Bienenvergiftungen - bis zu 300 tote Völker

  • Hallo ihr,


    ich weiß zwar nicht ob dieser Artikel hier in das Forum gehört, aber ich stelle ihn hier einfach mal ein. Ich hoffe ich habe damit keinen auf die Füsse getreten und wenn er hier falsch ist, dann bitte ich den Admin (Hallo Admin) ihn in das richtige Forum zu verschieben - Danke






    Über 50 Bienenvölker sind vernichtet


    Von manfred münchow


    Ermittlungen Polizei vermutet Ursache in Schädlingsbekämpfung der Landwirtschaft
    Harte Zeiten für Imker. In den vergangenen Tagen sind in der Niedergrafschaft und in Nordhorn über 50 Bienenvölker gestorben. Inoffizielle Zählungen gehen, davon aus, dass isgesamt bis zu 80 Bienenvölker vernichtet sind. Die Polizei ermittelt. Man geht davon aus, dass die Ursachen des Bienensterbens die Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft ist. Beweisen lässt sich das jedoch in den seltensten Fällen.
    Emlichheim/Nordhorn – Die Imker sehen sich derzeit um die Früchte ihrer Arbeit betrogen. Am 29. Juli haben die ersten bei der Polizei Anzeige erstattet, in Emlichheim gingen die Meldungen am vergangenen Sonnabend ein. Das Bild gleicht sich in den meisten Fällen. Der Boden vor den Körben ist übersäht mit toten Bienen. 22 tote Bienenvölker sind bislang in Nordhorn gezählt, bei der Polizei in Emlichheim sind knapp 30 Völker als tot gemeldet worden. Doch nach Ansicht von Gerd Paaschen, Vorsitzender des Imkervereins Uelsen, macht sich nicht jeder betroffene Imker auf den Weg zur Polizei. Nach seiner inoffiziellen Zählung kommen zu den angezeigten Bienenvölkern noch einmal 25 bis 30 tote Bestände dazu.
    Die Polizei geht davon aus, dass die Ursache des Bienensterbens in der Landwirtschaft zu finden ist, betont jedoch, dass nicht alle Landwirte unter Generalverdacht stehen. Der Leiter des Polizeikommissariats Emlichheim, Hubert Timmer, der in der Niedergrafschaft ermittelnde Johann Zwafelink und der in Nordhorn für Umweltdelikte zuständige Gerhard Keiser betonen übereinstimmend, dass der Großteil der Landwirte sich beim Pflanzenschutz ordnungsgemäß verhält.
    Doch die Landwirte stecken derzeit in einem Dilemma. Die große Hitze macht der Ernte nicht nur wegen der trockenen Böden zu schaffen. Die derzeitige Witterung sorgt auch für eine extreme Vermehrung der Blattläuse, vor allem an Kartoffelpflanzen. Wenn man 100 Blätter pflückt und darauf 500 Blattläuse findet, sprechen Fachleute von Handlungsbedarf für eine Schädlingsbekämpfung.
    "Derzeit befinden sich in der Region Grafschaft Bentheim/Emsland zwischen 5000 und 10000 Tiere auf 100 Blättern", sagt Kreislandwirt Friedrich Scholten, der zugleich auch Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems ist. Die landwirtschaftlichen Interessenverbände haben auf die Lage hingewiesen und die Landwirte haben gehandelt und Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Blattläuse eingesetzt. In vielen Fällen hat offenbar ein einmaliges Spritzen nicht genützt und man ist erneut gegen die Blattläuse vorgegangen. Das soll dem Vernehmen nach dazu geführt haben, dass ein für Bienen ungefährliches Mittel in der vergangenen Woche vergriffen war. Inzwischen stehen andere Mittel wieder zur Verfügung.
    Wenn die Landwirte bienengefährliche Mittel gegen Blattläuse einsetzen, dürfen sie dass laut Bienenverordnung erst nach 23 Uhr, wenn die Bienen nicht mehr fliegen. Doch die Landwirte weisen darauf hin, dass ein Einsatz mit den weit ausladenden Maschinen bei Dunkelheit kaum möglich ist. Wenn nicht gespritzt wird, "kollabieren die Kartoffelbestände innerhalb einiger Tage", sagt Friedrich Scholten und wirbt um Verständnis für Landwirte, "die unverschuldet in solche Not gestellt werden".
    Für die Polizei und auch für die betroffenen Imker liegt die Vermutung nahe, dass die Spritzaktion in der Landwirtschaft die Ursache für das Bienensterben ist. Doch zu beweisen ist so etwas nur in den wenigsten Fällen. Von den toten Bienen werden Proben an die Biologische Bundesanstalt in Braunschweig geschickt, die nach den eingesetzten Giften fahndet.
    Sollte die Pflanzenschutzgift die Ursache sein, ergibt sich für die Imker ein weiteres Problem. Wenn einzelne Bienen dennoch den Weg vorbei an den Wächterbienen in die Waben gefunden haben, muss auch noch der Honig untersucht werden, ob es wirklich reiner Bienenhonig ist.



    Manche werden jetzt fragen, wie ich auf bis zu 300 Bienenvölker komme - zurecht:


    In unserer Nachbarregion, dem Emsland, sind ebensolche Fälle aufgetreten und so setzt sich diese Zahl zusammen.


    Falls gewünscht wird, halte ich euch gerne auf dem laufenden, falls dieser Artikel uninteressant ist, bitte auch bescheid sagen.


    Gruss


    RED -



    P.s. Quelle : "Grafschafter Nachrichten"

    "Wenn ich einem Hund in die Augen schaue, schäme ich mich ein Mensch zu sein!"

  • hallo,
    eingesetzt wurde das insektizid "tomaron" (von bayer) das vom her-
    steller als bienengefährlich deklariert wird und nicht bei blühenden
    oder von bienen angeflogen pflanzen eingesetzt werden darf. für den
    landwirt ist die kartoffel keine trachtpflanze und er handelt unbewusst
    falsch. ich würde sagen: eine heikle rechtsfrage!


    gruss henri

  • Bundesgesetzblatt 1992 Teil I Seite 1410
    Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
    § 1 Begriffsbestimmungen
    § 2 Anwendung
    § 3 Ausnahmen
    § 4 Ordnungswidrigkeiten
    § 5 Inkrafttreten, abgelöste Vorschrift
    Verordnung über die Anwendung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel (Bienenschutzverordnung)
    Vom 22. Juli 1992
    Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verordnet auf Grund des § 3 Abs. 1 Nr. 1 des Pflanzenschutzgesetzes vom 15. September 1986 (BGBl. I S. 1505) sowie auf Grund des § 3 Abs. 1 Nr. 16 in Verbindung mit Abs. 2 des Pflanzenschutzgesetzes sowie in Verbindung mit Artikel 56 des Zuständigkeitsanpassungs-Gesetzes vom 18. März 1975 (BGBl. I S. 705) und dem Organisationserlaß vom 23. Januar 1991 (BGBl. I S. 530) im Einvernehmen mit den Bundesministern für Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
    § 1
    Begriffsbestimmungen
    Im Sinne dieser Verordnung sind
    1. bienengefährliche Pflanzenschutzmittel:
    a) Pflanzenschutzmittel, die die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (Biologische Bundesanstalt) mit der Auflage zugelassen hat, sie als »bienengefährlich« zu kennzeichnen,
    b) andere zugelassene Pflanzenschutzmittel in einer höheren als der höchsten in der Gebrauchsanleitung vorgesehenen
    aa) Aufwandmenge oder
    bb) Konzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist;
    2. blühende Pflanzen:
    Pflanzen, an denen sich geöffnete Blüten befinden, außer Hopfen und Kartoffeln.
    § 2
    Anwendung
    (1) Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen nicht an
    1. blühenden Pflanzen,
    2. anderen Pflanzen, wenn sie von Bienen beflogen werden,
    angewandt werden.
    (2) Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen nicht so angewandt werden, daß Pflanzen nach Absatz 1 mitgetroffen werden.
    (3) Innerhalb eines Umkreises von 60 Metern um einen Bienenstand dürfen bienengefährliche Pflanzenschutzmittel innerhalb der Zeit des täglichen Bienenflugs nur mit Zustimmung des Imkers angewandt werden.
    (4) Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen nicht so gehandhabt, aufbewahrt oder beseitigt werden, daß Bienen mit ihnen in Berührung kommen können.
    (5) Die Absätze 1 bis 4 gelten nicht für die Anwendung, Handhabung und Aufbewahrung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel in bienensicher umschlossenen Räumen.
    (6) Ist ein bienengefährliches Pflanzenschutzmittel entsprechend einer von der Biologischen Bundesanstalt erteilten Auflage mit der Angabe »bienengefährlich, außer bei Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges bis 23.00 Uhr (auch unter Zusatz der Worte »mitteleuropäischer Zeit« oder der Abkürzung »MEZ«) in dem zu behandelnden Bestand« versehen, so gelten die Absätze 1 und 2 nicht für die Anwendung dieses Pflanzenschutzmittels während der angegebenen Tageszeit.
    § 3
    Ausnahmen
    Die zuständige Behörde kann Ausnahmen zulassen
    1. von § 2 Abs. 1 für Forschungs-, Untersuchungs- und Versuchszwecke,
    2. von § 2 Abs. 1 bis 3, soweit es zur Verhütung schwerer Schäden oder Verluste an Pflanzen durch Schadorganismen erforderlich ist.
    Sie hat die Ausnahmegenehmigung mit den erforderlichen Auflagen zu verbinden, um sicherzustellen, daß die Imker, deren Bienenstände sich im Umkreis von 3 Kilometern befinden, spätestens 48 Stunden vor Beginn der Anwendung des Pflanzenschutzmittels unterrichtet werden. Sie kann die Ausnahmegenehmigung mit Auflagen zur Sicherstellung der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege versehen.
    § 4
    Ordnungswidrigkeiten
    (1) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a des Pflanzenschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
    1. entgegen § 2 Abs. 1, 2 oder 3 ein bienengefährliches Pflanzenschutzmittel anwendet oder
    2. entgegen § 2 Abs. 4 ein bienengefährliches Pflanzenschutzmittel handhabt, aufbewahrt oder beseitigt.
    (2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b des Pflanzenschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer vollziehbaren Auflage nach § 3 Satz 2 zuwiderhandelt.
    § 5
    Inkrafttreten, abgelöste Vorschrift
    (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.
    (2) Gleichzeitig tritt die Bienenschutzverordnung vom 19. Dezember 1972 (BGBl. I S. 2515), geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 22. März 1991 (BGBl. I S. 796), außer Kraft.
    Der Bundesrat hat zugestimmt.
    Bonn, den 22. Juli 1992
    Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
    In Vertretung
    W. Kittel