Hitze und Imkern

  • Ja, ich weiß... die Klagen über die Hitze sind im Sommer häufiger als unpassende Klamotten und Eiskugeln...


    Aber ich habe dieses Jahr ein richtiges Problem beim Imkern: als ich gestern Nachmittag auf einem Flachdach die Geflüchteten Honigräume abgenommen und durchgesehen habe, habe ich eine Wabe mit Futter, markiert, auf die „Sonnenseite“ der Beute gestellt. Als ich eine gute halbe Stunde später fertig war mit dem Sortieren und sie wieder einhängen wollte, gab es beim Anheben ein sattes dumpfes matschiges Geräusch und einen kleinen Ruck und die Hälfte der Wabe lag im Gras. In der Sonne ist das Wachs so weich geworden, dass sich die Ware selber aus den Drähten geschnitten hat. Habe sie den Bienen dann in einem Füttere angeboten.

    Soweit so gut, allerdings habe ich heute versucht, die gestern geernteten Waben zu schleudern und habe das Problem, dass sich durch die Wärme schon beim Entdeckeln sämtliche Waben zusammen schieben. Es matscht so unglaublich, die Waben reissen knapp unterhalb vom Oberträger ab und nach dem Schleudern habe ich nur noch Brei in den Taschen. Kennt jemand so ein Problem?

    Klimaanlage ist leider keine Option, die ist schon länger defekt.

  • Da hilft nur, für das Ernten eine kühlere Tageszeit zu wählen. So ein Flachdachstandort kann sich ganz schön Aufheizen und dank Bienenflucht können die Bienen die Honigräume nicht kühlen.

    Mit ging das gestern nachmittag beim Schleudern so: Die Waben (mit Mittelwand aber ohne Draht) brachen. Ich habe dann heute morgen weitergemacht, da war es wieder kühl genug.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die nächsten zwei/drei Tage soll es kühler werden. Und ja, das passiert. Nachtschicht ist eine Idee, Bienenfluchten abends einlegen, Bienen runter vom Dach und mittags für Schatten sorgen, Beuten weiß streichen. Kühlen Raum zum Schleudern nehmen und die BR dort einige Stunden abkühlen lassen, Presshonig. Man kann einiges versuchen.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Harold,


    evtl. mal über einen anderen -- nicht so extrem sonnigen --Standort nachgedacht?
    Sonniges Flachdach und Hochsommer-Temperaturen (bei uns) bald an die 38°C-40°C?
    Ich finde, dass das nicht als Bienenstandort zusammen passt.
    Halbtags darf es gerne auch mal etwas schattiger sein.

    Suche Dir eine besseren Standort, der scheint mir nicht passend (für dieses Wetter) zu sein!


    "...als ich eine gute halbe Stunde später fertig war mit dem Sortieren..."

    Halbe Stunde pro Volk die Kiste offen bei der Durchsicht/Ernte?
    Hmmm....
    Also soooooo lange sollte man die Kiste nun wirklich nicht offen haben, insbesonders bei kritischen Wettersituationen (Hitze, Kälte, Regen,...).
    Wie sollen denn da die Mädels das Klima in der Kiste in Griff bekommen?
    Und was machst Du denn dann im Spätsommer? Eine halbe Stunde offene Kiste wird sehr wahrscheinlich der Räuberei der Nachbarvölker eher in die Karten spielen.

    Versuche mal -- ohne "bienenunfreundlichen" Stress die Kisten -- weniger lange offen zu lassen.
    Evtl. mit der Hilfe eines/einer Mitimkers/Mitimkerin oder so und gemeinsam das Volk zügig(er) (aber ohne Stress) durchschauen.


    Grüße,

    Axel

  • Da hilft nur, für das Ernten eine kühlere Tageszeit zu wählen. So ein Flachdachstandort kann sich ganz schön Aufheizen und dank Bienenflucht können die Bienen die Honigräume nicht kühlen.

    Mit ging das gestern nachmittag beim Schleudern so: Die Waben (mit Mittelwand aber ohne Draht) brachen. Ich habe dann heute morgen weitergemacht, da war es wieder kühl genug.

    Genau, ich denke auch, dass durch die Fluchten und fehlende Belüftung und Bienen das schon schlimmer war - wie im Schleuderraum heute Mittag, denn der liegt unterm alten Dach. Heute Abend ging es schon wieder etwas besser. Nur die durchgewärmten Waben hatten natürlich etwas in der Struktur gelitten und keine Luftpolster mehr unter den Deckeln.

    Da davon auch einige unterhalb des ersten Drahtes - daher mit etwas Abstand zum Oberträger - abgerissen waren, werde ich die komplett einschmelzen. Will gar nicht wissen, was die Bienen aus den gestauchten Zellen zaubern würden.

    Die nächsten zwei/drei Tage soll es kühler werden. Und ja, das passiert. Nachtschicht ist eine Idee, Bienenfluchten abends einlegen, Bienen runter vom Dach und mittags für Schatten sorgen, Beuten weiß streichen. Kühlen Raum zum Schleudern nehmen und die BR dort einige Stunden abkühlen lassen, Presshonig.

    Die Bienen bleiben das ganze Jahr dort, wäre anders nicht zu machen. Zugang nur über die Außenseite eines Vollgeschosses mit ein schmalen Leiter... Beuten weiss werde ich ins Auge fassen, das Material bleibt eh immer vor Ort. Muss mal ein Bild raussuchen.

    Press- oder Tropfhonig wäre wirklich am Einfachsten, Du hast recht. Keine Ahnung, warum ich so „Schleuderfixiert“ bin. 😃

    Hast du Naturwabenbau? Da kann das schon passieren. Die mit Mittelwände sind da etwas stabiler.

    Nein, das waren Mittelwände, Mittelwände am Limit.... Beim Abholen UND beim Schleudern.

  • Hallo Axel,

    zu 1.) Ja, schon öfter, aber bisher eher wegen der Zugänglichkeit, den Aufruhr, den Schwärme im Zentrum verursachen und wegen dem Wind, der manches Material da verwehen will. Sind halt Bienen mit einer „Mission“ und es gibt da gute Trachten. Für mich ist der Stand eher eine Herausforderung...


    zu 2.) Da habe ich mich wohl nicht alles im Detail geschildert oder genau genug ausgedrückt: Natürlich ist kein Volk so lange offen, nie und erst recht nicht unter solchen Bedingungen. So viel Zeit hätte ich auch nicht... Insgesamt stehen da fast zwei Handvoll Völker, die Wabe stammte aus dem ersten Volk und war markiert und sollte in ein Volk mit weniger Reserven, dass ich daher als letztes geöffnet habe - eben um die Waben, die ich nicht jetzt schleudere, so zu verwenden.

    Ich bin gewarnt, nächstes Mal besser in den Schatten - auch mit dem Imker!

  • Ich glaube ich wohne in der trockensten Gegend Deutschlands. Überall im Umkreis von 10 km Regen und Gewitter. Hier mal wieder nüscht. Die Blühstreifen sind kurz vorm vertrocknen und der Rest hier auch.Wettervorhersage ist nicht mehr glaubhaft. Heute abend Regentanz ;)

  • So ähnlich hier: Am Bienenstand in 800 Metern Entfernung war ich innerhalb von 45 Sekunden nass bis auf die Haut, da stand heute morgen noch Pfützen. Zu Hause ein paar dicke Tropfen, etwas Regen - unter den Bäumen blieb es trocken - und dafür Hagel....

  • ....

    wieder einhängen wollte, gab es beim Anheben ein sattes dumpfes matschiges Geräusch und einen kleinen Ruck und die Hälfte der Wabe lag im Gras. In der Sonne ist das Wachs so weich geworden, dass sich die Ware selber aus den Drähten geschnitten hat....

    ....was bei mir die grundsätzliche Frage auslösen würde ob denn dieser " vielgepriesene" Standort wirklich so ideal für die Bienen ist !!!

    Gruß Finvara


    Ps.: Nun kannst du dir vorstellen was es für deine Völker bedeutet auf einem Flachdach ihr Beutenklima aufrecht zu erhalten.

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte