Gleichmäßig starke Völker einwintern

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich vermehre (abgesehen von Königinnen-Ablegern, zu denen mich die Bienen in der Schwarmzeit 'zwingen' 😉) ausschließlich beim bzw. nach dem Abschleudern.

    Aus den Honigraumbienen werden Kunstschwärme gebildet, bei der TBE fallen Brutscheunen an.


    Was mich daran ein bisschen stört: die Einheiten, die ich einwintere, sind unterschiedlich stark.


    Beispiel Brutscheunen: da sammle ich die Waben von ca. 3 Wirtschaftsvölkern drin. Nach dem Schlupf werden die dann auf Mittelwände abgestossen - egal, wie viele (Kilo) Bienen dabei jeweils rausgekommen sind.


    Oder Kunstschwärme aus den Honigräumen: da stelle ich bei der Ernte ca. 5 Honigräume (Zander 0,5) über Bienenflucht auf einen neuen Brutraum mit Mittelwänden und gekäfigter Königin.


    Auch hier kommt halt willkürlich die Anzahl an Bienen zusammen, die sich zufällig grade in den jeweiligen Honigräumen befand.


    Wie machen das denn diejenigen unter Euch, die Wert darauf legen, gleichgrosse Einheiten einzuwintern, also z. B. Kunstschwärme von x Kilo?


    Mir fehlt noch die zündende Idee, wie der Ablauf dabei genau aussehen könnte.


    'Normal' die Bienenflucht zwischen Honigräume und Brutraum legen, ggf. ne Leerzarge für die sich bildende Traube unter der Bienenflucht.

    Und dann? Mit ner Waage jeweils 1 Kilo Bienen aus einem Volk abschöpfen, 1kg aus einem anderen, noch n Kilo aus einem dritten, bis man sein Zielgewicht erreicht hat?

    Das ist doch wahnsinnig unpraktisch, das kann nicht die Lösung sein!

    Wie kommen also die gewünschten x Kilogramm Bienen zusammen?

    Und was passiert dann mit Ihnen?

    Doch nicht etwa Kellerhaft, Traube, das ganze Brimborium - auch das kann doch bestimmt nicht die Lösung sein.


    Die Nummer mit den Honigräumen auf der neuen Zarge, mit neuen Mittelwänden und neuer Königin hat schon ihren Charme - nämlich, dass damit sehr wenig Arbeit anfällt.

    Alle anderen Vorgehensweisen, die ich in meinem Kopf durchspiele, sind irgendwie wahnsinnig kompliziert und vielschrittig - das tut sich doch niemand freiwillig an, vor allem nicht mit grösseren Völkerzahlen.


    Wäre jemand dazu bereit, mir seine Vorgehensweise, gerne bei mehr als 10, 15 oder 20 Völkern, zu schildern?

    Das würde mich wirklich brennend interessieren!

    ... könnte aber einen Rattenschwanz an Nachfragen mit sich bringen 😉


    Vielen Dank schon mal,

    und liebe Grüße;

    humml

  • Moinsen,


    das mache ich abhängig von den Ständen.


    Wenn ich Völker vermehre, dann achte ich darauf, dass alle Völker an diesem Stand nach dem gleichen Prinzip erstellt wurden. KS an einem Stand, sowie geteilte Völker, Ableger und Vollvölker. Die Königinnen haben alle das gleiche Alter, im besten Fall die gleiche Herkunft / Anpaarung.


    Bei den Ablegern versuche ich schon von Anfang an die Volksstärke auf einem Level zu halten. Bei allen Anderen versuche ich aber erst ab Juli / August durch ausgleichen den Stand auf ein Niveau zu bringen. Dabei fahre ich keine Waben durch die Gegend, das wäre zu viel Aufwand. Ich lass die erst mal eigene Brut anlegen, die Völker müssen sich festigen. Die Starken verstärken dann die Schwachen bis zum Herbst.


    Es kommt nicht darauf an, dass alle exakt gleich stark erstellt wurden. Natürlich schau ich mal rein wenn ich die erstelle, dann kommt hier mal ein HR mehr drauf, oder dort ne Wabe mehr, weil Brutfäche fehlt, also über den Daumen gepeilt. Es kommt vielmehr drauf an, dass die alle gleich stark in den Winter gehen. Denn dafür hat man am Ende zwei Monate Zeit.

    Natürlich kannst du auch mit ner Waage HR Bienen abwiegen und so 50 KS am Tag machen. Aber am Ende performen die dann doch wieder unterschiedlich.

    Gleichstarke Völker haben den Vorteil, dass die alle mehr oder weniger gleich schnell Futter abnehmen, die Futtermenge und die Behandlung je Stand ist identisch, die Gefahr der Räuberei etc pp.
    Ausserdem lassen sich nur so junge Königinnen richtig bewerten. Die müssen alle gleiche Vorraussetzungen haben.


    Natürlich klappt das nicht immer 100%ig so wie ich mir das vorstelle, aber im Prinzip ist das quasi ein Weg Prozesse zu optimieren und Arbeitsschritte Standweise zu planen, und nicht mehr für jedes Volk dies oder das zu bedenken.



    Grüße

    Arnd