Wann Völker öffnen - morgens, mittags, abends...?

  • Hallo,


    wann ist Eurer Erfahrung nach die beste Zeit, die Völker zu öffnen? Gibt es eine Zeit, zu der die Bienen friedlicher sind? Ich habe bisher versucht, mich an den Tip "tagsüber" zu halten, weil dann die Flugbienen zum großen Teil draußen sind, bin jetzt aber dabei erstmals zweifach gestochen worden, ohne eine Biene zu drücken.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    im Prinzip öffnet man die Völker nicht nach der Vorgabe "wann werde ich wohl nicht gestochen bzw. am wenigsten" sondern nach der Vorgabe "wann kann ich es am sinnvollsten tun bzw. wann störe ich am wenigsten".
    Es gibt Untersuchungen, die zeigen, daß Völker nach dem Öffnen und Bearbeiten und sei es nur das Zuhängen frischer Mittelwände drei Stunden benötigen, um wieder zu ihrem normalen "Alltagsrhythmus" zuück zu finden.Auch wenn wir schon längst wieder abfliegende und zurückkehrende Bienen sehen, geht das Leben im Inneren der Beute noch längst nicht seinen normalen Gang.
    Ich habe mir angewöhnt, meine Völker während der Hauptfugzeit tagsüber in Ruhe zu lassen und gegen Abend zu bearbeiten. Auch finde ich, sind die Bienen abends kurz vor der Dämmerung längst nicht so abwehrbereit, sprich stechlustig wie tagsüber.
    Allerdings ist dies bei einem Schichtdienstleistenden wie mir oft nicht machbar. Dann tue ich das morgens früh, dann haben die Bienen den Tag noch vor sich.
    Um die jetzige Jahreszeit verbietet sich ein Öffnen der Völker tagsüber sowieso schon fast von alleine. Wer je eine ausgedehnte Räuberei über 15-20 Völker am Stand gesehen hat, vergißt dies nie.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Johannes Haller schrieb:

    bin jetzt aber dabei erstmals zweifach gestochen worden, ohne eine Biene zu drücken.


    Viele Grüße, Johannes


    Hallo Johannes,
    hast du nicht Heikes Kunstschwärme?

  • Hallo, Xare,


    doch, so ist es. Ich war auch ein bißchen überrascht, bisher machten die wirklich keine Probleme, allerdings saß derjenige, von dem die Stiche herrühren von Anfang an etwas nervöser auf den Waben; er kittet auch ein bißchen mehr und verdeckelt die Brut ein wenig dunkler, ist aber in der Entwicklung dem anderen sonst voraus. Letzte Woche setzte es den ersten Stich, aber, wie gesagt, habe ich da eine Biene beim Rähmchenziehen wohl ein wenig gedrückt. Gröbere Fehler beim Bearbeiten, die ich gemacht haben könnte, sehe ich eigentlich keine; ich habe mit etwas Rauch und sehr behutsam gearbeitet. Handschuhe trage ich keine. Allerdings werde ich wohl beim nächsten Mal und bei diesem Schwarm/Völkchen wieder einen Schleier aufsetzen.


    Aber ich werde mich hüten, das Heikes Zucht anzulasten; die ersten echten Töchter der Königinnen schlüpfen ja erst gerade, und wie das Temperament der Völker ist, wird sich wohl erst nach einigen weiteren Wochen zeigen. Solange bin ich gespannt und kühle meine dicke Hand :roll: Der andere Schwarm ist lieb wie immer, bisher kein Stich.


    Wie geht es denn bei Dir - mit der Tageszeit und Deinen Buckis?


    Viele Grüße, Johannes


    Michael :
    Schon klar mit dem "wann störe ich am wenigsten", aber ich vermute da einen Zusammenhang, also, ein Volk, das sich erheblich gestört fühlt, wird auch eher stechen, oder liege ich da falsch? Ich werde Deinen Rat mal befolgen und eher abends 'rangehen (aus dem Schichtdienst bin ich jetzt seit ca. einem Jahr raus); generell scheinen die Bienen zu der Zeit auch ein bißchen träger in ihren Bewegungen, wie ist das bei Dir? Das mit der Räubereigefahr überzeugt mich auch, allerdings weiß ich nicht, was man bei unseren Bienen räubern will, die verbraten das Apifonda und die Tracht vom wilden Wein fast komplett für die Brut, obendrüber sind nur ganz zarte, unverdeckelte Futterkränze.


    Viele Grüße, Johannes

  • Johannes Haller schrieb:


    Der andere Schwarm ist lieb wie immer, bisher kein Stich.
    Wie geht es denn bei Dir - mit der Tageszeit und Deinen Buckis?


    Viele Grüße, Johannes


    ich will dir nicht dreinreden bei deiner Behandlung der Völker, aber ich hoffe, du machst nicht die gleichen Fehler, wie ich am Anfang der Imkerei. Grundsätzlich nehme ich Rainfarn, ich finde dieser wirkt sehr beruhigend, um nicht zu sagen narkotisierend auf diese. Am Anfang blase ich Rauchstöße durch das Flugloch und unter den angehobenen Deckel, dann kommt das Wichtigste ---"einige Minuten warten" --, bis sie sich den Honigmagen vollgesogen haben. Mein Buckfastvolk ist generell sehr brav, aber ich arbeite normalerweise nie ohne Schutzbekleidung. Bei den Carnis kommt es auf die "Tagesform" an, ist mir schon passiert, das Sie mich wie letzte Woche am Abend direkt angegriffen haben und bis 20 mtr nach den Stand verfolgt haben, nächsten Morgen waren sie wieder total friedlich. Heuer habe ich durchwegs brave Völker, aber manchmal rastet eben eines aus, dazu gibt es auch die Schutzkleidung, die meines Erachtens nur gelinde ausgedrückt, von sich selbst überzeugte Imker, weglassen. Bienen sind weiblich und wie sagte Nitsche schon" Wenn du zum Weibe gehst, vergiß..... bitte alle femininen Wesen um Verzeihung, war nicht böse gemeint. Vielleicht wird Margret wieder mal munter, ob meiner Worte :D:D

  • Hallo Xare,


    hast Du urplötzlich deine philosophische Ader entdeckt oder nur schon wieder am Met probiert ? :wink:


    Deine Worte lassen ja einen jeden Psychologen frohlockend die Hände reiben.



    Aber im Ernst:
    Imkerei ohne ein paar Stiche, wo gibts denn das ?
    Mein Nachbar züchtet Pferde, und der fällt auch schon mal vom Gaul.
    Das gehört eben zum Lebensrisiko, natürlich darf mans nicht übertreiben.


    In diesem Sinne ...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • [quote='Michael']Hallo Xare,


    hast Du urplötzlich deine philosophische Ader entdeckt oder nur schon wieder am Met probiert ? :wink:


    quote]


    Hallo Michael,
    ich bin immer schon Antialkoholiker, ich würde nicht mal probieren, sondern probieren lassen.
    Dein Vergleich mit dem Pferd ist gut, einem Reiter ist eine Schutzkappe vorgeschrieben, also ist meine Rede von einer Schutzkleidung bei der Imkerei gar nicht so abwegig.

  • Hallo!
    Bei der Derzeitigen Hitze und Trachtlosigkeit sollte man nach Möglichkeit eher abends an den Bienen arbeiten.
    Schutzkleidung benutze ich nur, weil sich zur Zeit das Propolis beim Tragen der Honigraumzargen oder anderer Beutenteile sonst in der Kleidung verewigt.
    Ich bekomme lieber ein paar Stiche, als das ich bei der Arbeit durch Schleier, Handschuhe oder ähnliches behindert werde.
    Manchmal muss ich zwar etwas langsamer arbeiten, dafür besteht aber nicht die Gefahr ein Volk zu sehr zu stören. Dann melden sie sich nämlich.
    Das sich Allergiker schützen müssen, ist natürlich klar.
    Gruß an alle, Hermann

  • Hallo Ihr Imker,


    ich denke abends, wenn die Sonne gerade orange wird ist die beste Zeit. Das kann im Sommer eben auch 20:30 Uhr sein. Dann sind zwar fast alle Bienen "at home" aber man kann die Volkstärke besser beurteilen.


    Ich benetzte mir Daumen und Zeigefingerkuppe mit Nelkenöl und verwende keinen Rauch sondern Obi's BRIO2 Sprühflasche. Die geht nicht aus, ist in Sekunden einsatzbereit und die Feuchtigkeit schadet meinen Beuten (Kunststoff) nichts. (Man kann sich auch nicht drann verbrennen und Rauchhonig gibt's auch nicht) Allerdings kann man auch die Sprühflasche nicht allzu oft benutzen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,
    aus Respekt vor den wild lebenden Tieren (Bienen) auch wenn Sie noch so friedlich sind, sollte man immer Schutrz tragen.Ein Motorradfahrer setzt ja auch nicht erst beim Sturz den Helm auf, gell.


    Grüße Bobby

  • Hallo Bobby,
    Respekt erweist man den Bienen eher indem man so arbeitet, dass Schleier und Handschuhe überflüssig sind. Wenn man einen Stich allerdings als ein Drama empfindet, dass mit einem Motorradunfall vergleichbar ist, sollte man sich natürlich gut schützen.
    Letztlich eine Ansichtssache.
    Gruß an alle, Hermann

  • mehl07 schrieb:

    Hallo Bobby,
    Respekt erweist man den Bienen eher indem man so arbeitet, dass Schleier und Handschuhe überflüssig sind. Wenn man einen Stich allerdings als ein Drama empfindet, dass mit einem Motorradunfall vergleichbar ist, sollte man sich natürlich gut schützen.
    Letztlich eine Ansichtssache.
    Gruß an alle, Hermann


    Hallo mehl07,


    deine Gedankengänge sind genial, das sag ich nächstses mal den Polizisten, wenn ich, wie jetzt bei der Hitze, am liebsten ohne Sturzhelm fahren will--Entschuldigung aber ich fahre ohne Sturzhelm aus Respekt vor meinem Motorrad -- Gehts noch ---

  • Hallo Honigmaierhofer,
    meine Erfahrung mit Imkern in kompletter Schutzkleidung ist, dass sie bei der Arbeit mit ihren Handschuhen häufiger Bienen quetschen und auch weniger Gefühl dafür haben, wenn die Völker durch den imkerlichen Eingriff gereizter werden.
    Durch die Stiche in Handschuhe werden ja auch Alarmstoffe freigesetzt die die Bienen beunruhigen. Im Buch von Liebig, “Einfach Imkern“ stehen dazu ganz gute Hinweise.


    Meine Aussage bezüglich des Respekts vor den Bienen bezog sich nicht auf Motorräder sondern auf den Beitrag Bobbys. Imker ohne Schleier, mangelnder Respekt vor den Bienen?
    Warum wohl gibt es eine Helmpflicht , aber keine Schleierpflicht?
    Oder gibt’s die vielleicht schon in Niederbayern? :lol::lol: 
    Allergiker müssen sich gut schützen, Sicherheitsfanatiker ebenfalls, alle andern ganz nach Laune.


    Bei mir geht’s noch.
    Gruß, Hermann

  • Hallo zusammen
    Hallo Franz-Xaver
    Warum gebe ich gutes Geld für Königinnen aus, die allesamt u.a. auf Sanftmütigkeit selektiert wurden?
    Doch nicht etwa, damit ich Besucher mit an meinen Stand nehmen kann, und die Spaziergänger nicht gestochen werden.
    Am Anfang war ich auch in voller Montur, aber Michael zeigte mir, dass es auch anders geht.Und ich bereue es nicht, wenn ich auch ab und zu meinen Stich bekomme.
    Wenn die Harmonie zwischen Imker,Bien und Rauch stimmt, klappts auch mit den Bienen. :) 
    Im Anzug griffen einige direkt an, ohne gereizt worden zu sein. Jetzt muß ein Fehler meinerseits vorliegen, damit ich angegriffen werde.
    Ich denke, mit der Zeit wird jeder selbst den Schleier und die Handschuhe ablegen.Aber es sei jedem selbst überlassen.
    Auf jeden Fall ist der Anzug aber immer in Griffnähe,vor allem an fremden Völkern.
    Mit Grüßen aus dem Saarland
    Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....