eine Million Doller Subvention für die wissenschaftliche Erforschung kleinzelliger, resistenter Bienen in Norwegen

  • hallo Sulz,

    Gibt es so etwas in Deutschland, Österreich/Schweiz?

    Ja das gibt es.....Es sind halt nicht Berufsimker, mit 1000 Völkern.


    Lg Sulz.

    ok, du sagst es gibt Imker in Mitteleuropa die derartige Erfolge haben wie Terje Reinertsen und Hans-Otto Johnsen aus Norwegen.


    Herr Johnsen hat ja von Ed Lusby aus Arizona das grundsätzliche Gerüst erhalten, als er ihn dort besucht hat. Übrigens war Bruder Adam auch bei Ed Lusby und war begeistert über dessen Erfolge gegen die Tracheenmilben. Ed Lusby bezeichnet man als den Vater der "biologischen Imkerei".


    Nun ist meine Frage: Wo sind diese Imker in Mitteleuropa die derartige Erfolge aufzuweisen haben?

    Ich spreche von über 20 Jahren Erfahrung mit unbehandelten Völkern!

    Und wo sind deren detaillierte Berichte?

    alles Gute

    Alexi

    Einmal editiert, zuletzt von Alexi ()

  • Hi Alexi,

    fahr hin, mach nach und berichte.

    sehr freundliche Antwort die uns bestimmt weiter bringt auf dem Weg zur Varroaresistenz. Du hättest doch auch sagen können: Prima dann fahren wir zusammen hin und schauen uns das an! ;)

  • Übrigens war Bruder Adam auch bei Ed Lusby und war begeistert über dessen Erfolge gegen die Tracheenmilben.?

    OK, hast du da eine Quelle dazu, das wäre mir neu, lerne aber gerne dazu. Erik Österlund war bei den Lusbys und holte sich viel Input.

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Hi Alexi,

    fahr hin, mach nach und berichte.

    sehr freundliche Antwort die uns bestimmt weiter bringt auf dem Weg zur Varroaresistenz. Du hättest doch auch sagen können: Prima dann fahren wir zusammen hin und schauen uns das an! ;)

    Du hast die feine Ironie nicht verstanden. Wenn es so einfach wäre, meinst Du nicht, in 30 Jahren Varroa hätte nicht schon einmal einer vor Dir die gleiche Idee gehabt?

  • Alexi


    Meinen Bericht, findest du im Thema "Fragen an Sulz", wo du genauer nachfragen kannst.


    Zu all den Anderen "Nichtbehandlern" wo ich kenne, bin ich nicht berechtig etwas zu veröffentlichen, geschweige denn überhaubt Namen zu nennen.


    Ich stelle mir dabei jedoch auch die Frage, ob du überhaubt einen Erfolgsbericht mit "normal" grossen Zellen akzeptieren würdest?


    Z.B. akzeptiert Resistant bees, nur Erfolge mit kleinen Zellen, wodurch die "Kleinzelligen Bienen" bei mir einen bitteren Nachgeschmack bekommen haben...... X/


    Dee Lusby, (Ed ist ja leider verstorben) scheint mir da schon eher auch offen für anderes zu sein.


    Mir persönlich, sind die Berichte von den Skandinavischen Kleinzellimker, schon länger bekannt........Und im übrigen, habe ich die 4,9er Zellen während 5 Jahren (2013-2018) auf dem eigenen Bienenstand ausprobiert.


    Ich werde schon mal nicht nach Norwegen fahren, und mir dies anschauen. Jedoch die Berichte der Forscherin mit Interesse lesen.


    Lg Sulz.

  • Alexi such mal hier im Forum nach small cells/ small caps, Lusby oder 4.9mm.

    Da bekommst du über viele Tage/Wochen Input und wie Sulz schrieb ist die Erichsen Sache nicht neu und mir und anderen 4,9mm Imkern schon länger bekannt.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ich denke dieser Abschnitt fasst es noch einmal besser zusammen:


    EN/DE


    Our data support the conclusion that smaller worker brood cell size can significantly contribute to the overall reduced reproductive success of V. destructor mites in susceptible colonies and may contribute to lower infestation rates; however, this effect was not significant in surviving colonies known to possess cell recapping as a mite-surviving trait (Oddie et al. 2018). The effect of cell size may be masked by these traits in surviving colonies, or else it is not present. Regardless, a small cell size does not appear to work in tandem with mite resistance traits favored by natural selection in the surviving Norwegian population.


    Unsere Daten stützen die Schlussfolgerung, dass eine kleinere Arbeiterbrutzellengröße signifikant zum insgesamt verringerten Fortpflanzungserfolg von V. destructor-Milben in anfälligen Kolonien beitragen kann sowie zu niedrigeren Befallsraten; dieser Effekt war jedoch nicht signifikant in überlebenden Kolonien, von denen bekannt ist, dass sie das Zellrecapping als ein Merkmal aufweisen (Oddie et al. 2018). Der Einfluss der Zellgröße kann durch diese Merkmale in überlebenden Kolonien überdeckt werden oder ist nicht vorhanden. Unabhängig davon scheint eine kleine Zellgröße nicht zusammen mit Milbenresistenzmerkmalen zu funktionieren, die sich durch natürliche Selektion in der überlebenden norwegischen Population herausgebildet haben.


    When actual cell size was examined in depth, it was found that susceptible colonies did benefit from the small cell size: Cells of smaller average diameter showed slightly lower mite infestation rates as well as a significant increase in delayed reproduction, non-reproduction, and male offspring absence, all factors contributing to a lower mite reproductive success. No effect was found on mite infertility; however, the rates of infertility were very low in general within this study. In contrast, there was no significant effect of cell size in surviving colonies for any measured parameter; therefore, a smaller cell size does not appear to work together with other mechanisms reducing mite reproduction used by naturally-surviving populations (Locke et al. 2012; Oddie et al. 2017).

    Eine eingehende Untersuchung der tatsächlichen Zellgröße ergab, dass anfällige Kolonien von der geringen Zellgröße profitierten: Zellen mit kleinerem durchschnittlichen Durchmesser zeigten etwas niedrigere Milbenbefallsraten sowie eine signifikante Zunahme von verzögerter Reproduktion, Nicht-Reproduktion und fehlen männlicher Nachkommen. Alles Faktoren, die zu einem geringeren Fortpflanzungserfolg der Milben beitragen. Es wurde keine Wirkung auf die Unfruchtbarkeit der Milben festgestellt. Allerdings waren die Unfruchtbarkeitsraten in dieser Studie im Allgemeinen sehr niedrig. Im Gegensatz dazu gab es keinen Einfluss der Zellgröße auf die gemessenen Parameter (verzögerter Reproduktion, Nicht-Reproduktion, etc.) in überlebenden Kolonien; daher scheint eine kleinere Zellgröße nicht mit anderen Mechanismen zusammenzuarbeiten, die die Milbenreproduktion reduzieren und von natürlich überlebenden Populationen verwendet werden (Locke et al. 2012; Oddie et al. 2017).


    The results for susceptible colonies at least align with those found in several previous studies: Message and Gonçalves (1995) uncovered a difference in V. destructor infestation rate and number of female mite deutonymphs between cells of 4.5–4.6 mm and those of 4.9–5.1 mm. Maggi et al. (2010) and Piccirillo and De Jong (2003) found differences in the rate of mite infestation between large and small cell sizes. Size ranges in both studies were comparable to the sizes used in this study. Maggi et al. (2010) also investigated mite reproductive rate, but found no significant effect while our dataset uncovered a small but significant reduction. A study in New Zealand (Taylor et al. 2008) did not find a significant influence of cell size on mite reproductive success but found an increase in infestation rate on smaller cell sizes. Berry et al. (2009) found similar results, overall mite populations were higher in colonies reared on the smaller cell size when they compared entire colonies given small or large comb sizes (4.9 ± 0.08 and 5.3 ± 0.04 respectively). These varying results provide evidence that there are parameters that have yet to be considered regarding V. destructor mite population dynamics in relation to the size of brood cells. It is possible that the different methods and environments of each study are contributing to the mixed results. Changing parameters within a colony such as cell size may change the behavior of the bees to the point where they create unmeasured differences between themselves and a control population. To give an example of this, the study performed by Piccirillo and De Jong (2003) only used bees accustomed to a small cell size for their trials and found higher infestation rates on the larger cell size comb. Taylor et al. (2008) used bees accustomed to the large cell size and found higher infestation rates on smaller comb, and both studies provided their bees with pre-built comb from another source for at least one of the treatment groups. Ellis et al. (2009) used bees accustomed to each cell size; they were kept on for the experiment and found no significant differences in overall mite population. It should then be said that the cell size on which the bees were reared as well as the origin of the comb used should be taken into consideration when analyzing highly variable parameters such as overall colony mite infestation rate and V. destructor foundress fecundity.


    Die Ergebnisse für anfällige Kolonien stimmen zumindest mit denen aus mehreren früheren Studien überein: Message und Gonçalves (1995) entdeckten einen Unterschied in der V. destructor-Befallsrate und der Anzahl weiblicher Milben-Deutonymphen zwischen Zellen von 4,5–4,6 mm und solchen von 4,9–5,1 mm. Maggiet al. (2010) und Piccirillo und De Jong (2003) fanden Unterschiede in der Milbenbefallsrate zwischen großen und kleinen Zellgrößen. Die Größenbereiche in beiden Studien waren mit den in dieser Studie verwendeten Größen vergleichbar. Maggiet al. (2010) untersuchten auch die Reproduktionsrate von Milben, fanden jedoch keinen signifikanten Effekt, während unser Datensatz eine kleine, aber signifikante Reduzierung aufdeckte. Eine Studie in Neuseeland (Taylor et al. 2008) fand keinen signifikanten Einfluss der Zellgröße auf den Fortpflanzungserfolg der Milben, aber eine Erhöhung der Befallsrate bei kleineren Zellgrößen. Berryet al. (2009) fanden ähnliche Ergebnisse, die Gesamtmilbenpopulation war in Kolonien größer, die auf einer kleineren Zellgröße aufgezogen wurden im Vergleich zu Kolonien mit kleinen oder großen Zellgrößen (4,9 ± ±0,08 bzw. 5,3 ± ±0,04). Diese unterschiedlichen Ergebnisse belegen, dass es hinsichtlich der Populationsdynamik der V. destructor-Milbe in Bezug auf die Größe der Brutzellen noch zu berücksichtigende Parameter gibt. Es ist möglich, dass die unterschiedlichen Methoden und Umgebungen jeder Studie zu den gemischten Ergebnissen beitragen. Die Änderung von Parametern innerhalb eines Volkes, wie z. B. der Zellgröße, kann das Verhalten der Bienen so weit verändern, dass sie ungemessene Unterschiede zwischen sich selbst und einer Kontrollpopulation erzeugen. Die Studie von Piccirillo und De Jong (2003) verwendete beispielsweise nur Bienen die an eine kleine Zellgröße gewöhnt waren für ihre Versuche und fand höhere Befallsraten auf den größeren Zellen. Tayloret al. (2008) verwendeten Bienen die an die große Zellgröße gewöhnt waren und fanden höhere Befallsraten auf kleineren Zellen. Beide Studien lieferten ihren Bienen für mindestens eine der Behandlungsgruppen vorgefertigte Waben aus einer anderen Quelle. Ellis et al. (2009) verwendeten Bienen die an beide Zellgrößen gewöhnt waren. Hier wurden keine signifikanten Unterschiede in der gesamten Milbenpopulation festegestellt. Es sollte gesagt werden, dass die Zellgröße, auf der die Bienen aufgezogen wurden, sowie die Herkunft der verwendeten Waben berücksichtigt werden sollten bei der Analyse stark variabler Parameter wie der Gesamtmilbenbefallrate und der V. destructor-Fruchtbarkeit.


    Quelle:

    Oddie, M.A.Y., Neumann, P. & Dahle, B. Cell size and Varroa destructor mite infestations in susceptible and naturally-surviving honeybee (Apis mellifera) colonies. Apidologie 50, 1–10 (2019). https://doi.org/10.1007/s13592-018-0610-2


    Lizenz:
    https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/


    Keine Änderungen am Originaltext vorgenommen.

    Einmal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Lizenzrechtliche Angaben hinzu gefügt.

  • Also im Grunde Einfluss der Zellgröße bei anfälligen Völkern kann sein, aber bei VSH/SMR vorausgewählten Völkern eher nicht.


    Der Einfluss der Zellgröße kann ein Volk so beeinflussen das es besser mit der Varroa klar kommt, muss aber auch nicht. Völker von kleinen Zellgrößen auf große kann gut sein, aber auch nicht und umgedreht.


    Auf welcher Zellgröße wurden die Bienen aufgezogen und wo kommen die Waben her sollte auch mit beachtet werden.


    Das alles kann Einfluss haben die wir noch nicht abschätzen können.


    Also im Grunde alles wie vorher! ;)

  • Ich kann Norwegen nur empfehlen als Reiseziel.

    Besonders spannend waren die Gespräche mit den Kollegen, die in den Fjorden imkern und die Situation einer Belegstelle habe. Das ist natürlich nicht überall der Fall und je nördlicher man ist, desto schwieriger wird die Bienenhaltung, da sich die Trachtzeiten verkürzen. Ein Kollege erzählte, dass er sich mit Buckfastköniginnen befasst hatte und die ihm nur kurz Freude brachten, weil er zu weit nördlich wohl war. Sein Kollege ein paar Breitengrade südlicher würde auf Buckfast schwören. Wir haben dann diskutiert, ob die Trachtsituation nicht auch eine Rolle spielen könnte. Der Kollege liegt in einem Fjord, der Steinobst anbaut und sonst kaum etwas bietet.

    Aber die klimatischen Bedingungen sind wirklich spannend. Es gibt Gebiete, die ein üppiges Pflanzenwachstum ermöglichen und unseren Möglichkeiten entsprechen. Und andere Gebiete, wo die Baumgrenze bei 800-900 Metern ist und sehr karg erscheint. In diesen Gebieten ist keine Bienenhaltung möglich, laut den dortigen Imkern.


    Fazit war für mich, dass trotz teils sehr schwieriger Bedingungen Imker trotzdem verdammt gute Völker in den Gebieten haben können und man wirklich näher hinschauen sollte. Es aber auch direkt daneben Umweltbedingungen geben kann, die eine Bienenhaltung erschweren oder unmöglich machen können.


    Deshalb bin ich skeptisch, ob man die Varroaproblematik dort auf die Zellgröße begrenzen wird können. Sinnvoller hätte ich angenommen, dass hier ein "Berufs"imker mit mehr Völkern, einfach drei verschiedene Wabenmaße in seine neuen Ableger baut, (z.B. 4,7; 5.1. und 5,7) oder so. So dass man im nächsten Jahr bei Wanderung immer einige Völker von den Wabenmaßen mitnimmt und normal behandelt und dann schaut, ob es da irgendeine Verbesserung gibt. Wenn das einige Berufsimker machen würden.... hätte man dann vielleicht eine Aussage. Weil n nicht mehr kleiner als wäre. Man braucht auch die Völkerzahlen, um eine Aussage zu treffen.

  • . Sinnvoller hätte ich angenommen, dass hier ein "Berufs"imker mit mehr Völkern, einfach drei verschiedene Wabenmaße in seine neuen Ableger baut, (z.B. 4,7; 5.1. und 5,7) oder so.

    Mit Verlaub: Zellmaß 4,7 halte ich für reinen Blödsinn und 5,7 ist ja schon fast Drohnenzellmaß. Was soll das bringen?

    Und wer soll denn dafür die exakten Gießvorlagen liefern? In diesem Fall Walzen, da die große Menge an MW für > 500 Völker nicht mehr per Handpressung sinnvoll gemacht werden kann.


    5,1 ist aus meiner Sicht ok. 4,9 ist ja schon eine deutliche Grenze, wo sich Völker in ihrem Bauverhalen ändern => verstärker Murksbau. Die meisten Imkern ist das ein Dorn im Auge und werden derartige Waben sofort rauswerfen. Vom Ertrag haben sich unsere 4,9er Völker nicht von den 5,1er unterschieden. Aber der Aufwand der Völkerführung ist höher.

    Jonas

  • In der Veröffentlichung steht auch das man sich auf vorgepresste MW nicht verlassen kann, da manche Völker trotzdem ihre eigene Zellgröße bauen. Wenn man die Zellgröße wissen möchte ist es eher zu empfehlen gebaute Zellen zu messen.