Andauernde Hitze und Trockenheit in Deutschland

  • Hallo Bienenfreunde,


    Da derzeit täglich über 30 Grad erreicht werden und das Wasser knapp wird in unserer Umgebung hab ich mir gedacht ich gib den Bienen diese Woche, die ja sehr heiß werden soll, Wasser zum Kühlen. Wir sind auf einem Berg und dort schlägt sich derzeit nichtmal Tau nieder über Nacht.
    Ich möchte das Wasser direkt von oben geben mit einer Glucke. Ich füttere für den Winter noch mit den älteren 2 Liter Glucken (oder Ballone) die in einen vorgesehenen Futterteller gestellt werden.
    Nun die Fragen.
    Braucht es dies überhaupt oder ist das nur von mir eine Einbildung.
    Soll ich statt reinem Wasser lieber Zuckerwasser geben mit einem Verhältnis 2 Liter Wasser, 1 Kilo Zucker (also viel Flüssigkeit)
    Laut meinen Büchern benötigen die Bienen bei der Hitze viel Wasser das sie zum Verdunsten auf die Waben anbringen um die Stocktemparatur konstant halten zu können.
    Was meint Ihr ?


    Gerhard

  • Hallo Gerhardt,
    Wassergaben sind sicher sinnvoll wenn keine natürlicheTränke in der Nähe ist. An der Geschwindigkeit der Abnahme wirst du sehen können wie durstig die Bienen sind.Kannst ja mal Rückmeldung geben. Ich habe das allerdings noch nicht probiert, da ich in der Nähe meiner Stände natürliche Gewässer habe.
    Vor allem bei Ablegern habe ich in letzter Zeit aber beim abendlichen Füttern das Apiinvert noch mit Wasser verdünnt.
    Viele Grüße, Hermann

  • Hallo Gerhard,


    Das Wasser direkt im Stock anzubieten finde ich ein nicht zu verantwortender Arbeitsaufwand.
    Warum richtest du nicht einfach eine Tränke ein?
    Ein umgestülpter Eimer mit feinen Löchern im Deckel tuts da schon, und du erreichst alle Völker auf einmal.
    Noch ein Tip!
    Ein bisschen Kochsalz ins Wasser, und die Tränke wird sofort angenommen!


    Viel Erfolg
    Andreas

  • Hallo Gerhard, hallo liebe Mitleser,


    Wassergaben im Stock sind Unsinn. Auch wenn es erstmal logisch klingt. Die Bienen nehmen das Wasser immer! sehr zügig ab, aber sie schleppen es raus. Das haben wir schon in der Hinterbehandlung nachgewiesen. Anschließend holen sie von draußen neues Wasser. Ich vermute, weil die Stockbienen, die das Wasser als Fremdkörper entfernen, eben keine Wasserholerinnen sind.
    Eine Tränke in einiger Entfernung und nicht in der Hauptflugrichtung die wirklich immer Wasser hat ist der bessere Weg. (Schwimmbretter auf Wasserfässern werden auch gut angenommen. Am Besten wenn sie noch Rinde haben.)
    Apiinvert zu verdünnen hat eher zum Ziel, mehr Bienen mit der Futterverarbeitung zu beschäftigen bzw. die Futterabnahme zu verlängern. Ob das im Futter enthaltene Wasser für die Bienen aber überhaupt verfügbar wird, möchte ich bezweifeln, weil das Eindicken ja durch Abdunsten in den Waben erfolgt und somit zwar die Luftfeuchtigkeit im Stock erhöht, aber eben nicht mehr in flüssiger Form zu Verfügung steht. Flüssiges Invertfutter hat neu (also direkt vom Hersteller) einen Wassergehalt um die 30%, nach dem Ausschleudern liegt der Wassergehalt aber auf Honigniveau. Eigentlich ist also schon genug Wasser enthalten.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo!
    Der Wasserbedarf eines Volkes kann bei diesem Wetter bei täglich bis ca. einem Liter liegen.
    Sowohl füttern im Stock als auch Verdünnen von Futterlösung sind aber nicht wirklich nötig.
    Das Wasserholen geht schneller als andere Sammelflüge. Bei einer Wasserquellen in 400m Entfernung ist die Biene nur ca. 3min unterwegs. Sie fliegt am Tag ca. 50-mal mit je 25 Milligramm.
    Selbst bei einem starken Volk mit hohem Wasserbedarf können also800 Flugbienen genügen Wasser anschleppen. (nachgelesen in“The Hive and the Honey Bee“ Dadant)
    Selbst wenn die nächste Wasserstelle also 1 km entfernt ist, stellt das also die Bienen nicht vor ernsthafte Probleme.
    Die Tränke im Stock dient also vielleicht doch mehr der Beruhigung des besorgten Imkers.


    @ Henry Die Bienen lagern Wasser nicht in großen Mengen ein sondern entfernen überschüssiges Wasser und holen dann bei Bedarf neues.
    Du Hast Recht, ich verdünne bei den Ablegern das Apiinvert auch in erster Linie um die Reizwirkung zu erhöhen. Die Bienen nutzen dabei jeden Tropfen Wasser. Durch die Verdunstung wird ja die Brut gekühlt, außerdem sterben die jüngsten Brutstadien bei zu geringer Luftfeuchtigkeit.


    Gruß an alle, Hermann

  • Liebe Mitleser,


    weil ich mir nach meinem Beitrag gestern sicher sein wollte, ob meine Bienen Wasser hauptsächlich zum Kühlen oder zur Futtersaftbereitung und Luftbefeuchtung brauchen, habe ich so gegen 11:00 Uhr eine leere Beute (Segeberger Kunststoff, Gitterboden, 2 Zargen, Futterzarge leer, Deckel, alles dunkelgrün getrichen RAL 6003) zwischen meinen Bienen aufgestellt und innen mit einem Thermometer versehen. Gegen 11:00 Uhr waren da 27°. Tagsüber hatten wir hier 32.8° im Schatten und wesentlich mehr in der Sonne. Direkt auf dem Deckel waren 43° Abends gegen sieben hatte die Beute innen noch immer nur 28° und heute früh waren es in der Beute 25,8°. Ein Aufheizen der Beuten (wie früher bei den Holzkästen) kann ich also für meine Beuten ausschließen. (Es sind und waren auch keine Fächlerinnen auf den anderen Flugbrettern zugange)
    Es wird wohl so sein, daß der jetzt eingetragene (wenige) Nektar zu wenig Wasser enthält, um beim Eindicken die Stockluft brutfreundlich anzufeuchten. Das Wasser wird also für die Brutfeuchte und die Futteraufbereitung gebraucht.
    Einen erhöhten Wasserbedarf zur Kühlung (zumindest für die Segeberger Kunststoffbeuten in grün :D ) kann ich also nicht bestätigen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder