahreszeit älter wird als ein paar Wochen, ist die Königin. Verjüngt man die, nennt man das Umweiseln. Verjüngen kann man auch den Wabenbau; dazu ist das einfachste Mittel eine TBE. Die kannst Du einfach statt des Sammelbrutablegers machen. Also die ganz Brut entnehmen und nicht nur ein paar Waben.

    Also warum so einen Aufstand: Wenn die jungen Königinnen gut in Eilage sind, werden die alten abgedrückt und die Ableger mit der neuen (zunächst über Riechgitter) aufgesetzt. Danach das Riechgitter weg und wieder nach ein paar Tages alles in eine Zarge. Die Methode funktioniert sehr sicher und ist weniger Bienenquälerei.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Danke für deine Meinung. Dann könnte ich ja auch einen ganz anderen Weg gehen: Im Mai kleine Kunstschwärme für Mini-Pluse und unbegatteter Königin (so wie hier erwähnt) bilden. Überwintern möchte ich die eigentlich nicht (naja, mag sich ändern). Es geht mir um Königinnen für den Spätsommer. Scheint mir also nicht die klassische Mini-Plus Betriebsweise zu sein. Aber den Platz werden sie schon brauchen, denke ich. Umweiseln müsste dann ja auch mittels Aufsetzen mit Bienenflucht (wie hier erwähnt) funktionieren…

  • Viele Wege führen nach Rom. ;)


    Ich lasse meine Wirtschaftsvölker gerne die ganze Saison mehr oder weniger ungestört laufen und führe dann Mitte Juli eine TBE durch (oder werde wohl auch mal Bannwaben testen). Danach werden die Völker winterfertig gemacht. Im Oktober wird wo gewünscht umgeweiselt.


    Wo kommen die Königinnen im Oktober her? Aus MiniPlus. Im Mai/Juni vermehre ich Königinnen, erstelle MiniPlus-Begattungsvölker, sortiere da laufend ein bisschen aus (Begattungsverluste, Störungen/Krankheiten oder einfach auch Nichtgefallen) und lasse das bis Oktober so laufen. Dann werden die Königinnen für den oben genannten Zweck entnommen und durch die aus den Wirtschaftsvölkern entnommenen Königinnen (Auswahl) ersetzt. So habe ich dann noch einige Reserve-Königinnen.


    Übrigens habe ich schon Ende September versuchsweise die Königinnen aus den MiniPlus in der Hosentasche an den Wirtschaftsstand mitgenommen und dann reihum je eine Königin aus dem Volk entnommen, eine aus dem M+ direkt auf die Wabe gesetzt und die entnommene Königin in den Zusetzkäfig. Problemlos. Die Königinnen habe ich dann zuhause auch direkt aus dem Käfig auf die Waben der dann etwa 30min weisellosen M+ gesetzt. Ebenso problemlos. In den folgenden Jahren wurden mir die Königinnen zu wichtig und ich habe mich das nicht mehr getraut. ;)

  • Bei mir kennen die Königinnen als Erstkontakt fast ausschließlich nur den Oberträger.

    Verlieren wird man welche so oder so, also habe ich im Laufe der Zeit den für mich einfachsten Weg gewählt.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.