Rähmchen nach Dampfwachsschmelzer reinigen?

  • Hallo zusammen,

    wir haben mal eine Frage zur Rähmchenreinigung:


    Nachdem wir die Rähmchgen aus dem Dampfwachsschmelzer nehmen sind ja üblicherweise noch Wachs- und Propolisreste anhaftend. Bisher haben wir die unter fließendem Wasser abgekratzt - sehr aufwändig.


    Gelesen haben wir viel über Behandlung mit kochendem Ätznatron - eher nicht unser Fall, da mit Schülern nicht realisierbar.


    Eine befreundeter Imker hat uns erzählt er koche die Rähmchen im Winter nochmal in einem alten Waschkessel aus und lasse sie dann an der Luft trocknen.

    Reicht das?

    Ein anderer kratzt nur nach dem Einschmelzen die anhaftenden Reste grob ab und gibt die Rähmchen später so wieder in die Völker.


    Was ist jetzt der sinnvolle und praktikable Weg für uns? Desinfiziert sind sie ja unserer Meinug nach bereits nach dem Dampfwachsschmelzer.

    Über praxiserprobte Hinweise wären wir dankbar.


    Die Schulimker

  • Spülmaschine mit Waschsoda (Natriumcarbonat) betreiben oder mit Ätznatron (Natriumhydroxid). Bei Soda 2 Esslöffel pro Spülgang, bei Ätznatron ca. 1 gestrichener EL reicht aus.


    Nebeneffekt - die Spülmaschine wird mal wieder richtig sauber...

  • Und waschen mit Soda oder Ätznatron muss also sein?

    Da müssten wir dann wohl eine gebrauchte Spülmaschine anschaffen. In der Schulküche bekomen wir da wohl eher Probleme.


    Nur in kochendem Wasser abbürsten reicht nicht?

  • Ich habe es schon mal hier erzählt.

    Ich habe eine alte Spülmaschine umgebaut so, dass ich Heizen und Wasserumlauf von Hand einschalten kann und mit einer zweiten Schalterstellung die Pumpe zum entleeren der Maschine.

    In die Maschine werden 5 l Wasser mit 150 gr. Äznatron eingefüllt. Es werden 18 Rähmchen eingestapelt und die Maschine gestartet. Nach ca. 20 Minuten Rähmchen ausräumen und mit klarem Wasser abgespült und an der Luft drocknen. Dieser Vorgang wird mit der gleichen Lösung 3 mal wiederholt werden

    Ich habe diesen Winter das gleiche Verfahren mit Waschsode versucht, Ätznatron war ausgegangen; das Ergebnis war sehr unbefriedigend.


    Nicht vergessen: Umbau der Maschine nur vom Fachmann nach VDE100.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

    2 Mal editiert, zuletzt von Eisvogel ()

  • Es reicht auch gut abkratzen nach dem Dampfwachsschmelzer. Evtl. in frisches Wasser tauchen, abduschen oder ähnlich, um zuckrige Reste zu entfernen. Dann gründlich trocknen lassen und bis zum nächsten Einsatz luftig lagern.

    Auch wenn sich das einige nicht vorstellen können: nicht jeder hat den Platz für einen ganzen Zweithaushalt an umgebauten Geräten.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Ich kratze die Rähmchen direkt bei der Entnahme noch heiß ab. Da sehen sie zwar nicht wie neu aus, sind aber für meinen Geschmack sauber genug. Wichtig finde ich noch immer einmal über die Drähte zu wischen, weil es dann beim Einlöten kaum Rückstände drauf gibt.


    Sollte ich je eine alte Spülmaschine dafür übrig haben, lass ich vielleicht auch damit nachputzen, aber nochmal ein Teil mehr rumstehen haben und die Rähmchen nochmal in die Hand nehmen beim Nachspülen, statt einfach gereinigt wieder in eine Zarge zum Trocken....Weiß nicht, ob ich so viel Zeit beim Abkratzen einspare, dass sich das lohnt. Vor allem steht der Schmelzer so immer auf der Terrasse und ist leichter dahin zu tragen als eine Spülmaschine die ich sonst fürs restliche Jahr frostfrei im Haus lagern muss. Rähmchen reintragen zum spülen und wieder raus zum Trocknen...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Und waschen mit Soda oder Ätznatron muss also sein?

    Da müssten wir dann wohl eine gebrauchte Spülmaschine anschaffen. In der Schulküche bekomen wir da wohl eher Probleme.


    Nur in kochendem Wasser abbürsten reicht nicht?

    Gerade Schüler würde ich mit Handschuhen nur die noch heißen Rähmchen abkratzen lassen. Das mit der Spülmaschine nur dafür ist einer Schule doch utopisch von den Räumen her, Umbau für den E-Check geeignet kaum praktikabel und mit heißer Natronlauge betreiben ergibt eine Gefährdungsbeurteilung, die du niemandem zeigen darfst...
    Die Rähmchen heiß mit einer Kunststoffspachtel abkratzen geht übrigens leichter als die (durch Wasser abgekühlten) Rähmchen zu bürsten. Ich nehme nicht an, dass ihr in kochendem Wasser bürstet.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo, sollten wir nicht als Imker etwas umweltschonender zu werke gehen? " Meine Rähmchen kommen aus dem Dampwachssvhmelzer, abgekratzt und fertig. Sicher würden sie in einem Tribad schöner.....

    Spannend finde ich von der Verfechterin der Spühlmaschine zu hören, dass man Waben munter zwischen den Völkern tauschen kann.... wofür dann der ganze Aufwand mit Gefahrstoffen? Ich brauche das nicht.

    Bis bald Marcus

  • Der einzige Grund mir so eine alte Spülmaschine zu besorgen, wäre meine Zeit nicht auf dieses ewige Gekratze zu verwenden. Ich hab am Wochenende ca. 50 Rähmchen ausgekratzt, weil die doch noch benötigt wurden und saß dann mal vier Stunden da. Einen schöneren Sonntag hätte ich mir auch vorstellen können 😅

    Prinzipiell sollte doch ein Waschgang auch ausreichen. Die müssen ja nicht klinisch sauber sein. Für mich reicht ansehnlich vollkommen aus.

  • Rähmchen heiß aus dem Dampfwachsschmelzer entnehmen, abklopfen und mit einem Spachtel reinigen. Vor allem die Drähte von Puppenhäutchen befreien. Dann in einer Zarge luftig 2-3 Wochen zum Trocknen lagern.

    Mit einem stumpfen Schälmesser Drähte und Holz sauber kratzen. Vorher prüfen, ob sich die Rähmchen verzogen haben (über Ober und Unterträger fluchten) und die schlechten aussortieren.

    Das ist Winterarbeit. Im Kalten geht das Schmelzen bienenärmer und das Kratzen schneller.

    Spülmaschine mit Lauge braucht man für kleine Imkereien nicht.

    Wachsarbeiten nicht auf gutem Boden durchführen.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Angenommen, ihr habt keine AFB in euren Völkern, dann würde ich die Rähmchen nach dem Dampfwachsschmelzer einfach ausklopfen, und mit Stockmeißel oder Spachtel abkratzen. Was soll mit dem Rähmchen sein?

    Wenn AFB, dann würde ich mir die Arbeit sparen, und neue Rähmchen kaufen. Bei Preisen unter 1€/Stück lohnt das hantieren mit Gefahrstoffen nicht. Zumindest rechne ich für mich immer das Verletzungsrisiko mit ein.


    Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du die dann sauberen Rähmchen noch mal in den DWS packen, und noch mal 20-30 Minuten drin lassen.


    Meine Erfahrung ist, dass Bienen auf diese bereits benutzten Rähmchen stehen. Ich hatte letztens einen Schwarm auf Anfangsstreifen geschlagen, und ein Teil waren neue Rähmchen, ein Teil war aus dem DWS. Die Bienen saßen mehrheitlich auf den alten Rähmchen.

  • Ich mache es so ähnlich wie amape. Nach dem Ausschmelzen im Sonnenwachsschmelzer kratze ich sofort (also wenn das Wachs noch geschmeidig ist) die Rähmchen ab und verwende sie wieder. Nach mehreren Einsätzen kommen sie dann aber mal zur Reinigung und Desinfektion in Natronlauge.


    Impensepp

  • Unser Diplomchemiker im Verein sagt immer, die Bienenbeute eines gesunden Bienenvolkes

    sei so hygienisch wie ein OP in der Humanmedizin. Die hygienische Gesamtsituation im Bienenvolk zu gewährleisten ist eine fortwährende Leistung des Bienenvolkes - wenn der

    Imker nicht rumpfuscht. Eine für mich vorteilhafte Praxis ist es, jedes Jahr eine Futterkranz-

    probe auf AFB zu ziehen, um sicher zu sein, kein AFB Herd zu sein, auch im Falle eines

    Schwarmabgangs. Von AFB abgesehen, kenne ich keinen praxisrelevanten Grund, den Bienen ihr Desinfektionsmittel zu nehmen.

    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

  • Unser Diplomchemiker im Verein sagt immer, die Bienenbeute eines gesunden Bienenvolkes sei so hygienisch wie ein OP in der Humanmedizin.

    Jo, mag sein. Aber leg mal ausgeschmolzene Rähmchen zwei, drei Tage raus. Da willste nicht mehr mit operieren. Dennoch, abkratzen langt, wie hier mehrfach gesagt. Die 'neuen' Bienen machen den Rest ratzfatz. Spülmaschine ist aber top, falls man den Platz und die Möglichkeiten hat - die dann fast wie neu wirkenden Rähmchen machen vom Feeling her schon ein ein besseres Gefüh ;)