Wespenplage

  • Hallo, alle Miteinander,


    damit sich niemand langweilt, weil vom Thema abgeglitten, eröffne ich ein neues Thema.
    Ich bitte höchst demütig um Verzeihung!


    Hallo, Franz Xaver,


    wer den Schaden hat,…..


    Ich habe Deinen Beitrag sehr wohl verstanden, aber ich verstehe Dich nicht.
    Die Wespenplage wie Du sie beschreibst gab und gibt es hier auch.
    Nur habe ich etwas dagegen unternommen, wie die Fliegengaze und den Luderplatz.
    Die zwei oder drei Wespen die mal mit ins Haus kommen sind froh wenn sie wieder draußen sind, denn da ist Futter.
    Am Luderplatz, ein freies unbebautes Grundstück gibt es Saft/Bier, Obst, Wasser und tierisches Eiweiß, ohne einen Menschen der belästigt werden kann.
    Bienen wagen sich da nicht hin, sonst werden sie selbst ganz schnell selbst zu Futter.
    Meine Nachbarn haben es mir gleich getan und Vorsorge getroffen, offensichtliche Nester wurden schon am Anfang zerstört, die gut versteckten werden mit Duldung belohnt.
    Früher hatte ich mehrmals am Tag Anrufe, diesen Sommer zwei, um Hornissen umzusiedeln.
    Du verwechselst auch Naturereignisse mit Naturkatastrophen, aber beide kann man vorhersehen und bekanntlich, sich rechtzeitig, absichern.
    Mit den Rollladenkasten, ist es ja auch wie eine Einladung, ich fand in Bayern die Fensterläden immer so schick, ich habe welche.
    Aber mit dem Fortschritt kamen auch Rollläden nach Bayern, und damit….


    Wie ich einem Beitrag entnehmen kann benutzt Du Fliegengaze statt Folie für Deine Beuten, ur (zeit)- sprüng-lich war die einmal für Fenster und Türen gedacht, wenn Du Interesse hast kann ich Dir gerne eine altmodische Gebrauchsanweisung zukommen lassen.
    Mein Dicker setzt mir die Gazerahmen schon im Mai/Juni ein, aber wir Norddeutschen sind man eben auch gaaanz schön „Plietsch“.


    Am Bienenstand sehe ich einige Wespen, auch in den Beuten, wo sie mehr an der Brut als am Honig interessiert sind.
    Bei meinen Völkern sind sie aber sehr schnell wieder draußen und da holen
    sie sich die verendenden Bienen oder die Reste die die Hornissen überlassen.
    Sie putzen rund um den Stand alles sauber, vielleicht gelingt es mir ja dieses Jahr ihnen Varroa- Milben schmackhaft zu machen, nur von den wenigen würden sie eh verhungern



    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo, alle Miteinander,


    wenn wir als Imker nicht in der Lage sind, die Hysterischen zu beruhigen und ihnen vorleben wie wir mit diesen so gefährlichen Wesen leben können,
    liegt es an unserem Wissensmangel oder ist einfach Gleichgültigkeit.
    Oft werde ich angerufen und die Menschen sind verzweifelt, nicht weil sie Wespen oder Hornissen haben, sondern weil die Nachbarn oder eben die unwissenden Mitmenschen sie terrorisieren.
    Wie oft höre ich „ Pfui eine Spinne“, - was mag die wohl von uns denken?
    Da ist dann von schmutzig die Rede oder unaufgeräumt und nur in etwa zwei Prozent der Fälle sind Menschen gestochen worden.
    In unserer sauberen Gesellschaft mit energiesparenden, selbstreinigenden ungeziefersicheren Häusern und doppelt Trittschall gedämmten Höfen, wo schon die Anwesenheit einer Blattlaus Hysterie hervorruft und Riesenkonzerne reich macht, da müssen die Kollegen hervortreten und Aufklärung betreiben, ansonsten machen sie sich mitschuldig, wieder einmal eine Art ausgerottet zu haben
    Viele Wespenarten und Hornissen stehen auf der roten Liste, dass Töten oder die Inbesitznahme, kann mit mehr als hunderttausend Euro bestraft werden.
    In der Zeit da man chemische Bekämpfungsmittel benutzt sind mehr Arten ausgerottet worden, als in Hunderten Jahren vorher!
    Ich habe das Wort Schädling und Tier absichtlich nicht benutzt, weil ich dann auch den Mensch einbeziehen muss.
    Ich habe mit meinem Dicken in diesem Jahr ein Wespennest im Frühstadium
    zerstören müssen, in einem Puppenhaus, aber zwei Hornissennester und zwei Ameisennester umgesiedelt.
    Nur ein Tropfen von dem was illegal zerstört wird!
    Manchmal sind es nur ganz geringe Mittel die nötig sind dabei zu helfen, Miteinander zu leben.
     
    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo bisy,


    da hast du voollkommen Recht! Es herrscht bei uns oftmals ein so haarsträubender Mangel an Wissen/Verständnis für die einfachsten Zusammenhänge in der Umwelt/Natur dass mir schon manchmal übel wird und ich mich Frage wie wir bei PISA eigentlich so gut abschneiden konnten :wink: Du glaubst gar nicht, wieviele Leute meinen, ein Bienenschwarm zieht aus um Honig zu sammeln.


    Wenn mich jemand bittet ein Wespennest zu entfernen, verweigere ich mich erst einmal. Das ruft häufig Erstaunen hervor, denn die meisten halten Imker für Wespenfeinde weil "Wespen ja Bienenfeinde sind".


    Die Bemerkung, dass ein Wespennest im nächsten Jahr nicht mehr bewohnt wird, glaubt man mir auch nicht immer. Meistens ziehe ich dann von dannen und die Wespen leben noch. Ein Nest habe ich aber dennoch entfernt. Da hatten die Wespen begonnen vor dem Kinderzimmerfenster eines befreundeten Ehepaares ein Nest zu bauen. Das war so geschickt gebaut, dass auch kein Insektengitter mehr befestigt werden konnt. Also habe ich das Nest entfernt (war erst apfelgross).


    In meinem Bienenhaus darf in diesem Jahr auch ein Wespennest sitzen und früher hatte ich auch schon mal Hornissen. War schön den Gelbjacken zuzusehen.


    "Leben und leben lassen" ist eigentlich ein bayerischer Grundsatz. Ich versuche ihn wieder zu beleben. Das mit dem gelebten Naturschutz ist schon so eine Sache. Wir behaupten als Imker häufig viel für die Natur zu tun, begehen aber auf der anderen Seite grobe Schnitzer. Wie z.B. bei den Wespen/Hornissen oder bei der Anwendung von allerhand Chemikalien in und um den Bienenstock. Dulden wir andere Untermieter wie Siebenschläfer im Bienenhaus oder müssen die raus? Dulden wir Biber in auf unseren Auengrundstück oder werden die Bäume mit Maschendraht umwickelt, damit die wertvollen Weiden nicht umgelegt werden? Das sind alles reale Beispiele! Bitte nicht "Live and let die" sondern "Leben und leben lassen"


    Mangelnde Demut vor der Natur ist verachtenswert! Sich die Erde untertan zu machen bedeutet nicht sie zu knechten, sondern erfordert sie zu verstehen und MIT IHR (und den Wespen) zu leben! Alles was wir gegen die Natur unternehmen wird gegen uns zurückschlagen!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Guten Tag Rainer,


    wie ist es denn mit den Hornissen? Ich hatte auch schon mal eine an meiner Beute, die auch Bienen getötet hat. Die eine ist sicher nicht existenzbedrohend für meinen Ableger. Aber was würdest Du mir empfehlen, wenn mehr auftauchen?

  • Hallo Petra


    Ich versuche schonmal zu antworten. Hornissen fangen heimkehrende Sammlerinnen vor dem Flugloch ab, wenn man in dieser Jahreszeit davon ausgeht das es alte Sommerbienen sind, die ehh nur noch eine Lebensdauer von noch max. 3 Wochen haben. dann müssten schon ganze Hornissenschwärme über ein Volk herfallen um es zu schädigen.


    Es ist mehr als unwahrscheinlich das ein Volk auf die Art erheblich geschädigt wird.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Reinhard

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Reiner,


    ich bin in der glücklichen Lage in einer Gegend zu wohnen, wo der Herrgott Urlaub gemacht hat. Dafür seid ihr Bayern ihm näher.
    Inmitten von viel Wasser, Feldern und Wald gibt es hier Natur pur, und ich schöpfe mir alles was ich nehmen kann ab, aber ich schlachte sie nicht aus.
    Meine Kunden haben es sich angewöhnt auf dem Weg nach/von „?“ bei mir vorbeizuschauen, so das sie auch manchmal mitbekommen wie ich mit den Bienen arbeite oder meine Kräuter, Pilze und Früchte ernte und zubereite.
    Manchmal nehme ich sie auch mit, und sie und ich sind oft erstaunt, was sie alles nicht kennen.
    Da ist es schon hilfreich, sie nur mit etwas bekannt zu machen und beobachten zu lassen, und ihre Abscheu oder Angst schlägt in
    Bewunderung oder Erkennen um.
    Viele Menschen leben „naturverbunden“ und meinen die Natur zu lieben,
    die sie größtenteils nur aus dem Fernsehen oder dem Stadtpark kennen, wenn sie dann direkt mit ihr konfrontiert sind, geraten sie in Panik, dann greifen sie wieder zu dem, was sie vom Fernsehen kennen, die Retter, und die Sprühdose.
    Viele Kinder sind mit den natürlichen und touristischen Gegebenheiten von Urlaubsorten besser vertraut, als mit den heimatlichen.
    Wir haben es durch Um- und Wiederansiedelung von Ameisen geschafft, hier oben auch ein wenig Waldhonig zu ernten und sind sehr stolz darauf.
    Wir Imker können mit Aufklärung sehr viel für den Erhalt unserer heimischen Insekten tun, jeder für eine Stunde nur zehn Unwissende im Jahr, das sind neun weniger die Insekten sinnlos umbringen wollen.


    Oft höre und sehe ich nur in der Natur, - und bemerke viele Kreaturen,
    die es mir gleich tun, -und wir haben keine Angst mehr.



    Schöne Grüße in den Lungau, Kunden von mir haben eine Führung auf Eurem Natur- und Imkerlehrpfad mitgemacht und haben mir begeistert berichtet, von komischen Bienen und hochprozentigen Heilschnäpsen!
    Liegt es an den Prozenten, oder sehen Eure Bienen wirklich anders aus?


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo Petra,


    Reinhard hat ja schon einen wichtigen Aspekt erwähnt. Bleibt mir nur noch hinzuzufügen: Um ein Volk dass von Wespen oder Hornissen zugrunde gerichtet wird, brauchst du nicht traurig sein. Irgendwas hat da nicht gestimmt, sonst hätten sie sich verteidigt. Gesunde Völker - mit einem ihrer Stärke angepassten Flugloch ! - brauchen keine Raubinsekten zu fürchten.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Magret!


    So kann ich das natürlich hier nicht stehen lassen - unsere Bienen sehen gegen eure sehr schlicht und einfach aus. Sie sind in grau gehalten wie es sich für eine Carnica geziemt - einfach und bescheiden wie auch die Bevölkerung dieses wunderschönen Gebietes...
    Danke für die lieben Grüße - Hauptsache ist das deine Kunden sich hier sichtlich wohlgefühlt haben.
    Ebenfalls die besten Grüße an euch alle


    mit freundl. Grüßen


    Leonhard G.