Honig trennt sich

  • Also mit aus dem Eimer kannst du mit einem Bautrockner nicht mehr viel rausholen, du brauchst Oberfläche.

    Markus@ da muß ich Dir leider widersprechen.


    Honig im Eimer trocknen geht - ist aber nicht zulässig.

    Wer's trotzdem machen will - für den Eigenverbrauch - hier die Annleitung dazu:

    Honig muß rührfähig sein. Elektr. Rührer (sollte mit Flügeln sein, der die Masse runter zieht oder hochdrückt) in den Eimer stellen und langsam starten. Dazu einen Raumtrockner so hinstellen, sodass seine trockene Abluft auf den Honig bläst. Schneller geht's wenn der Raum um den Honigeimer begrenzt ist. Hier könnte man auch eine Umbauung als Kasten vornehmen. Bei einem ordentlichen Trockner, dauert es mit einem 25kg Eimer pro 12 Stunden mit 1% weniger Wassergehalt im Honig. Noch besser gehts, wenn man die trockene Abluft in ein Rohr o.ä. zusammenfaßt und dieses dann direkt auf den Honig leitet.

    Allem vorausgesetzt ist, dass die Bude sauber und kein Dreck oder Staub verwirbelt wird. Und, ob das nun zulässig ist oder nicht, sei dahingestellt. Für den Eigenverbrauch die beste Lösung keinen Honig verkommen zu lassen.

    Jonas

  • Markus@ da muß ich Dir leider widersprechen.

    Geht immer noch nicht im Eimer, ohne dass man die Oberfläche vergrößert, bzw. wie du schreibst rühren. Nur Eimer aufmachen und Trockner an, klappt nicht.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Markus@ leider erneut einen Widerspruch. :))

    Wenn der Honig gerührt wird, wandert die Masse im Eimer nach oben oder unten. Die Oberfläche ist ständig in Bewegung. In dieser Bewegungs-Phase kommt der Honig mit der trocknen Luft des Trockners in Berührung und entzieht der Masse die Feuchtigkeit. Das klappt wunderbar. Der Honig darf nur sehr laaaaangsam gerührt werden. 5-20 U/Min.

    Was ich vergessen habe zu schreiben ist, dass der Honig warm sein muss. Je wärmer der Honig (35 Grad) desto schneller geht das Trocknen zw. der Wasserentzug.

    Probiere es aus oder Du kannst gerne das bei uns anschauen.

    Heute machen wir das so nicht mehr. Heute haben wir einen 100kg Trommel-Trockner der schafft 2-4 % in 24 Std. Eigenbau. Wir bieten das Trocknen als Dienstleistung an.

    Jonas

  • Markus@ leider erneut einen Widerspruch. :))

    ganz langsam,

    lies dir bitte die Ausgangsidee genau durch:

    Obere flüssigere Schicht abnehmen und Eimer offen in trockenen Raum bei 30 Grad, Bautrockner 1-2 Tage laufen lassen. Einmal durchrühren, abfüllen und kühl stellen

    wenn du den Deckel aufmachst, den Trockner anstellst, den Raum verlässt, passiert nichts, außer dass sich der Stromzähler dreht. Darum meine erste Aussage, dass der Honig im Eimer nicht nachtrocknet.

    Über deine Zahlen diskutiere ich nicht, scheinen mir aber arg , wie Immenlos schon andeutet, optimistisch.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Wofür einen Trockner, der nur 2-4 % (24 Std.) schafft, wenn Du schon 2 % in 24 Stunden aus einem Eimer rausholst. Die Zahlen sind nicht ganz schlüssig.

    bitte hinschauen. Eimer mit 25 kg. Trocker hat 100kg. Die Zeit im Verhältnis zum Wasserentzug verlängert sich, weil ja die Feuchte im Honig geringer wird, der Trockner aber mehr arbeiten muss. Aber Du hast recht, die 1 % in 12 Std. mit 25 kg .... es werden unter optimalen Bedingungen wohl nur 0,7-0,8% sein. Da habe ich etwas übertrieben.


    ich habe nie von 'Deckel aufmachen, Trockner anmachen und rausgehen' was gesagt. Da muß wohl ein Mißverständnis vorliegen. Der Honig muß auf jeden Fall erwärmt und gerührt werden. Dadurch wird die Oberfläche des Honig ständig bewegt und die Teilmasse, aus welcher die Feuchtigkeit entzogen wird, wird wieder untergemischt.


    Wenn es den Anschein erwecken sollte, dass ich für's Nachtrocken bin, so möchte ich da etwas geraderücken. Der Honig sollte grundsätzlich im Stock 'reifen'. Manchmal geht das nicht oder der Imker macht einen Fehler oder der verdeckelte Honig wurde zu naß entnommen oder der Deckel war nicht richtig zu oder , oder, oder. Jetzt beginnen die Hefen ihre Arbeit. Um den wertvollen Honig zu 'retten', halte ich es für sinnvoller den Wassergehalt zu reduzieren, als den wertvollen Honig unkontrolliert gären zu lassen.

    Jonas

  • Letzter Versuch: lasst das doch die Bienen machen und füttert das Dünne wieder ein! Honig mit zu hohem Wassergehalt wurde zu zeitig entnommen, leider. Maschinelle Trocknung...wo gibt's denn sowas...genau, in China.

  • Die obere flüssige Schicht ist ja nicht besonders viel und die kristallisierten Bereiche haben wahrscheinlich wirklich einen geringeren Wassergehalt. Du kannst also sicher schon eine geringere Gärneigung erreichen, wenn du die obere Schicht möglichst vollständig runternimmst und so den Anteil mit dem "Gärstarter" webnimmst. Die kannst du Rückfüttern, selbst essen, einfrieren....


    Trotzdem wird es auch zwischen den kristallinen Bereichen noch kleinere Bläschen geben, wo sich jetzt bei der Kristallisation die Anteile mit höherem Wassergehalt sammeln. Die würde man nur mit Rühren (um sie an die Oberflläche zu bringen) und Wegtrocknen rausbekommen, oder mit Verflüssigen (und wenn man das im trocknen Raum macht, könnte es dabei noch etwas trocknen) und neu Rühren des dann etwas trockeneren Honig. Ohne richtigen Honigtrockner holst du auch dabei nur 1-2% raus, die dann die Haltbarkeit etwas erhöhen, aber auch schon etwas Qualität kosten - vor allem, wenn du dabei ohne entsprechende Geräte wie Melitherm länger erwärmen musst, um den Honig flüssig oder fast flüssig zu machen.

    Also entweder nur flüssige Schicht großzügig abnehmen, Rest kühl und trocken lagern und möglichst schnell verbrauchen (lassen), also MHD kurz, preisgünstiger abgeben und deutlicher Hinweis auf Lagerbedingungen und geringe Haltbarkeit (ich würde sagen, dass der letzte Rest gerade noch zum Backen für Weihnachten wegsoll)...
    oder das volle Programm, um dann auf Haltbarkeit von vielleicht einem Jahr zu kommen.


    Rückfüttern oder als Winterfutter einbringen geht auch, aber jetzt ist das Zeug schon im Eimer und die Arbeit fürs Ernten schon gemacht. Da würde ich nicht nochmal schleudern wollen oder mir stattdessen weniger Futter kaufen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Maschinelle Trocknung...wo gibt's denn sowas...genau, in China.

    ..eine gewissen Unwissenheit interpretiere ich in Deine Aussage. Ein echtes Vorurteil, die 'bösen Chinesen'.


    Letzter Versuch: lasst das doch die Bienen machen und füttert das Dünne wieder ein!

    Wenn Phasentrennung OHNE Gärung ist das die beste Lösung. Bei Phasentrennung MIT Gärung ist das Zufüttern keine gute Idee, denn damit bringst Du die Hefen direkt wieder in die Völker ein. Gleiches geschieht über unsauber gereinigte Geräte oder aber auch über leicht gärige Futterwaben.

    Jonas

  • Maschinelle Trocknung...wo gibt's denn sowas...genau, in China.

    .......das gibt es solange nicht, bis beim Abschleudern ein hoher Wassergehalt festgestellt wird. Je weiter südlicher man kommt, desto häufiger sieht man auch große Honigtrockner in den Imkereien stehen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • .......das gibt es solange nicht, bis beim Abschleudern ein hoher Wassergehalt festgestellt wird.

    Ja, wäre gut, wenn man den hohen Wassergehalt vor dem Schleudern feststellt.

    Ob Trocknen nach Honigverordnung zulässig ist, ist ja umstritten. Klar ist: Bezüglich der Honigqualität ist es ein Greuel. Aber es gibt ja Imker, die die Qualität nur am Wassergehalt festmachen. Aber Maßstab deutscher Agrarproduzenten ist ja länger schon der chinesische Markt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Bezüglich der Honigqualität ist es ein Greuel.

    Hallo, wenn man von 30 auf 15% runtertrocknet, dann stimme ich dir voll zu.

    Aber im Honigbuch von Dr. Horn steht drin, dass unter 30% die Bienen auch keine Enzyme mehr zusetzen, sondern nur noch durch warme trockene Luft den Honig trocken bekommen. Ich glaube aber, das hatten wir alles schon.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Maschinelle Trocknung...wo gibt's denn sowas...genau, in China.

    .......das gibt es solange nicht, bis beim Abschleudern ein hoher Wassergehalt festgestellt wird. Je weiter südlicher man kommt, desto häufiger sieht man auch große Honigtrockner in den Imkereien stehen.

    Bis bald

    Marcus

    ...wenn der wertvolle Honig aus irgendeinem Grund zu feucht ist, sollte er nach meinem Dafürhalten der Wassergehalt reduziert werden. Ob das in einem speziellem Raum geschieht in welchem die offenen Honigwaben als Zarge reingestellt werden und per Trockner der Wasserentzug geschieht oder später als geschleuderter Honig (schonened) nachgetrocknet werden, steht dahin. Eine 'Verteufelung' einer Trocknung halte ich für nicht zielführend.

    Seltsam ist, dass die Trocknung in der Wabe für regelkonform interpretiert wird und die Trocknung in einem speziellem Gerät abgelehnt und als nicht regelkonform bezeichnet wird.

    Da gibt es eine klare Unterscheidung zwischen Hobby-Imker und Berufs-Imkern. Die ersteren halten eine Nachtrocknung für eine NO-GO, für die zweiter Gruppe ist das gelegentlich überlebenswichtig.

    Jonas


    Nachtrag:

    Ich spreche von einer Nach-Trocknung die bei 20-22% liegt. Wer 30% Wasser in seinem Honig hat, hat defintiv und grundsätzlich was falsch gemacht. Soetwas würde ich auch als Dienstleistung nicht nachtrocknen. Da stimmt was anderes nicht - wurde da gepanscht? Das ist für mich 'Plörre' und kein Honig. Abhilfe: > Honig-Meth / Backhonig / Kühlschrank Eigenverbrauch zum Kochen/Getränke /Gelee-/Marmeldenherstellung.

  • Ich danke euch für die umfangreiche Diskussion ;) Wirklich interessant mal die unterschiedlichen Ansichten zu dem Thema zuhören. Eins habe ich gelernt. Ich lasse die Kisten beim nächsten Mal lieber etwas länger drauf. Im nächsten Jahr wird ein Deckel Dachsschmelzer eingeplant, der zur die kristallisierten Waben wieder auftaut. Dann habe ich das Risiko beim Raps einfach nicht mehr. Das ist mir einfach dieses Jahr auf die Füße gefallen. Hatte Angst dass es Knaaaaack macht in der Schleuder... ;(