Ablegerbildung im Faulbrutsperrbezirk

  • Hallo zusammen, ich habe das Problem, dass ich nicht wie üblich meine Ableger bilden kann, da ich im Faulbrutsperrbezirk liege. Aus dem gleichen Grund, kann ich mir auch nicht einfach neue Weiseln/Ableger bestellen. So gehe ich normalerweise vor:

    1. Sammelbrutableger bilden
    2. Umlarven (Nicot) und in den Sammelbrutableger
    3. Solange wie möglich in Sammelbrutableger belassen
    4. Kurz vor oder nach dem Schlupf in Ablegerkästen (Mittelwand, Futterwabe, Bienenmasse) umsiedeln und auf einen entfernten(!) Stand bringen.
    5. Nach erfolgreicher Begattung wieder zurück(!) zum Heimatstand

    Gibt es ein Verfahren, dass ich Ableger am selben Stand einrichten kann? Mit Sicherheit, oder?

    Vielen Dank, Ralf

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • Gibt es ein Verfahren, dass ich Ableger am selben Stand einrichten kann?

    Kein Problem, das mache ich immer so (Allerdings lasse ich die Königinnen nicht im Sammelbrutaberleger ziehen, sondern im weiselrichtigen Volk.). Man muss nur entsprechend mehr Bienen in den Ableger geben, weil die Flugbienen abfliegen. Außerdem sollten die Ableger nicht zu nah an den Muttervölkern stehen.

    Mit Bienen aus den Honigräumen hat man relativ viele junge Bienen, da schwinden die Ableger nicht sehr stark. Wenn man die Ableger mit Weiselzellen bildet (was Du ja machst) kann man sie bis zum Schlupf der Königin auch noch mit weiteren Bienen verstärken, wenn doch zu viele abfliegen.

    Königinnen, die mit Umlarven gezogen werden, schlüpfen ja auf den Punkt. Man muss sich also auch nicht sorgen, dass die Königinnen zu lange in zu schwachen Begattungseinheiten sind und nicht ausreichend gewärmt werden, wenn man den Sammelbrutableger erst kurz vor dem Schlupftag aufteilt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • AFB ist immer ein Spagat und kommt auf die Situation am eigenen Standplatz an.

    Ableger willst ja wohl an deinem Stand machen... ich würde mir die Weiseln kaufen...


    Ob du nun mehr Bienen im Sperrgebiet fliegen lässt durch deine Ableger oder durch die gekaufte Königin.

    Die Königin kommt ja ohne Brut und mit Gesundheitszeugnis.

  • AFB ist immer ein Spagat und kommt auf die Situation am eigenen Standplatz an.

    Ableger willst ja wohl an deinem Stand machen... ich würde mir die Weiseln kaufen...


    Ob du nun mehr Bienen im Sperrgebiet fliegen lässt durch deine Ableger oder durch die gekaufte Königin.

    Die Königin kommt ja ohne Brut und mit Gesundheitszeugnis.

    Hi,


    nach meinem Wissen ist es verboten Bienenmaterial in einen Faulbrutsperrbezirk zu verbringen.


    Allerdings kann das Vet.-Amt das genehmigen. Ich würde vor der Königinnenbestellung


    auf jeden Fall beim Amt anfragen.


    Gruss Joachim

  • Es wäre sehr ärgerlich, wenn man nun neue Königinnen einweiselt, bzw. mit denen Ableger macht, und der Amtsveterinär meint dann, dass die eigenen Völker wenn man Pech hat abgeschwefelt werden müßen, da am eigenen Stand auch die AFB nachgewiesen wird. Ich würde warten bis die Beprobungen durch sind und dann mit dem Veterinär alles weitere besprechen.

  • AFB ist immer ein Spagat und kommt auf die Situation am eigenen Standplatz an.

    Ableger willst ja wohl an deinem Stand machen... ich würde mir die Weiseln kaufen...

    Schlechter Rat, das sit verboten!

    Ableger macht, und der Amtsveterinär meint dann, dass die eigenen Völker wenn man Pech hat abgeschwefelt werden müßen,

    Abschwefeln muss man höchstens bei Völkern die einen "AFB Ausbruch" haben, nicht wenn nur Sporen nachgewiesen wurden - aber irgendwie hast Du Recht, wenn der AmtsVet keine Ahnung hat dann weis man nie...

  • Abschwefeln muss man höchstens bei Völkern die einen "AFB Ausbruch" haben, nicht wenn nur Sporen nachgewiesen wurden

    Das liegt vollkommen im Ermessen des Amtsveterinärs. Der darf sogar verlangen, das Völker abgeschwefelt werden, bei denen keine Sporen gefunden wurden, wenn nur ein Volk des Standes positiv beprobt wurde. (Zum Glück ist das meist nicht der Fall, aber er darf)

    Die zwei Wochen, bis ein Ergebnis nach der Beprobung da ist, würde ich mit der Vermehrung warten.

  • AFB ist immer ein Spagat und kommt auf die Situation am eigenen Standplatz an.

    Ableger willst ja wohl an deinem Stand machen... ich würde mir die Weiseln kaufen...

    Schlechter Rat, das sit verboten!

    Moin,

    das war kein Rat sondern meine Meinung.


    Honig darf verbracht werden aus einem AFB-Gebiet (da sind ja die Sporen drin) nach Rücksprache es VET.


    Nee Königin mit 5 Begleitbienen und Gesundheitszeugnis darf ich aber nicht einbringen!


    Da habe ich wie Gesagt eine eigene Meinung, da der TE wie er schreibt seine Wunschkönigin nun nicht kaufen kann...


    Schlimmer finde ich dagegen und das interessiert keinen, das durch Ablegerbildung die Gefahr durch noch mehr Bienen erhöht wird.


    Aber wie erwähnt kein Rat, meine Gedanke dazu meine Meinung.


    Gruß

  • Ok, danke für die Meinungen und Tipps. Nach WFLP würde ich jetzt versuchen, dass Verfahren am Stand wie folgt durchzuführen:

    1. Sammelbrutableger mit etwas mehr ansitzenden Bienen als sonst. Kontrolle am nächsten Tag, ob noch genügend Bienenmasse vorhanden ist.
    2. Wiederholtes Weiselzellenbrechen.
    3. Am 7. Tag Einhängen des Zuchtoffs.
    4. Kurz vor Schlupf: Auflösen des Sammelbrutablegers auf Ablegerkästen mit einer schlupfreifen WZ. Ableger 10-20m vom ursprünglichen Standort entfernt und überschüssige WZ in Mini+ mit Kunstschwarm.
    5. Nach einem Tag wieder Kontrolle, ob genügend Bienenmasse in den Ablegern vorhanden ist.

    Habe ich irgendwo einen Denkfehler oder könnte das so klappen?


    Übrigens: Ablegerbildung bzw. Weiselnachschaffung ist für mich kein nice to have, sondern integraler Bestandteil meiner Betriebsweise. Das kann/will ich nicht wegen der Faulbrut aufgeben, gerade weil ich nicht dazukaufen kann. Am Samstag wird die Futterkranzprobe gezogen und vielleicht hat das schlechte Wetter der letzten Wochen ja auch was Gutes. Vielleicht hat sich die AFB dadurch nicht so stark im Bezirk verbreitet wie bei gutem Flugwetter.

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • Das liegt vollkommen im Ermessen des Amtsveterinärs. Der darf sogar verlangen, das Völker abgeschwefelt werden, bei denen keine Sporen gefunden wurden, wenn nur ein Volk des Standes positiv beprobt wurde.

    Der Amtsveterinär ist auch an Recht und Gesetz gebunden und daher u. a. an die
    die Grundsätze der Notwendigkeit, der Verhältnismäßigkeit und somit auch an die Wahl des mildesten Mittels.

    Das dürfe spätestens seit dem Urteil, das im letzten Jahr mit Hilfe von Guido Eich erstritten wurde, niemals mehr gesunde Völker betreffen können.

  • Habe ich irgendwo einen Denkfehler oder könnte das so klappen?


    Übrigens: Ablegerbildung bzw. Weiselnachschaffung ist für mich kein nice to have, sondern integraler Bestandteil meiner Betriebsweise. Das kann/will ich nicht wegen der Faulbrut aufgeben, gerade weil ich nicht dazukaufen kann. Am Samstag wird die Futterkranzprobe gezogen und vielleicht hat das schlechte Wetter der letzten Wochen ja auch was Gutes. Vielleicht hat sich die AFB dadurch nicht so stark im Bezirk verbreitet wie bei gutem Flugwetter.

    Müsste so klappen. Deine Ableger sind für den Eigenbedarf, völlig unstrittig.


    Goupli, das letzte Urteil, das ich finde, ist VG Berlin zum AFB Fall 2018. Kannst du bitte das Urteil verlinken, auf welches du dich beziehst.

  • 1. Vor amtlicher Feststellung der AFB auf dem konkreten Bienenstand (also klinische Anzeichen und Laborprobe mit Sporennachweis) gilt § 7 BienSeuchV. Das Risiko des Weiterverbreitens von Sporen innerhalb des eigenen Standes etwa durch Wabentausch, Benutzung desselben Werkzeugs an verschiedenen Völkern ohne Desinfektion usw. trägt in dieser Zeit der Imker selbst. Bienen oder gar ganze Völker dürfen nicht von außen in den Stand eingebracht werden. Im Zweifel gelten die Festlegungen in der Sperrgebietsverfügung des VetA.


    2. Nach amtlicher Feststellung gelten die strengeren Regeln n. § 8 (z.B. innerhalb des Bienenstandes kein Wabenaustausch/Ablegerbildung mehr möglich).


    https://www.gesetze-im-internet.de/bienseuchv/__7.html


    Ralf Adams: Bis zum Ergebnis der klinischen Untersuchung am Samstag und Vorliegen des Laborergebnisses darfst Du rein juristisch n. § 7 verfahren, also auf Deinem Stand Ableger bilden, Waben tauschen etc. Nur raus oder rein darfst Du keine Bienen bringen. Ob bzw. wie das zur Vertrauensbildung bei Deinem VetA beiträgt, mußt Du selbst einschätzen.

  • Ob bzw. wie das zur Vertrauensbildung bei Deinem VetA beiträgt, mußt Du selbst einschätzen.

    Ich hatte eh' vor, dies am Samstag mit dem BSV zu besprechen. Ich wollte hier von euch aber einen Input, damit ich am Samstag einen realistischen Plan vorlegen kann.

    Vielen Dank, Ralf

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.