Ein oder Zwei Zargig imkern?

  • Hallo zusammen,


    Ich habe letztes Jahr einen Imkerkurs absolviert und imker dieses Jahr zum ersten mal allein. Im Kurs wurde uns beigebracht das Volk Zweizargig zu überwintern. (Heroldbeute mit Zander)

    Im Frühjahr habe ich das Volk auf 2 Zargen gelassen. Später im Jahr habe ich dann einen Honigraum aufgesetzt. Mein Problen ist das bis jetzt noch nichts im Honigraum ausgebaut ist. Dagegen haben ich ein Schwarm in einer Zarge + Honigraum der in ein paar Wochen ordentlich Honig eingebracht hat.

    Jetzt stellt sich mir die Frage ob ich etwas falsch gemacht habe oder ist es generell sinnvoll Einzargig zu imkern?

    Oder mit Schieden zu arbeiten?


    Vielen Dank schonmal

  • Du hast alles richtig gemacht, und Du hast das Wesen des Forums erkannt. Diese Frage zu stellen, versüßt uns die nächsten zwei Wochen. Ich freue mich schon drauf. Der erste nach mir wird Dich fragen warum Du nicht Dadant genommen hast. Dann wird sich einer melden, der betont, daß er auch mit Zander angefangen hat, nun mit Dadant arbeitet und heute nur mit Dadant anfangen würde. Dann melden sich Kollegen, die erklären, daß Zadant oder 1,5 DN auch einräumig ist. Dann erklärt man, daß man große Kisten braucht um sie das ganze Jahr auf die Hälfte zu schieden. Dann kommt der Einwand, daß Langschtrot im Rest der Welt weiter verbreitet ist und deshalb die Teile billiger. Es könnte so lustig sein, wenn es nicht so voraussehbar wäre.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Verdammt nochmal, den in letzter Zeit übliche Hinweis auf die besseren Bienen habe ich ganz vergessen, man wird halt alt.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wenn das Volk stark ist, die Brut direkt unter dem Absperrgitter sitzt und im Honigraum auch ausgebaute Waben sind funktioniert das normal ohne Problem mit zwei Zargen Brutraum. Ich hab Zander und Dadant, manche haben Honig und manche daneben fast nichts...

  • Hallo Bienen Papa,

    grundsätzlich kann man auf verschiedenste Art erfolgreich imkern, somit ist es keine Frage ob ein- oder zwei-zargig. Da musst Du Dich für eine Betriebsweise entscheiden.


    Die Frage ist nun, was ist bei Dir nicht optimal gelaufen.

    Du hattest wahrscheinlich nur Mittelwände im HR, ausgebaute Waben werden besser angenommen.

    Du hättest eine Brutwabe (aber ohne Königin und ohne Drohnenbrut) in den Honigraum hochhängen können, dann wären die Pflegebienen mit hochgegangen.

    Die Qualität Deiner Königin ist wahrscheinlich auch nicht die Beste, so hatten sie wahrscheinlich in den zwei Zargen genügend Platz.

    Wann hast Du den Honigraum aufgesetzt? Sollte zur Kirschblüte erfolgen, wenn Du erst später aufgesetzt hast, haben sie sich schon auf die zwei Zargen eingerichtet, und haben sich vielleicht schon aufs Schwärmen eingestellt.

    Wo kam eigentlich der Schwarm her, ist er von diesem Volk? Dann war das abgeschwärmte Volk einfach zu schwach für drei Zargen.


    Nicht aufgeben, Bücher lesen, im Forum schmöckern, und nächstes Jahr besser machen. :)


    Gruß

    Uwe

  • Hallo Bienen Papa

    ich muss Bienenköniggibmirhonig Recht geben. Du wirst Impulse in alle möglichen Richtungen bekommen. Irgendwie werden die auch mehr oder weniger Sinn ergeben (also für dich).

    Zum Schluss bist du aber wieder alleine und musst eine Entscheidung treffen. Die kann dir keiner Abnehmen. Und dir wird aufgrund mangelnder Erfahrung die Grundlage für diese Entscheidung fehlen.



    Du hast dann zwei Möglichkeiten:

    1. Du hörst auf die irgendjemanden von dem du denkst er sei kompetent (leider oft ein Weg den Politiker einschlagen müssen) und machst es so

    2. Du probierst es selber aus. Kostet Zeit, Nerven und Geld. Bringt dir Frust, graue Haare aber auch Erfahrungen. Hinterher weißt du, was für dich, deine Bienen und die Umgebung bei dir am besten ist.


    Mein Senf, wenns jemand interessiert:

    1. Suche benutzen. Google kann das auch sehr gut, wenn man zusätzlich "site:http://www.imkerforum.de" dazu schreibt, dann durchsucht Google nur die angegebene Seite.

    2. Großwaben sind klasse. Oberträger egal. ;)

    3. Langstroth-Oberträger sind klasse. Rähmchenhöhe egal ;)

    4. Hoffmann-Seitenteile sind beim durchblättern durch eine Beute die Pest.

    5. Flache Oberträge (wie Zander oder DN nicht Modifiziert) sind die Pest, außer du willst Wachs vom Absperrgitter ernten und möglichst viele Bienen quetschen

    6. Großen Bogen um Zargen mit Falz machen

    7. Eine Beute mit Langstroth-Grundabmessungen bringt Vorteile beim Einkauf. Nicht unbedingt in Deutschland, aber in Europa oder gar Weltweit

    8. Zander einzargig geht gut. Habe damit aber noch kein Vollvolk überwintert, sondern nur Ableger. Würde auch sagen, zum Überwindern von Vollvölkern sind zwei Zargen deutlich besser geeignet.

    9. Probier es aus. Such dir Infos zur einer jeweils passenden Betriebsweise. Du solltest die Tücken und Stolperfallen kennen.

    10. Führe einen Teil so wie du es gelernt hast und den anderen anders. Mach das eine Saison. Dann überlegst du dir was dich an welchem System stört. Wäge ab und entscheide dann.

    11. Berücksichte bei 10. wo die Reise hingehen soll. Zum Imkern kannst du alles mögliche verwenden. Bei 4 Völkern wird das auch keinen sooo großen Unterschied machen (Ich meine das Bearbeiten). Berücksichtige aber immer, das es sein könnte, das du irgendwann mal feststellen könntest, "Huch, wo kommen denn die 20 Völker her" und "Irgendwie ist das Arbeiten mit der Kiste doch unhandlich" und "Wow, die Arbeit X die ich bei Imker Y an der Kiste Z gesehen habe ist ja sooo viel einfacher". Dann steckt da aber schon einiges an Kohle drinnen!

  • Hallo,


    ich denke Wolfgang hat das schon ganz treffend zusammengefasst. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass das Imkern mit zwei Bruträumen in der Saison die anspruchsvollste bzw. schwerste Variante überhaupt ist:


    1. Du brauchst starke Völker,

    2. die trotzdem viel Honig in den Bruträumen einlagern, weil eine normale Königin den ganzen Platz in zwei Räumen gar nicht bebrüten kann.

    3. Der Start im Honigraum ohne ausgebaute Waben war für mich bzw. meine Bienen in der Halbzarge schon eine Herausforderung, da dürfte es in einer Ganzzarge noch schwieriger sein.

    4. Dann müssen die Bienen das auch erstmal alles volltragen und trocknen, puh.

    5. Und das schwerste zum Schluss: So ein Ganz-Zargen-Honigraum wiegt auch nochmal ordentlich, mein Rücken schafft nur Halbzargen.


    Deshalb bin ich froh als Neuling Dadant zu haben, da hab ich auch genug Platz in der Beute zum herumschieben. 8)

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Alles hat seine Vor- und Nachteile. Erst wenn du die Wesentlichen davon kennst und weißt was dir wichtig ist, kannst du dich fundiert entscheiden. Ich würde auch vorschlagen, du probierst das beides mal ein bisschen nächstes Jahr, dann merkst du vor allem selber was gerade DICH nervt oder dir gut gefällt.

  • Hi,


    für das Brutnest reicht eine einzargige Betriebsweise. Dabei werden die Bienen eher dazu animiert, in den Honigraum zu gehen, da die Königin leere Waben schneller bestiftet weil, weniger Auswahl (so meine ich, genau genommen finde ich es immer noch irritierend, aber es klappt). Das Brutnest ist kompakter, dadurch ist der Wärmehaushalt besser. Da die Bienen nun keinen Platz im Brutnest für Honig haben, tragen sie ihn in den Honigraum.

    Das ist zumindest die Idee :)
    Dadurch hast du aber den Nachteil, das wenn du schleuderst, die Bienen keine Nahrung mehr eingelagert haben. Daher ist bei der einzargig geführten Betriebsweise die Futterkontrolle wichtiger. Außerdem wurde mir gesagt, das die Schwarmtendenzen größer wären. Das war bei mir nicht so, aber da gehen die Meinungen auseinander (wichtig ist genügend Platz, welchen du ja offensichtlich gegeben hast)


    Nun kann es auch Bienenherkünfte geben, welche den Honig lieber Brutnestfern lagern. Die würden wahrscheinlich den Honigraum auch besser annehmen. Wenn du nur Mittelwände hast, dann hat der Schwarm einen Vorteil, da Schwarmbienen (keine Kunstschwärme) sich schon aufs Bauen eingestellt haben. Deine überwinterten Bienen werden erst mal die Waben nutzen, welche du schon hast. Außerdem hängt es vom Trachtangebot, dem Wetter, den Bienen, etc. ab, was man von hier schlecht beurteilen kann.

    Ich würde auch 2 Völker unterschiedlich führen, um zu schauen, was mir besser gefällt (also eines einzargig, eine zweizargig). Wenn du in dem Imkerkurs die zweizargige Betriebsweise gezeigt bekommen hast, dann wird das ja evtl. in deiner Gegend zweizargig besser / geeigneter sein (laut den Montagsimkern, wenn du eine starke Sommertracht erwartest, so ich es richtig verstanden habe).


    Alternativ könntest du das Absperrgitter auch ganz weglassen und 3 bzw. X-Zargig imkern, auch das machen einige. Aber das nur am Rande :) Generell ist das, was du gesehen hast (Honigraum wird schneller angenommen) einer der Gründe, weshalb man einzargig führt. Aber auch darauf gibt es keine Garantie, da es letztlich von der Biene abhängt.


    VG,

    Thomas

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    4 Völker Carnica DNM 1.0 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • Alles hat seine Vor- und Nachteile. Erst wenn du die Wesentlichen davon kennst und weißt was dir wichtig ist, kannst du dich fundiert entscheiden. Ich würde auch vorschlagen, du probierst das beides mal ein bisschen nächstes Jahr, dann merkst du vor allem selber was gerade DICH nervt oder dir gut gefällt.

    Und genau das hätte auch von mir kommen können. Genau so habe ich es auch gemacht.

    Angefangen im und mit dem Imkerkurs, da wurde alles auf die Standard 2 Zargen DN Betriebsweise aufgebaut.

    Ein paar Jahre geimkert, teils mit Erfolg, teils mit weniger Erfolg

    Festgestellt, dass mir jedes Jahr die Bruträume verhonigen, mich jedes Jahr darüber geärgert

    Und das einzargige habe ich dann dieses Jahr ausprobiert (dazu gibt es einen separaten Faden von mir)

    Zum überwintern aber gehe ich auch wieder auf 2 Zargen.


    Es hilft nur: Selber ausprobieren und den eigenen Weg finden.

    Der eine mag Dinge, die der andere nicht mag etc.


    Grüße

    Panger

  • ich kann mich nur anschließen, Zander mit 2BR werde ich nächste Saison nicht mehr machen. Auch bei mir viel Honig im BR, Dursicht von zwei BR dauert auch einfach zu lange. Ich habe die einzargige Zander-BR-Führung bei einem Vereinskollegen mitverfolgt, klappt bei ihm sehr gut, überwintert wird in zwei Zargen, ende März wird auf einen BR zusammengestaucht, kurz vor der Kirsche ASG drauf, HR drauf und los geht die Saison. Nach dem letzten abschleudern ASG raus und dann geht es zweizargig in den Winter. Bin sehr gespannt ob es für mich so gut klappt, werde berichten.

    Taunuszanderbeuten Styropor und Holz mit Varioboden

    6 Völker 3JV, 3WV ->steigend

    BR mit Anfangsstreifen

    HR mit Mittelwänden


    Dabei seit 2020

  • Es kann auch immer mal an mangelnder Tracht liegen, dass die Bienen nicht so bauen, wie sie sollen😉


    Das in Kombination mit unausgbauten Waben führt dann dazu, dass der Honigraum nicht angenommen wird, wenn unten genug Platz ist.