Selbstgegossene Mittelwände zu weich

  • Hi zusammen,


    ich habe mir eine Mittelwandpresse besorgt mit der ich auch sehr zufrieden bin. Einfache Konstruktion aber gut damit zu arbeiten. Und wassergekühlt ist sie auch.


    Meine damit hergestellten Mittelwände werden gut von der Dicke etc.


    Ich habe nur das Problem, dass sobald die Bienen anfangen daran auszubauen, dass diese oben anfangen leicht umzuknicken.

    Meine Mittelwände sind senkrecht gedrahtet, also oberhalb des letzten oberen Drahtes knicken/biegen die Mittelwände leicht ab, das gibt dann natürlich sagenhaft tollen Verbau in der Kiste weil der Abstand zwischen den Waben nicht mehr passt und die Damen die Waben dann teilweise verbinden


    Ich habe schon mehrere Gedanken dazu gehabt:

    - Wasserreste im Wachs - ist sowas möglich? Ich habe geschmolzen, gesiebt, langsam abkühlen gelassen, Schmodder abgekratzt, wieder geschmolzen und wieder langsam abkühlen gelassen. Das Wasser setzt sich dann ja eigentlich unten ab und das Wachs oben

    - Vielleicht Verunreinigungen im Wachs (Paraffin etc) aber die Bienen nehmen die Mittelwände super an und bauen diese auch komplett aus, außerdem wüsste ich nicht woher ich Paraffin im Wachs haben sollte

    - Temperatur beim gießen falsch - das denke ich aber eher nicht, weil die Mittelwände ja wirklich gut und ordentlich werden. Ich habe nur manchmal Ausschuss wenn das Wachs zu kalt/warm war

    - Beuten stehen leicht schief - habe ich bereits korrigiert und die Beuten stehen definitiv komplett in der Waage


    Woran könnte das noch liegen? Hab mir jetzt erst mal mit gekauften Mittelwänden ausgeholfen, will aber gerne wieder selber welche gießen


    Grüße

    Panger

  • Lieber Panger,


    wolltest DU nicht etwas ruhiger werden? ;);)

    Meine Mittelwände sind senkrecht gedrahtet, also oberhalb des letzten oberen Drahtes knicken/biegen die Mittelwände leicht ab,

    DANN würde das nicht gehen... Sie sind bestimmt - wie meist üblicher - waagerecht gedrahtet!

    - Wasserreste im Wachs - ist sowas möglich? Ich habe geschmolzen, gesiebt, langsam abkühlen gelassen, Schmodder abgekratzt, wieder geschmolzen und wieder langsam abkühlen gelassen. Das Wasser setzt sich dann ja eigentlich unten ab und das Wachs oben

    "Wassereste" würden Löcher oder dünne Stellen in der Mittelewand (MW) ergeben, aber nicht "weicheres" Wachs. Wachs und Wasser verbinden sich weder chemisch noch physikalisch in nenneswertem Maße, wenn Du nicht zu viel Spülmittel als Netzmittel genommen hast! Hast Du?

    - Vielleicht Verunreinigungen im Wachs (Paraffin etc) aber die Bienen nehmen die Mittelwände super an und bauen diese auch komplett aus, außerdem wüsste ich nicht woher ich Paraffin im Wachs haben sollte

    Das wurde im Rahmen das Wachsskandals ja immer als ein deutliches Anzeichen für gepanschtes Wachs genannt, dass die Waben nach unten zusammenscacken. Hatte ich auch schon im Honigraum, aber OHNE Paraffin/Stearinbeimischung..

    - Temperatur beim gießen falsch - das denke ich aber eher nicht, weil die Mittelwände ja wirklich gut und ordentlich werden. Ich habe nur manchmal Ausschuss wenn das Wachs zu kalt/warm war

    - Beuten stehen leicht schief - habe ich bereits korrigiert und die Beuten stehen definitiv komplett in der Waage

    Gießtemperatur dürfte keine Auswirkungen auf später haben, es sei denn über die Dicke der MW. Die bei gewalzten, gekauften übrigens eher dünner sein dürfte als bei selbstgegossenen, oft lese ich auch, die wären "zäher".

    Damit sie kippen müssen sie ja erst mal zu weich sein, das hat mit der Beuntenneigung nichts zu tun.


    Die oben kippenden Streifen habe ich auch manchmal, immer wenn die Waben einfach zu warm werden, bevor sie angebaut wurden. Danach ist alles gut - dann haben sie auch "auf beiden Seiten" Halt.

  • Meine Mittelwände sind senkrecht gedrahtet, also oberhalb des letzten oberen Drahtes knicken/biegen die Mittelwände leicht ab, das gibt dann natürlich sagenhaft tollen Verbau in der Kiste weil der Abstand zwischen den Waben nicht mehr passt und die Damen die Waben dann teilweise verbinden

    ich denke eher die Rähmchen sind waagrecht gedrahtet. Ansonsten könnten die oben nicht umbiegen.

    Kommt vor, wenn es warm ist und der oberste Draht mehr als ca. 3 cm vom Oberträger weg ist. Habe das auch bei eingeschlagenen Schwärmen vermehrt festgestellt.

    Bei meinen Rähmchen mit Nut im Oberträger gehört das der Vergangenheit an.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Hi zusammen,

    DANN würde das nicht gehen... Sie sind bestimmt - wie meist üblicher - waagerecht gedrahtet!

    Sorry, du hast vollkommen recht! Sind waagerecht gedrahtet. Hatte horizontal im Hinterkopf.


    Spülmittel habe ich garnicht benutzt, ist bei der Presse auch bisher nicht nötig gewesen.



    Das wurde im Rahmen das Wachsskandals ja immer als ein deutliches Anzeichen für gepanschtes Wachs genannt, dass die Waben nach unten zusammenscacken. Hatte ich auch schon im Honigraum, aber OHNE Paraffin/Stearinbeimischung..

    Die Waben sacken aber nicht, sondern biegen sich seitlich. Ich versuche mal ein Foto zu machen.


    Also die Struktur/Oberfläche/Prägung bleibt erhalten, die Mittelwände biegen aber seitwärts weg.

    Bei meinen Rähmchen mit Nut im Oberträger gehört das der Vergangenheit an.

    Das wird dann für die zukünftige Planung auch bei mir anstehen. Und vermutlich keine Hoffmann Seiten mehr. Ich habe aber aktuell einen sehr großen Bestand an Rähmchen die ich erst mal aufbrauchen will.

    wolltest DU nicht etwas ruhiger werden?

    In welcher Hinsicht? Weniger in die Kisten reinschauen, ja. Und das setze ich auch um ;)


    Das Thema beschäftigt mich schon seit längerem, habe bisher nur über Forumssuche etc versucht was rauszufinden, bin aber nicht dahinter gestiegen, daher musste ich das dann doch mal fragen


    Grüße

    Panger

  • Als eine vorübergehende Lösung (unschön, aber besser als nichts) kannst Du Dir überlegen, zähneknirschend das zu machen, was man bei Naturbau halt manchmal auch machen muss: Den Wabenansatz mit dem Messer vom Holz trennen, so reindrücken, wie es sein muss, nötigenfalls mit Gummiringen um Ober- und Unterträger fixieren, bis die Waben wieder angebaut sind, dieses Mal gerade. Da wird dann halt der Nektar in Strömen fliessen, aber wenn es bei Dir trachtmässig so aussieht wie bei mir, dann wäre der Nektar dieses Jahr wenigstens einmal in Strömen geflossen. ;)

  • Kommt vor, wenn es warm ist und der oberste Draht mehr als ca. 3 cm vom Oberträger weg ist. Habe das auch bei eingeschlagenen Schwärmen vermehrt festgestellt.

    Bei meinen Rähmchen mit Nut im Oberträger gehört das der Vergangenheit an.

    Kenne ich leider auch so, wenn es ziemlich warm ist und die Mittelwände noch nicht ausgebaut/angebaut sind. Passiert leichter bei gepanschtem Wachs, ist aber auch bei garantiert eigenem Deckelwachs für die Mittelwände (aus Völkern, die vorher gar nix anderes zum selbst panschen im Stock hatten) passiert.

    Dagegen hilft: Nut oben zum fixieren, Oben mit einer Wachsspur fixieren, Rähmchen mit Draht weiter oben, nur bei kühlerem Wetter einsetzen (dann sind sie ausgebaut/angebaut ehe es zu warm wird)
    Alternativ kannst du auch die Mittelwände so tief setzen, dass über dem obersten Draht wenig davon übersteht. Die Lücke oben wird mit Naturbau geschlossen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hi,


    bei den Montagsimkern gab es mal eine Sendung über Wachs, dort wurden die verschiedenen Wachsarten vorgestellt. Dort wurde auch gesagt, das Wachs aus dem Honigraum und/oder Deckelwachs(Jungfernwachs) sowie Drohnenwachs nicht so hart ist wie Wachs von Arbeiterinnenbrut, da das Wachs durch mehrmaliges Bebrüten härter wird. Daher sollte man bei Mittelwänden immer mischen (so habe ichs zumindest verstanden).


    VG,

    Thomas

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    4 Völker Carnica DNM 1.0 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • Moin zusammen,


    ich habe gestern noch mal 10 Mittelwände gegossen, weil ich für einen Ableger noch Mittelwände brauchte. Der wird vom Ablegerkasten jetzt in eine normale Beute umgesetzt.

    Zum ersten Mal nutze ich eine Segeberger Kunststoff Beute statt wie bisher Holzbeuten.

    Auch das wollte ich mal ausprobieren und habe mir 2 Segeberger bestellt.


    Ich werde beobachten wie sich die Mittelwände diesmal verhalten.


    Rückblickend passt das Geschriebene hier sehr gut, primär ist das bei warmem Wetter passiert und ja, natürlich war oben noch nicht angebaut.


    Lösung wird dann irgendwann Rähmchen mit Nut sein.


    Grüße

    Panger

  • Zum ersten Mal nutze ich eine Segeberger Kunststoff Beute statt wie bisher Holzbeuten...

    Ich werde beobachten wie sich die Mittelwände diesmal verhalten.

    Die Wärme(ausdehnung von MW) wird i.d.R. nicht von außen verursacht, sondern von den Bienen selbst (Brutnesttemperierung auf 37 Grad; wenn die Bienen eine MW ausbauen, sogar reichlich 40 Grad). Wenn die Differenz zur Temperatur während des Einlötens zu groß war bzw. der nötige Ausdehnungsspielraum zum Rähmchenholz fehlt, verbiegt/wellt sich die MW beim Aufwärmen durch die Bienen, resp. kann auch bei Rä. mit Nut auftreten (z.B. wenn die MW beim Einlöten bis zum Anschlag eingeschoben würde).

  • Hi zusammen,

    Sorry, du hast vollkommen recht! Sind waagerecht gedrahtet. Hatte horizontal im Hinterkopf.

    Die Mittelwände am Oberträger mit Wachs festkleben hilft... - bei Hitze können sich sonst die Mittelwände schon selbständig machen, auch bei senkrechter Drahtung...

  • mir sind die Anfangsstreifen auch heruntergerutscht- bei den Temperaturen von über 35°C in einer älteren Bienenbox ohne Deckelbelüftung. Jetzt liegt erstmal ein Plakat auf dem Blechdeckel, um ein Aufheizen zu verhindern.

    Bei Extremlagen wie Dach oder Balkon auch Seitenwände verschatten. Auch Segeberger heizen sich unter direkter Einstrahlung auf.

    Umklappen tun sie nur im Auto, wenn ich die MW statt in einer Segeberger oder Styroporkiste in einer Holzzarge parke.

    Bei den Magazinen mit isolierten Zwischendeckel und unterlüftete Blechdeckel oder Normbeuten im Bienenhaus mit Vordach kommt es eher selten vor weniger.