Aufstellen eines Volkes (Bayern)

  • Guten Morgen,
    wenn ich mit Völkern wandern will, brauche ich ein Gesundheitszeugnis. Auch wenn ich nur einen kleinen Ableger irgendwo anderst aufstellen will?
    Ích habe seit diesem Jahr 10 Völker und habe unwissenderweise 2 Ableger zu Hause im Garten aufgebaut. Oh je.
    Wer kennt sich da aus?
    Siggi

  • Hallo Siggi,


    die Sache mit dem G-Zeugnis gilt meines Wissens (und so habe ich das auch bisher immer gehandhabt) bei Wanderung über die Landkreisekrenzen hinaus.
    Empfehlenswert ist aber immer die Anfrage bei Veterinär, ob z.B. für das Gebiet, das man anwandern will ein Sperrbezirk angeordnet ist oder sonst Probleme irendwelcher Art herrschen.


    Watzl

  • Hallo Siggi,


    also ich habe im Moment 2 Standorte für meine Bienen. Ein Standplatz weg von zu hause und einen direkt im Garten hinter dem Haus. Da ich beide Standplätze an das V-Amt gemeldet habe, mache ich mir eh keine Sorgen wenn ich Völker von a nach b umstelle, schließlich wandere ich nicht, sondern belege nur meine Standplätze.


    Da eh keiner nachhalten kann, ob mein Ableger im Garten nun von dem Volk im Garten stammt oder vom andere Standplatz kommt, wird es auch keinen Kläger geben.


    Nun noch ein anderer Aspekt, wenn ich mir einen Ableger bestelle und der wird mir per Post zugestellt, dann wandert der Ableger im Grunde ja auch :roll: 
    Also denke ich dass du dich richtig verhalten hast, was nicht heisst, dass nicht irgendein Amtsschimmel auf die Idee kommen könnte, dass man ja jede Verordnung überspitzt betrachten kann und ein Transport von vorne im Garten nach hinten schon eine Wanderung darstellt :wink:


    Gruß


    Frank

  • Hallo Frank, ich kenne da so einen "Amtsschimmel". Der hat in seiner Eigenschaft als Funktionär gesagt, für jede Verlegung von Bienenvölkern braucht man ein Gesundheitszeugnis. Er hat also schon gewiehert, der Amtsschimmel :lol: . V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Imkerkollegen,


    entscheidend ist meines Wissens, ob ich die Feldgemarkung meiner Heimatgemeinde verlasse oder nicht.


    Ein Umsetzen von Bienenvölkern innerhalb der Gemeinde bedarf keines Gesundheitszeugnisses. Verlässt man aber dieses Gebiet, ist das Zeugniss erforderlich.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Imkerkollegen,


    bei dem Verstellen von Bienenvölkern gelten die Grenzen der
    Stadt oder Großgemeinden.
    Es ist aber eine Auslegung der zuständigen Vet.Behörden.
    Ein Veterinäramt kann auch die Verstellung ohne Gesundheitszeugnis
    für ein ganzes Kreisgebiet erteilen (Zuständigkeitsbereich des
    jeweiligen Amtes).
    Dies ist aber auch Verhandlungssache des jeweiligen Imker-Kreisvor-
    sitzenden.


    Viele Grüße aus dem Westerwald - Martin.

  • Liebe Imkerfreunde,


    geht doch unter Ausbruch der AFB, das ist doch der Hauptgrund der Wanderverordnung. Unsere Imkerverbände sollten sich endlich von Verordnungen und Regeln aus der Zeit vor 60 Jahren trennen!


    Gruss FB

  • Hallo Didi,


    A merikanische
    F aul
    B rut


    die einzige zur Zeit beim Veterinäramt meldepflichtige Bienenkrankheit. Muss behanldelt werden. Mit erkrankten Völkern darf nicht gewandert werden, es wird ein Kreis um den erkrankten Stand gezogen IN den auch nicht hinein gewandert werden darf. Soviel in Kürze.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Siggi und alle anderen "Wanderfreudigen",


    in jedem guten Imkerverein gibt es einen oder mehrere Bienensachverständige (BSV). Diese werden vom Veterinäramt bestellt. Sie wissen in der Regel alles über amerikanische = bösartige Faulbrut, Sperrbezirke, Gesundheitszeugnis, Wanderordnung usw. Also wendet Euch in solchen Fragen an eure organisierten Imkerkollegen. Da sie regional verschieden zu beantworten sind.
    Einen schönen Gruß an alle Pit

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Unter welchen Voraussetzungen macht ein Wander- bzw. Verbringungsverbot von Bienenvölkern wegen der Gefahr der Übertragung des Feuerbranderregers Erwinia amylovora Sinn?


    Da außer der Honigbiene viele andere Insekten als Vektoren für Erwinia amylovora in Frage kommen (Zeller 1974, van der Zwet und Beer 1995, van der Zwet und Keil 1979) und dabei nach neusten Untersuchungen (Hildebrand et al. 2000) der Erreger z. B. an der Oberfläche der grünen Apfelblattlaus 12 Tage und bei der Florfliege 5 Tage überleben konnte, macht es wenig Sinn, die Honigbiene allein verantwortlich zu machen. Ein Wanderverbot in ein „Nichtbefallsgebiet“ aus einem „Befallsgebiet“ macht nur Sinn, wenn folgende Maßnahmen auch ergriffen werden:


    1. Konsequente Unterbindung des Weitstreckentransportes durch Personen und Autos, deshalb u. U. Waschanlagen (Temperatur > 40°) zur Abtötung der Bakterien (auch für die Bekämpfung anderer Erreger ideal, im Gegensatz zur Maul- und Klauenseuche schädigt Feuerbrand nicht nur die Landwirtschaft sondern ändert auch das Landschaftsbild). Fremde Personen sollten nicht mit ihrer Kleidung in anderen Regionen in Obstanlagen gewesen sein, das trifft auch für andere Erreger (z. B. Schorf) wegen Resistenzbildungsgefahr zu.
    2. Begehungsverbot von Obstflächen, auch Streuobstflächen, für nicht Verfügungsberechtigte.
    3. Konsequente Untersuchung von Baumschulmaterial, auch nicht typische Wirtspflanzen, wie Prunus, Rosa, Rubus..., mit Hilfe der Polymerase Kettenreaktion (PCR) auf das epiphytische Auftreten des Erregers (Bereswill et al. 1993).
    4. Konsequente Beseitigung aller befallsverdächtiger Absterbeerscheinungen in der Region, d. h. auch kein Totholz!
    5. Konsequente Bekämpfung aller nicht für die Bestäubung benötigter Insekten, das entspricht auch den Forderungen von Richter (1999).
    6. Verhinderung von Honigtauproduktion oder schnelles Absammeln durch die Bienen, damit sich Erwinia amylovora nicht epiphytisch vermehren kann.


    Sofern man all diese Maßnahmen ergreift, so kann man den Feuerbrand effektiv bekämpfen aber nicht ausrotten! Der Langstreckentransport durch Vögel (Smith 1920, Burmeister und Fischer H 1969) und Insekten bleibt immer noch erhalten.