Wassergehalt messen mit Refraktometer

  • wenn der Honig da mal 1 oder 2 Jahre im Keller steht.

    Wilde Theorie. Das Problem dürften eher undichte Deckel sein.

    Es hat mal im Bienenjournal ein Physiker vorgerechnet, wie hoch die Effekte selbst bei offenen Eimern sind: praktisch irrelevant, wenn in deinem Schleuderraum, das Wasser nicht die Wände runter läuft.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • À propos wilde Theorie:

    Was soll eigentlich der Unfug mit den Refraktometer-Messwerten, wenn Honig dazu vorher erstmal verflüssigt werden muss? Durch das Erwärmen wird dabei gebundenes(!) Kristallwasser freigesetzt, bevor die Mischung dann auf das Schätzeisen kommt ...

    Ebenso unsinnig ist das vorherige Zehntelprozent-Gebarme, wenn nachher der Honig im Glas doch noch zum Honigstein wird. Dann gibt es so gut wie gar kein freies Wasser ...

    Selbst eine Senkspindel gibt eigentlich nur einen groben Anhaltspunkt bzw. misst nur bei einer speziellen Zuckerzusammensetzung richtig.

    Ganz wilde Theorien gibt es auch zur angeblichen Wirkungsweise von Mellitherm und Bautrocknern. Aber das wäre hier OT.

  • Zum Homogenisieren, ganz einfach gar nicht. Zumindest wegen der Feuchtemessung.

    Denn oben ist immer am feuchtesten. Wenn da trocken genug, dann brauch ich auch nicht in die Tiefe zu messen. Wenn oben zu feucht, dann kann ich mir ja überlegen um zu rühren und dann einen Durchschnittswert zu messen. Wenn immer noch zu feucht, dann kann man sich weitere Gedanken machen.


    Zum Honigeimer. Ordentliche, sauber mit Zwischenplatte gestapelte Eimer sollten sicherlich kein Problem darstellen. Ich hab schon testweise Eimer zusammen gedrückt und den Deckel im Unterdruck drauf gemacht, außerdem welche mit bauchigem Deckel aufgelegt. Nach einem Jahr sind die immer noch so, im Plastikeimer. Da hab ich für den Honig gar keine Bedenken.

    Die ollen von Opa sollten allerdings vom Honiglager in die Putzkammer wechseln. Die haben nach 15-20 Jahren die Dichtheit hinter sich.


    Zwei baugleiche, billige oder teure Refraktometer ohne objektiven Vergleichswert oder Kalibrierung, zeigen zwar einen (evtl. auch identischen) Messwert an. Jedoch ohne Vergleich ist der nicht viel Wert. Man kann den Wert natürlich verifizieren indem ich die Spritzprobe des Rähmchens, mit dem Honigstrahl den ich aus der Schleuder laufen sehe, in Verbindung mit dem Wert den das Refraktometer anzeigt.

    Dann kommt man dem wahrscheinlich tatsächlichen Wert schon ziemlich sicher, ziemlich nahe.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ein teures Refraktometer ist ohne aktueller Justierung auch nicht mehr wert. Und da geht es ja schon los: Die allermeisten können es nichtmal richtig justieren oder kalibrieren (Aufgrund mangelnder technischer Ausstattung). Und zur akkreditieren Kalibrierstelle werden auch die allerwenigsten ihr Refraktometer jährlich einschicken.

    Somit wird aus dem 300€ Teil das gleiche, was ein 25€ Teil ist: Ein Schätzeisen. Vielleicht etwas komfortabler, weil mit echter ATC. Aber das war es dann auch schon.


    Refraktometer, billig wie teuer, gehören sich regelmäßig kalibriert. Und wenn diese Kalibrierung bestanden ist, dann gibt es keinen Grund, nicht darauf zu vertrauen.


    Wer legt denn überhaupt die maximal zulässige Messunsicherheit dafür fest?

  • Was soll eigentlich der Unfug mit den Refraktometer-Messwerten, wenn Honig dazu vorher erstmal verflüssigt werden muss? Durch das Erwärmen wird dabei gebundenes(!) Kristallwasser freigesetzt, bevor die Mischung dann auf das Schätzeisen kommt ...

    Ebenso unsinnig ist das vorherige Zehntelprozent-Gebarme, wenn nachher der Honig im Glas doch noch zum Honigstein wird. Dann gibt es so gut wie gar kein freies Wasser

    Willst Du uns damit sagen, dass der Honig in kristallisierter Form mehr Wasser binden soll als in gelöster?

    Hoffentlich ein wieder normales IFT am 11-13.3.2022 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda.

  • Wenn ich sehe was meine Frage hier losgetreten hat kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

    Mein Großvater hat irgendwann in den 1950er Jahren mit der Imkerei angefangen und hat durchschnittlich 20 Völker bewirtschaftet.Er hat nie ein Refraktometer bessesen.Nachdem er einen Schlaganfall hatte und im Rollstuhl saß hat mein Vater weitergemacht .Auch der hat niemals so ein Teil und es gab nie Probleme.Die Waben wurden erst geschleudert wenn sie mind.zu 3/4 verdeckelt waren und was dem nicht entsprach durften die Bienen behalten.

    Für einen Erwersimker der 100 oder mehr Völker hat und entsprechende Mengen Honig hat und verkäuft ist es wichtig daß er entsprechend hochwertige und genaue Messgeräte hat,für einen Hobbyimker reichen auch die günstigeren Modelle aus.

    Ich habe mir im April zwei Völker gekauft und davon gerade einen Ableger gemacht.Durch das miserabele Frühjahr war von der Frühtracht nichts zu holen ,durch die Robinie konnte ich jetzt gerademal 9 Kilo Honig ernten.Dafür werde ich mir mit Sicherheit kein Refraktometer für 200 oder noch mehr Euro kaufen um auf die dritte Kommastelle genau zu wissen wie hoch der Wassergehalt den nun ist.Mir ging es lediglich darum zu erfahren was es mit dem Brixwert aufsich hat da ich damit noch nie etwas zu tun hatte da die engliche Bedienungsanleitung sehr dürftig ist und meine Englichkentnisse noch dürftiger sind

  • Nur mal so zum Verständnis, ein Refraktometer misst im Prinzip die Lichtbrechung durch ein Prisma. Das ganze wird seinen Winkel und somit die Anzeige der Skala durch Temperatur- änderungen auch verändern, deswegen entweder ATC oder anhand der aktuellen Temperatur umrechnen. Soweit hoffe ich, dass ich das richtig zusammen gefasst habe.

    Wenn ich das Ding nicht rumwerfe wie die Kids den Fußball, was soll eine jährliche Kalibrierung beim Hersteller oder sonst wo bringen, als das zu bestätigen, was letztes Jahr war? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der angezeigte Wert (bei schonender Benutzung und Aufbewahrung) binnen Jahresfrist so viel verändert, dass es für einen Imker eine Rolle spielt.

    Welche Parameter im Gerät können sich so verändern, dass der angezeigte Messwert variiert?


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der angezeigte Wert (bei schonender Benutzung und Aufbewahrung) binnen Jahresfrist so viel verändert, dass es für einen Imker eine Rolle spielt.

    Ja, das ist auch praktisch so. Ich habe nach einem Jahr nachkalibriert - keine Abweichung.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Eine Kalibrierung ist eine Feststellung der Messungenauigkeit. Jedes Messgerät muss jährlich kalibriert werden. Auch wenn es seit 10 Jahren immer "stabil ist".


    Wenn ihr eure 1,5 Tonnen Honig selber esst, könnt ihr euch das natürlich sparen.

    Aber wozu brauche ich als Lebensmittelverarbeiter dann ein 200€ Messgerät, wenn ich mich von seiner Funktion nicht mehr überzeuge?

    Dann kann ich erst recht das für 20 € nehmen

  • Ich habe zwar ein (günstiges) Refraktometer, welches ich jedes Jahr mit Olivenöl kalibriere, allerdings nicht am Bienenstand verwende. Ist mir einfach zu viel Gedöns mit dem Sauberwischen des Primas und so.


    Am Bienenstand habe ich auf manchen Völkern unter dem Deckel einen Holz-Eisstiel oder einen Holzlöffel liegen (gibts im Imkerfachhandel zu kaufen). Ein normaler Löffel tut´s natürlich auch.


    Ab und zu fahre ich damit durch eine randständige Honigwabe (durch mehrere Zellen) und lasse den Honig dann auf die Oberträger des Honigraums tropfen. Man sieht so eigentlich ziemlich gut, ob der Honig einigermaßen reif ist oder noch zu schnell vom Stiel/Löffel läuft. Eventuell braucht es etwas Erfahrung, aber man sieht wirklich recht gut, ob sich schon schöne zähflüssige Tropfen bilden oder der Honig noch zu feucht ist.

    Als Ergänzung zur Spritzprobe ist das für mich eine recht schnelle und praktikable Lösung. Zumindest fühle ich mich so sicherer, weil es wirklich doof ist, unreifen Honig zu ernten. :P

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Wir haben auch ein billiges hier. Ich kalibrieren es mit Nelkenöl und benutze es nur beim schleudern als Kontrolle für mich... Niemals am bienenstand.

    Ich bin zwar Anfänger aber lt unserem Qualität und Hygieneseminar letzte Woche, soll man den Refraktometer nur bei 20 Grad verwenden, da er sonst sowieso falsch anzeigt.

    Am Bienenstand wird nur mittels Spritztechnik auf die Reife kontrolliert

  • Wir haben auch ein billiges hier. Ich kalibrieren es mit Nelkenöl und benutze es nur beim schleudern als Kontrolle für mich... Niemals am bienenstand.

    Ich bin zwar Anfänger aber lt unserem Qualität und Hygieneseminar letzte Woche, soll man den Refraktometer nur bei 20 Grad verwenden, da er sonst sowieso falsch anzeigt.

    Am Bienenstand wird nur mittels Spritztechnik auf die Reife kontrolliert

    Die Spritztechnik hat mir dieses Jahr 19,5 % beschert.