Bienenhaus Vorteile?

  • Hatte auch mal überlegt eins anzuschaffen/zu bauen.

    Was mich viel mehr interessiert als die oben angesprochenen Punkte ist, dass die Bienen besser geschützt sein sollen vor Wind und Wetter und die Volksstärke im Frühjahr besser ist und ältere Imker durch den Einsatz von Hinterbehandlungsbeuten und co auch über trockeneren Honig berichten.

    Ich hab selbst 0 Erfahrungen und kenn diese Argumente nur vom Hören und sagen. Aber scheint mir nicht unplausibel.

    Ich denke mir immer: wenn etwas so lange so praktiziert wurde - wird es wohl einen guten Grund geben. Die Leute früher waren ja auch nicht unbedingt dümmer. Sie wussten vllt weniger, aber die meisten praktischen Heuristiken hatten schon ihren Sinn.

    Vllt haben sich einige Argumente über die Zeit durch bessere Beuten und andere Hilfsmittel entschärft...

    Daher würde mich auch interessieren was ein Urgestein dazu sagt, der selbst ein Bienenhaus seit Jahrzehnten nutzt. (ein ehemalige Nachbar ist leider verstorben bevor ich mit der Imkerei begonnen habe).

  • Also gut, wenn Du mich schon ansprichst, hihi. Bienenhäuser früher hatten auch andere Funktionen als heutige Unterstände. Nicht nur, daß der Imker dort sein halbes Leben verbracht. Da kann es dann schon etwas gemütlicher, Wind und Regengeschützt sein. Dort wurde auch der Honig geschleudert und das Wachs umgearbeitet, die Rähmchen gebaut usw. Stromanschluss war nicht nötig und als alter Bastlerimker konnte man dort ungestört den ganzen Tag verbringen. Zu der Zeit, mit HBBs und gerne alleine, mit allem, was man dazu brauchte, war ein Bienenhaus logisch. Heute haben wir gerne Familie um uns und Ehefrauen lassen sich nicht mehr an den Herd und in den Haushalt verbannen, bestehen sogar auf unsere Gesellschaft ( seltsam ), können fast alles im Haushalt und im Keller besser machen und brauchen ein fünfadriges Elektrokabel, dick wie ein Babyarm um unsere Gerätschaften zu betreiben.

    Du merkst, alles hat seine Zeit und auch die dementsprechenden Lösungen.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich denke es hat sich historisch einfach so ergeben. Die Stülper standen unter einem Dach, später bei Hinterbehandlern ergaben die Beuten an sich schon eine geschlossene Wand und die früheren Magazine hatten je nach Bauart Stroh zwischen zwei Sperrholzplatten, als Beutenwand. Dazu diese Glaskugeln als Fütterer. Es war einfach so, dass jeder ein Bienenhaus hatte und entsprechend hat sich die Technik entwickelt.

    Irgendwann kam dann ein verrückter und hat sein Magazin in den Regen gestellt.


    Wer jahrzehntelang seine Bienen im Winter in Wolldecken eingepackt hat, der konnte das natürlich nicht machen.

    Irgendwann kamen dann die Leute, die sich die Bienen auf das Dach und den Balkon stellten. Biologielehrer stecken sie jetzt sogar wieder in kommerzialisierte Kunstbäume.

    Wer weiss wie in 50 Jahren die Bienen gehalten werden und was man dann über uns denkt 😂

  • Hallo Hinterbehandlung und Magazine waren zeitgleich. Während im deutschsprachigen Raum noch im Bienenhaus geimkert würde, hatte der Rest der Welt Magazine im Freien.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • ... oder ihr macht ein paar Fotos und schickt sie mir mal zu denn für solche Konstruktionen interessiere ich mich

    Gerne, wenn ich das nächste mal dort bin.

    Der Erstellungsgrund war übrigens genau selbiger - das Alter des Imkers und damit einhergehende Gebrechen.

  • tobeekeeping


    In der Schweiz, sind die Bienenhäuser mit den Hinterbehandlungskästen, noch sehr verbreitet.


    Ich arbeite damit nun seit 40 Jahren, und sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern.

    Man muss die Vorteile auch nutzen, genauso wie die Vorteile beim Magazin, welches ich früher auch verwendet habe.


    Was man gut kennt, und beherrscht, das schätzt man. Wobei für mich, der Schutz vor der Witterung, wohl der wichtigste Vorteil ist.


    Und klar. Ein integrierter Schleuderraum, mit Strom und fliesendem Wasser, betrachte ich schon als angenehm.


    Lg Sulz.

  • Hikker

    solange man gesund ist und heben kann, sind Magazine kein Problem.

    Das Bienenhaus muß nur nahe am späteren Alterssitz sein, das man kein Auto mehr zum Besuch benötigt, sondern mit dem Rollator hinkommt.

    Und trockene Lagerfläche braucht man auch bei der Magazinimkerei.


    Wenn der Stand nicht zu weit weg ist, mindestens 2km, maximal 20-30min Fahren , sichere ihn dir - früher oder später braucht man einen 2.Standort für Kunstschwärme/Ableger, Begattung oder Überwinterung und Stand-Imker haben idR um ihre Stände für Früh- und Spättrachtpflanzungen gesorgt. Der beste Baum ist der vor 30 Jahren gepflanzte.

  • Ich hatte einen Bauantrag für ein Bienenhaus gestellt.


    Mittlerweile bin ich froh, dass daraus nichts wurde. Es wäre zwar schön trocken gewesen, aber...


    Folgende Erfahrungen bei meinen Segeberger Magazinbeuten in Reihe:


    • Eine Beute aus der Reihe gehoben wird echt spannend... z.B. zum wiegen etc. man bekommt die Kiste nicht richtig gepackt usw.
    • selbst bei HR ist das doof, weil man "nur noch" zwei Seiten hat an denen man packen kann..
    • Zum ziehen der Rähmchen ziehe ich die Waben lieber von der Seite, in Reihenstellung nicht möglich.
    • Wenn man ein garstiges Volk hat, ist das im Freien auch schöner...


    Es gibt auch sicher Punkte fürs Bienenhaus. Zum Beispiel für Zucht- bzw. Vermehrungsarbeiten etc.


    Mein Bienenhaus wäre aber mutmaßlich inzwischen ein Lager und nur noch für die Vermehrung genutzt, so wie wahrscheinlich viele andere Bienenhäuser nach einer Zeit...

  • sebihees


    Das ist doch dein eigener Gusto.


    Und mein eigener Gusto sagt,

    Warum willst du die Beuten überhaupt wiegen?

    Für den Honigraum gibt es zwei Varianten. Erste Variante man hat seine Arbeitshöhe beim Honigraum eingehalten, dann ist das Heben kein großes Problem, oder da man ja ein Bienenhaus hat, warum nicht einen Seilzug einsetzen? Ich liebe das Ding.

    Garstige Völker sind eher ein Problem für draußen, Wind und Wetter machen schon Probleme und im Haus brauchst du nur einmal den Smoker und Ruhe ist. Ganz fiffig ist es eine Lampe zunutzen, wo nicht die Bienen direkt an die Birne kommen. Die aufgeregten Bienen sammeln sich im Lichtschein und lassen einen in Ruhe arbeiten. Stellt man dann das Licht aus, gehen die Bienen dann nach Hause.


    Ja, ein Bienenhaus ist auch immer etwas Lagerraum. Dann muss man nicht alles mitschleppen und hat alles vor Ort, falls man spontan etwas machen möchte....

    Zucht kann man da auch sehr entspannt machen.


    Ein gut geplantes und durchdachtes Bienenhaus ist Gold wert. Die Lüftung und die Beleuchtung sind wichtig und man kann Hilfsmittel einsetzen, die sonst nicht da sind. Ein Tisch mit Rollen etc.

    Ein großer Vorteil, dass die Holzbeuten deutlich weniger unter der Witterung leiden und die Bienen genauso gut überwintern, wie in Segebergern bei uns.


    Sturm und co. sind entspannter, als bei den freien Ständen und ungebetene Besucher können nicht viel Unsinn treiben oder Völker entwenden.


    Ich mache mir immer mehr Gedanken über die frei stehenden Völker, als die in den Bienenhäusern. Aber es ist Geschmackssache und jeder soll so imkern, wie er möchte.